Portrait of a young Maori woman with moko Louis John Steele (1842-1918)
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Louis John Steele – Portrait of a young Maori woman with moko
Ort: Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, Wellington.
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Hier sehen wir ein Porträt einer jungen Frau, offensichtlich einer maorischen Herkunft angehörend. Der Fokus liegt ganz klar auf ihrem Gesicht und der Darstellung ihrer kulturellen Identität. Die Komposition ist schlicht gehalten; die Frau nimmt fast den gesamten Bildraum ein, was ihre Präsenz noch verstärkt.
Bemerkenswert ist das moko, die traditionelle maorische Tätowierung im Gesicht. Es zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich und erzählt ohne Worte von ihrer Herkunft, ihrem Status innerhalb der Gemeinschaft und möglicherweise auch von persönlichen Errungenschaften oder familiären Bindungen. Die feinen Linien des moko sind detailreich wiedergegeben, was die handwerkliche Kunstfertigkeit hervorhebt.
Das dunkle, üppige Haar, teilweise mit einem roten Blütenzweig geschmückt, rahmt das Gesicht und unterstreicht die Jugendlichkeit der Frau. Lange, grüne Ohrringe fallen ihr an den Wangen herunter und bilden einen Kontrast zu dem dunklen Teint und dem schwarzen Haar. Ein Halsband aus dunklen Perlen und einem geschnitzten Anhänger vollendet das Bild. Die Kleidung scheint eine Mischung aus traditionellen Elementen und möglicherweise westlichen Einflüssen darzustellen, was auf den Kontakt zwischen Kulturen hindeutet.
Die Farbgebung ist gedämpft gehalten; vor allem Brauntöne und Schwarztöne dominieren, die durch vereinzelte Farbakzente wie das Rot der Blüte und das Grün der Ohrringe aufgelockert werden. Der Hintergrund ist dunkel und unscharf, was dazu beiträgt, den Blick des Betrachters auf die Frau zu lenken.
Die Darstellung wirkt trotz der Ernsthaftigkeit des Gesichtsausdrucks nicht unnahbar. Es scheint eine gewisse Würde und Stärke auszustrahlen. Man spürt eine stille Präsenz, die mehr als nur ein Abbild ist; es ist eine Repräsentation einer Kultur und einer Identität. Die subtile Beleuchtung betont die Konturen des Gesichts und verleiht dem Porträt eine gewisse Tiefe.
Subtextuell könnte das Bild als ein Zeugnis für den kulturellen Austausch im 19. Jahrhundert interpretiert werden, eine Zeit, in der europäische Künstler zunehmend Interesse an fremden Kulturen zeigten. Gleichzeitig kann es aber auch als eine Form des Widerstands gegen die koloniale Macht gelesen werden, indem die Frau ihre Identität stolz zur Schau stellt und sich nicht assimilieren lässt. Die Kombination aus traditionellen Elementen und möglicherweise westlichen Einflüssen deutet auf einen Prozess der Anpassung und des Bewahrens hin. Das Porträt fängt somit eine komplexe Spannung zwischen Tradition und Moderne ein.