„Mozart und Casanova“ von Edward Radzinsky, Zusammenfassung
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Diese Kurzgeschichtensammlung entführt die Leser in vergangene Epochen durch die Bekenntnisse berühmter historischer Persönlichkeiten. Das 2004 erschienene Buch ist eine umfassende historische Rekonstruktion, in der die präzise Wiedergabe alltäglicher Details mit künstlerischer Fantasie einhergeht. Der Text ist aus der Perspektive der Beteiligten verfasst, deren Stimmen sich mit nüchternen Fakten und persönlichen Dramen verweben. Der Autor enthüllt die Schattenseiten großer Errungenschaften. Die Figuren teilen offen ihre Geheimnisse. Das Tagebuchformat erzeugt ein Gefühl der Präsenz.
Die amouröse Torheit des Giacomo Casanova
Der alte Giacomo Casanova verbringt seine Tage im böhmischen Schloss Dux. Er dient dem reichen Grafen von Waldstein als Bibliothekar. Die Bediensteten verspotten den verarmten alten Mann offen. Sie stehlen seinen geliebten Hund und verderben ihm das Essen. Der stolze Venezianer erträgt diesen Spott. Nachts schreibt er seine Memoiren. Er nennt das Buch „Die Geschichte meines Lebens“. Die Arbeit bewahrt Casanova vor der Verzweiflung. Er erzählt von seinen Abenteuern vor der Französischen Revolution. Diese Ära zerstörte das Zeitalter der Galanterie, in dem Sinnlichkeit die Religion verdrängte.
Manchmal empfängt das Schloss Gäste. Graf Waldstein und Prinz de Ligne treffen ein. Der alte Mann legt ein altmodisches Samtwams an und pudert seinen Zopf. Die Gäste lachen über sein lächerliches Aussehen. Dann liest Giacomo ihnen Auszüge aus seinem Manuskript vor. Das Publikum ist entzückt. Casanova vergleicht die Liebe mit einem Feldzug, bei dem ein schneller Angriff den Sieg sichert. Frauen ergeben sich freudig dem Sieger. Giacomo erinnert sich an die junge O’Morphy. Das Mädchen wurde die Favoritin Ludwigs XV. Casanova selbst hatte diese Bekanntschaft gegen Bezahlung eingefädelt. Die Nonnen MM und KK teilten sein Bett in Venedig. Der französische Botschafter, Abbé de Bernis, beobachtete ihre Vergnügungen. Die schöne Henrietta bezauberte Giacomo schon mit der bloßen Kontur ihres Körpers unter der Bettdecke.
Der Abenteurer betrog Einfältige, fälschte Schuldscheine und stritt Duelle. Die alte Marquise de Jufre vermachte ihm ihr Vermögen. Sie glaubte, sie würde sich selbst gebären. Casanova entkam dem gefürchteten venezianischen Gefängnis Piombi, indem er durch ein Bleidach kletterte. Noch vor seinem vierzigsten Geburtstag erleidet der Held eine vernichtende Niederlage. Eine junge englische Prostituierte betrügt den Abenteurer. Das Mädchen nimmt ihm sein Geld ab. Sie schenkt ihre Liebe einem armseligen Barbierlehrling. Der alternde Krieger der Liebe ist gebrochen.
Die Erzählung bricht ab. Der Autor analysiert die wahre Identität des Venezianers. Casanova war ein Geheimspitzel. Unter dem Namen Antonio Pratolini diente er der Inquisition und denunzierte Freidenker. Der wahre Giacomo war ein erfolgloser Schriftsteller. Er übersetzte Romane und verfasste historische Abhandlungen. In seinen späteren Jahren fand der alte Mann ein Erfolgsrezept. Er erfand das Bild des unermüdlichen Liebhabers. Er schuf den Mythos des ewigen Siegers. Nach Casanovas Tod 1798 gelangte das Manuskript in den Besitz des Ehemanns seiner Nichte, Carlo Angiolini. Später erwarb Friedrich Brockhaus die Texte. Das Buch erschien 1822. Der Mythos hat die Zeit überdauert.
Mehrere Treffen mit dem verstorbenen Herrn Mozart
Die Geschichte des Komponisten beginnt mit einem Brief eines sowjetischen Pianisten. Der alte Musiker hatte in Leningrad ein Manuskript in rotem Maroquinleder gefunden. Der Text entpuppte sich als das Tagebuch des Diplomaten Baron Gottfried van Swieten. Der Pianist wurde verhaftet. Das Tagebuch verschwand. Der Musiker rekonstruierte die Noten aus dem Gedächtnis.
Baron Gottfried van Swieten beschreibt Mozarts Tod. Der Komponist stirbt am 5. Dezember 1791. Constanzes Frau weint. Die Familie ist mittellos. Der Baron schlägt vor, das Genie in einem Massengrab, einem Grab dritter Klasse, zu bestatten. Dies kostet acht Gulden. Van Swieten sichtet die Papiere des Verstorbenen. Er liest Briefe von Mozarts Vater. Stimmen aus der Vergangenheit erklingen. Leopold Mozart erzählt von der Kindheit seines Sohnes. Der Vierjährige schrieb die komplexesten Konzerte. Der Siebenjährige eroberte Paris, London und Rom. In Rom schrieb das junge Genie die geheime Partitur des „Miserere“ aus dem Gedächtnis nieder. Der Papst verleiht ihm den Orden vom Goldenen Sporn.
Leopold erzog seinen Sohn streng. Er fürchtete Wolfgangs aufbrausendes Temperament. Der junge Mann verliebt sich in die Sängerin Aloysia Weber. Sein Vater schickt ihn nach Paris. Dort stirbt die Mutter des Komponisten. Aloysia heiratet einen anderen Musiker. Mozart kehrt nach Salzburg zurück. Der Dienst für Erzbischof Colorado wird zur Demütigung. Graf Arco, der Kammerherr, stößt Mozart die Treppe hinunter. Der Komponist reist nach Wien und lässt sich im Hause Weber nieder. Die alte Madame Weber spinnt ein Intrigenspiel. Mozart heiratet Constanze.
Die Ehe macht Mozart glücklich. Doch der Komponist bleibt verschwenderisch. Er wirft mit Golddukaten um sich. Er führt ein Ausgabenbuch und notiert seine Ausgaben auf einem Star. Der Musiker führt ein frivoles Leben und nennt sich den komischen Namen Punkititi. Seine Frau reist ständig zur Kur nach Baden. Wolfgang verkauft das Haussilber für eine Reise nach Frankfurt.
Van Swieten versucht, den Komponisten mit der strengen Musik Bachs vertraut zu machen. Mozart nimmt ein fremdes Werk und bearbeitet es. Der Librettist Lorenzo di Ponte verfasst die Texte. Mozart schreibt „Die Hochzeit des Figaro“. Die Oper wird ein durchschlagender Erfolg. Doch Antonio Salieri schmiedet Intrigen gegen Mozart. Der Komponist verliert seine Unterrichtsstunden am Hof. Die Familie verarmt. Theaterdirektor Schikaneder gibt „Die Zauberflöte“ in Auftrag. Wolfgang schreibt leuchtende, märchenhafte Musik.
Ein grauer Fremder erscheint. Der Mann gibt ein Requiem in Auftrag. Mozart ist überzeugt, dass er eine Totenmesse für sich selbst schreibt. Der Komponist ist krank. Er verdächtigt Salieri, ihn vergiftet zu haben. Die Krankheit zehrt Wolfgang auf. Van Swieten freut sich insgeheim über die Qualen des Genies. Der Baron glaubt, dass wahre Musik aus Not entsteht. Die Wahrheit kommt ans Licht. Das Requiem wurde von Herrn Leutgeb in Auftrag gegeben. Er diente Graf von Walsegg zu Stuppach. Der Graf wollte die Ehre für die Messe einheimsen. Mozart stirbt, ohne das Werk zu vollenden. Der alte Salieri verliert den Verstand. Van Swieten führt das Requiem triumphierend in Wien auf.
Spaziergänge mit dem Henker
Charles-Henri Sanson arbeitet als Henker in Paris. Das Amt ist erblich. Henker sind verhasst. Die Familie Sanson lebt zurückgezogen. Zuhause musizieren sie und spielen in einem Streichquartett. Charles-Henri erinnert sich an die Hinrichtung des Räubers Cartouche. Diese Hinrichtung wurde von seinem Großvater vollzogen. Charles selbst quartiert Damiens ein. Der Verbrecher hatte versucht, Ludwig XV. zu ermorden. Damiens’ Folter ist grausam. Pferde zerreißen den Körper des Verurteilten. Sanson führt ein Protokoll der Hinrichtungen. In seiner Jugend verführt der Henker die schöne Jeanne. Sie wird Gräfin du Barry, die Günstling des alten Königs. Später brandmarkt Charles de la Motte. Diese Frau hatte die kostbare Halskette der Königin gestohlen. Die Französische Revolution beginnt.
Die Nationalversammlung gewährt Henkern die gleichen Rechte wie Bürgern. Abgeordneter Guillotin schlägt vor, die Guillotine für Hinrichtungen einzusetzen. Mechaniker Schmidt entwirft eine Konstruktionszeichnung für die Guillotine. Ludwig XVI. nimmt technische Änderungen vor. Der König schlägt vor, die Klinge anzuschrägen. Die Maschine wird genehmigt. Die Revolution gewinnt an Fahrt. Ludwig XVI. wird vor den Nationalkonvent geführt. Am 20. Januar 1793 besteigt der Monarch das Schafott. Sanson fesselt ihm die Hände. Die Guillotine trennt Ludwigs Kopf ab. Die Menge jubelt. Der Leichnam wird in eine Grube mit Branntkalk geworfen. Sanson ordnet heimlich eine Messe für den König an.
Eine blutige Schreckensherrschaft beginnt. Das Revolutionstribunal bestätigt Todesurteile ohne weitere Prüfung. Staatsanwalt Fouquier-Tinville schickt Hunderte in den Tod. Sanson exekutiert Charlotte Corday. Sie hatte den verzweifelten Marat in der Badewanne erstochen. Das Mädchen stirbt tapfer. Nun ist Marie Antoinette an der Reihe. Die ehemalige Königin der Franzosen fährt im Schandwagen vor. Das Volk überschüttet sie mit Flüchen. Sanson enthauptet sie. Der abgetrennte Kopf starrt mit offenen Augen in die Menge.
Die Revolutionäre beginnen, sich gegenseitig zu bekämpfen. Die Girondisten werden hingerichtet. Der Henker vollstreckt das Urteil an Vergniaud, Brissot und Madame Roland. Die Verurteilten singen die Marseillaise. Madame Roland wendet sich an die Freiheitsstatue. Später sterben die Anführer der Pariser Kommune. Hébert weint feige. Anacharsis Clootz ruft nach Brüderlichkeit. Auch Jeanne du Barry landet auf dem Schafott. Die einstige Favoritin fleht den Henker an, einen Moment zu warten. Ein junger Mann aus der Menge hebt ihren abgetrennten Kopf auf und fällt vor Entsetzen tot um.
Die Terrormaschinerie läuft weiter. Robespierre befiehlt die Verhaftung von Danton und Desmoulins. Danton beschimpft den Künstler David. Auf dem Schafott prophezeit Danton Robespierres baldigen Tod. Desmoulins weint um seine Frau Lucile. Bald wird auch Lucile enthauptet. Die Hinrichtungen nehmen ein massenhaftes Ausmaß an. Täglich tötet Sanson Dutzende von Stadtbewohnern. Der Chemiker Lavoisier und Prinzessin Elizabeth sterben. Der Henker ist erschöpft. Sein Gehilfe Louvet erhängt sich. Charles Henri sieht überall Blutflecken. Er unternimmt einen Spaziergang außerhalb der Stadt und begegnet Robespierre. Robespierre blickt den Henker mit wildem Entsetzen an. Sanson übergibt sein Amt seinem Sohn.
Dantons Prophezeiung erfüllt sich. Robespierre wird verhaftet. Sansons Sohn trägt den Tyrannen im selben Karren. Robespierre stirbt unter der Guillotine. Charles-Henri Sanson wird von Albträumen gequält. Der Schrecken nistet sich für immer in der Seele des alten Henkers ein.
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