„Was du suchst, das findest du“ von Alexander Ostrovsky, Zusammenfassung
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Diese Komödie ist der dritte Teil der 1861 entstandenen Originalgeschichte über den niederen Beamten Michail Dmitrijewitsch Balsaminow. Das Werk schildert anschaulich das Leben der Moskauer Kaufleute Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Protagonist ist besessen von der Idee einer vorteilhaften Heirat, um Reichtum zu erlangen, und ignoriert dabei völlig seine eigene Unpraktikabilität. Das Stück ist reich an volkstümlichen Sprichwörtern, die die Weltanschauung der Figuren widerspiegeln.
Das Theaterstück erlangte dank der erfolgreichen Verfilmung von 1964 unter der Regie von Konstantin Voinov weite Bekanntheit. Der Film mit dem Titel „Die Hochzeit des Balzaminov“ wurde zu einem Klassiker des sowjetischen Kinos. Er verknüpfte die Handlungsstränge aller drei Teile des Theaterstücks zu einer einzigen, zusammenhängenden Geschichte.
Morgengespräche und große Pläne
Die Handlung beginnt in einem spärlich eingerichteten Zimmer im Haus der Balzaminows. Pawel Petrowna, die Witwe, trinkt gemächlich Tee und bespricht mit ihrer treuen Köchin Matrjona das Schicksal ihres Sohnes Michail Dmitrijewitsch. Die Frauen unterhalten sich über prophetische Träume und Vorzeichen und versuchen, die Zukunft vorherzusagen. Matrjona überbringt ihrer Herrin unangenehme Neuigkeiten über Mischas jüngste Eskapaden. Wie sich herausstellt, besucht der junge Mann nun regelmäßig die wohlhabenden Peschenow-Schwestern. Da deren strenge Brüder sie genau im Auge behalten, rufen die Besuche des armen Beamten bei ihren Gastgeberinnen offenen Unmut hervor.
Bald erwacht auch Balzaminov. Voller Begeisterung teilt er seiner Mutter seine lebhaften Fantasien von einem zukünftigen Leben in Luxus mit. Der junge Mann träumt von einem blauen Mantel mit kostbarem Futter, grauen Hufen und allgemeiner gesellschaftlicher Achtung. Seine Mutter versucht vergeblich, ihn in die Realität zurückzuholen und erinnert ihn an seinen völlig leeren Geldbeutel. Balzaminov bleibt unerschütterlich von seiner eigenen Richtigkeit überzeugt. Armut erscheint ihm zu langweilig, und seine ständige Suche nach einer Braut lässt ihn auf unglaubliches Glück hoffen.
Der Besuch der Heiratsvermittlerin und ein Familienstreit
Die renommierte Heiratsvermittlerin Akulina Gavrilovna Krasavina trifft im Haus ein. Pawla Petrovna hatte sie schon lange gebeten, einen passenden Ehemann für ihren geliebten Sohn zu finden. Gleich zu Beginn präsentiert die Gästin eine hervorragende und äußerst vielversprechende Option. Sie beschreibt ausführlich die wohlhabende Witwe Domna Yevstigneyevna Belotelova. Die 36-jährige, vermögende Frau leidet unter starker Trägheit und täglicher Melancholie. Auf direkten Rat von Dr. Belotelova hat sie beschlossen, aus reinem Vergnügen zu heiraten. Die Witwe verfügt über ein enormes Vermögen und verlangt von ihrem zukünftigen Ehemann weder einen brillanten Verstand noch einen hohen Stand.
Balzaminov hört sich die Geschichte der Heiratsvermittlerin ohne jegliche Begeisterung an. Er erinnert sich gut an Krasavinas vorheriges Scheitern und weigert sich, ihren schmeichelhaften Worten zu trauen. Misha beharrt stur auf seinen eigenen Plänen für die wohlhabenden Pezhenov-Schwestern. Die Heiratsvermittlerin ist über diese Undankbarkeit sofort empört. Lautstark wirft sie Balzaminov seine absolute Dummheit und sein völliges Unvermögen vor, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Ein heftiger Familienstreit bricht aus. Beleidigt schwört Akulina Gavrilovna, nie wieder einen Fuß in dieses unwirtliche Haus zu setzen, und stürmt wütend hinaus.
Nachbargärten und Jungfrauengeheimnisse
Die zweite Szene entführt den Zuschauer in die üppigen Gärten zweier wohlhabender Kaufmannshäuser. In einem der Gärten schmachtet Domna Jewstignejewna Belotelowa in tiefer Melancholie. Sie sitzt träge im Pavillon mit der zurückgekehrten Krasawina. Die Witwe beklagt ihr eintöniges Leben ohne die Zuwendung eines Mannes. Die Heiratsvermittlerin tröstet sie auf jede erdenkliche Weise und verspricht ihr fest, ihr bald einen passenden jungen Mann zu vermitteln. Die Frauen unterhalten sich gemächlich und bedächtig über die Lage der Frauen.
Hinter einem hohen Zaun, im Nachbargarten, spazieren die Peschenow-Schwestern Anfisa und Raisa. In schlichten Baumwollblusen mit riesigen Krinolinen beklagen sie sich bitterlich über ihre strengen Brüder, die sie unbarmherzig einsperren. Plötzlich erscheint das flinke Dienstmädchen Chimka. Heimlich überbringt sie Anfisa eine Nachricht des pensionierten Offiziers Lukjan Lukjanytsch Tschebakow. Der Offizier schlägt ihr kühn vor, mit ihm durchzubrennen und ihn sofort zu heiraten. Anfisa willigt freudig in diesen gewagten und gefährlichen Plan ein.
Der heimtückische Plan eines pensionierten Offiziers
Tschebakow nähert sich vorsichtig dem Hehler der Peschenows, erkennt aber schnell die technische Komplexität der geplanten Entführung. Er braucht dringend einen naiven Helfer, der ihn ablenkt. Der Offizier entdeckt Balzaminov, der in der Nähe herumlungert. Tschebakow erfasst die Situation sofort und beschließt, den jungen Mann listig für seine Zwecke auszunutzen. Er beginnt, Mischa offen zu schmeicheln und nennt ihn einen ungewöhnlich klugen und mutigen Mann.
Ein pensionierter Soldat überredet Balzaminov, aktiv an Anfisas nächtlicher Entführung mitzuwirken. Im Gegenzug verspricht Tschebakow ihm eine vorteilhafte Heirat für Mischa mit der zweiten Schwester, Raisa. Balzaminov glaubt ihm jedes Wort und willigt sofort ein. Er soll über den Zaun klettern, den Brief persönlich überbringen und die genauen Details der Flucht mit den Mädchen aushandeln. Von der Hoffnung auf eine schnelle, lukrative Heirat beflügelt, klettert Mischa mutig über den hohen Zaun.
Ein unerwarteter Sturz und eine Liebeserklärung
Aufgrund seiner natürlichen Ungeschicklichkeit verwechselt Balzaminov die Zäune der Nachbarn. Statt im Garten der Peschenows zu landen, stürzt er mit einem lauten Knall auf Belotelowas Grundstück. Der heftige Aufprall bricht einen Busch ab und verursacht einen ohrenbetäubenden Lärm. Die erschrockene Witwe versteckt sich schnell tief im Gartenpavillon. Die aufmerksame Krasavina, die den lauten Knall gehört hat, eilt heraus und packt den Eindringling. Die Heiratsvermittlerin erkennt ihren jüngsten Übeltäter sofort wieder. Sie beschließt, Balzaminov eine Lektion zu erteilen und droht, die Hausmeister zu rufen, damit sie ihn als gewöhnlichen Dieb bei der Polizei anzeigen.
Todesängstlich fleht Mischa unter Tränen um Gnade. Krasavina stellt eine strenge Bedingung: Er muss der Herrin des Gartens unverzüglich und leidenschaftlich seine Liebe gestehen. Balzaminov, unterwürfig und resigniert, nähert sich dem Pavillon. Schüchtern und stockend erklärt er Belotelova seine angeblich lang gehegten Gefühle. Die Witwe, gebannt von dem plötzlichen romantischen Auftreten des jungen Mannes, glaubt seinen verwirrten Worten aufrichtig. Sie küsst den völlig verdutzten Mischa leidenschaftlich und befiehlt ihm herrisch, morgen zum Tee zu kommen.
Heimkehr und neue Fantasien
In der dritten Szene kehrt die Handlung in das beengte Haus der Balzaminows zurück. Pawla Petrowna legt sorgfältig alte Karten aus und versucht, das Schicksal ihres einzigen Sohnes vorherzusagen. Plötzlich kehrt Mischa in höchster Nervosität zurück. Aufgeregt und enthusiastisch erzählt er seiner Mutter von einer zufälligen Begegnung mit einer unglaublich reichen Witwe. Balzaminow beschreibt detailliert den prächtigen Garten und die kurvenreiche Gestalt von Domna Jewstignejewna. Seine überbordende Fantasie malt sich bereits lebhaft Bilder eines zukünftigen, unbeschwerten und wohlhabenden Lebens aus.
Der junge Mann schreitet stolz in dem beengten Zimmer auf und ab und demonstriert seiner Mutter, wie er sich in seiner neuen, gehobenen Position präsentieren wird. Er plant, sich eilig die feinsten Kleider zu kaufen und nur Vollblutpferde zu mieten. Pawla Petrowna hört ihrem Sohn mit unverhohlener Freude zu, mahnt ihn aber klugerweise zur Vorsicht. Sie fürchtet, dieses unerwartet große Glück zu verhexen. Seine Mutter ermahnt Mischa, sich bis zur offiziellen Besiegelung der Ehe deutlich bescheidener zu verhalten.
Das Scheitern des Entführungsabenteuers
Die familiäre Idylle wird jäh durch Tschebakows plötzliches Erscheinen zerstört. Der Offizier fordert Balzaminov eindringlich auf, unverzüglich den zweiten Teil ihrer geheimen Abmachung zu erfüllen. Mischa muss die aggressiven Peschenow-Brüder geschickt ablenken, während Tschebakow Anfisa eilig in Sicherheit bringt. Balzaminov hofft inständig, Raisa zu entführen und sie heimlich zu heiraten. Entschlossen macht er sich auf den Weg zum Haus der reichen Peschenows, voller Mut, im Namen großer Liebe und immensen Reichtums eine Heldentat zu vollbringen.
Der schlecht durchdachte Plan endet erwartungsgemäß in einem totalen und verheerenden Fiasko. Dem gerissenen Tschebakow gelingt die sichere und unbemerkte Flucht mit Anfisa. Balzaminov, nun in herrlicher Abgeschiedenheit, gerät schnell in die Hände der wütenden Peschenow-Brüder. Sie bestrafen ihren unglückseligen Retter grausam und jagen ihn in Schande aus dem Hof. Geschlagen und moralisch gebrochen, kehrt Mischa nur knapp lebend nach Hause zurück. Er verfällt in tiefe Depression und glaubt, sein junges Leben sei völlig ruiniert.
Ein glückliches Ende
Die Mutter versucht verzweifelt, ihren bitterlich weinenden Sohn zu beruhigen. Besorgt erinnert sie ihn an die offensichtliche Gunst der reichen Witwe Belotelova. Balzaminov weist jede Hoffnung auf Erfolg kategorisch zurück. Er ist sich seines absoluten Unglücks im Leben vollkommen sicher. Der junge Mann beklagt lautstark seinen völligen Mangel an Intelligenz und Geld und glaubt aufrichtig, der elendste Mensch der Welt zu sein. In diesem finstersten Moment knarrt die schwere Tür, und Krasavina erscheint triumphierend auf der Schwelle.
Die Heiratsvermittlerin verkündet voller Freude eine sensationelle Neuigkeit: Domna Jewstignjewna hat sich endgültig entschieden, Balzaminow zu heiraten. Als Zeichen ihres außergewöhnlichen Ernstes hat die wohlhabende Witwe Mischa eine kostbare, massive Golduhr zukommen lassen, die ihr verstorbener Mann hinterlassen hat. Würdevoll überreicht Krasawina dem völlig verblüfften Bräutigam das wertvolle Geschenk. Die erfahrene Heiratsvermittlerin erinnert ihn sogleich an ihre verdiente finanzielle Belohnung für diese erfolgreiche Vermittlung.
Balzaminov ist wie durch Zauberhand verwandelt. Nicht die geringste Spur seiner jüngsten tiefen Verzweiflung ist noch zu sehen. Er springt vor überschäumender Freude hoch und verspricht der Heiratsvermittlerin voller Inbrunst, sie großzügig zu belohnen. Mischa verkündet lautstark, er sei nun ein völlig anderer, ein völlig neuer Mensch. Pawla Petrowna bemerkt philosophisch und weise: Mit viel Geld kann man auch ohne viel Verstand ein glückliches Leben führen. Überglücklich fordert Balzaminov Krasawina fröhlich zum Tanz auf. Die Heiratsvermittlerin willigt sofort ein und spricht den entscheidenden Schlusssatz des Stücks: „Was du suchst, das wirst du finden.“
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