Eine Zusammenfassung von „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ von Alexander Solschenizyn
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Dieses Buch erzählt vom Überleben eines einfachen Mannes in einem stalinistischen Arbeitslager. Es wurde 1959 geschrieben und verdichtet meisterhaft das gesamte Leben im Gulag auf den Kontext eines einzigen, unspektakulären Tages im Leben eines Durchschnittshäftlings – vom Aufwachen bis zum Schlafengehen. Die Handlung basiert auf den persönlichen Erfahrungen Alexander Solschenizyns, der selbst als Zwangsarbeiter im Sonderlager Ekibastuz in Nordkasachstan einsaß.
Die Geschichte wurde verfilmt. 1971 erschien ein anglo-norwegischer Spielfilm unter der Regie von Casper Wrede. Die Rolle des Iwan Denissowitsch wurde von Tom Courtenay gespielt.
Morgen im Lager
Die Handlung spielt im Winter 1951. Um fünf Uhr morgens ertönt der Weckruf. Draußen sinkt die Temperatur auf minus 27 Grad Celsius. Häftling Schtsch-854, Iwan Denissowitsch Schuchow, steht normalerweise sofort auf. Er hat anderthalb Stunden Freizeit vor dem Appell. In diesen Morgenstunden kann er sich etwas dazuverdienen. Die Häftlinge nähen Fäustlingüberzüge oder bringen wohlhabenden Häftlingen trockene Filzstiefel direkt an ihre Pritschen.
Heute fühlt sich Schuchow sehr unwohl. Er zittert. Er beschließt, sich eine Weile auf sein oberes Bett zu legen. Es ist ein Holzbett. Der diensthabende Wärter Tatarin bemerkt ihn. Der Wärter droht Schuchow mit drei Tagen Einzelhaft und Zwangsarbeit. Die Strafe wird jedoch in Schrubben umgewandelt: Er muss den Boden im Wärterzimmer schrubben. Schuchow zieht seine Filzstiefel aus. Er will seine Schuhe nicht nass machen. Barfuß schrubbt er schnell den schmutzigen Boden.
Dann geht Iwan Denissowitsch zur Sanitätsstation. Der Flur ist blitzsauber. Sanitäter Kolja Wdowuschkin misst seine Temperatur. Das Thermometer zeigt 37,2 Grad Celsius an. Das reicht nicht, um ihn offiziell vom Dienst zu befreien. Schuchow muss zum Morgenappell mit seiner 104. Brigade.
Vor seiner Abreise frühstückt Schuchow schnell. Er bekommt kalten Brei mit kleinen Fischgräten und Brei aus Magaragras. Der Brei ist ein dünner Eintopf für das Lager. Magara ähnelt gelber Hirse. Er sättigt überhaupt nicht. Schuchow bewahrt seinen Aluminiumlöffel mit der Aufschrift „Ust-Ischma, 1944“ in seinem Filzstiefel auf. Die Hälfte seiner morgendlichen Brotration versteckt er im Sägemehl seiner Matratze. Sorgfältig näht er das Loch zu.
Die Aufstellung beginnt. Die morgendliche Durchsuchung findet statt. Leutnant Wolkowoi befiehlt allen, in der bitteren Kälte ihre Hemden aufzuknöpfen. Er sucht unter ihren Wollmänteln nach zusätzlicher Kleidung. Der ehemalige Hauptmann zweiten Ranges Buinowski ist über dieses willkürliche Vorgehen empört. Der Hauptmann ruft, die Wachen verstießen gegen Artikel 9 des Strafgesetzbuches. Wegen dieses Protests verurteilt Wolkowoi ihn zu zehn Tagen Einzelhaft. Der Hauptmann wird seine Strafe am Abend antreten.
Die Straße und der Arbeitsbeginn
Eine Gefangenenkolonne marschiert auf eine Baustelle zu. Bewaffnete Wachen patrouillieren am Rand. Ein Schritt nach rechts oder links gilt als Flucht. Die Wachen eröffnen ohne Vorwarnung das Feuer. Der Wind bläst ihnen direkt ins Gesicht.
Unterwegs denkt Iwan Denissowitsch über den Brief seiner Frau aus dem Dorf Temgenewo nach. Sie schreibt von einem neuen Handwerk, das ihre Mitbürger übernommen haben. Die Männer des Dorfes haben die Kolchose verlassen. Sie bemalen Teppiche mit vorgefertigten Schablonen und verdienen damit Tausende von Rubeln. Schuchow will nach seiner Freilassung kein so einfaches Handwerk erlernen. Er ist das richtige Tischler- oder Maurerhandwerk gewohnt.
Auf dem Gelände sucht die 104. Mannschaft in einer unfertigen Autowerkstatt Schutz. Vorarbeiter Andrei Prokofjewitsch Tjurin macht sich auf den Weg zur Planungs- und Produktionsabteilung. Er muss die Quote gewinnbringend erfüllen. Die Quote ist ein Dokument, das die Erfüllung der Quote bescheinigt. Von diesem Dokument hängt die Brotration der gesamten Mannschaft für die nächsten fünf Tage ab. Ein guter Vorarbeiter kann einem das Leben retten. Ein schlechter Vorarbeiter treibt einen in den Ruin.
Tyurin kehrt zurück und teilt die Aufgaben zu. Das Team wird zu einem stillgelegten Blockheizkraftwerk versetzt. Dort sollen sie im zweiten Stock Wände aus Zementsteinen errichten. Zuerst muss der Turbinenraum isoliert werden.
Schuchow und die lettischen Kildigs finden eine Rolle Dachpappe unter dem Schnee versteckt. Heimlich bringen sie sie in den Maschinenraum. Sie vernageln drei große Fenster mit Dachpappe. Die Gefangenen bauen einen eisernen Ofen ein. Sie graben gestohlene Kohle aus und entzünden ein Feuer. Der taube, arme Senka Klewschin spaltet Bretter. Nun können sie den Sand erhitzen. Die Vorbereitung des Mörtels für das Mauerwerk beginnt.
Mittagessen und Mauern errichten
Es ist Mittagspause. Die Kantine ist überfüllt. Schuchow hilft dem Vorarbeitergehilfen Pawlo, Schüsseln aus dem Ausgabefenster zu holen. Der Koch verliert den Überblick. Mit List gelingt es Schuchow, zwei zusätzliche Portionen Haferbrei zu ergattern. Eine Portion isst er selbst. Pawlo gibt die andere dem hungrigen Hauptmann zweiten Ranges Buinowski. Der Hauptmann ist die strengen Lagerregeln noch nicht gewohnt.
Der Moskauer Cäsar Markowitsch arbeitet in der Brigade. Er erhält regelmäßig Lebensmittelpakete. Cäsar arbeitet als Schwächling in einem warmen Büro. „Schwächlinge“ ist die Bezeichnung für Angestellte, die keine schwere körperliche Arbeit verrichten. Schuchow bringt Cäsar seinen juristischen Brei. Im Büro gerät Cäsar in einen heftigen Streit mit dem Häftling X-123 über die Filme von Sergei Eisenstein. X-123 bezeichnet den Film „Iwan der Schreckliche“ als Rechtfertigung für persönliche Tyrannei. Schuchow lässt seinen Brei still stehen und geht hinaus auf die frostige Straße. Unterwegs findet er ein Stück Stahlsägeblatt. Er versteckt das Metall in seiner Hosentasche.
Nach dem Mittagessen beginnen die intensiven Arbeiten an der Mauer. Tyurin, Pavlo, Kildigs und Shukhov legen schwere Zementblöcke. Der mechanische Aufzug ist defekt. Träger schleppen Mörtel die vereiste Holzrampe hinauf. Fetyukov trägt die Trage gemächlich und spritzt dabei absichtlich Mörtel. Hauptmann Buinovsky zieht mit aller Kraft an der schweren Last.
Während einer kurzen Pause erzählt Brigadegeneral Tyurin seine Geschichte. 1930 wurde er als Sohn eines Kulaken aus der Armee entlassen. Er reiste mittellos nach Hause. Um seinen jüngeren Bruder vor dem sicheren Tod zu retten, versteckte er sich in Zügen.
Der Vorarbeiter Der trifft auf der Baustelle ein. Er bemerkt gestohlene Dachpappe an den Fenstern des Maschinenraums. Der droht Tyurin mit einer neuen Haftstrafe wegen Veruntreuung staatlicher Baumaterialien. Tyurin erbleicht vor Wut. Pavlo greift zu einer Schaufel. Der Vorarbeiter droht Tyurin leise, ihn auf der Stelle zu töten, sollte er ein Wort an seine Vorgesetzten verraten. Der bekommt Angst und geht schnell weg.
Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Die Maurer setzen Stein für Stein zügig. Der Mörtel gefriert in der eisigen Kälte sofort. Sie müssen schnell und präzise arbeiten. Schuchow ist mit großem Eifer dabei. Er sieht jeden einzelnen Ziegelstein und weiß genau, wo er in der Mauer seinen Platz hat. Das Team mauert weiter, selbst nachdem das Signalhorn zum Schichtende ertönt ist. Der angerührte Mörtel muss vollständig aufgebraucht werden. Sonst härtet die Mischung im Behälter aus.
Iwan Denissowitsch müht sich, sich von der Mauer loszureißen. Sorgfältig glättet er die letzte Reihe. Vorarbeiter Tjurin begutachtet die Mauer und lobt die Mannschaft: „Gut gemacht, nicht wahr? In einem halben Tag. Ohne Hebezeug.“ Schuchow versteckt seine Lieblingskelle unter einem Stein im dunklen Mörtelraum. So kann sie ihm nicht von anderen Arbeitern gestohlen werden.
Zurück in die Zone
Am Tor der Anlage formiert sich eine Kolonne. Ein Mann wird vermisst. Es ist ein kleiner, dunkelhäutiger Moldauer aus der 32. Brigade. Die Behörden verdächtigen ihn, ein rumänischer Spion zu sein. Wie sich herausstellt, ist er auf dem Gerüst neben dem warmen Ofen eingeschlafen. Die Verzögerung erzürnt alle Gefangenen. Die Abende sind die einzige Freizeit, die ein Gefangener hat. Als der Flüchtige zum Tor gebracht wird, überschüttet ihn die aufgebrachte Menge mit üblen Flüchen. Seine eigenen Brigadekameraden schlagen ihm heftig in den Nacken.
Die Wachen zählen die Gefangenen mehrmals in Fünfergruppen durch. Schließlich setzt sich der Zug in Bewegung. Unterwegs entdecken sie einen Zug des Maschinenwerks. Ein stiller Wettlauf beginnt. Die Gefangenen rennen schnell über die verschneite Steppe. Sie wollen als Erste zur abendlichen Durchsuchung und ins Lager gelangen. Wer zuerst da ist, kommt als Erster in den Speisesaal und in die Paketausgabe. Brigade 104 kann ihre Konkurrenten überholen.
Kurz vor den Toren des Lagers fällt Schuchow etwas Schreckliches ein. In der Tasche seiner wattierten Hose steckt ein Stück einer Metallsäge. Dieses Versehen wird ihm mit Sicherheit zehn Tage in der eisigen Strafzelle einbringen. Schuchow beschließt, es zu riskieren. Er versteckt die Klinge in einem wattierten Handschuh. Iwan Denissowitsch nähert sich dem alten, graubärtigen Wächter und hält beide Fäustlinge in einer Hand. Er knöpft seinen Mantel auf. Diese Geste demonstriert vollkommene Unterwerfung. Der Wächter tastet seine Kleidung ab und knüllt einen leeren Handschuh zusammen. In diesem Moment ertönt der Befehl, die nächste Gruppe durchzulassen. Der Wächter lässt Schuchow frei. Die Klinge ist gerettet. Später kann er daraus ein Schuhmesser basteln. Das wird ihm ein sicheres Einkommen und zusätzliches Brot einbringen.
Abendliche Erledigungen
Im Lager eilt Iwan Denissowitsch zum Paketraum. Er stellt sich in die Schlange für Tsezar. Schuchow selbst hat schon lange keine Pakete mehr erhalten. Seine Frau hatte angeboten, Lebensmittel zu schicken. Er hatte strengstens verboten, den Dorfkindern das wenige Essen wegzunehmen.
Cäsar erreicht den Vorraum der Paketausgabe. Aus Dankbarkeit erlaubt er Schuchow, seinen Abendbrei zu essen. Im Speisesaal bricht ein furchtbares Gedränge aus. Ein gehbehinderter Ordonnanz schlägt die Gefangenen brutal mit einem dicken Birkenstock. Schuchow klettert über das hölzerne Geländer der Veranda und schleicht sich hinein. Er holt saubere Tabletts und erhält die gesetzlich vorgeschriebenen Rationen der 104. Brigade. Langsam genießt Schuchow das heiße Essen. Er kratzt den Boden seiner Schüssel mit einem Brotkrustenrest aus.
Am Nebentisch sitzt ein großer, alter Mann, Yu-81. Er hat viele Jahrzehnte in harten Gefängnissen verbracht. Der alte Mann hat seinen Rücken kerzengerade bewahrt. Er isst seinen leeren Brei gleichmäßig und würdevoll.
Schuchow kehrt in Baracke Neun zurück. Von einem lettischen Bekannten kauft er zwei Gläser starken, selbst angebauten Tabak. Iwan Denissowitsch verdient sich Geld für Tabak, indem er aus alten Lumpen Hausschuhe näht. Er nimmt zwei Rubel aus einer Geheimtasche in der Wattierung seiner Steppjacke.
Cäsar breitet ein üppiges Päckchen auf dem unteren Bett aus. Es enthält Wurst, Kondensmilch, Räucherfisch, Schmalz, Kekse und Würfelzucker. Schuchow reicht ihm seine Brotration und klettert zu seinem oberen Bett hinauf. Schuchow spürt sein morgendliches Stück Brot im Sägemehl der Matratze. Die Ration ist noch da. Geschickt versteckt Schuchow das gerettete Sägeblatt unter der hölzernen Querstange des Bettes.
Iwan Denissowitschs Nachbar ist ein Baptist namens Aljoschka. Er liest ein in einem Mauerspalt verstecktes Evangelium und drängt Schuchow, inständig um geistliche Reinigung zu beten. Schuchow ist dem Glauben gegenüber sehr skeptisch. Er glaubt fest daran, dass Gebete nicht so viel bewirken wie schriftliche Petitionen an die Behörden. Gebete werden seine Haftstrafe im Lager nicht verkürzen. Schuchow erinnert sich an einen Priester aus seinem Heimatdorf. Dieser Priester lebt in Wohlstand und zahlt drei verschiedenen Frauen Unterhalt. Aljoschka freut sich aufrichtig über seine Zeit im Gefängnis und sagt zu seinem Nachbarn: „Sei froh, dass du im Gefängnis bist! Hier hast du Zeit, über deine Seele nachzudenken!“
Es ist Zeit für die obligatorische Abendinspektion. Die Wachen führen Hauptmann Buinovsky ab. Ihm drohen zehn Tage in der eisigen Strafzelle der BUR wegen seiner morgendlichen Auseinandersetzung über den Ehrenkodex. Jeder versteht die Schwere seiner Strafe. Die Strafzelle könnte seine Gesundheit gefährden und zu einer tödlichen Tuberkulose führen. Die BUR ist eine Hochsicherheitsbaracke.
Schuchow rät Tsezar, sich während der Zählung zu verstecken. So werden die wertvollen Lebensmittelvorräte vor Diebstahl im Lager geschützt. Die Wachen treiben die gesamte Kaserne in die eisige Nachtluft. Die Zählung verläuft zügig und ohne peinliche Fehler.
Ende des Tages
Die Gefangenen kehren in die Wärme ihrer Zelle zurück. Tsezar bedankt sich herzlich bei Iwan Denissowitsch. Er bietet ihm Kekse, Zucker und ein Stück Wurst an. Schuchow leiht Tsezar sein selbstgemachtes Klappmesser zum Schneiden von Lebensmitteln. Der Besitz eines Messers wird mit Einzelhaft bestraft. Es ist jedoch ein überlebenswichtiges Werkzeug.
Plötzlich wird eine zweite, außerplanmäßige Kontrolle angeordnet. Die Wachen zählen die Gefangenen erneut. Sie treiben sie von einer Hälfte der langen Baracke zur anderen. Schuchow springt barfuß auf den kalten Boden. Er will seine warmen, trockenen Filzstiefel nicht anziehen. Er umklammert Cäsars Sack fest. Iwan Denissowitsch rettet fremde Lebensmittel vor Dieben. Nach Abschluss der Kontrolle kehrt Schuchow an seinen Platz zurück.
Schuchow deckt sich mit einer schmutzigen Decke zu und wirft seine Arbeitsjacke darüber. Er schläft mit einem Gefühl vollkommener Zufriedenheit ein. Der Tag war ungewöhnlich erfolgreich verlaufen. Man hatte ihn heute nicht in Einzelhaft gesteckt. Die Mannschaft war nicht zur eiskalten Baustelle der Sozialistischen Stadt geschickt worden. Zum Mittagessen hatten sie es geschafft, eine Extraportion Haferbrei zu ergattern. Der Vorarbeiter hatte eine sehr gute Provision vom Büro bekommen. Der Mauerbau hatte Spaß gemacht. Seine Hände hatten ihre Zimmermannskünste noch nicht verlernt. Bei der abendlichen Suche war die Metallsäge wie durch ein Wunder nicht aufgetaucht. An diesem Abend hatte Schuchow von Cäsar einen guten Gewinn gemacht. Er hatte zweimal zu Abend gegessen und sich starken Tabak gekauft. Er war nicht einmal krank geworden. Iwan Denissowitsch hatte die heftigen Morgenfröste erfolgreich überstanden.
Der Tag verging beinahe glücklich. In seinem langen Zehnjahreszeitraum gab es dreitausendsechshundertdreiundfünfzig solcher Tage. Drei zusätzliche Tage wurden durch Schaltjahre eingefügt.
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