„Tod in Versailles“ von Elena Rudenko, Zusammenfassung
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Dieses Buch ist ein historischer und ironischer Detektivroman, der im Jahr 2003 erschienen ist. Das Werk verwendet eine ungewöhnliche Rolle für reale historische Figuren aus der Zeit der Französischen Revolution: Maximilien Robespierre wird zu einem brillanten Detektiv, und ein junges Mädchen, Svetlana Lemus, hilft ihm bei der Aufklärung von Verbrechen.
Die Verschwörung und der Marsch auf Versailles
Die Handlung spielt im Oktober 1789. Die Protagonistin, die siebzehnjährige Svetlana Lemus, lebt in Paris. Sie stammt aus der französischen Provinz Artois. Svetlana träumt davon, eine berühmte Schriftstellerin zu werden und Abenteuergeschichten zu schreiben sowie politische Artikel zu veröffentlichen. Sie lebt unabhängig und verwaltet ihr eigenes Kapital. Ihr älterer Freund und ehemaliger Mentor, Maximilien Robespierre, kümmert sich um sie. Sie nennt ihn liebevoll Max.
Am 5. Oktober geht Swetlana einkaufen. Plötzlich sieht sie eine riesige Menschenmenge auf dem Place de Grève. Die Menschen sind empört über die akute Brotknappheit. Die berühmte Kurtisane und Revolutionärin Anne Théroigne de Méricourt, in rotem Reitkostüm, ruft die Frauen auf, nach Versailles zu marschieren, um den König zu sehen. Swetlana gibt ihrem Impuls nach und schließt sich der Menge an, trotz des strömenden Herbstregens. Sie läuft etwa zwanzig Kilometer durch den Schlamm. Unterwegs begegnet sie einem liebenswerten Mädchen namens Pierrette, das einem durchnässten Spatz gleicht.
Politische Auseinandersetzungen in der Verfassungsgebenden Versammlung
Parallel zu Swetlanas Abenteuern entfalten sich die politischen Ereignisse. Der König verzögert die Verabschiedung der Erklärung der Menschenrechte und besteht darauf, die Exekutivgewalt in seinen Händen zu behalten. Robespierre hält flammende Reden vom Rednerpult der Verfassunggebenden Versammlung. Die Abgeordneten verspotten ihn oft, verhunzen seinen Nachnamen und nennen ihn „Robertsper“. Maximilien erträgt diese Demütigungen standhaft. Er gesteht sich ein, dass ihn prosaische Eitelkeit antrieb, vermischt mit dem Wunsch, dem französischen Volk zu dienen.
Der Pariser Bürgermeister Jean Sylvain Bailly genießt seine Position und versucht, die Stimmung der Stadtbevölkerung zu kontrollieren. Hauptmann Georges Danton von der Nationalgarde beobachtet das politische Geschehen und plant ehrgeizig, selbst eine Führungsposition zu übernehmen. Der russische Aristokrat Paul Ocher, der mit seinem Hauslehrer Gilbert Romme reist, erkundet neugierig das revolutionäre Paris. Swetlana verliebt sich in den siebzehnjährigen Paul, wird aber bald desillusioniert, als sie die Illusion ihrer mädchenhaften Träume erkennt.
Der Mord an einem Gläubiger und der Beginn der Ermittlungen
Bald darauf ereignet sich in Paris ein mysteriöses Verbrechen. Der wohlhabende Geschäftsmann Guillaume Moriès wird tot aufgefunden. Am Vortag hatte er ein langweiliges Abendessen für seine zahlreichen Schuldner gegeben. Fast zeitgleich stirbt die Tagelöhnerin Nathalie Planche unter merkwürdigen Umständen. Svetlana ist sich sicher, dass die Frau absichtlich vergiftet wurde. Sie überredet Robespierre, diesen komplexen Fall zu untersuchen. Maximilien willigt ein, seine deduktive Methode anzuwenden. Die Ermittlungen – die Sammlung von Beweismitteln und die Befragung von Zeugen – beginnen unverzüglich.
Die Ermittler befragen die Begleiter des Opfers eingehend. Viele der Gäste des verhängnisvollen Abendessens stehen unter Verdacht. Guillaume Moriès war ein skrupelloser und berechnender Gläubiger. Ein naheliegendes Mordmotiv waren Graf Mirabeau, dessen Agentin Mademoiselle Legrand, der Cousin des Opfers, Pascal, und weitere verzweifelte Schuldner. Die Witwe des Opfers, Thérèse Moriès, behauptet, Pascal sei aufgrund seiner Einfältigkeit trotz seiner enormen Spielschulden zu keinem Mord fähig.
Falsche Spuren und Intrigen der Schuldner
Robespierre und Svetlana analysieren akribisch die Zeugenaussagen. Ein komplexes, vielschichtiges Erpressungsschema kommt ans Licht. Mademoiselle Legrand hatte Graf Mirabeaus dunkles Geheimnis gegen finanzielle Unterstützung für ihren Geliebten Yves Senard eingetauscht. Doch diese verborgenen Machenschaften entpuppen sich als falsche Fährte. Der Journalist Camille Desmoulins begleitet die Ermittler ständig und lenkt sie mit seinen unangebrachten Witzen und Versuchen, sich kostenlose Aufmerksamkeiten zu sichern, ab.
Robespierre führt ein heftiges Gespräch mit Graf Mirabeau. Der Abgeordnete aus Arras wirft dem berühmten Politiker unverblümt Doppelspiel vor und droht, Informationen an die Presse durchsickern zu lassen. Mirabeau verliert die Beherrschung, sein korpulenter Körper bebt vor Empörung. Er droht, den armen Mann aus Arras zu vernichten, kann aber Maximiliens logische Argumente nicht widerlegen. Dennoch leugnet Mirabeau jegliche Beteiligung am Tod von Guillaume Moriès. Politische Intrigen erschweren die Suche nach dem Täter nur noch weiter.
Das Rätsel der leeren Schnupftabakdose gelöst
Robespierre wendet strenge Logik an, um den Kreis der Verdächtigen einzugrenzen. Der Stellvertreter lenkt seine Aufmerksamkeit besonders auf eine leere Schnupftabakdose auf dem Schreibtisch des Opfers. Guillaume Moriès konsumierte regelmäßig Schnupftabak. Maximilien verknüpft scheinbar zusammenhanglose Fakten und konstruiert so eine schlüssige Kette von Ereignissen. Der Kommissar spricht die Ehefrau des Opfers, Thérèse Moriès, an. Er erklärt: „Ich möchte mit Ihnen darüber sprechen, wie Sie Ihren Mann getötet haben.“ Thérèse reagiert gelassen auf die direkte Anschuldigung und fragt sich lediglich, wie der Kommissar darauf gekommen ist.
Robespierre beschreibt detailliert den Ablauf des Verbrechens. Thérèse Moriès mischte Gift direkt in die Schnupftabakdose ihres Mannes. Guillaume nahm das tödliche Gift nach und nach ein, indem er jedes Mal seinen gewohnten Schnupftabak schnupfte. Nathalie Planche, eine Tagelöhnerin, fiel dieser Falle zum Opfer. Die unglückliche Frau hatte die schlechte Angewohnheit, Kleinigkeiten zu stehlen. Sie schüttete sich vergifteten Schnupftabak in den Mund. Nathalie kaute die Tabakblätter und nahm so augenblicklich eine gewaltige Dosis Gift auf. Sie starb vor den Augen des Hausherrn.
Thérèse erfuhr rechtzeitig vom Tod des Tagelöhners. Die berechnende Witwe fürchtete weitere Opfer. Hastig leerte sie die Schnupftabakdose. Diese leere Dose wurde zum entscheidenden Beweisstück, das Robespierre die Überführung des Täters ermöglichte. Thérèse leugnet ihre Schuld gegenüber dem Detektiv nicht. Ruhig bestätigt sie die Richtigkeit der logischen Schlussfolgerungen des scharfsinnigen Maximilien.
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