„Der ungebetene Gast“ von Anna Jane, Zusammenfassung
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Dieses Buch ist eine Bonusgeschichte, die die Charaktere zweier beliebter Romanreihen des Autors miteinander verbindet. Es erschien 2016 und erzählt die Geschichte eines mysteriösen Musikers aus der Perspektive von Figuren aus einem anderen Buch. Dadurch bietet es eine neue Sichtweise auf bekannte Ereignisse und das Handeln der Charaktere.
Ein plötzlicher Besuch eines Idols
Mascha Burundukova und Denis Smerchinsky haben sich gut in ihr gemeinsames Leben eingelebt und sich an den Rhythmus des Zusammenlebens gewöhnt. Denis überrascht seine Freundin immer wieder. Doch eines Abends steht plötzlich ein völlig unerwarteter Besucher vor ihrer Tür. Es ist Kirill, besser bekannt als Kezon, der zweite Leadsänger der weltberühmten Rockband „Red Lords“. Mascha ist ein großer Fan der Band und völlig verblüfft. Sie traut ihren Augen kaum, als ihr Freund und der Rockstar sich wie alte Freunde verhalten. Wie sich herausstellt, sind Denis und Kirill seit ihrer Kindheit eng befreundet.
Die Erzählung versetzt den Leser nahtlos in die Vergangenheit zurück und schildert die humorvollen Umstände der ersten Begegnung der Jungen. Sie trafen sich auf Petyas Geburtstagsfeier, die sie gemeinsam besucht hatten. Der kleine Geburtstagskind versuchte, die anderen Gäste herumzukommandieren. Er wollte der alleinige Kapitän des Piratenschiffs sein und zwang die anderen zum Gehorsam. Es entbrannte ein heftiger Streit darüber, dass die Jungen sich weigerten, nach fremden Regeln zu spielen. Da schlug der ruhige Kirill eine alternative Beschäftigung vor: wahllos Nummern anzurufen und laut in den Hörer zu miauen oder zu bellen. Diese ungewöhnliche Beschäftigung schweißte Denis und Kirill einander unglaublich eng zusammen.
Auch in der Gegenwart verhält sich Kirill noch etwas exzentrisch. Mit seinen seltsamen Witzen verwirrt er die verdutzte Mascha. Doch allmählich gewöhnt sich Mascha an die Gesellschaft ihres Idols und erkennt hinter der Fassade des Künstlers einen sehr verletzlichen und tiefgründigen Menschen.
Ein Ausflug zur Datscha und ein Konflikt mit einem Nachbarn
Bald schon macht sich eine große, laute Gruppe von Freunden aus der Stadt auf. Mit dabei sind Petja, Igor, Lida, Leo und die schwangere Marina. Die Jungs planen eine ausgelassene Geburtstagsfeier für Igor in ihrer geräumigen Datscha. Ihr Morgenschlaf wird jäh durch die Ankunft eines Einheimischen, Wassili Iwanowitsch, unterbrochen. Der streitlustige alte Mann, bewaffnet mit einer imposanten Axt, stürmt auf das Grundstück. Lautstark beschuldigt er die verdutzten jungen Leute, Kirschen von seinen Bäumen gestohlen zu haben. Die Situation eskaliert schnell.
Den vernünftigen Freunden gelingt es, den sich anbahnenden Konflikt friedlich beizulegen. Die Jungen beschließen, sich aufrichtig bei dem verärgerten alten Mann zu entschuldigen. Sie nehmen reichlich Leckereien vom Festtagstisch: duftenden Schaschlik, Ofenkartoffeln, verschiedene herzhafte Salate und eine Flasche Wein. Eine ganze Delegation von ihnen macht sich mit ihren Entschuldigungen auf den Weg zu seinem Haus. Wassili Iwanowitsch gibt unter der Aufmerksamkeit nach und vergibt den jungen Männern.
Am nächsten Tag geschieht etwas völlig Unerwartetes. Ein Nachbar, nun freundlicher, bringt den Jungen zwei riesige Eimer voller süßer Kirschen. Mascha kombiniert schnell die bekannten Fakten und schlussfolgert den wahren Grund für diese Großzügigkeit. Ihr wird klar, dass Kirill dem einsamen alten Mann heimlich eine beträchtliche Summe Geld zugesteckt hat, in der Hoffnung, ihm anonym finanziell zu helfen. Wassili Iwanowitsch fand die weggeworfenen Geldscheine zufällig und bedankte sich mit der reichsten Ernte aus seinem Garten. Diese edle Geste offenbart endlich Kirills wahres Wesen – gütig, großzügig und völlig frei von Starallüren.
Das Geheimnis eines talentierten Musikers
Mascha beobachtet den angesehenen Gast in seinem gemütlichen Zuhause aufmerksam und bemerkt dabei ein auffällig seltsames Verhalten. Kirill verbringt viele Stunden vor dem hellen Bildschirm seines Laptops und verbirgt sich geschickt hinter dem Pseudonym „Blaues Biest“. Von diesem anonymen Account aus schickt er beharrlich E-Mails an einen gewissen Anton Tropinin. Immer wieder wiederholt er hartnäckig denselben erschreckenden Satz: „Ich weiß, wer du wirklich bist.“ Anton ignoriert diese Nachrichten beharrlich.
Schon bald entdeckt Mascha zufällig ein Foto eines süßen Mädchens auf Kirills Computerbildschirm. Zu ihrer großen Überraschung erkennt sie darin Katja, eine gute Freundin von früher. Die beiden waren sich einst auf einem belebten Musikfestival begegnet. Mascha erinnert sich sofort, dass Katjas Freund Anton heißt. In Musikerkreisen ist er unter dem einprägsamen Künstlernamen Kay bekannt.
Voller unbändiger Mädchenneugier beschließt Mascha, dem prominenten Gast einen fiesen Streich zu spielen. Geschickt ruft sie Katja an. Laut und fröhlich verabredet sie sich mit ihr im gemütlichen Café „Sonnenfunken“. Kirill ist sofort begeistert und willigt freudig ein, mit Mascha zu gehen. Im Café angekommen, deutet Mascha ernst auf einen völlig leeren Tisch am Fenster. Mit einem fröhlichen Lachen gesteht sie, dass es nur ein harmloser Scherz war. Das Mädchen erwartet unbeschwert eine urkomische Reaktion, doch das Ergebnis ist ganz anders.
Die harte Erkenntnis der Wahrheit
Kirills Reaktion auf diesen äußerst unpassenden Scherz erfüllt Mascha mit tiefer, quälender Scham. Das Gesicht des jungen Mannes verzieht sich augenblicklich zu unerträglicher Bitterkeit und tiefer Enttäuschung. Dies offenbart seine wahren, intensiven Gefühle, die er jahrelang geschickt verborgen hat. Mascha begreift plötzlich und in vollem Umfang die Tragweite der Situation. Kirill ist aufrichtig, unsterblich und völlig unglücklich in Katja verliebt. Sie versteht genau, wie sehr es ihn schmerzt, ständig außen vor zu sein. Anton Tropinin ist Kirills direkter, erfolgreicher Rivale. Genau deshalb versuchte der verletzte Musiker verzweifelt, ihn mit seltsamen anonymen Nachrichten bloßzustellen.
Mascha versucht nach Kräften, ihrer verzweifelten Freundin moralische Unterstützung zu bieten und erklärt ihr unbeholfen, dass das menschliche Herz absolut unmöglich zu beherrschen sei. Kirill steht plötzlich vor einer schwierigen moralischen Entscheidung. Er könnte entschlossen seinen unnachgiebigen Kampf um das Herz der unnahbaren Katja fortsetzen. Oder er könnte versuchen, sie zu täuschen, ihre bestehende Beziehung zu zerstören und so die von ihr ersehnte Gegenseitigkeit mit Gewalt zu erzwingen.
Ein alternativer, schwierigerer Weg ist der endgültige Rückzug in die Dunkelheit. So kann seine Geliebte mit dem Mann, den sie gewählt hat, glücklich sein. Ein talentierter, aber zutiefst unglücklicher Musiker versinkt in tiefes Nachdenken. Sorgfältig und kritisch analysiert er seine leidenschaftlichen romantischen Gefühle und die möglichen Folgen seines egoistischen Handelns.
Die richtige und edle Wahl
Am Ende dieser berührenden Geschichte trifft Kirill eine außergewöhnlich reife, überlegte und edle Lebensentscheidung. Er versteht klar, dass wahre, selbstlose und aufrichtige Liebe unweigerlich den reinen Wunsch nach dem größten Glück des geliebten Menschen impliziert. Und das gilt selbst dann, wenn dieses lang ersehnte Glück fest an jemand anderen gebunden ist. Kirill schreibt der traurigen Mascha eine kurze, aber unglaublich prägnante und berührende E-Mail. Darin erklärt er ihr mit größter Ehrlichkeit und Offenheit seine endgültige Lebensentscheidung.
Der Mann weigert sich kategorisch, zu Katja zu fliegen, und ist fest entschlossen, sie in Ruhe zu lassen. Er erklärt unmissverständlich, dass er auf keinen Fall der ungebetene Gast sein will. Er weigert sich, die zerbrechliche Harmonie und die tiefe Liebe eines anderen hinterhältig und unhöflich zu stören. Kirill entscheidet sich bewusst dafür, für immer in der vertrauten Gesellschaft seiner treuen Freunde zu bleiben – der einfühlsamen Mascha und des zuverlässigen Denis.
Mascha liest seine Nachricht mit aufrichtiger Freude und unverhohlener Erleichterung und legt vertrauensvoll ihren Kopf an die kräftige Schulter ihres Freundes. Denis küsst sie zärtlich und versichert ihr eindringlich, dass Kirill in ihrem gastfreundlichen, hellen Zuhause stets verlässliche, freundliche Unterstützung und aufrichtige Fürsorge finden wird. Die Hauptfiguren sind sich einig, dass dieser wundervolle Mann für immer ihr sehnlichst erwarteter Gast bleiben wird und sie für seine Anwesenheit unendlich dankbar sein werden.
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