„Späte Liebe“ von Alexander Ostrovsky, Zusammenfassung
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Dieses Buch ist ein ergreifendes Drama über die Selbstaufopferung einer älteren Frau, die bereit ist, Amtsmissbrauch zu begehen, um ihren Geliebten vor Schande und Schuldgefängnis zu bewahren. Der 1873 verfasste Roman schildert den tiefgreifenden moralischen Verfall und die darauffolgende moralische Wiedergeburt der Figuren inmitten des harten bürgerlichen Lebens des 19. Jahrhunderts.
1983 schuf der talentierte Regisseur Leonid Ptscholkin einen gleichnamigen Fernsehfilm, der beim Publikum großen Anklang fand. Bereits 1968 war eine Fernsehproduktion des Klassikers des renommierten Moskauer Akademischen Künstlertheaters erschienen.
Bewohner des alten Hauses
Die Handlung spielt im einfachen Holzhaus der Witwe Felitsata Antonovna Shablova. Die schlichte Frau vermietet Zimmer an Untermieter. Zu ihren Hauptmietern gehören der ältere Anwalt Gerasim Porfiryevich Margaritov und seine Tochter Lyudmila. Margaritov arbeitet als selbstständiger Rechtsanwalt. Vor langer Zeit erlebte der angesehene alte Mann eine schwere persönliche Tragödie. Seine Frau betrog ihn auf grausame Weise und floh. Ein vertrauter Angestellter raubte die Kanzlei aus. Margaritov verlor sein gesamtes Vermögen und seinen guten Ruf. Nun führt er ein äußerst zurückgezogenes Leben. Der Anwalt vertraut niemandem. Er kontrolliert jeden seiner Schritte und hütet seinen Ruf wie seinen Augapfel.
Ljudmila Gerassimowna wirkt bescheiden, still und überaus respektabel. Ihre Mitmenschen halten sie seit Langem für eine alte Jungfer. Sie gehorcht ihrem Vater bedingungslos. Schablowa, die Wirtin, hat zwei erwachsene Söhne. Der jüngere, Dormedont, arbeitet als Angestellter für Margaritow. Der junge Mann zeichnet sich durch absolute Ehrlichkeit und Fleiß aus. Dormedont ist heimlich und innig in Ljudmila verliebt. Er versucht alles, um seiner Geliebten zu gefallen. Der ältere Sohn, Nikolai, führt ein völlig anderes Leben. Ständig verschwindet er in schäbigen Kneipen. Nikolai ist spielsüchtig. Der junge Mann hat sich hoch verschuldet. Skrupellose Gläubiger drohen ihm täglich mit Gefängnis.
Ljudmila hegt schon lange zärtliche Gefühle für Nikolai. Diese Leidenschaft ängstigt sie zutiefst. Sie versteht die Verdorbenheit ihres Auserwählten nur allzu gut. Doch das Herz einer Frau ist weitaus stärker als die Stimme der Vernunft. Ljudmila ist bereit, ihre letzten Ersparnisse zu opfern, um Nikolai zu retten. Heimlich gibt sie ihm ihr Erspartes, damit er seine hartnäckigsten Gläubiger freikaufen kann.
Die Intrigen der gierigen Witwe
Der wohlhabende Kaufmann Onufrij Potapytsch Dorodnow bittet Margaritow um juristischen Beistand. Der pragmatische Geschäftsmann beauftragt ihn, einen sehr hohen Schuldschein von der Witwe Warwara Charitonowna Lebedkina einzutreiben. Die junge Frau führt ein unglaublich luxuriöses Leben und gibt ständig Unsummen für teure Kleidung und verschwenderische Unterhaltung aus. Lebedkina weigert sich jedoch kategorisch, ihre alten Rechnungen zu begleichen. Dorodnow übergibt Margaritow einen echten Schuldschein von Lebedkina. Der erfahrene Anwalt nimmt diesen lukrativen Fall mit allen rechtlichen Mitteln an.
Nikolai besucht Lebedkinas wohlhabendes Haus regelmäßig. Er ist völlig geblendet von der Schönheit und dem offensichtlichen Reichtum der Witwe. Lebedkina nutzt die Zuneigung des jungen Mannes skrupellos aus. Bald erfährt sie zufällig von der drohenden Gefahr, die von dem unbestechlichen Margaritov ausgeht. Der Witwe ist klar: Der alte Anwalt wird die gesamte Schuld bis auf den letzten Kopeken eintreiben. Dies bedroht sie unmittelbar mit öffentlicher Schande und dem völligen Ruin. Lebedkina beschließt, zu List und Tücke zu greifen.
Warwara Charitonowna lädt Nikolai eilig zu sich ein. Bitter beklagt sie ihr schweres Schicksal als Frau. Die hinterlistige Witwe verspricht dem jungen Mann trügerisch ihre ewige Liebe und die vollständige Tilgung all seiner Spielschulden. Im Gegenzug verlangt Lebedkina einen kriminellen Gefallen: Nikolai soll den Schuldschein aus Margaritows verschlossenem Zimmer stehlen. Der junge Mann zögert lange, da ihm die Abscheulichkeit dieser Tat vollkommen bewusst ist. Lebedkina setzt all ihren weiblichen Charme ein und überzeugt den willensschwachen Nikolai schließlich zu dem abscheulichen Diebstahl.
Verrat am Vater
Nikolai kehrt in tiefer Trauer nach Hause zurück. Heimlich trifft er sich mit Ljudmila. Lautstark beklagt er seine endlosen Probleme und droht sogar mit Selbstmord. Seine Gläubiger wollen ihn in eine Schuldenfalle treiben. Demütig bittet Nikolai Ljudmila um Hilfe. Dreist bittet er sie, ein dringend benötigtes Dokument von dem Schreibtisch ihres Vaters zu holen.
Ljudmila ist entsetzt über diese absurde Forderung. Noch nie in ihrem Leben hat sie etwas genommen, das ihr nicht gehörte. Ihr ist völlig klar: Der Verlust dieses wertvollen Dokuments würde den tadellosen Ruf ihres Vaters für immer ruinieren. Margaritow würde das Vertrauen seiner wohlhabenden Klienten verlieren. Er würde völlig mittellos dastehen und sich kaum noch ein karges Leben leisten können. Ljudmila weigert sich kategorisch, das Verbrechen zu begehen. Nikolai erhöht den psychischen Druck massiv und wirft ihr wütend Gefühllosigkeit und völlige Gleichgültigkeit vor. Der junge Mann schreit sie an, ihre angebliche Liebe sei nur leeres Gerede.
Die arme Ljudmila ist von tiefer Verzweiflung überwältigt. Ihre Angst um das Leben ihres geliebten Nikolai wiegt schwerer als ihre heilige Pflicht als Mutter. Margaritow ist kurz wegen einer wichtigen Angelegenheit außer Haus. Durch einen schicksalhaften Zufall lässt er seine Schlüssel auf dem Schreibtisch liegen. Heimlich schleicht sich Ljudmila in das leere Zimmer ihres Vaters. Ihre Hände zittern heftig. Hastig öffnet sie die Schublade und nimmt den verhängnisvollen Schuldschein heraus. Mit Tränen in den Augen reicht sie ihn Nikolai. Der junge Mann verlässt fluchtartig sein Haus.
Bittere Reue und Einsicht
Margaritov kehrt nach den Gerichtsverhandlungen bald nach Hause zurück. Er beschließt, seine Unterlagen zu ordnen. Plötzlich bemerkt der alte Mann den Verlust seines wichtigsten Dokuments. Unbeschreibliche Panik ergreift den alten Anwalt. Er rennt wild in dem beengten Zimmer umher. Wütend beschuldigt Margaritov Dormedont aller möglichen Taten. Der ehrliche Angestellte beteuert unter Tränen seine absolute Unschuld. In dem stillen Haus bricht ein Tumult aus.
Ljudmila kann die qualvollen Gewissensbisse nicht länger ertragen. Verzweifelt sinkt sie vor ihrem trauernden Vater auf die Knie. Unter bitterem Schluchzen gesteht das Mädchen die Tat. Margaritow ist von dieser schrecklichen Nachricht völlig erschüttert. Der unerträgliche Schmerz des Verrats durchbohrt sein gebrochenes Herz. Seine eigene geliebte Tochter hat ihm einen tödlichen Schlag versetzt. Der alte Mann weint bitterlich in seiner Hilflosigkeit.
Unterdessen kommt der triumphierende Nikolai zu Lebedkina. Er hält das begehrte, gestohlene Dokument fest in den Händen. Der junge Mann beschließt, die Aufrichtigkeit der reichen Witwe zu prüfen. Er zeigt ihr das Dokument, übergibt es ihr aber nicht direkt. Lebedkina schlägt daraufhin augenblicklich von ihrer Sanftmut in eisige Kälte um. Offen verspottet sie Nikolai. Dreist erklärt die Witwe, dass sie ihn nie geliebt habe. Sie habe den naiven jungen Mann lediglich geschickt für ihre egoistischen Zwecke ausgenutzt. Nikolai ist fassungslos über ihren grenzenlosen Zynismus. Der Schleier der Blindheit fällt ihm augenblicklich von den Augen.
Rückkehr der Ehre
Nikolai begreift nun endlich die ganze Niedertracht und Verkommenheit Lebedkinas. Ihm wird das wahre Ausmaß von Ljudmilas Tat klar. Das bescheidene Mädchen hat alles geopfert, um ihn zu retten. Nikolai trifft die einzig richtige, unerschütterliche Entscheidung. Er steckt das Dokument ein und verlässt die berechnende Witwe für immer.
Der junge Mann kehrt eilig ins Haus seiner Mutter zurück. Margaritow sitzt regungslos da, tief betrübt. Ljudmila schluchzt untröstlich in ihrem dunklen Zimmer. Nikolai tritt selbstsicher an den alten Anwalt heran. Schweigend legt er den echten Schuldschein vor Margaritow auf den Tisch. Lange Zeit kann der alte Mann seinen tränenüberströmten Augen nicht trauen. Überschwängliche Freude verdrängt rasch die tiefe Verzweiflung. Das Dokument wird unversehrt zurückgegeben.
Nikolai entschuldigt sich aufrichtig bei dem alten Mann. Er bekennt all seine Fehler der Vergangenheit. Der junge Mann verspricht fest, sein Leben zu ändern. Nikolai geht auf die weinende Ljudmila zu. Zärtlich nimmt er ihre Hände und bittet sie, seine Frau zu werden. Das Mädchen willigt freudig ein. Margaritow gibt dem jungen Paar feierlich seinen väterlichen Segen.
In diesem freudigen Moment betritt Lebedkina voller Zuversicht das Haus. Naiv wie sie ist, glaubt sie fest an ihren Sieg. Die Witwe hofft, mit Margaritov eine äußerst günstige Einigung zu erzielen. Der Anwalt empfängt sie jedoch kühl und förmlich. Feierlich überreicht er ihr einen Schuldschein. Lebedkinas Gesicht erbleicht vor Entsetzen. Ihr ist klar, dass ihr hinterhältiges Spiel gescheitert ist. Margaritov fordert unmissverständlich die sofortige Bezahlung des Schuldscheins zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen. Die Witwe ist gezwungen, all ihre Ersparnisse auf der Stelle herauszugeben. Dorodnov schüttelt dem alten Anwalt respektvoll die Hand. Nikolai und Ljudmila bereiten sich voller Vorfreude auf ihre bevorstehende Hochzeit vor.
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