Eine Zusammenfassung von „Filming a Movie“ von Edward Radzinsky
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Dieses 1964 verfasste Buch ist ein schonungsloses Porträt der Schattenseiten des sowjetischen Kinos. Die Handlung enthüllt mit bestechender Präzision die Mechanismen kreativer Kompromisse. Die Figuren erleben einen schmerzhaften Konflikt zwischen staatlicher Zensur und den persönlichen Schwächen der Intellektuellen. Der Regisseur verrät methodisch seine eigenen Ideale, um seinen gewohnten Komfort zu wahren.
Hektik am Set
Regisseur Fjodor Netschajew dreht einen lyrischen Film. Er ist etwa dreißig Jahre alt. Auf der Filmbühne herrscht reges Treiben: Beleuchter installieren leistungsstarke Bogenlampen, und Assistentin Sina sucht vergeblich nach dem ständig verschwundenen Verwaltungsangestellten Fekin. Statisten und ein Jazztrio sind am Set. Die Musiker – Schlagzeuger, Gitarrist und Trompeter – sollen einen klassischen Chor darstellen. Immer wieder kommentieren sie das Geschehen mit Seufzern und Rezitativen. In den Drehpausen schwelgt der Schlagzeuger melancholisch in Erinnerungen an seine frühere Arbeit als Tigerdompteur und an Akbar, den Tiger.
Fekin sucht dringend nach einem jungen Mann und einer jungen Frau für die Szene an der Haustür. Der Regisseur stellt sich ein küssendes Paar im Hintergrund vor. Der Produktionsleiter greift wahllos Leute aus der Menge. Es sind eine junge Frau namens Anya und der Bühnenbildner Petya, der nebenbei im Studio arbeitet. Nechayev quält sie mit endlosen Takes und verlangt von ihnen, die echte Leidenschaft ihres ersten Kusses zu zeigen. Anya bekommt Angst und weigert sich kategorisch weiterzuspielen. Der Regisseur bricht die Dreharbeiten ab.
Der Studioalltag wird durch den Besuch von Nechajews Frau unterbrochen. Sie bringt ihm das Mittagessen im Schmortopf. Zwischen den Eheleuten entbrennt ein stiller Streit. Sie ist erschöpft von seiner ständigen Arbeitsbelastung, den kreativen Krisen und dem Geldmangel. Sie sehnt sich nach dem einfachen Glück einer Frau. In einem Anfall von Wut verkündet sie, dass sie mit dem Nachtzug ans Meer fahren wird. Nechajew reagiert distanziert. Das Paar hat sich längst auseinandergelebt, ihre Ehe wird nur noch von Gewohnheit zusammengehalten.
Eine zufällige Begegnung im Regen
Spät in der Nacht verlässt Fjodor das Filmstudio. Anja sitzt im Regen auf den Stufen. Sie gesteht: Sie ist von zu Hause weggelaufen, weil sie in einem Hutgeschäft einen lächerlichen Wutanfall bekommen hatte. Sie sehnte sich nach etwas Ungewöhnlichem und sagte deshalb zu, als Statistin mitzuwirken. Netschajew erzählt ihr seine Geschichte. Die Frühlingssonne am Morgen habe ihm Freude und Kraft geschenkt, doch die Hektik im Studio und die sinnlosen Konflikte hätten dieses Gefühl zerstört. Der gereifte Regisseur bekennt seine Erschöpfung und Einsamkeit.
Anja überredet Fjodor, Petjas Atelier zu besuchen. Sie hat Angst, allein dorthin zu gehen, freut sich aber darauf, den Abend fortzusetzen. Im Atelier begegnet Netschajew einem Künstlerleben. Petja und sein Freund Jurochka formen stilisierte Amphoren und tauschen spöttische Bemerkungen aus. Petja rät Fjodor, seinen inneren Künstler zu unterdrücken und ein „Ingenieur“ zu werden, der Filme nur des Erfolgs wegen produziert. Netschajew fühlt sich unter diesen Leuten fehl am Platz. Bald darauf verabschieden sich Fjodor und Anja.
Beim Abschied auf der Straße erzählt das Mädchen stockend eine Geschichte über ihre erfundene Liebe zu einem Testpiloten. Sie versucht, erfahren zu wirken. Fjodor erkennt ihre Verletzlichkeit. Er küsst Anja zärtlich. Das Mädchen erschrickt vor den überwältigenden Gefühlen und flieht schnell in die Dunkelheit.
Sturmwolken über dem Film
Am nächsten Tag bringt der Cutter des Films, Kirill Wladimirowitsch, beunruhigende Neuigkeiten. Das Kulturministerium ist mit dem Filmmaterial unzufrieden. Die Leitung verlangt, die Filme zu sehen. Die einflussreiche Kritikerin Irina Kirjanowa, der Beamte Trofimow und weitere Mitglieder des künstlerischen Beirats versammeln sich im Vorführraum. Irina lebt bei ihrer Tante Nadeschda Leonidowna. Die erfahrene Schauspielerin weigert sich, eine Brille zu tragen, trägt hohe Absätze und träumt verzweifelt von einer neuen Theaterrolle.
Nach der Vorführung verhält sich Kiryanova äußerst vorsichtig. Sie lobt Nechayevs Film ihm gegenüber mit dem vagen Adjektiv: „Er hat etwas Lermontow-Ähnliches.“ Später zu Hause telefoniert Irina unentwegt mit den richtigen Leuten. Die Kritikerin manövriert geschickt und versucht, ihre Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass ihre Unterstützung für den Film nur vorgetäuscht war. Sie betont, wie kühl sie Trofimov empfangen habe, und demonstriert damit ihre Loyalität zur offiziellen Linie.
Kirill Wladimirowitsch analysiert Irinas Verhalten zynisch. Er ist schon lange in sie verliebt, doch nun erkennt er ihr wahres Gesicht. Der Redakteur versteht: Die Kritikerin fürchtet schlicht um ihre Karriere. Er rät Netschajew, sich auf einen harten Kampf mit der Zensur vorzubereiten. Fjodor erwartet zu Hause ein weiterer Skandal. Seine Frau ist nicht gegangen. Sie hat die halbe Nacht auf ihren Mann gewartet, um eine Eifersuchtsszene zu inszenieren. Fjodor hört sich die Vorwürfe schweigend an.
Ein kurzer Ausflug ans Meer
Nechayev bekommt drei Tage frei. Anya ruft ihn von einer Telefonzelle aus an. Spontan beschließen sie, nach Suchumi zu fliegen. Im Süden mieten sie ein winziges Zimmer bei einem erschöpften Agenten. Draußen flackern die Lichter eines Dampfschiffs, und Musik dringt aus einem Restaurant am Flussufer herüber. In diesem beengten Raum öffnet sich der Regisseur zum ersten Mal.
Fjodor gesteht Anja seine kreative Lähmung. In seiner Jugend träumte er von der hohen Kunst und war bereit, Armut für große Ideen zu ertragen. Mit der Zeit gewöhnte er sich an Kompromisse. Der Regisseur lernte, gefällige, austauschbare Filme zu drehen. Der Erfolg kam, doch er tötete den Künstler in ihm. Nun möchte er einen ehrlichen Film über die Liebe machen, fürchtet aber, sein Talent verloren zu haben. Anja unterstützt Fjodor voller Inbrunst und verspricht ihm, dass er alle Schwierigkeiten überwinden wird. Sie schwört ihm Treue und nennt sich seine Sklavin. Sie verbringen eine glückliche Nacht zusammen.
Kapitulation vor der Zensur
Nach seiner Rückkehr nach Moskau zerplatzen die Illusionen. Der Kunstrat verriss den Film. Trofimow, der Bürokrat, kommt zu Netschajew nach Hause. Sie kennen sich seit Jahren. Trofimow trinkt Cognac und legt die Forderungen der Leitung unverblümt dar. Persönliche Angelegenheiten sind jetzt irrelevant. Das Land baut Kraftwerke, und der Regisseur konzentriert sich auf die intimen Erfahrungen der Liebe. Trofimow diktiert die Bedingungen: Der Jazzchor und die eindringlichste Szene der nächtlichen Begegnung der Figuren müssen komplett herausgeschnitten werden.
Der Beamte bittet Nechayev, einen formellen Antrag auf Einstellung der Dreharbeiten zu verfassen. Offiziell werden die Krankheit der Schauspielerin und die Notwendigkeit einer Drehbuchüberarbeitung als Grund angegeben. In Wirklichkeit läuft dies auf eine Kapitulation hinaus. Fjodor hält eine wütende Rede. Er weigert sich, den Film zu verstümmeln, und schwört, bis zum Ende zu kämpfen.
In diesem Moment betritt Netschajews Frau den Raum. Sie hatte bei ihren Eltern gelebt, war aber zurückgekehrt, um ihren Status als verheiratete Frau zu wahren. Sie fleht ihren Mann an, sich mit ihm zu versöhnen. Sie bittet Fjodor, ihre zerrütteten Nerven und ihr behagliches Leben zu berücksichtigen. Sie ist bereit, jede Demütigung zu ertragen, nur um eine Veränderung zu verhindern. Trofimows Druck und die Hysterie seiner Frau brechen Netschajew. Er willigt ein, den Film neu zu drehen.
Eine gerechtfertigte Vergeltung
Im Filmstudio bricht Panik aus. Studioverwalter Fekin zahlt eilig die Statisten aus, überzeugt davon, dass der Film abgesetzt wird. Er sucht bereits nach Arbeit für ein anderes Projekt. Nechayev stellt die Crew zusammen und lässt die Tonhalle für die Dreharbeiten vorbereiten. Regisseur Kirill Vladimirovich trifft auf ihn und verkündet trocken seine Entscheidung: Er hat auf die Jazz- und Nachtszenen verzichtet. Der Cutter lobt ihn ironisch für seinen „Mut“, wohl wissend, dass der Film gescheitert ist.
Fjodor geht ins Künstleratelier. Anja weiß bereits von seiner Rückkehr zu seiner Frau. Sie ist ungewöhnlich fröhlich. Sie verbietet Netschajew, Ausreden zu erfinden, und geht für immer, wobei sie verspricht, gelegentlich für ihn zu beten. Der Künstler Petja nutzt die Gelegenheit, um den Regisseur zu beseitigen.
Petja hält einen brutalen Monolog. Er verspottet Netschajews scheinheilige Menschlichkeit. Der Regisseur habe Liebe und Kunst geopfert, um ein komfortables Leben in einer Wohnung mit über fünf Meter hohen Decken zu führen. Petja nennt Fjodor einen „Champion des Leidens“, der das Leben anderer ruiniere, während er selbst in absolutem Luxus lebe. Der Künstler weigert sich, auf Netschajews Gesundheit anzustoßen und wünscht ihm einen schnellen Tod. Der Regisseur stimmt ihm in allen Worten zu und leert schweigend sein Glas.
Spät in der Nacht sitzt Fjodor auf den Stufen des Filmstudios. Neben ihm sitzen der alte Gitarrist Schgundi und Kirill Wladimirowitsch. Netschajew, der Liebe, künstlerische Freiheit und Selbstachtung verloren hat, bittet um eine Gitarre. Er spricht die Worte: „Das Leben ist nicht immer ein Weg hinauf zu einem Berg. Meistens ist es eine Kette von Bergen. Wir steigen auf und steigen wieder ab, nur um erneut den Aufstieg zu versuchen.“ Der Regisseur versucht sich einzureden, dass es entscheidend ist, den Moment des Abstiegs zu erkennen und nicht auf dem Weg nach unten an Verzweiflung zu zugrunde zu gehen. Das Stück endet mit dem leisen Klang der Gitarrensaiten in der Dunkelheit der Nacht.
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