Eine Zusammenfassung von „Das Herz ist kein Stein“ von Alexander Ostrovsky
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Alexander Ostrowskis 1879 entstandenes Drama spielt im Moskau der Kaufmannswelt und kreist um den Konflikt zwischen Geldgier, Todesangst, häuslicher Tyrannei und stiller moralischer Stärke. Im Zentrum steht Vera Filippowna, die junge Ehefrau des wohlhabenden alten Kaufmanns Potap Potapytsch Karkunow, die seit vielen Jahren fast völlig zurückgezogen lebt und dennoch ein tiefes Mitgefühl für andere bewahrt hat.
Zu Beginn des Stücks wird Isai Danilych Khalymov, der Taufpate des Besitzers, im Hause Karkunov erwartet, da Potap Potapych beschlossen hat, ein Testament zu verfassen. Der Neffe des Kaufmanns, Konstantin Karkunov, ist sofort alarmiert: Er hält sich für den rechtmäßigen Erben und hat bereits sein eigenes Geld in der Hoffnung auf das Kapital seines Onkels verschwendet. Seine Frau Olga versteht wenig von Geschäften, entdeckt aber schnell dieselbe Gier, und die Gespräche im Haus lassen erkennen, dass das Testament für alle zum Hauptereignis des Tages wird.
Während die Männer sich beraten, unterhält sich Vera Filippowna mit Olga und Apollinaria Panfilowna, Chalymows Frau. Dieses Gespräch offenbart ihr ganzes Leben: Fünfzehn Jahre lang sah sie kaum Tageslicht, verließ selten das Haus, kannte das Stadtleben nicht und lebte unter der eifersüchtigen Aufsicht ihres Mannes. Sie erinnert sich, wie sie nach ihrer Hochzeit einmal ins Theater ging, doch Karkunow, der einen Blick eines Fremden in ihre Richtung bemerkte, brachte sie sofort nach Hause und verbot ihr von da an fast alle Ausflüge. Reichtum brachte ihr keine Freiheit; sie fand Trost darin, den Armen zu helfen und Klöster zu besuchen.
Dieses Gespräch offenbart sofort die Unterschiede zwischen den Heldinnen. Apollinaria Panfilovna und Olga argumentieren zynisch und sprechen über männliche Untreue, weibliche List und die Art und Weise, wie jeder in Liebe und Ehe nach Vorteil oder Vergnügen sucht. Vera Filippovna reagiert ganz anders: Sie stellt sich nicht als Heilige dar und gibt zu, aus familiären Gründen geheiratet zu haben, hat aber weder ihr Mitgefühl noch die Angewohnheit verloren, sich selbst strenger zu beurteilen als andere.
Währenddessen diktiert Potap Potapych in Konstantins Gegenwart sein Testament, doch nach dessen Weggang offenbart er Chalymov einen völlig anderen Plan. Zunächst will er Vera Filippowna einen großen Anteil, Konstantin seinen Handel und seine Fabrik und Erast eine Belohnung für seine Dienste zukommen lassen. In Wahrheit aber fürchtet der alte Mann um sein Seelenheil und plant, fast sein gesamtes Vermögen für Gedenkfeiern, Almosen und kirchliche Zwecke zu spenden. Er schwankt qualvoll zwischen Gier, Eifersucht auf seine Frau und der Angst vor dem Jüngsten Gericht. Er gibt zu, sowohl seiner Frau als auch seinem Schreiber Unrecht getan zu haben, doch am meisten sorgt er sich um das Heil seiner Seele.
Danach beginnen Konstantin und der Schreiber Erast ihre Abrechnung. Ihnen wird klar, dass sie unter der neuen Ordnung beide mittellos dastehen könnten, und Konstantin schlägt einen hinterhältigen Plan vor: Vera Filippowna soll kompromittiert werden, damit Karkunow sie enterbt. Erast hat bereits versucht, Mitleid zu erregen, indem er sich als Waise ausgab und so das Mitleid seiner Geliebten gewann; nun treibt Konstantin ihn weiter an und verspricht ihm Geld, sollte der Plan gelingen. Zur selben Zeit taucht Innokenty auf, ein mächtiger und verkommener Wanderer mit krimineller Vergangenheit, den Konstantin für betrunkene Liebschaften und im Grunde für schmutzige Machenschaften ausnutzen will.
Im zweiten Akt begegnet Vera Filippowna Innokenty an der Klostermauer. Er bettelt zunächst um Almosen und droht dann, sie auszurauben. Unbeirrt gibt sie ihm das Geld, das sie für die Armen zurückgelegt hat, nicht freiwillig und spricht mit ihm wie mit einem Verlorenen, nicht wie mit einem Ungeheuer. Die zufällige Begegnung mit ihm bewahrt sie vor Gewalt. Fast unmittelbar darauf trifft Konstantin auf Innokenty, erkennt ihn sofort als einen Mann von brutaler Gewalt und krimineller Raffinesse und zieht ihn in seinen Bann.
Unterdessen nähert sich Erast Vera Filippowna an. Er dankt ihr für die heimlichen Geschenke, spricht von seiner Waisenzeit, bittet nicht um Geld, sondern um Zuneigung und Mitgefühl, bringt sie zum Weinen und schafft es schließlich, ihr die Hand zu küssen. Vera Filippowna empfindet dies als den unschuldigen Trost eines gefühlskalten Mannes, doch Apollinaria Panfilowna wirft ihr fast sofort einen anderen Blick zu: Sie deutet an, dass Erast eine Affäre mit Olga hat und sich generell jeder Frau anzupassen weiß. Nach diesen Worten distanziert sich Vera Filippowna, und Erast, der die Veränderung bemerkt, appelliert an Angst und Mitleid und spricht beinahe von Selbstmord.
Die nächtliche Szene im Erdgeschoss des Hauses wird zum Dreh- und Angelpunkt des gesamten Stücks. Vera Filippowna kommt, um Erast vor dem Tod zu retten, versteckt sich jedoch und belauscht zufällig sein Gespräch mit Olga. Es stellt sich heraus, dass Olga eine langjährige Affäre mit ihm hat, eifersüchtig auf seine Tante ist und fürchtet, ihren Geliebten zu verlieren. Noch erschreckender ist die andere Bedeutung des Gesprächs: Das Treffen mit Vera Filippowna war als Falle gedacht, nach der Karkunow und Konstantin sie bei Erast abfangen und ihr ihren guten Ruf und ihr Erbe rauben wollten.
Als Vera Filippowna aus ihrem Versteck auftaucht, bricht das ganze Spiel zusammen. Erast erkennt, dass sie alles mitgehört hat, und empfindet zum ersten Mal echte Scham. Vera Filippowna macht keinen Aufstand und sinnt nicht auf Rache; sie sagt, es sei ein Fehler gewesen, sich die Aufgabe zu stellen, in die Seelen anderer Menschen einzudringen, denn Menschen seien leicht zu täuschen, wenn sie tiefer in ihre Angelegenheiten eindringen wollten, als sie verkraften könnten. Ihre moralische Schlussfolgerung ist einfach und streng: Man müsse den Bedürftigen helfen, aber nicht so tun, als urteile man, wenn man Wahrheit nicht von Lüge unterscheiden könne. Sie vergibt Erast, doch nachdem sie alle Verbindungen zu ihm abgebrochen hat, bleibt er sich seiner eigenen Niedertracht bewusst und sagt, es sei besser, arm zu sein, als von solchen Dingen zu leben.
Karkunov, Chalymov und Konstantin kehren bald zurück. Der alte Mann, der bereits vieles erkannt hat, überschüttet seinen Neffen und seinen Schreiber zunächst mit betrunkenem, gutmütigem Lob, ändert dann aber abrupt seinen Ton: Er entlässt Erast und kündigt Konstantin ohne jede Hoffnung auf weitere Unterstützung. Unverblümt macht er deutlich, dass sein Neffe allein deshalb schuldig ist, weil er es gewagt hat, sich Vera Filippovna zu widersetzen, deren moralische Integrität nun außer Frage steht.
Im letzten Akt können die Überreste der Intrigen den Ausgang nicht mehr beeinflussen. Noch immer halten sich Menschen im Haus auf, angelockt von Karkunows Geld, dem alten Testament und Gerüchten über seinen Reichtum, doch der Hausherr selbst hat sich innerlich gewandelt. Seine frühere Furcht vor der möglichen Freiheit seiner Frau schwindet: Er spricht nicht mehr davon, sie nach seinem Tod an Bedingungen zu binden, und er beurteilt nicht länger alles allein nach Misstrauen. Er erkennt, dass Vera Filippowna von Natur aus gütig ist und unter keinen Umständen von ihrer Barmherzigkeit abweichen wird.
Das Finale baut auf Karkunows später Wandlung auf. Er erkennt an, dass Vera Filippowna die Einzige ist, die den Reichtum gerecht und gewissenhaft verwalten kann, und übergibt ihr die Kontrolle über Haus und Vermögen. Für ihn ist dies keine Laune oder ein Zugeständnis mehr, sondern ein bitter erkämpftes Eingeständnis: Die Person, die er so viele Jahre gefangen hielt, hat sich als reiner, weiser und moralisch stärker erwiesen als jeder andere, der mit seinem Geld umgegangen ist. Die letzten Worte des alten Mannes sind voller Vertrauen und Dankbarkeit an sie gerichtet, und der Titel des Stücks erhält eine klare Bedeutung: Selbst das Herz eines harten und misstrauischen Kaufmanns ist nicht aus Stein.
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