„Gedenkgottesgebet“ von Grigory Gorin, Zusammenfassung
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Dieses Stück ist eine Bühnenadaption von Scholem Alejchems Erzählungen über Tewje, den Milchmann, die der Dramatiker Grigori Gorin 1989 verfasste. Gorin schrieb es auf persönlichen Wunsch des Regisseurs Mark Sacharow speziell für das Moskauer Lenkom-Theater. Er bewahrte sorgsam den nationalen Charakter des Originals, überarbeitete die Dialoge und fügte seinen charakteristischen, bitteren Humor hinzu. Die Handlung entfaltet sich vor dem Hintergrund gewaltiger historischer Umbrüche. Der Text beschreibt detailliert den Verlust des gewohnten Lebens eines einfachen Mannes, der den Schlägen des Schicksals allein ausgeliefert ist.
Eine Fernsehfassung der Lenkom-Produktion wurde 1993 gedreht und erntete großen Beifall. Mit Jewgeni Leonow in der Hauptrolle erlangte die Inszenierung schnell Legendenstatus. Gorins Text wird seither mit durchweg großem Erfolg an vielen Theatern aufgeführt. Das Publikum schätzt die eindringliche Aufrichtigkeit des Tons sehr.
Die Handlung beginnt im Dorf Anatowka. Hier leben Russen, Ukrainer und Juden friedlich zusammen. Die Nachbarn arbeiten zusammen und bewahren dabei ihre jeweiligen Bräuche und ihren Glauben. Der Protagonist, ein armer jüdischer Milchmann namens Tewje, zieht einen schwer beladenen Karren. Sein altes Pferd weigert sich, den Hügel hinaufzugehen. Unterwegs betet er immer wieder zu Gott. Tewje klagt aufrichtig: „Wenn Du den Menschen als Menschen und das Pferd als Pferd geschaffen hast, ist es dann gerecht, dass der Mensch die Deichsel ziehen soll?“
Tevje und seine Frau Golda haben fünf Töchter. Sie suchen nach passenden Ehemännern für die Mädchen. Unterwegs trifft der Milchmann einen Studenten aus Kiew namens Perchik. Tevje bietet an, den Töchtern Französisch beizubringen und dafür Kost und Logis zu erhalten. Perchik willigt sofort ein. Ein Polizist bemerkt den Fremden und warnt Tevje vor den Folgen, wenn er ihn beherbergt. In Kiew herrscht Chaos, und die Behörden fürchten die Rebellen. Der Polizist nimmt ein Bestechungsgeld in Form eines Käselaibs an und geht ruhig weg.
Tevyes Werben und seine List
Golda und ihre jüngeren Töchter bereiten zu Hause das Schabbatessen vor. Plötzlich erscheint Menachem-Mendel. Der erfolglose Geschäftsmann versucht sein Glück als Heiratsvermittler. Er schlägt Golda vor, ihre älteste Tochter Tzeitel mit dem alten Metzger Leiser-Wolf zu verheiraten. Der Metzger ist vermögend. Golda versucht hartnäckig, ihren Mann zu einem Treffen mit dem wohlhabenden Freier zu bewegen. Unterdessen bemüht sich der arme Dorfschneider Motl, seinem zukünftigen Schwiegervater zu gefallen. Er ist schon lange in Tzeitel verliebt und näht aus Stoffresten eine neue Jacke für Tevye. Bei der Anprobe platzt die Jacke an den Nähten. Der schüchterne Motl bringt es immer noch nicht übers Herz, um Tzeitels Hand anzuhalten.
Später trifft Tevye Leiser in einer Taverne. Aufgrund einer missverständlichen Begrüßung nimmt der Milchmann fälschlicherweise an, Tevye wolle seine braune Kuh kaufen. Tevye sträubt sich lange gegen das zweifelhafte Geschäft. Nachdem er den wahren Grund des Gesprächs erkannt hat, gibt er Leisers Überredungskünsten nach. Der Milchmann willigt in die Heirat ein, da er den zukünftigen Wohlstand der Familie als unbestreitbar ansieht. Auf dem Weg aus der Taverne überbringt der Polizist Tevye eine schlechte Nachricht: Die Provinzbehörden haben einen direkten Befehl erteilt, ein demonstratives Pogrom gegen die Juden durchzuführen. Der Polizist bittet seine Mitbürger, den Pogromisten zuliebe keinen Widerstand zu leisten.
Zuhause verfällt Tzeitel in Verzweiflung. Sie fleht ihren Vater an, sie nicht mit dem verhassten alten Mann zu verheiraten. Motl fasst sich schließlich ein Herz. Kühn erklärt er dem Vater seiner Geliebten: „Ein Mann hat Recht! Das hast du selbst gesagt …“ Die jungen Leute haben sich bereits Treue geschworen. Tevye ist zutiefst empört über diesen eklatanten Bruch der Tradition. Doch die bitteren Tränen seiner Tochter lassen ihn umdenken. Der Milchmann willigt in die Heirat mit der mittellosen Schneiderin ein.
Nun muss nur noch die strenge Golda überzeugt werden. Tevye inszeniert für seine Frau ein mystisches Schauspiel. Er beschreibt ihr lebhaft einen kürzlich erfundenen Traum. Darin sei die verstorbene Großmutter angeblich aus dem Jenseits zurückgekehrt und habe schreckliche Flüche ausgesprochen, weil sie einen Metzger geheiratet habe. Außerdem habe sie kategorisch verlangt, dass ihre Urenkelin Motl heirate. Die verängstigte Golda glaubt ihrem Mann blind und gibt dem Brautpaar ihren Segen.
Hochzeit und Pogrom
Das ganze Dorf feiert die Hochzeit von Tzeitel und Motl ausgelassen. Während des rauschenden Festmahls hält Perchik eine flammende Rede über Klassensolidarität. Die gefährlichen Worte des Studenten verängstigen die Gäste. Menachem versucht, Tevye und den beleidigten Leizer zu versöhnen. Der Metzger, der sich beruhigt hat, zeigt seine Großzügigkeit und schenkt dem Brautpaar eine teure Nähmaschine. Die fröhliche Feier wird jäh durch das schrille Geräusch von zerbrechendem Glas unterbrochen.
Aggressive Männer aus der Nachbarstadt stürmen das Haus. Angeführt werden sie von einer hochnäsigen blonden Frau. Die Angreifer werfen Tische um, zerstören Möbel und zerschlagen das Festtagsgeschirr. Der Polizist hält sie gerade noch rechtzeitig auf und befolgt damit einen offiziellen Befehl der Behörden. Die verängstigten Gäste zerstreuen sich schweigend zwischen zerbrochenen Fenstern und zerstörtem Hab und Gut. Menachem macht vor dem Hintergrund des verwüsteten Festmahls ein Erinnerungsfoto.
Familienzerfall
Ein kalter Winter bricht herein. Der durchgefrorene Menachem-Mendel trifft Tevye auf einer verschneiten Straße. Er berichtet dem Milchmann von den neuesten Nachrichten aus Kiew. Menachem hatte Perchik vor Kurzem mit einer roten Fahne an den Straßenbarrikaden gesehen. Bald darauf taucht der Student selbst in Anatowka auf. Er ist gekommen, um sich für immer von Tevyes Familie zu verabschieden. Perchik hat sich wegen revolutionärer Aktivitäten freiwillig der Polizei gestellt. Ihm droht ein langes Exil in Sibirien.
Tevjes zweite Tochter Hodl ist fest entschlossen, ihrem Geliebten zu folgen. Ihr Vater versucht vergeblich, sie von diesem schweren Schicksal abzubringen. Er versteht ihren Entschluss und gibt ihr seinen Segen. Der Polizist bringt den verhafteten Perchik und Hodl auf einem Schlitten nach Kiew. Tevje leidet sehr unter der Trennung von seinem Kind. Der Milchmann findet wenig Trost im Gebet.
Die Probleme der Familie sind noch lange nicht vorbei. Die dritte Tochter, Chava, verschlingt heimlich Bücher und freundet sich mit dem russischen Angestellten Fjodor an. Golda erkrankt schwer an Grippe. Tewje will einen Arzt holen, doch dieser weigert sich, im Schneesturm zu kommen. Der Milchmann geht zur örtlichen orthodoxen Kirche. Der Priester verkündet eine schreckliche Nachricht: Chava ist zum Christentum konvertiert und hat Fjodor geheiratet.
Nach jüdischem Religionsgesetz wird der Abfall vom Glauben mit dem Tod gleichgesetzt. Tevje verstößt seine Tochter. Chava flieht durch die Seitentür des Tempels. Sie fällt auf die Knie und bittet ihren Vater um Vergebung. Tevje wendet sich ab und geht fort. Er nennt sie eine Fremde und erklärt offiziell ihre Trauer.
Die sterbende Golda liegt in ihrem kalten Bett. In ihren letzten Augenblicken hilft sie gedanklich ihrer ältesten Tochter Tzeitel. Gleichzeitig setzen bei Tzeitel die schweren Wehen ein. Die alte Frau nimmt den qualvollen Schmerz ihrer Tochter auf sich. Golda stirbt friedlich. Ein gesundes Mädchen wird geboren. Das Kind erhält den Namen Golda zu Ehren ihrer verstorbenen Großmutter.
Exil
Ein warmer Frühling bricht an. Tevje zeigt seiner neugeborenen Enkelin die Welt um sich herum, die Bäume und den hohen Himmel. Plötzlich betritt ein mürrischer, betrunkener Polizist den Hof. Er verliest einen offiziellen Erlass der Behörden. Anatovka liegt nun außerhalb des Ansiedlungsrayons. Alle Juden müssen das Dorf innerhalb von drei Tagen verlassen. Diese Nachricht erschüttert die Einheimischen zutiefst. Die Nachbarn ringen darum, dieses tragische Ereignis zu begreifen.
Tevye ist von blinder Wut erfüllt. Er nimmt eine Axt und versucht, die alte Eiche im Hof zu fällen. Diesen mächtigen Baum hatte sein Vater gepflanzt. Der Milchmann will sein Zuhause nicht Fremden überlassen. Beim ersten Hieb bricht der Axtstiel mit einem lauten Krachen. Tevye sinkt zu Boden und verstummt. Er schwört zu schweigen, da er die Hoffnung auf irdische Gerechtigkeit völlig verloren hat.
Die örtlichen Juden packen hastig ihre wenigen Habseligkeiten zusammen. Leiser-Wolf verabschiedet sich von Tzeitel, bevor er ins ferne Amerika aufbricht. Der alte Metzger gibt dem Mädchen Geld für eine neue Kuh. Stepan, ein Zimmermann von nebenan, vernagelt die Fenster von Tevyes verlassenem Haus. Er verspricht der Familie, Goldas Grab stets zu bewachen.
Chava und Fjodor betreten leise den Hof. Sie weigern sich, in dem Dorf zu bleiben, das ihre Familien so grausam verraten hat. Das junge Paar will Tevyes Familie folgen. Stepan überredet sie, die dunkle Scheune zu betreten. Dort nimmt der Milchmann still Abschied von seinem alten Pferd. Fernab neugieriger Blicke findet, untermalt von den Klängen einer melancholischen Geige, die lang ersehnte Versöhnung zwischen Vater und Tochter statt.
Die dramatische Situation wird jäh durch das Erscheinen Menachem-Mendels unterbrochen. Triumphierend reitet er mit seiner betagten Mutter in den Hof. Aufgrund einer lächerlichen Verwechslung der Telegramme hatte der Geschäftsmann angenommen, Tevje habe sie zu einem Landurlaub eingeladen. Die Absurdität der Lage bricht aus der stillen Trauer hervor. Tevje reißt die Arme hoch und bricht in lautes Gelächter aus. Sein hysterisches Lachen wird vom Rest der Familie angestimmt. Unter Tränen verlassen die Verbannten für immer ihre Heimat. Der Dorfmusiker spielt weiterhin eine fröhliche Melodie.
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