The Dead Christ supported by Angels Giovanni Bellini (1430-1516)
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Giovanni Bellini – The Dead Christ supported by Angels
Ort: National Gallery, London.
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VERTKALES DENKEN
Du eilst so sehr, gehst so schnell, dass es scheint, als ob du gleich abheben würdest. Dabei murmelst du vor dich hin: Welche kleinen Schritte, wie klein sie sind... Und das Gedankenband in deinem Kopf – zerrissen – huscht vorbei, windet sich horizontal. Es windet sich immer nur so – und nie anders.
Nie? Aber manchmal gibt es geheimnisvolle Schimmerungen, die Teile davon nach oben heben, in unbekannte, so verlockende Höhen; manchmal – in einer Kirche, ohne zu beten, einfach lauschend in der besonderen Stille konkreter Gewölbe – in einem mystischen Bild vereint –, spürst du einen Aufstieg, wenn nicht gerade einen Flug, eine seltene Vertikalität des Denkens; oder, beim Lauschen auf Orgelmusik, ja sogar bei einem Symphoniekonzert, fühlst du, wie die horizontale Bewegung zum Stillstand kommt, abbricht und dein ganzes Wesen sich in die Höhe streckt; oder, wenn du über den Seiten großer menschlicher Bücher verweilst, spürst du eine irreale (oder vielleicht übersinnliche) Erhebung... Die alltäglichen Sorgen sind weit unten geblieben, und dir ist klar – wie unbedeutend sie sind, wie mühsam –, und dir ist klar, dass du in sie zurückkehrst, als ob du zusammenbrächen würdest, denn der Abstand zwischen der Höhe der Erhebung und dem, was unten ist, ist groß, sehr groß – und du bist selbst sehr stark an die Erde gebunden...
Wie kann man diese Erhebung – diesen Kern vertikalen Denkens – zur Norm machen? Du bemühst dich dein ganzes Leben lang – Millimeter für Millimeter, kaum näher kommend dem Ziel der Höhe; du bemühst dich am Rande deiner Kräfte, wachsend durch dich selbst hin zu Offenbarungen des vertikalen Denkens... Du bemühst dich und schmelzt aus Verzweiflung über das Scheitern alchemistische Gold der Hoffnung.
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Zwei Himmelswesen, Engel, umrahmen die zentrale Figur. Sie scheinen den Leichnam zu stützen, ihre Gesten sind sanft und voller Mitleid. Ihre Gesichter sind von einer melancholischen Trauer geprägt, die sich von dem eher teilnahmslosen Ausdruck des zentralen Protagonisten abhebt. Die Darstellung der Engel ist von einer gewissen Zartheit, fast Fragilität, geprägt, was den Kontrast zu der robusten Darstellung des Körpers verstärkt.
Die Farbgebung ist gedämpft, dominiert von warmen Erdtönen und dunklen Grüntönen. Dies trägt zur gedrückten, melancholischen Stimmung des Bildes bei. Das Licht fällt von oben auf die Figur, wodurch die Konturen hervorgehoben und eine dramatische Wirkung erzeugt wird.
Ein möglicher Subtext dieser Darstellung liegt in der Betonung der menschlichen Verletzlichkeit und des Leidens. Der nackte Körper des Mannes, die sichtbaren Wunden, symbolisieren die Sterblichkeit und die Tragödie des menschlichen Daseins. Gleichzeitig vermitteln die stützenden Engel eine Botschaft der Hoffnung und des Trostes, eine Andeutung auf die Möglichkeit der Erlösung und der Auferstehung. Die Nähe zur Darstellung, die direkte Konfrontation mit dem Tod, zwingt den Betrachter, sich mit den großen Fragen des Lebens und des Sterbens auseinanderzusetzen. Die Darstellung scheint eine tiefe Anteilnahme an der menschlichen Erfahrung zu zeigen und einen Moment der stillen Kontemplation zu ermöglichen.