„Der Besuch beim Minotaurus“ von Arkadi und Georgi Vainer, Zusammenfassung
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Dieser 1972 erschienene Kriminalroman basiert auf der wahren Geschichte des Einbruchs in die Wohnung des berühmten sowjetischen Geigers David Oistrach. Die Autoren ergänzen die Erzählung um den Diebstahl einer einzigartigen Stradivarius-Geige. Der Text ist in zwei parallel verlaufende Zeitebenen unterteilt. Die Ermittlungen zum Diebstahl im sowjetischen Moskau wechseln sich mit historischen Kapiteln über das Leben von Geigenbauern im italienischen Cremona des 17. Jahrhunderts ab.
1987 entstand eine gleichnamige, äußerst erfolgreiche Fernsehserie, die auf dem Roman basierte. Regisseur Eldor Urazbaev stellte eine hervorragende Besetzung zusammen, und die klassische Musik verlieh dem Film eine besonders philosophische Note.
Historische Linie von Cremona
Der Holzschnitzer Antonio Stradivari erleidet bei einem Empfang von Graf Monzi eine schwere Demütigung. Seine Geige klingt dumpf und schwerfällig. Verzweifelt zerbricht der junge Mann das Instrument mit einem Meißel. Bald darauf geht Antonio bei dem berühmten Niccolò Amati in die Lehre. Er sehnt sich danach, den perfekten Ton und das Geheimnis des berühmten Lacks zu finden. Amati fragt: „Was gibst du mir im Gegenzug?“ Antonio antwortet: „Ich weiß, wie man lernt …“ Er verbringt lange Nächte damit, die richtigen Proportionen und chemischen Zusammensetzungen zu erforschen.
Mit der Zeit entwickelt Antonio sein eigenes Lackrezept. Er fügt der Mischung den Saft der giftigen Kaukasischen Wolfsmilch hinzu. Der alte Amati erkennt die unbestreitbare Überlegenheit seines Lehrlings an und gibt Stradivari seinen Segen, sich selbstständig zu machen. Antonio erwirbt ein eigenes Haus in Cremona. Er heiratet Francesca Feraboschi und bekommt Söhne. Doch zunächst findet der junge Meister keine Käufer für seine Instrumente. Viele Jahre lebt die Familie in bitterer Armut. Stradivari arbeitet unermüdlich, Tag und Nacht.
Eines Tages beginnt der französische Kaufmann Duvernoy, Antonios Geigen fast geschenkt zu kaufen. Nach und nach erlangt Stradivarius großen Ruhm und immensen Reichtum. Doch das Familienleben bringt ihm bittere Enttäuschungen. Seine Söhne werden um das Talent ihres Vaters gebracht. Der älteste Sohn, Paolo, schlägt seinem Vater vor, sein Handwerk aufzugeben und ein Handelshaus zu eröffnen. Der Meister entlässt seinen Erben wütend und wirft ihm bürgerliche Gier vor. Antonio erkennt, dass er zur Einsamkeit des Genies verdammt ist.
Durch quälende mathematische Berechnungen erschafft Antonio eine Geige von beispielloser Klangfülle. Er nennt das prachtvolle Instrument „Santa Maria“. Später bittet ihn ein armer junger Mann namens Giuseppe Guarneri um eine Lehrstelle. Der alte Stradivarius weist den kranken Jungen ab. Guarneri gerät in die harte Knechtschaft der Jesuiten. Fünfzehn Jahre lang fertigt er unter dem Namen „Del Gesù“ brillante Instrumente für den Orden, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Bei Antonio Stradivaris Beerdigung spielt der vergessene, an Tuberkulose erkrankte Guarneri Geige. Großartige, freie Musik erklingt über der staunenden Menge der Stadtbewohner. Die Kunst beweist ihre Überlegenheit über weltliche Eitelkeit, Neid und Reichtum. Der kleine, gebeugte Mann geht fort und nimmt das Geheimnis großer Meisterschaft mit sich.
Moskauer Untersuchung
In den 1970er Jahren ereignet sich in Moskau ein gewagtes Verbrechen. Die Stradivari-Geige „Santa Maria“ verschwindet aus der Wohnung von Lew Osipowitsch Poljakow, einem Konservatoriumsprofessor und Volkskünstler der UdSSR. Der leitende Kriminalkommissar Stanislaw Tichonow und seine Assistentin Jelena Lawrowa untersuchen den Tatort. Der Dieb hatte sich mit einem Schlüssel Zutritt verschafft. Er hinterließ verbrannte Streichhölzer und ein von der Wand geworfenes Porträt der belgischen Königin. Der Forensiker Chaletski entdeckt Blutspuren auf den Glasscherben.
Auf dem Stuhl liegt ein schweres Brecheisen mit geprägten Blitzsymbolen. Die Ermittler finden auf dem Boden die Überreste verbrannter Telefonbuchseiten. Im Flur wird eine gebrauchte Fahrkarte für den Oberleitungsbus entdeckt. Inspektor Tichonow deckt erste Details des Diebstahls auf. Die Schlüssel zu Professor Poljakows Wohnung wurden von einer Nachbarin, Jewdokja Petrowna, aufbewahrt. Deren Ehemann, ein schwerer Alkoholiker namens Sergei Obolnikow, hatte Zugriff darauf. Die Ermittler fahren zu einer Drogenentzugsklinik, um den Verdächtigen zu vernehmen.
Obolnikow beteuert gegenüber dem Ermittler seine Unschuld am Verschwinden des Instruments. Tichonow gesteht er schließlich: „Ich bin nachts heimlich in Polyakows Wohnung geschlichen, um fremden Wein zu trinken.“ Die Ermittler nehmen Polyakows ehemaligen Freund und langjährigen Rivalen genauer unter die Lupe. Der Geiger Pawel Ikonnikow hat die Musik längst aufgegeben. Verbittert von der Welt, arbeitet der Herpetologe in einer Schlangenzuchtstation und züchtet hochgiftige Schlangen. Er hegt seit Langem einen Groll gegen Polyakow wegen dessen musikalischem Erfolg und weltweitem Ruhm.
In Gesprächen mit Tichonow philosophiert der Herpetologe über den biblischen Kain. Er beweist die Unschuld des ersten Mörders. Ikonnikow ist sich sicher: „Der Minotaurus der Faulheit, Eitelkeit und des Neids wohnt in jedem von uns und verzehrt langsam die menschliche Seele.“ Während des Gesprächs erschreckt der Herpetologe Tichonow, indem er eine lebende Korallenschlange wirft. Die Ermittler verhören parallel weitere Bekannte des ermordeten Professors. Unter ihnen sticht der elegante Klavierstimmer Grigori Belasch hervor.
Belash zeigte in seiner Jugend großes Talent und studierte bei Ikonnikow. Der Junge brach sich den Arm und verlor damit für immer seine Chance, ein Virtuose zu werden. Der Stimmkünstler behauptet gegenüber den Ermittlern, er sei zum Zeitpunkt des Diebstahls auf einer Geschäftsreise in Leningrad gewesen. Sein Alibi ist wasserdicht, untermauert durch Reisedokumente und die Aussagen glaubwürdiger Zeugen. Kurz darauf stirbt Ikonnikow im Labor an dem Biss einer hochgiftigen Schlange. Eine Blaue Krait sticht ihren Besitzer. Die Tragödie wird wie ein Unfall inszeniert.
Der tote Ikonnikow hinterlässt einen Abschiedsbrief. Der ehemalige Musiker schreibt an den Ermittler Tichonow: „Ich wurde geschickt als Ablenkungsmanöver benutzt, um die Polizei in die Irre zu führen.“ Ikonnikow bittet ihn, Poljakow seine aufrichtige Entschuldigung auszurichten. Tichonow ist sich absolut sicher, dass Ikonnikows Tod der Selbstmord eines Mannes war, der von seinen Ängsten und seiner Krankheit in eine Sackgasse getrieben wurde. Der Inspektor beginnt, nach verborgenen Verbindungen zwischen den Angeklagten im Strafverfahren zu suchen.
Die Kriminellen entlarven
Forensiker können wie durch ein Wunder die verbrannte Telefonnummer aus Polyakows Notizbuch wiederherstellen. Der Ermittler kontaktiert einen älteren Schlosser namens Melnik, der in Golizyno bei Moskau lebt. Dieser grimmig dreinblickende Mann hatte die Nachschlüssel und das Brecheisen des Diebes angefertigt. Bei der Durchsuchung von Melniks Blockhaus findet man einen Philips-Tonbandrecorder und einige von Polyakows gestohlenen Medaillen. Die Geige befindet sich nicht unter den beschlagnahmten Gegenständen. Der alte Mann gesteht den Kriminalbeamten die Tat, bestreitet aber, Komplizen gehabt zu haben. Der Ermittler ertappt ihn bei der Lüge.
Melnik erklärt, er sei von einem mehrfach vorbestraften Mann namens Jakow Krest für einen gewissen Hausbesitzer angeheuert worden. Der Schlosser habe lediglich die Haustür aufgebrochen. Der Hausbesitzer sei in die Wohnung gegangen und schnell wieder ohne Beute verschwunden. Aus Gier habe Melnik die Wohnung daraufhin selbst durchwühlt und alles mitgenommen. Tichonow durchschaut den perfiden Plan. Der Hausbesitzer sei in Poljakows Büro eingebrochen und habe nur eine Stradivarius-Geige gestohlen. Der Inspektor analysiert die Fakten und holt alte Strafakten hervor. So kann er den wahren Drahtzieher des Diebstahls identifizieren.
Eine unangenehme Wahrheit über die Vergangenheit des Klavierstimmers kommt ans Licht. In seiner Jugend war Belash an einem Wohnungseinbruch mit dem Schwerverbrecher Juri Lopakow beteiligt. Damals entging Belash wie durch ein Wunder einer Anklage. Die kriminelle Unterwelt hielt ihn jedoch weiterhin gefangen. Ein Wiederholungstäter namens Nikodimow flieht mit Lopakow aus dem Gefängnis über den zugefrorenen Jenissei. Er findet den Klavierstimmer in Moskau. Belash, von Neid auf Poljakow zerfressen, führt Nikodimow zu dessen Wohnung. Nikodimow benutzt den kriminellen Decknamen Jakow Krest.
In der Diebstahlnacht hatte sich Belash ein wasserdichtes Alibi verschafft. Er gab vor, im Hotel European in Leningrad zu übernachten. Der Geigenstimmer selbst flog heimlich mit dem Nachtflug nach Moskau. Dort gab sich Belash als der mysteriöse Meister aus und stahl die Geige aus Polyakows Wohnung. Anschließend übergab er das Instrument Krest auf dem Platz nahe dem Bahnhof. Am frühen Morgen kehrte Belash mit dem Nachtzug von Jerewan nach Murmansk nach Leningrad zurück. Sein Alibi brach vor den Augen der Ermittler zusammen. Tichonow erhob formell Anklage gegen Belash.
Konfrontiert mit Melnik verliert der Klavierstimmer völlig die Fassung. Unter dem Druck der Beweise gesteht der Verbrecher, die Entführung inszeniert zu haben. Belash bestätigt die düstere Theorie seines verstorbenen Lehrers Ikonnikow. Der Klavierstimmer gibt zu: Ein innerer Minotaurus aus Neid und Bosheit hat seine Persönlichkeit völlig zerstört. Der Musiker ist hysterisch, hat aber keine Ahnung, wo sich Krest derzeit versteckt hält. Eine leere Dose eingelegter Champignons wird plötzlich zur wichtigsten Spur der Ermittlungen. Lawrowa entdeckt dieses Glas zwischen dem schmutzigen Geschirr in Belashs Wohnung.
Die Ermittler entschlüsseln den Fabrikcode auf dem Metalldeckel des Einmachglases. Lawrowa identifiziert den Dorfladen in der Region Wladimir, an den die Pilzlieferung geliefert wurde. Die Ermittler legen im Laden einen Hinterhalt. Sie nehmen den Pilzeinkäufer Polosow fest. Hinter dieser unscheinbaren Identität verbirgt sich der flüchtige Mörder Nikodimow. Die Polizei durchsucht gründlich die Koffer des festgenommenen Verbrechers. Eine in einem Mehlsack versteckte Stradivari-Geige wird sorgfältig geborgen. Das zweihundert Jahre alte Instrument wird dem glücklichen Lew Poljakow zurückgegeben.
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