Ivan Okhlobystins „Moth“ (Eine kurze Zusammenfassung)
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Das 2016 entstandene Theaterstück und Drehbuch „Moth“ ist ein mystisches Drama, in dem sich die Schicksale von Menschen mit krimineller Vergangenheit in einer verzerrten Zeitwelt auf surreale Weise um ein unschuldiges Kind verflechten. 2017 adaptierte Regisseur Konstantin Khudyakov Ivan Okhlobystins Drehbuch zu einem gleichnamigen Spielfilm. Der Film wurde beim Internationalen Ost-West-Filmfestival in Orenburg mit dem Alexey-Samoryadov-Preis ausgezeichnet.
Das verlorene Kind und die eingefrorene Zeit
Ihre Eltern lassen die siebenjährige Katja im Wartebereich des Flughafens zurück, während sie ihr Gepäck einchecken. Sie setzt sich vor den Fernseher und schließt die Augen. In diesem Moment bleibt der Sekundenzeiger ihrer Uhr stehen. Katja wird von einem seltsamen Geräusch geweckt und ruft am Informationsschalter des Flughafens an. Der Angestellte überbringt ihr schlechte Nachrichten: Ihr Flug nach Italien ist längst abgeflogen. Das Mädchen beschließt, zu Fuß nach Moskau zu gehen, um ihre Großmutter zu suchen, die in einer Straße mit Straßenbahnen wohnt.
Unterdessen ereignen sich brutale kriminelle Machenschaften. Lkw-Fahrer Petrovich schlägt seinen Partner mit einem schweren verstellbaren Schraubenschlüssel nieder, um den Lkw zu verkaufen und ein neues Leben zu beginnen. Der Spieler Serge verliert beim Roulette eine Unsumme. Banditen verschleppen ihn zu einer Baustelle, um seine Schulden zu begleichen, doch er überlistet sie und lässt sich mit einem leeren Stift freilassen. Vera, eine Straßenprostituierte, leidet an unheilbarem Krebs. Sie hat kürzlich ein Haus in Venedig gekauft und plant, dort ihren Lebensabend zu verbringen.
Begegnungen am Straßenrand
Vera fährt nachts auf der Autobahn und entdeckt Katja am Straßenrand. Das Mädchen versucht, ein paar Schmetterlinge zu retten, die auf dem Asphalt schlafen. Zum Dank für die Mitfahrgelegenheit trägt Katja Nikolai Gumiljows Gedicht über den Tschadsee vor. Kurz darauf trifft Vera ihre Angestellten und erfährt eine schreckliche Nachricht. Einige Gäste der Pension haben ein Mädchen namens Mila brutal zusammengeschlagen. Vera und ihre Freundin Zoja bringen das Opfer ins Krankenhaus zu dem alten Arzt Dschawakhir Chasanowitsch. Der Arzt untersucht Vera und teilt ihr mit, dass sie nur noch wenige Stunden zu leben hat.
Katja verbringt die Nacht am Straßenrand, bewacht von der Prostituierten Klimowa und dem Leibwächter Bilbo. Petrowitschs entkommener Lastwagen hält neben ihnen. Der Mann fragt nach ihren Diensten, bemerkt aber, dass es sich um Menschenhandel handelt, und gerät in Wut. Der Lkw-Fahrer schlägt Bilbo brutal mit den Fäusten. Petrowitsch nimmt Katja in die Fahrerkabine und fährt davon, wodurch er das Kind vor den Banditen rettet.
nächtliche Verfolgungsjagd
Nach ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus schnappen sich Vera und Zoya eine Schrotflinte und nehmen in einem Jeep die Verfolgung auf. Unterwegs führen Petrovich und Katya ein tiefgründiges Gespräch. Der ehemalige Häftling erzählt dem Mädchen von seiner harten Kindheit im Exil im Ural. Laut singt er das italienische Volkslied „Santa Lucia“. Als Petrovich bemerkt, dass sie von einem Auto verfolgt werden, hält er in der Nähe eines Dorfes an. Zu ihrer Sicherheit setzt er das Mädchen an einer dunklen Bushaltestelle ab.
Vera überholt den LKW und eröffnet das Feuer auf die Räder, während er noch fährt. Petrovichs LKW gerät außer Kontrolle, prallt mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler einer Autobahnbrücke und explodiert. Der Fahrer stirbt noch an der Unfallstelle. Vera ist zutiefst erschüttert von dem Gedanken, ein Kind mit eigenen Händen getötet zu haben. Auf dem Rückweg entdecken die verzweifelten Frauen zufällig Katja unter einer Straßenlaterne. Sie bringen das Mädchen sofort zu Veras Stadtwohnung.
Umgang mit dem Ex-Ehemann
Zuhause trinkt Vera Scotch und sieht fern. Das Fernsehen zeigt einen venezianischen Kanal, den man aus dem Fenster ihres neuen Hauses sehen kann. Plötzlich klingelt Serge, ihr Ex-Mann. Er braucht dringend Geld, um Schulden bei einem Gangster zu begleichen. Vera bricht in einen heftigen, blutigen Husten aus. Sie spürt, dass ihr Ende naht, und übergibt Serge einen dicken Umschlag mit ihren gesamten Ersparnissen. Im Gegenzug bittet sie ihn, Katya zu ihrer Großmutter zu bringen. Zum Abschied schenkt Serge dem Mädchen eine goldene, schmetterlingsförmige Haarnadel.
Serge bringt sein Kind ins Butterfly Casino. Er lässt Katja in der Garderobe zurück, um mit dem afrikanischen Prinzen Alfonso Tee zu trinken. Serge gewinnt beim Roulette eine riesige Summe. Nachdem er das Mädchen abgeholt hat, besucht er seine Freundin Anna. Ihr Mann, ein Lepidopterologe, erforscht Insekten beruflich. Serge begleicht eine alte Schuld und bittet Anna, Katja zu ihrer Großmutter zu bringen.
Die wahre Realität und das Ende
Nachdem er sich von Anna verabschiedet hat, setzt sich Serge neben sein Auto am Straßenrand und weint leise. Kurz darauf spüren ihn Banditen auf. Sie feuern mehrere tödliche Schüsse aus einer schallgedämpften Pistole auf den am Boden liegenden Mann ab. Serge verblutet, und plötzlich fliegt ein lebender Falter aus seiner Handfläche in den Nachthimmel.
Anna bringt Katya zur Flughafenpolizei, damit sie nach ihren Eltern sucht. Das Mädchen setzt sich wieder auf den Stuhl vor dem Bildschirm und schließt die Augen. Der erstarrte Zeiger ihrer Armbanduhr zuckt und dreht sich im Kreis. Mama und Papa kommen mit Koffern aus der Gepäckausgabe. Sie wecken ihre Tochter sanft und rufen sie zum Einchecken. Es stellt sich heraus, dass nur eine Stunde vergangen ist und all die Tragödien der Nacht ein unglaublich realistischer Kindheitstraum waren.
Am Ende der Geschichte schlendert die Familie nachts durch Venedig. Als Katja eine Brücke überquert, blickt sie hinunter und entdeckt eine Gondel. Petrowitsch, in einem gestreiften Gondoliereanzug, steuert das Boot geschickt. Drinnen sind Vera und Serge noch am Leben. Petrowitsch singt lautstark „Santa Lucia“. Das Mädchen holt eine goldene Haarnadel aus der Tasche und legt sie unauffällig auf die Geländerkante. Das Schmuckstück fällt direkt vor Veras Füße. Die drei gefallenen Helden, nun in Frieden, gleiten dem hellen Licht entgegen.
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