„Cerberus der Wächter“ von Tatjana Korsakowa, Zusammenfassung
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Dieser 2023 erschienene mystische Thriller enthüllt die dunklen Geheimnisse eines alten Anwesens. Die Handlung verknüpft die harte medizinische Realität eines Provinzkrankenhauses mit uralten Vorstellungen von Vampiren und übernatürlichen Wächtern. Das Hauptmerkmal der Erzählung ist die psychologische Authentizität der Charaktere, die sich gezwungen sehen, dem irrationalen Bösen direkt entgegenzutreten.
Ein mysteriöser Fund auf einer verlassenen Straße
Die Geschichte beginnt in der Abenddämmerung auf einem alten, verlassenen Waldweg. Bestatter Charon, der die ungewöhnliche Gabe besitzt, den Tod anderer zu spüren, stößt auf die Überreste eines Unfalls. Am Grund einer Schlucht entdeckt er ein brennendes Motorrad und die Leiche eines jungen Mädchens. Charon bringt das Opfer in seine Werkstatt, in der Hoffnung, den seltenen Moment des Seelenübergangs in einer Totenmaske festzuhalten. Doch das Mädchen klammert sich hartnäckig ans Leben und beweist trotz einer schweren Kopfverletzung bemerkenswerte Widerstandskraft.
Charon spürt, dass der Tod naht, und ruft seinen alten Freund Miron an, einen jungen Intensivmediziner. Er bringt die unbekannte Patientin ins Kreiskrankenhaus, wo ein erhöhter Hirndruck diagnostiziert wird. Miron ist gezwungen, einen Deal mit der Leiterin der Radiologie, Ljudmila Wassiljewna, einzugehen. Um das Mädchen, das die Ärzte „Jane Doe“ nennen, zu retten, holt Ljudmila den Moskauer Neurochirurgen Wyschegorodzew hinzu und verlangt im Gegenzug, dass Miron ein Treffen mit dem seltsamen Besitzer eines Bestattungsinstituts arrangiert.
Eine alte Legende und der Geist eines Hundes
Miron besucht den Unfallort und findet eine seltsame Bleistiftskizze eines dreiköpfigen Monsters. Kurz darauf treibt eine unheimliche Erscheinung in der Atemwegsstation und der Wohnung des Arztes ihr Unwesen. Es ist ein skelettartiger Hund mit einem Schädel als Kopf, den Miron in Gedanken Cerberus nennt. Das mystische Wesen schenkt dem im Koma liegenden Mädchen überraschende Aufmerksamkeit, als wolle es sie vor einer unsichtbaren Gefahr beschützen.
Um das Rätsel zu lösen, wendet sich Myron an seine Großmutter, die das örtliche Museum leitet. Sie zeigt ihm ein antikes Silberhalsband und ein Wappenbuch der ungarischen Adelsfamilie Bartan. Das Familienwappen zeigt einen dunklen Hund, der die Frauen der Familie beschützen sollte. Laut Archivaufzeichnungen lebte das letzte Familienmitglied auf dem Gut Gremuchy Ruchey, wo alle Spuren des antiken Artefakts verloren gingen.
Miron erinnert sich, wie er als Kind heimlich in die Keller des Guts Gremuchy Ruchey eindrang und dort ein angekettetes Monster mit roten Augen sah. Lange Zeit erschien ihm diese Erinnerung wie ein Albtraum aus seiner Kindheit. Doch neue, erschreckende Ereignisse lassen den Arzt vermuten, dass die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwommen ist.
Myrons Training und innere Stärke
Miron entwickelte dank regelmäßigen Trainings in einem Sportverein unter der Anleitung von Savik Musailovich außergewöhnliche Stärke und Beweglichkeit. Im Alter von dreizehn Jahren rettete Kharon den Teenager vor einer gewalttätigen Straßengang und brachte ihn in ein Aikido-Studio im Keller. Von da an trainierte Miron fleißig, verinnerlichte die Philosophie der gewaltfreien Selbstverteidigung und perfektionierte seine Fähigkeiten bis zum schwarzen Gürtel. Diese körperliche Fitness und seine Fähigkeit, sich in kritischen Momenten zu konzentrieren, halfen ihm später, in Kämpfen mit übernatürlichen Wesen die Ruhe zu bewahren.
Tragödie in Rattlesnake Hollow
Nachts ereignet sich im dichten Nebel ein schrecklicher Unfall: Ein Reisebus gerät von der Straße ab und stürzt in eine Schlucht. Im Krankenhaus von Myron herrscht Chaos, während die Ärzte die ganze Nacht um das Leben Dutzender Opfer kämpfen. Bei der sorgfältigen Untersuchung der Verletzten entdecken Myron und der Chirurg Sidorenko seltsame Schnittverletzungen im Bereich der Halsgefäße und Schlüsselbeine, die eher auf Raubtierbisse hindeuten. Einer der Passagiere verschwindet spurlos von der Unfallstelle.
Miron und Ljudmila Wassiljewna begeben sich zur Schlucht, um nach dem vermissten Touristen zu suchen, und stoßen dort auf seine blutlose Leiche. Charon, der zum Fundort gerufen wird, bestätigt den Tod durch Blutverlust, doch die Leichenstarre fehlt verdächtigerweise. Ljudmila kontaktiert ihre Kontakte bei der Polizei, und die Leiche wird in die städtische Leichenhalle zurückgebracht, um öffentliche Aufmerksamkeit und Vorwürfe der Fahrlässigkeit zu vermeiden.
Unterdessen braut sich im Krankenhaus ein Konflikt zusammen. Der intrigante Chefarzt Gorovoy versucht, die unbekannte Lera in ein schreckliches Armenhaus in Veselovka verlegen zu lassen. Um ihre Patientin vor dem sicheren Tod zu bewahren, nutzen Miron und Kharon ihre Kontakte. Das Mädchen wird in ein exklusives Pflegeheim verlegt, das auf dem restaurierten Gut Gremuchy Ruchey eröffnet wurde. Miron nimmt dort eine Teilzeitstelle als Anästhesist an, um ihren Zustand persönlich überwachen zu können.
Die Auferstehung und die dunkle Bedrohung
Die Ereignisse nehmen eine unheilvolle Wendung, als eine Leiche aus der Leichenhalle zum Leben erwacht. Verwandelt in einen hirnlosen Ghul, dringt er in Charons Bestattungsinstitut ein, wo sich Ljudmila Wassiljewna gerade aufhält. Das Monster greift die verängstigte Frau an, doch sie wehrt sich verzweifelt mit einem scharfen Stilettoabsatz und rammt ihn dem Wesen in die Augenhöhle. Charon, der gerade noch rechtzeitig eintrifft, vernichtet den Leichnam mit einem präzisen Hieb seines Stockdegens ins Herz. Um den Vorfall zu vertuschen, müssen Charon und Miron den zweimal toten Körper heimlich auf eine Bank nahe der Leichenhalle zurückbringen.
Nach einem gefährlichen Vorfall wurde die Leiche im Bestattungsinstitut sicher vernichtet. Dieses Ereignis bringt Charon und Ljudmila Wassiljewna einander näher, und sie verabreden sich in einem Restaurant. Beim Abendessen diskutieren sie angeregt pseudowissenschaftliche Theorien über Vampirismus und versuchen, das Phänomen medizinisch zu erklären. Ljudmila glaubt, die Bisse seien auf eine Virusinfektion zurückzuführen, die den Stoffwechsel so weit verlangsamen kann, dass es zum scheinbaren Tod kommt. Charon hingegen spekuliert über einen Mangel an einer speziellen Substanz im Blut der Ghule, der in Zeiten extremen Hungers unkontrollierbare Aggressionen auslöst.
Charon teilt historische Aufzeichnungen mit Miron. Es stellt sich heraus, dass die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkriegs in Gremuchy Ruchey grausame Experimente durchführten. Infolge dieser Experimente kam es in der Schlucht zu einem Ausbruch von Vampirismus. Einer der wenigen Überlebenden war Mirons Urgroßvater Dmitri Kulikow, der nach den Torturen vollständig ergraute, aber eine außergewöhnliche Intuition entwickelte.
Miron beginnt, Lera in ihren Klarträumen heimzusuchen. In einem fiktiven gotischen Schloss erlangt das Mädchen die Fähigkeit zu sprechen zurück und erinnert sich teilweise an ihren Namen. Ihr Geist wird von Cerberus beschützt, der in der Traumwelt als majestätischer Hund aus Fleisch und Blut erscheint. Lera gesteht, seltsame Flüsterstimmen in der Schlucht zu hören und fürchtet sich davor, für immer zu einem „vegetativen“ Zustand zu verkommen.
Die ersten Tage auf dem Gut und die Rettung von Maschenka
Nachdem Miron sich in der Pension eingelebt hat, bringt er Lera in das Nebengebäude unter die Obhut der fürsorglichen, älteren Krankenschwester Semjonowna, wo Cerberus weiterhin unsichtbar Wache hält. Gleich an seinem ersten Tag auf dem Gut rettet Miron die Kosmetikerin Maschenka vor einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, nachdem diese Schokolade mit Nüssen gegessen hat. Durch die schnelle Verabreichung einer Adrenalinspritze gewinnt er den Respekt der Chefärztin Marta Genrichowna und lernt die seltsame Bewohnerin Astra kennen. Astra dankt dem Arzt für seine Schnelligkeit und deutet an, dass sie das Gut zu langweilig findet und es seinen früheren mystischen Zauber verloren hat.
Jagd im Nebel des Anwesens
Bei einem Morgenspaziergang durch den wilden Teil des Parks hört Myron ein höhnisches Frauenlachen. Im dichten Nebel wird er von einem unsichtbaren, mit Klauen bewehrten Wesen angegriffen. Der Arzt verteidigt sich mit einem abgebrochenen Haselzweig und verletzt den Angreifer schwer in der Brust. Der geisterhafte Cerberus eilt ihm zu Hilfe und vertreibt das Ungeheuer. Später entdecken Charon und Myron einen umgedrehten, blutigen Abdruck einer schlanken Frauenhand an einem Betonzaun.
Miron erkundet einen verlassenen Wasserturm und entdeckt in einem alten Kessel die Leiche eines Mannes mit gebrochenem Genick. Er erkennt in dem Toten den Jeepfahrer aus seinem prophetischen Traum – den Mann, der Lera angefahren und in eine Schlucht geschleudert hat. Doch die Leiche verschwindet kurz darauf spurlos aus dem Turm, woraus die Helden schließen, dass sich auch der Mörder in einen Ghul verwandelt hat und entkommen ist.
Im Finale begegnet Miron Astra, einer mysteriösen Schriftstellerin, die sich in einer Pension einer Verjüngungskur unterzieht. Als er sie am Wasserturm trifft, bemerkt er frisches Blut an ihren Lippen. Astra fletscht ihre scharfen Zähne und gesteht ironischerweise ihre wahre, vampirische Natur, was den Verdacht der Helden bestätigt, dass in Rattlesnake Creek ein urzeitliches Übel existiert.
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