Zusammenfassung von „Das Haus, das Swift baute“ von Grigory Gorin
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Dieses Buch ist ein philosophisch-satirisches Theaterstück aus dem Jahr 1980. Der Text verwischt meisterhaft die Grenze zwischen literarischer Fiktion und harter Realität und verwandelt das geräumige Haus des Autors in einen sicheren Hafen für seine Figuren. Der Autor ergründet tiefgründig das Wesen menschlicher Kreativität, persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Absurdität. Hier wird Normalität zur langweiligen Konvention, und wilde Fantasie dient als einziger verlässlicher Schutz vor der Grausamkeit des Alltags.
Dieses ungewöhnliche Theaterstück wurde 1982 erfolgreich verfilmt. Mark Zakharovs zweiteiliger Fernsehfilm zeichnete sich durch eine hervorragende Besetzung aus und wurde verdientermaßen zu einem goldenen Klassiker des russischen Kinos.
Im Jahr 1745 trifft der junge Psychiater Richard Simpson aus Nottinghamshire im düsteren Dublin ein. Der Vorstand hat ihn offiziell mit der Zwangsbehandlung von Jonathan Swift, dem berühmten Dekan der St. Patrick’s Cathedral, beauftragt. Nahe der Kathedralenmauern vernimmt der Arzt das traurige Läuten der Glocken. Umstehende berichten eifrig vom Tod des Schriftstellers. Sie sind fest davon überzeugt, dass der Dekan außerordentlich pünktlich ist und regelmäßig um Punkt fünf Uhr abends stirbt. Doch schon bald schreitet Swift, quicklebendig, an dem verdutzten Arzt vorbei. Simpson versucht beharrlich, mit dem Patienten ins Gespräch zu kommen, aber der Schriftsteller schweigt beharrlich.
Ankunft im Haus des Wahnsinns
Im Herrenhaus des Dekans herrscht Chaos. Der unerschütterliche Butler Patrick fegt routinemäßig die Glasscherben zusammen. Die strenge Haushälterin Vanessa notiert akribisch die Vorkommnisse auf der Straße in einem speziellen Tagebuch. Patrick beschwert sich wütend über die seltsamen Gäste. Das riesige Herrenhaus wird von intelligenten Pferden namens Houyhnhnms, Bewohnern einer schwebenden Insel, dem Riesen Glum und einem unsterblichen Mann namens Jemand bevölkert, der von Jahrtausenden verwirrt ist. Besonders genervt ist der Butler von den Liliputanern, die ihm ständig über die Füße huschen. Der Besitzer hatte in seinem Testament sein gesamtes Vermögen Wahnsinnigen vermacht. Simpson vermutet daher zu Recht dreiste Scharlatane unter den Gästen. Vanessa sortiert eifrig die Morgenpost. Der Schriftsteller erhält begeisterte Kritiken aus Frankreich, und die Zeitungen verängstigen die Stadtbewohner mit der Meldung über eine schwebende Insel über Manchester. Esther Johnson späht schüchtern durch das offene Fenster. Die Frau bringt Wildblumen und süßen Apfelpudding. Vanessa scheucht ihre Rivalin in den Garten hinaus. Swift runzelt gequält die Stirn und eilt aus dem Zimmer, den frischen Tee unberührt zurücklassend.
Zwei winzige Zwerge, Flim und Relb, streiten sich heftig am Esstisch neben einer riesigen Teetasse. Die beiden versuchen vergeblich, ein schweres Stück raffinierten Zucker zu bewegen. Relb kritisiert wütend das unbequeme sächsische Porzellan und die seltsamen englischen Sitten. Der kleine Ehemann ist offen eifersüchtig auf Flims Beziehung zu seiner schwerkranken Frau Betty. Die Männer geraten in einen hitzigen Streit über ihre Körpergröße. Flim stellt sich flink auf Relbs Schultern, stützt sich mit einer Dessertgabel ab und klettert bis an den Rand der Porzellantasse. Von dieser gefährlichen Höhe beschreibt er begeistert das schimmernde Mondlicht auf den Kristallgläsern. Relb bemerkt plötzlich die dicken Korkeinlagen in den Schuhen seines Freundes. Es kommt zu einem kurzen Gerangel. Flim verliert das Gleichgewicht und stürzt mit einem lauten Schrei in den heißen Tee. Relb gerät in Panik, hämmert gegen die Wände und ruft um Hilfe.
Swift, Vanessa und Simpson erscheinen sogleich im Speisesaal. Der Doktor bemerkt ein Lebewesen, das in einer Tasse zappelt. Der Mediziner hält das ertrinkende Tier für eine gewöhnliche Fliege, schüttelt es verächtlich mit dem Finger auf die Tischdecke und gibt die Tasse dem Dekan zurück. Der empörte Schriftsteller spritzt dem Doktor ohne zu zögern die restliche Flüssigkeit ins Gesicht.
Am Morgen beginnt Simpson die Untersuchung des ungerührten Patienten. Vanessa äußert offen ihre Empörung über die völlige Unkenntnis des Arztes der Hauptstadt. Der Arzt ist mit Swifts großen Werken überhaupt nicht vertraut. Geduldig erklärt Esther dem Arzt die wahren Hintergründe: In diesem Haus wird auf besondere Weise mit dem Tod abgerechnet. Sie spricht offen über die Geliebten des Dekans. Der Schriftsteller liebte Stella und Vanessa gleichermaßen, vermied aber die Heirat mit beiden. Plötzlich ist ein ohrenbetäubender Knall zu hören. Patrick brüllt wütend den unsichtbaren Besitzer zweier riesiger Schuhe an. Der Riese Glum fordert den furchtlosen Ritter Lancelot beharrlich zum Kampf auf Leben und Tod heraus. Simpson entfernt entschlossen die antike Rüstung von der Wand. Er befiehlt dem verdutzten Butler, das Signal für ein Ritterturnier zu geben.
Turnier und die öffentliche Bekanntmachung der Truppe
Ein korpulenter Mann von normaler Größe betritt schüchtern den Raum. Traurig erzählt Glum von seiner erstaunlichen Herkunft. Sein Vater war ein Riese aus dem Land Brobdingnag, fast sechzig Meter groß. Glum Jr. erbte von Geburt an seine kolossale Größe und seinen phänomenalen Intellekt. Der junge Mann versuchte aufrichtig, dem englischen König weise Ratschläge zu geben. Der Monarch wies seine Hilfe arrogant zurück und entsandte ein Heer von Rittern. Glum verschonte seine Gefährten und wählte einen Weg der Erniedrigung. Er trank regelmäßig starken Alkohol und hielt sich an eine qualvolle Diät. Der Riese vergaß alles Wissen und schrumpfte schmerzhaft auf einhundertsiebzig Zentimeter. Swift erweckte seine vergessenen edlen Bestrebungen wieder. Simpson weigert sich kategorisch, seine Waffe zu ziehen. Glum zieht ein scharfes Schwert und fügt sich selbst eine tödliche Wunde zu. Eine aufgeregte Menge von Stadtbewohnern wiegt den Arzt enthusiastisch in ihren Armen und preist Lancelot lautstark.
Richter Biggs, Simpson und zwei bewaffnete Polizisten unterbrechen das blutige Spektakel unsanft. Die schockierende Wahrheit kommt ans Licht: Patrick hatte heimlich reisende Schauspieler engagiert, um die perfekte Illusion von Massenwahnsinn zu erzeugen. Der gerissene Butler wollte lediglich einen Zustrom echter, randalierender Geisteskranker verhindern. Der Richter schickt die verhafteten Künstler gnadenlos in den Gefangenentransporter. Vanessa wird offiziell als Haushälterin entlassen. Esther erhält legal einen Schlüsselbund und wird Oberschwester. Die wütende Vanessa wirft ihre persönliche Korrespondenz ins Kaminfeuer. Swift entfernt vorsichtig die brennenden Laken mit bloßen Händen und küsst zärtlich Esthers verbrannte Handfläche. Die Polizei befestigt ein stabiles Eisengitter am Transporter der Schauspieler.
Spät am Abend stehen ein rothaariger und ein schwarzer Polizist düster neben einem Lieferwagen. Der rothaarige Wächter, Jack, unterhält sich angeregt mit dem unsterblichen Jemand. Der weise Schauspieler bringt Jack mühelos dazu, sich an vergangene Leben zu erinnern. Gehorsam reist der Polizist zurück in die Tiefen der Zeit. Entsetzt erkennt er die Unveränderlichkeit seines Schicksals. Jack erinnert sich klar an das Jahr 1933. Gleichgültig stand er während des Prozesses gegen Jesus Christus in Jerusalem auf Wache. Plötzlich wird ihm das ganze Ausmaß seiner jahrhundertelangen Untätigkeit bewusst. Hastig zieht er einen Eisenschlüssel hervor und versucht, den Lieferwagen zu öffnen. Der schwarze Polizist erschießt seinen Partner kaltblütig mit seiner Dienstpistole. Jack stirbt erleichtert in den Armen von Simpson, der gerade noch rechtzeitig eintrifft. Die beiden freien Schauspieler verlassen schweigend den Lieferwagen, und die aufgebrachte Menge der Stadtbewohner belohnt die blutige Szene mit tosendem Applaus.
Fliegende Insel
Der Aufsichtsrat beruft in Panik eine Dringlichkeitssitzung ein. Gouverneur Sir Walp ist äußerst besorgt über die zunehmenden Unruhen in ganz Irland. Beamte blicken ängstlich durch Teleskope auf ein riesiges ovales Objekt. Ein ortsansässiger Wissenschaftler hält es für einen schweiflosen Kometen oder eine Massenhalluzination. Der Richter liest eindringlich eine erschreckende Passage aus Swifts Buch über eine strafende fliegende Insel vor. Die Insel stürzt sich gnadenlos auf rebellische Städte herab und zerstört Gebäude und ihre rebellischen Bewohner. Simpson erklärt den Dekan für vollkommen geistig gesund. Der Arzt berichtet wahrheitsgemäß, dass der entsprechende medizinische Bericht nach London geschickt wurde. Die Beamten sind zutiefst entsetzt. Swifts vorgetäuschter Wahnsinn diente jahrelang als zuverlässige Tarnung und ermöglichte es den britischen Behörden, seine scharfen politischen Pamphlete völlig zu ignorieren. Der Gouverneur deutet offen die dringende Notwendigkeit von Swifts physischer Beseitigung an. Die schwebende Insel wäre perfekt, um ein geplantes Attentat zu verbergen.
In seinem Büro diktiert der Dekan seiner treuen Esther eine wütende schriftliche Antwort an einen weiteren Londoner Kritiker. Der Autor ist der festen Überzeugung, dass der Mensch ein grausames Wesen ist, das nur selten für klare Vernunft empfänglich ist. Plötzlich fliegt ein schwerer Stein durch das zerbrochene Fenster. Der wütende Simpson zerrt den sich verzweifelt wehrenden Patrick ins Büro. Der Doktor beschuldigt den Butler direkt, versucht zu haben, seinen Herrn zu töten. Esther verteidigt ihren treuen Diener leidenschaftlich. Sie erklärt schlicht: Für einen Satiriker ersetzen fliegende Pflastersteine stets zarte Blumen. Das Totenstille und die kalte Gleichgültigkeit der wohlgenährten Zuschauer töten langsam einen wahren Künstler. In blinder Wut packt Simpson das Buch des Dekans und wirft es mit Wucht durch die Scheibe. Ein kalter Wind verstreut die zerrissenen Seiten augenblicklich über den feuchten Hof. Beruhigt hilft der beschämte Doktor Patrick gehorsam beim Aufsammeln der nassen Blätter.
Der Butler rät dem Doktor eindringlich, sorgfältig in einer kindgerechten Ausgabe mit Farbbildern zu blättern. Gehorsam blättert Simpson in dem dicken Buch und betrachtet lange die vertrauten Illustrationen. Plötzlich erkennt der Doktor, dass er ein leibhaftiger Gulliver ist. Fieberhaft zieht er sich eine grüne Reisejacke und einen breitkrempigen Hut an. Wütend trommelt Simpson auf den Tasten eines antiken Cembalos, singt laut ein fröhliches Lied aus Nottinghamshire und springt aus dem offenen Fenster. Die versammelte Menge der Stadtbewohner jubelt seinem schweren Sturz zu.
Reise ins Land der Toten
Der bewusstlose Arzt erwacht auf einem weichen Sofa. Esther und Patrick drängen ihn eindringlich, zu schweigen und ausschließlich in Gedanken zu kommunizieren. Eine lärmende Menge seltsam gekleideter Laputaner aus ferner Zukunft platzt dreist ins Büro. Sie klicken unaufhörlich mit ihren Kameras und benehmen sich unverschämt. Ein selbstsicherer laputanischer Reiseführer bezeichnet Swift öffentlich als vergessenen und langweiligen Schriftsteller. Der ungebetene Gast nimmt eine wissenschaftliche Veröffentlichung des Kuratoriums aus seiner Aktentasche. Darin ist eindeutig das genaue Todesdatum des Dekans vermerkt: der 19. Oktober 1745. Simpson zieht wortlos eine schwere Pistole und weist die unverschämten Neuankömmlinge entschieden des Raumes zu.
Swift bricht zum ersten Mal sein langjähriges Schweigegelübde. Er fragt den Arzt direkt nach dem genauen Zeitpunkt seines bevorstehenden Todes. Simpson weigert sich kategorisch, seinem Patienten die Antwort zu geben. Der brillante Schriftsteller rechnet sofort nach: Ihm bleiben nur noch zwei kurze Stunden zu leben. Swift beschließt entschlossen, seinen Tod nach den strengen Gesetzen der Theaterkunst zu inszenieren. Er diktiert Simpson autoritär ein detailliertes medizinisches Protokoll. Der Dekan ordnet an, es zu protokollieren: „Der Schriftsteller begibt sich freiwillig auf eine lange Reise ins geheimnisvolle Reich der Toten, um den Sensenmann offen zu verspotten.“
Patrick und Esther holen eilig ihre treuen Schauspieler. Der Riese Glum verkündet freudig die gute Nachricht: Seine Beine wachsen wieder rasant. Jemand beneidet den Schriftsteller lautstark um seinen lang ersehnten Tod. Swift bittet die Frauen unter Tränen, eine wunderschöne, romantische Abschiedsszene am Altar aufzuführen. Stattdessen geraten Esther und Vanessa in einen heftigen Streit darüber, wer das Recht hat, den Dekan zu lieben. Der erschöpfte Schriftsteller gesteht freimütig: Beide schönen Frauen werden für immer in seinem zerrissenen Herzen bleiben. Die schwere Glocke der St. Patrick’s Cathedral läutet laut. Flim, der Zwerg, und der wiederbelebte rothaarige Polizist Jack erscheinen auf der Schwelle. Sie fordern den Dekan stumm auf, ihnen zu folgen. Swift tritt gehorsam auf den dunklen Platz vor die jubelnde Menge neugieriger Zuschauer.
Simpson bleibt allein in dem leeren Büro zurück. Der Arzt hört deutlich den zunehmenden Lärm der Menge und den donnernden Applaus. Sorgfältig schreibt er die letzten, schicksalhaften Zeilen in den offiziellen Bericht. Er beschreibt detailliert Jonathan Swifts reglosen Körper auf dem kalten Boden. In Gedanken berührt er seine erkaltete Hand und bereitet sich darauf vor, seinen Tod öffentlich zu verkünden. In diesem Moment zwinkert der Verstorbene dem verblüfften Arzt fröhlich und schelmisch zu. Simpson begreift endlich: Vor ihm liegt ein großer, unvergleichlicher Schauspieler, der für den Triumph der Kunst ohne Zögern seinen Atem anhalten konnte. Treue Schauspieler tragen den Leichnam vorsichtig hinter die Bühne. Das Publikum geht ruhig nach Hause. Das traurige Glockengeläut wird lauter und verkündet den ewigen Triumph der reinen Fantasie über den physischen Tod.
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