„Das Petersilien-Syndrom“ von Dina Rubina, Zusammenfassung
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Dieses 2010 erschienene Buch vollendet die gefeierte Trilogie „Menschen der Lüfte“. Das Werk erkundet eindringlich die fanatische Hingabe des Schöpfers an seine Kunst. Der Autor beschreibt die obsessive Liebe des Puppenspielers zu seiner Frau. Ihre schwere Krankheit stellt ihre Beziehung auf eine harte Probe. Der Roman ist von Mystik durchdrungen. Prager Legenden und alte Familiengeheimnisse erwachen in der Erzählung zum Leben.
Im Jahr 2015 wurde der Roman erfolgreich verfilmt. Der gleichnamige Film mit Jewgeni Mironow und Tschulpan Chamatowa in den Hauptrollen erregte großes Aufsehen.
Rückkehr aus der Klinik
Der Roman beginnt in Jerusalem. Der Protagonist, Petja Uksusow, holt seine Frau Lisa aus einer psychiatrischen Klinik ab. Ihr behandelnder Arzt, Boris Gorelik, besteht auf einer Weiterbehandlung. Er hält ihre Entlassung für einen schweren Fehler. Petja bringt seine Frau zur Genesung nach Eilat. Ihre Beziehung ist kompliziert. Lisa hasst ihren Mann. Sie verliert oft die Beherrschung. Manchmal gibt sie ihren zärtlichen Gefühlen nach. Eines Abends in Eilat streitet das Paar. Lisas Krankheit wurde durch den Tod ihres Sohnes ausgelöst. Der Junge litt an einer seltenen genetischen Störung, dem sogenannten Petruschka-Syndrom. Das kranke Kind lachte immer grundlos.
Kurz darauf stirbt Lizas Tante Visya. Das Paar reist nach Samara. Dort treffen sie auf den Familienfreund Silva Zhuseppovich Morelli. Silva hilft ihnen beim Einrichten ihrer Wohnung. Im Haus seiner Tante befinden sich noch viele alte Gegenstände. Zufällig findet Silva im Keller eine verlassene Puppe. Petya erkennt sie sofort als die Wirtin. Es ist ein uraltes Familienerbstück der Vilkovskys, Lizas Vorfahren. Petya versteckt die Holzfigur heimlich in seinem Rucksack.
Die Vergangenheit des Helden
Die Erzählung wird immer wieder von Dr. Goreliks Erinnerungen unterbrochen. Boris analysiert akribisch das Leben seines Freundes. Petja wuchs auf Sachalin in der Stadt Tomari auf. Zur Familie gehörten der Grenzschutzveteran Romka und seine Mutter Katja. Sein Vater hatte seinen rechten Arm verloren. Der Veteran war ein Meister der Linkshändigkeit. Roman Petrowitsch besaß die unglaubliche Gabe, Gegenstände zum Leben zu erwecken. Aus einem gewöhnlichen Taschentuch formte er eine laufende Maus. Der Junge erbte diese Gabe. Petja trug stets Knete in der Tasche. Er formte winzige Figuren.
Petjas Schicksal änderte sich durch einen alten Puppenspieler aus Lemberg namens Kasimir Matwejewitsch. Der Meister war nach seinem Einsatz in den Konzentrationslagern in den Fernen Osten gekommen. Er zeigte dem Jungen einen traditionellen Rowdy mit roter Mütze. Der Junge fühlte sich Petruschka körperlich verbunden. Bald besuchte Petja den Meister regelmäßig in Juschno-Sachalinsk. Der alte Mann lehrte ihn die Grundlagen des Puppenspiels. Er demonstrierte ihm den Bau des Gapit – eines inneren Stabs zur Steuerung des Kopfes. Er lehrte seinen Schüler große Geduld. Später starb Petjas Vater bei einer Schlägerei im Suff. Feinde erstachen den Veteranen, während er tanzte. Romka steppte und verspottete seine Gegner.
Geheimnisse von Lemberg
Petjas Mutter zog nach Lemberg. Die Straßen Ivana Franko, Zelena und Shota Rustaveli bildeten das Dreieck von Boris’ Kindheit. Im Alter von acht Jahren wurde Petja Zeuge eines schrecklichen Vorfalls. Eine junge Frau sprang aus einem Fenster auf das Kopfsteinpflaster. Das Opfer hieß Jana Wilkowskaja. Kurz darauf entführte der Junge die einjährige Liza aus ihrem Kinderwagen. Basja, eine Wäscherin, brachte Janas Tochter schnell wieder nach Hause. Von da an war das Leben des Teenagers untrennbar mit dem rothaarigen Kind verbunden. Er besuchte sie oft und passte stundenlang auf sie auf.
Liza wuchs unter Petjas strenger Aufsicht auf. Er schützte sie vor Verehrern. Der junge Mann zwang das Mädchen zum Ballettunterricht und prägte so ihren Charakter. Lizas Vater, Tadeusz Vilkovsky, war ein zynischer Anwalt. Seine offenkundige Unmoral ängstigte den jungen Mann. Eines Tages erkannte Petja etwas Schreckliches: Der Anwalt hegte finstere Absichten gegenüber seiner eigenen Tochter. Petja schlug Vilkovsky brutal zusammen. Der junge Mann entführte Liza für immer. Die Flüchtlinge gingen nach Leningrad. Petja schwor, das Mädchen vor ihrem gefährlichen Verwandten zu beschützen.
Ellis’ Geburt
Petja wurde ein genialer Puppenspieler. Er kreierte eine Tanznummer für zwei Personen. Das Paar erlangte europaweite Berühmtheit. Sie tanzten zu „Minor Swing“. Nach dem Tod ihres kranken Kindes weigerte sich Lisa kategorisch aufzutreten. Im Verlust seiner Partnerin schuf Petja eine einzigartige Puppe, Ellis. Sie wurde zu einem mechanischen Abbild seiner Frau. Der Künstler stattete sie mit einem komplexen System verborgener Stäbe aus. Die Puppe bewegte sich mithilfe eines speziellen horizontalen Stabes – einem Querstück mit Fäden. Ein alter Glasbläser aus Brünn blies Ellis die Augen. Der Künstler ahmte die honiggelbe Farbe von Lisas Iris präzise nach. Der Mechanismus ermöglichte es der Puppe zu atmen und sanft über den Parkettboden zu gleiten.
Das Auftauchen des künstlichen Ebenbildes erschütterte Lisa zutiefst. Sie sah in Ellis einen lebenden Rivalen. Seine Frau warf ihrem Mann Verrat vor. Er hatte ein schwaches Stück Polymer einem lebenden Menschen vorgezogen. Um seine Frau vor dem Wahnsinn zu bewahren, versteckte Petja Ellis in Prag. Die Familie Prochazok, eine Familie von Puppenmachern mit langer Tradition, nahm sie in ihre Obhut. Großmutter Hana bewahrte die Puppe in einem Schrank auf. Dort erblickte Boris Gorelik eines Tages die vollkommene Gestalt des mechanischen Mädchens.
Der Fluch des Wirtes
Petja reist nach Berlin, um das Geheimnis des Wirtes zu lüften. Professor Vaclav Ratt erzählt seinem Gast eine unheimliche Geschichte. Im 19. Jahrhundert verführte ein umherziehender Puppenspieler die Tochter eines jüdischen Wirtes. Der alte Mann belegte den Übeltäter mit einem uralten Fluch. Der Puppenspieler heiratete eine andere Frau. Ihre Söhne wurden mit dem Lachpuppen-Syndrom geboren. Der Professor zeigt eine Sammlung antiker Puppenspieler.
Um den Fluch zu brechen, befragte der Handwerker eine Wahrsagerin. Diese gab eine hölzerne Figur des Wirtes in Auftrag. Der Handwerker stellte die rothaarige Figur hinein. Das Holzidol wirkte einwandfrei und schenkte gesunde, rothaarige Töchter. Doch das Relikt brachte keinen Frieden. Die Frauen der Familie Vilkovsky waren dem Unglück verfallen.
Dr. Gorelik erfährt von Dr. Jakow Ziv ein schockierendes Detail. Tadeusz Wilkowski verlor Janja in einem Kartenspiel an einen sowjetischen Offizier. Um die Ehre ihres Mannes zu wahren, ging die Frau zum Gewinner. Als sie am frühen Morgen zurückkehrte, beging sie Selbstmord. Janjas jüngere Schwester stahl den Gasthof und floh nach Samara. Die Flüchtige, Wischja, hoffte, den Kreislauf des familiären Unglücks zu durchbrechen.
Abschiedstanz
Vor seiner Abreise aus Prag besucht Boris Freunde. Der Arzt wirft seinem Freund herzlose Selbstsucht vor. Er überredet Petja, seiner Frau mehr Freiraum zu geben. Petja willigt ein, mit Ellis in einem russischen Kabarett aufzutreten. Ihr Tanz mit der mechanischen Frau fasziniert die Gäste. Petja lässt die Puppe in der Garderobe zurück und betritt den Zuschauerraum. Währenddessen schleicht sich Lisa hinter die Bühne und entführt Ellis. Ein Wachmann hält die Puppe irrtümlich für eine lebende Künstlerin. Die Entführerin geht seelenruhig hinaus.
Als die Kameraden nach Hause zurückkehren, bietet sich ihnen ein grauenhafter Anblick. Liza sitzt auf einem Stuhl. Der abgetrennte Kopf des Doubles liegt auf ihrem Schoß. Der Körper der künstlichen Frau wurde mit Hammer und Säge zerstückelt. Petja fällt vor Kummer in Ohnmacht. Liza verkündet Boris das Ende der Geschichte. Die Puppe habe ihren Zweck erfüllt, alle Probleme seien vorbei. Das Paar beschließt, zusammenzubleiben. Sie erwarten die Geburt eines gesunden Kindes. Boris kehrt erleichtert nach Jerusalem zurück.
Der Epilog entführt den Leser auf die Karlsbrücke in Prag. Ein kalter Frühlingswind weht durch die Steingewölbe. Der Straßenmusiker Honza spielt eine Aufnahme von „Minor Swing“. Ein Puppenspieler tritt auf das Kopfsteinpflaster. Petya tanzt ohne Puppe. Ein Mann wirbelt anmutig mit einer unsichtbaren Partnerin.
Das Publikum beobachtet den brillanten Künstler gebannt. Seine Hände halten die Erinnerung an eine Frau in ihren Händen. Er tanzt einen Abschiedstanz für die verstorbene Ellis. Der Meister lässt seine künstliche Liebe für immer los. Die Melodie erklingt über der Moldau. Petja durchtrennt in Gedanken die goldenen Fäden. Er bereitet sich darauf vor, ein neues Leben zu beginnen.
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