„Wo der Osten ist“ von Ivan Okhlobystin, Zusammenfassung
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Ivan Okhlobystins Drehbuch, erstmals 2008 veröffentlicht, schildert die spirituellen Prüfungen von Geistlichen angesichts des drohenden Zweiten Weltkriegs. Das Werk untersucht Fragen der christlichen Vergebung und der menschlichen Pflicht vor dem Hintergrund brutaler historischer Ereignisse.
Flucht vor Verfolgung und Walaam
Die Geschichte beginnt mit einer Szene in einem modernen estnischen Museum. Ein älterer Mann und sein Enkel betrachten die Ausstellungsstücke. Der Blick des alten Mannes fällt auf einen alten Kompass mit gesprungenem Glas, woraufhin die Handlung in die Vergangenheit springt.
Am Vorabend des Krieges muss der orthodoxe Priester Vater Michail sich mit seiner Familie vor den Behörden verstecken. Sein junger Sohn Alexei, ein begeisterter Motorradfahrer und befreundet mit einem Jungen namens Petka, ahnt noch nichts von der drohenden Gefahr. Heimlich begibt sich die Familie zum Pier und setzt mit dem Boot zur Insel Walaam über.
Im Kloster werden die Flüchtlinge von Archimandrit Auvian empfangen. Die Mönche beraten über den drohenden Kriegsausbruch. Während seiner Wanderung über die Insel entdeckt Alexei eine uralte, im Sumpf verborgene Einsiedelei. Dort begegnet er einem geheimnisvollen Ältesten, den er kindlich für Gott hält. Zurück in der Einsiedelei erfährt er, dass diese nicht existiert. Pater Michail beschließt, aufs Festland zurückzukehren, um seinen Dienst fortzusetzen.
Deutsche Besatzung
Die Familie kehrt nach Hause zurück, wo der örtliche Beamte Pater Michail widerwillig die Schlüssel zu einer kleinen Kirche aushändigt. Das friedliche Leben wird durch den Einmarsch Nazideutschlands jäh zerstört. Ein deutscher Offizier betritt die Kirche und verkündet Religionsfreiheit, während er gleichzeitig Juden und Roma zur Registrierung auffordert.
Pater Vitaly besucht Pater Mikhail. Er berichtet ihm von den Lagern für Binnenvertriebene und bietet an, seelsorgerische Betreuung für die Gefangenen zu organisieren. Priester beginnen, das Lager zu besuchen.
Alexei begegnet dem Lagerkommandanten Otto Rosenthal. Dieser entpuppt sich als begeisterter Schachspieler, und der Junge beginnt mit ihm zu spielen. Otto ist zynisch, spricht offen über Grausamkeiten und macht aus seiner tiefen Desillusionierung mit der Menschheit kein Geheimnis.
Die Verschwörung und die Taufe des Kommandanten
Unbekannte Angreifer sprengen das Auto des Erzbischofs in die Luft. Pater Vitaly, dessen Frau von einer Kugel einer deutschen Patrouille getötet wurde, nimmt Kontakt zu den Partisanen auf. Er bittet Pater Mikhail, Waffen ins Lager zu schmuggeln, um Gefangene zu retten, die in Konzentrationslager deportiert werden sollen. Mikhail zögert, nimmt die Tasche aber bei seinem nächsten Besuch mit.
Pater Michail kündigt über Funk eine Massentaufe an. Beim Öffnen seiner Tasche entdeckt der Priester Dynamit darin. Ein Fremder bedroht Pater Michail, sodass er schweigt, und nimmt ihm den Sprengstoff ab. Otto Rosenthal, der die feierliche Zeremonie beobachtet, beschließt unterdessen, selbst zum orthodoxen Glauben zu konvertieren und den Namen Johannes anzunehmen. Der Offizier möchte sich von seinen Sünden reinigen, sich seinem General ergeben und den Märtyrertod erleiden.
In jener Nacht tauft Pater Michail Otto heimlich auf dem Dach des Kommandantenbüros. Unmittelbar nach der Zeremonie trifft der Wagen des Generals im Lager ein. Der frisch getaufte Kommandant geht in den Hof, um seine Vorgesetzten zu treffen. Plötzlich ertönt eine gewaltige Explosion, und der Wagen explodiert.
Guerilla-Übernahme
Die Explosion dient als Signal zum Angriff. Eine Partisanenbrigade unter Hauptmann Zimin nimmt das Lager ein. Es stellt sich heraus, dass Pater Michail das Dynamit eingeschmuggelt und Pater Witali es in den Sack gelegt hatte. Witali selbst nimmt einen Revolver und erschießt den gefangenen deutschen Koch. Michail ist entsetzt über die Tat seines Bruders.
Deutsche Panzer rücken auf das Lager vor. Die Partisanen brauchen Zeit, um sich in den Wald zurückzuziehen. Pater Vitaly geht als Unterhändler zu den Deutschen, um sie abzulenken.
Konfrontation in der Kirche
Die Partisanen ziehen sich in eine alte Holzkirche zurück, wo der betagte Priester, Pater Ilja, seinen Dienst verrichtet. Hauptmann Zimin nimmt den überlebenden General Heinrich Lanz als Geisel. Zimin befiehlt Pater Michail, den General in der Werkstatt zu bewachen, und gibt ihm eine Pistole. Pater Ilja zelebriert weiterhin andächtig die Liturgie am Altar der Kirche.
Der gefangene General fleht Pater Michail um Gnade an. Er behauptet, ein friedlicher Sanitätsoffizier zu sein, dessen Familie zu Hause auf ihn wartet. Michail leidet unter schweren seelischen Qualen.
In einem Feldlager verhört unterdessen ein SS-Offizier Pater Vitaly. Als er erfährt, dass der Priester ohne seine rechte Hand nicht mehr segnen kann, hackt der deutsche Offizier ihm sadistisch mit einem Armeebeil die Hand ab.
Auflösung und Flucht
Pater Michail befreit den General und lässt ihn fliehen. Lanz greift sofort nach einer Pistole und richtet sie auf seinen Retter. Der schwer verwundete Hauptmann Zimin rettet den Priester, indem er den Verräter erschießt. Der Hauptmann erklärt Michail, dass dieser Arzt massenhaft Menschen in die Gaskammern geschickt hat.
Zimin befiehlt allen, in den Wald zu gehen. Pater Michail versucht, den alten Pater Ilja mitzunehmen, doch dieser weigert sich, die Kirche zu verlassen, da er die Beichte des sterbenden Hauptmanns hören will. Petka findet ein Motorrad. Alexej setzt sich ans Steuer, nimmt seinen Freund und seinen Vater mit, und sie verschwinden im dichten Wald.
Deutsche Soldaten umstellen die Kirche. Sie werfen den schwer verletzten Pater Vitaly hinein und verriegeln die Türen. Die Kirche wird mit Reisig umrandet und in Brand gesteckt. Im Inneren des brennenden Gebäudes hält Pater Ilya die Trauerfeier für Hauptmann Zimin ab, während Pater Vitaly mit seiner verbliebenen Hand den Klöppel der Glocke schwingt. Unterwegs verspricht Petka Alexey, ihm seinen Kompass zu geben.
Die Szene springt in die Gegenwart. Ein älterer Alexei steht vor einer Museumsvitrine. Er klopft gegen das Glas eines ausgestellten Kompasses, dessen Nadel ausschlägt. Der alte Mann sagt: „Dort drüben ist Osten“, lächelt traurig und geht weg.
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