Adélaïde Labille-Guiard – Self-portrait with Two Pupils, Marie Gabrielle Capet (1761–1818) and Marie Marguerite Carreaux de Rosemond (died 1788) Metropolitan Museum: part 1
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Die beiden Schülerinnen stehen dicht an der Künstlerin. Die eine, links von ihr, beugt sich interessiert über die Staffelei, während die andere, rechts, ein wenig zurücktritt und den Prozess beobachtet. Beide Mädchen sind in Kleidern in gedeckten Farben gekleidet, was ihren Status als Lernende unterstreicht. Die Kleidung ist zwar schlicht, aber dennoch von guter Qualität, was auf einen gewissen sozialen Stand der Familien hindeutet.
Der Hintergrund ist dunkel und verschwommen gehalten, was die Aufmerksamkeit auf die Figuren lenkt. Ein großer, dunkler Vorhang bildet die Kulisse und verleiht dem Raum eine gewisse Tiefe und Würde. Ein Stuhl mit rotem Sitzkissen und eine herumliegende Decke lassen auf eine intime, vertraute Arbeitsatmosphäre schließen.
Die Komposition des Bildes ist durchdacht. Die Dreiecksform, die durch die Figuren gebildet wird, verleiht der Szene Stabilität und Harmonie. Die Farbgebung ist fein abgestuft und von einem hellen, fast silbrigen Ton dominiert, der die Eleganz der Szene unterstreicht.
Die Darstellung ist mehr als nur eine schlichte Abbildung einer Künstlerin bei der Arbeit. Sie legt eine subtile Botschaft offen: die Bedeutung der künstlerischen Ausbildung und die Förderung junger Frauen in einer Zeit, in der der Zugang zu künstlerischer Bildung für Mädchen und junge Frauen stark eingeschränkt war. Die Präsenz der Schülerinnen deutet auf die Rolle der Künstlerin als Mentorin und Lehrerin hin. Darüber hinaus ist es ein Statement über die Professionalität und die Legitimität der Frau als Künstlerin, ein Thema, das in der Kunstwelt des 18. Jahrhunderts von Bedeutung war. Die Darstellung der beiden jungen Frauen, die ihre Aufmerksamkeit der Künstlerin und ihrem Werk widmen, impliziert die Wertschätzung und den Respekt, den die Künstlerin genießt. Die Wahl des Modells, eines Mannes, könnte zudem auf die Ambition hindeuten, sich in der männlich dominierten Welt der Porträtmalerei zu behaupten.