Mein verlorener Stern von Anna Jane, Zusammenfassung
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„My Lost Star“ ist ein Online-Roman von Anna Jane, zuletzt aktualisiert am 18. September 2010. Laut Bibliografie erschien das Buch spätestens 2011, die Handlung spielt jedoch im Juni 2013 in der fiktiven Stadt Histalia. Im Mittelpunkt steht die junge Schauspielerin Linda Soligda, deren Ruhm, scheinbarer Wohlstand und außergewöhnliches Glück sich nach und nach zu einer gefährlichen Geschichte um Verbrechen, Stalking und eine Scheinhochzeit entwickeln.
Der Prolog schildert die Kindheit der Heldin: Die kleine Aina, die spätere Linda, geht mit einem unhöflichen, eingebildeten Jungen von der Schule nach Hause, der davon träumt, „der Wichtigste“ zu sein und sie ständig verspottet und mit ihr streitet. Ihre Streitereien wirken kindisch komisch, doch schon damals zeichnet sich ein wichtiger Zusammenhang für den Roman ab: Später stellt sich heraus, dass der Junge Aina beim Abschied ein selbstgeflochtenes Glücksarmband geschenkt hat, das sie als Erinnerung an ihren einzigen aufrichtigen und ehrlichen Freund aus ihrer Kindheit aufbewahrt.
Die Handlung beginnt mit einem ganz normalen Tag für die erwachsene Linda Soligda, eine berühmte Schauspielerin, die nach langer Abwesenheit kürzlich in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Auf ihrem Landsitz lässt sie sich Schönheitsbehandlungen unterziehen, hört Nachrichten, ist genervt von Politik, Klatsch und Tratsch und erfährt, dass sie eine neue Rolle bei Regisseur François Storkot angenommen hat, den sie zutiefst verabscheut. Ihre inneren Monologe offenbaren ihren Charakter: Sie ist eitel, intelligent, ironisch, liebt Komfort, kennt den Wert ihres Namens und durchschaut gleichzeitig die Mechanismen des Filmgeschäfts, wo alles mit Profit, Beziehungen und äußerem Glamour zusammenhängt.
Am selben Tag bereitet sich Linda auf eine gesellschaftliche Veranstaltung vor und sucht mit Stylist Emil ein Kleid aus. Vertraglich ist sie verpflichtet, in einem Kleid der Marke „Aquarelle Ellie“ zu erscheinen. Doch ihre Entscheidung ändert sich, als sie zufällig mitansehen muss, wie die Inhaberin der Marke ein Model nach einer missglückten Anprobe demütigt und schlägt. Linda lehnt das bereits vereinbarte Kleid stillschweigend ab, bestellt eilig ein anderes von der unbekannten Marke „Albatross“ und löst damit eine Welle von Zeitungsberichten aus. Ein Magazin lobt ihre Offenheit, ein anderes wirft ihr vor, „Aquarelle“ zu verhöhnen.
Im zweiten Kapitel reist Linda mit ihrem Manager Sep in die Hauptstadt zur Präsentation des Musikvideos der jungen Boyband „OLIVER 17“, die die Agentur aufgrund ihrer Popularität fördern will. Unterwegs erinnert sie sich daran, wie schnell der Ruhm sie von ihrem früheren Leben entfremdete: Freunde verlangten plötzlich Geld und Gefälligkeiten, alte Bekannte erinnerten sich an sie, und ihr Name Aina wurde beinahe von ihrem Künstlernamen Linda verdrängt. Ihr Armband aus Kindertagen spielt dabei eine besondere Rolle: Linda glaubt, es bringe ihr Glück und schreibt ihm fast ihren gesamten Erfolg der letzten Jahre zu.
Bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung und im Anschluss daran kristallisieren sich sofort zwei Geschichten um Linda heraus – die der Boulevardpresse und die der Gefahr. Einerseits unterstellt die Presse ihr eine Affäre mit dem jungen Leadsänger der Band, Alex Page, obwohl Linda selbst solche Gerüchte als übliche Boulevard-Schwindel abtut. Andererseits schießt ihr in einem Restaurant ein unbekannter Stalker mit dem Spitznamen „Bunny“ einen Pfeil mit der Aufschrift „Ich werde dich überall finden“ in den Kopf. Der Pfeil durchdringt ihre Schutzbarriere und bleibt direkt neben ihrem Kopf in der Wand stecken. Linda ist zutiefst verängstigt und erhält Hilfe von einem ruhigen, besonnenen jungen Mann aus einem nahegelegenen, verschlossenen Raum, dessen Verhalten einen starken Kontrast zur allgemeinen Panik bildet.
Nach dem Anschlag ist Linda weiterhin von Angst geplagt und beobachtet ihre Mitmenschen nun viel aufmerksamer. Schon bald sieht sie unterwegs den Trauerzug des Oberhaupts des Golden-Roots-Syndikats und erkennt unter den Leuten aus Stazecons Umfeld den Gesuchten: Sap erklärt ihr, dass er einer der Lowcart-Brüder ist, einflussreiche Mitglieder der Black Stripes. Diese Entdeckung verbindet zwei zuvor getrennte Welten für die Protagonistin – die Gesellschaftswelt und die kriminelle – und aus dem ruhigen Fremden wird nicht länger ein zufälliger Restaurantbesucher.
Linda bereitet sich auf ihren Flug nach Cannes vor, wo sie als Gast bei den Filmfestspielen erwartet wird. Doch in der VIP-Lounge des Flughafens gerät sie in eine neue Falle. Auf der Damentoilette begegnet sie einer frechen jungen Braut in einem teuren Brautkleid. Diese ist zunächst unhöflich, zwingt Linda dann aber in eine Kabine und bedroht sie mit einer Pistole. Die Frau, die sich später als Alice herausstellt, zwingt Linda quasi, ihren Platz einzunehmen, da sie selbst nicht zur Hochzeit gehen will. Die Szene markiert einen abrupten Bruch mit Lindas gewohnter Ordnung: Noch vor einem Augenblick dachte sie an das Festival und ihr Make-up, und nun ist sie gezwungen, einer bewaffneten Fremden zu gehorchen und in die Rolle einer anderen Person zu schlüpfen – nicht mehr auf der Leinwand, sondern im wahren Leben.
Im vierten Kapitel wird Linda zur Zeremonie gebracht, wo der Rollentausch unter einem Schleier und inmitten des Hochzeitstrubels stattfinden soll. Sie findet sich im „Tempel der zukünftigen Bräute“ wieder, unter Alices Leuten und vor den erstaunten Teilnehmern einer seltsamen, offensichtlich nicht ganz gewöhnlichen Hochzeit, bei der allzu viel mit Macht, Geld und geheimen Absprachen verknüpft ist. Die Heldin versucht, die Fassung zu bewahren, Zeit zu schinden, improvisiert und muss mitansehen, wie ihr gegen ihren Willen eine weitere Rolle aufgezwungen wird. Diese Episode offenbart besonders deutlich den zentralen Widerspruch des Romans: Linda ist es gewohnt, professionell zu spielen, doch nun wird ihr mit vorgehaltener Waffe ein fremdes Szenario aufgezwungen – mit völlig unvorhersehbaren Folgen.
Am Ende des beigefügten Textes verschwindet Linda spurlos aus ihrem gewohnten öffentlichen Leben: Sie erscheint nicht zur Eröffnung der 66. Filmfestspiele von Cannes, und ihr Umfeld gibt keine klare Erklärung für die Geschehnisse ab. Die Presse füllt die entstandene Lücke sofort mit Spekulationen und schreibt, die Schauspielerin habe ihre Reise nach Frankreich abgesagt und sei mit ihrem Freund in den Süden des Landes gefahren. Gleichzeitig werden ihre Affäre mit Aquarelle, ihre Nähe zu ihren Fans und ihr Flirt mit den Musikern von OLIVER 17 thematisiert. An diesem Punkt markiert die Geschichte den dramatischsten Wendepunkt in Lindas Leben: Ein glücklicher Filmstar, der sich ihrer Fähigkeit, ihren Ruf und ihre Karriere selbst zu bestimmen, sicher war, findet sich plötzlich in den Fängen eines gefährlichen Spiels wieder, in dem ihr Name, ihr Gesicht und sogar ihr Leben ohne ihre Zustimmung missbraucht werden.
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