Eine Zusammenfassung von „Die Traumlinie“ von Sergei Lukyanenko
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„Die Traumlinie“ ist ein Science-Fiction-Roman von Sergei Lukjanenko, geschrieben 1995 und 1996 erstmals von Lokid veröffentlicht. Die Handlung spielt in ferner Zukunft, Jahrzehnte nach dem Krieg der Wirren – einem brutalen intergalaktischen Konflikt, in dem die Menschheit nur knapp überlebte und gegen die Rassen der Sakras und Bulrati kämpfte. Die Welt hat überlebt, ist aber weiterhin unwirtlich: Der Tod ist nicht mehr endgültig – er kann durch Kontaktaufnahme mit aTan erworben werden, einem Unternehmen, das Unsterblichkeit mittels molekularer Persönlichkeitsanalyse verkauft.
Im Jahr 1997 gewann der Roman den „Schwert von Rumata“-Preis für das beste Werk im Genre der heroischen romantischen Fantasy.
Tod auf Kailis
Der Protagonist ist Kay Altos, ein Söldner und Leibwächter ohne Familie oder Stamm, der im Waisenhaus „Neue Generation“ auf dem Planeten Altos aufwuchs. Er liebt Geld, seinen Hyperantrieb und guten Wein, verachtet aber Kinder seit seiner Kindheit.
Auf Kailis stirbt Kay einen sinnlosen und qualvollen Tod. In dieser Nacht betritt ein dunkelhäutiger, schwarzhaariger Junge mit einer Algo-Pistole sein Zimmer: Seine Schwester war bei der Landung von Kays Raumschiff versehentlich in den Gravitationsstrahl geraten – er war in einem akrobatischen Flugmanöver gefangen und hatte die Betonplatte nicht im Blick. Polymernetze fesseln das Opfer ans Bett. Der Junge feuert, die Algo-Pistole verwandelt sein Nervensystem in puren Schmerz, und anderthalb Minuten später stirbt Kay – ohne für die aTan-Erweiterung bezahlt zu haben.
Auferstehung und der Deal
Statt im Nichts erwachte Kay auf einem Molekularreplikator. Vor ihm stand ein älterer Mann in einem grauen Anzug: Curtis Van Curtis, Gründer der Firma aTan und der langlebigste Mensch der Galaxis. Vor über zweihundert Jahren hatte er den Psilonen für eine lächerlich geringe Summe ein Molekularscannergerät – den aTan – abgekauft und sich damit ein Monopol auf Unsterblichkeit gesichert. Die Psilonen riegelten ihren Sektor im Weltraum bald vollständig ab.
Van Curtis bietet Kay einen Handel an: Er soll seinen einzigen Sohn Arthur zum geheimnisvollen Planeten Grail bringen. Im Gegenzug erhält er ewige Unsterblichkeit auf Kosten der Firma. Für Verrat hingegen wird er Jahrtausende lang in einem privaten aThan unerbittlich gefoltert. Die Argumentation des Meisters ist einwandfrei.
Training und Geheimnisse
Auf dem Gelände des Kay-Anwesens findet ein zweitägiges Training mit einem Bulrati namens Aggash statt, einem Veteranen des Krieges der Wirren. Das Training ist brutal: Er bringt seinen Schützling beinahe um, indem er ihm seinen charakteristischen Schlag auf die Leber demonstriert und so die Schwachstelle seines Volkes – die Sigmoiddrüse – offenlegt.
Der Silicoid – ein Angehöriger einer Siliziumrasse aus Gesteinsmaterie und Kraftfeldern – entpuppt sich als weitaus gesprächiger als erwartet. Er schützt ihr Gespräch durch einen Sichtschutz und enthüllt Kay das größte Geheimnis der Bulrati: Eine spezielle Schallfrequenz versetzt die Kraftfeldgeneratoren der Silicoiden in Resonanz und lähmt sie, doch nur die Kehle eines Bulrati kann diese Frequenz erzeugen. Er deutet außerdem an, dass die Psilons aTan unerwartet billig verkauft haben und Van Curtis’ Schiff von seinem letzten Flug mit einem vollständig gelöschten Bordcomputer zurückkehrte.
Nachdem Kay Aggash mit einer Geschichte über die Drei Planeten – Welten, die von den Sakras mit Unterstützung der Bulrati zerstört wurden – provoziert hatte, trieb er den alten Ausbilder in unkontrollierbare Wut und tötete ihn mit einem Schlag in die Sigmoidregion. Van Curtis’ offizielle Erklärung: „Spontaner Herzstillstand“.
Arthur
Beim Abendessen sieht Kay endlich seinen Schützling: Arthur Van Curtis – biologisch zwölf, chronologisch jedoch sechzehn. Kurz vor der geplanten Neuberechnung seines Körpers ertrank er im Meer – ein Wadenkrampf – und wurde mithilfe der Matrix eines Zwölfjährigen rekonstruiert. Dunkelhaarig, mit dunklem Teint und einem durchdringenden Blick – er ähnelt frappierend dem Jungen mit der Algo-Pistole aus der Kailis-Ausgabe. Kay reißt sich zusammen und lässt sich nichts anmerken.
Arthur benimmt sich wie ein verwöhnter Teenager und prahlt unentwegt mit dem Tiger, den er erlegt hat, doch Kay durchschaut schnell die bewusste Tarnung. Hinter der kindlichen Fassade verbirgt sich ein erfahrener und intelligenter Mann; die Hormone eines Zwölfjährigen sind lediglich ein vorübergehendes Hindernis.
Flucht und Verfolgung
Kay und Arthur täuschen ihren Tod bei einem Absturz vor und werden auf dem Planeten Incidios unter den Namen Kay und Arthur Owald – einem Provinzhändler und seinem Sohn – wiedererweckt. „aTan“ begrüßt sie mit einer angemessen rührenden Zeremonie; Kay kauft Kleidung und Waffen und schlüpft in seine Rolle.
Das Einsatzteam ist jedoch bereits vor Ort. Isabella Kal, eine Offizierin des Imperialen Informationssicherheitsdienstes, führt es an: den Mechanoiden Marzhan Mohammadi, die Bulrati Ahar, Agent Kadar und den Meklon-Cyborg T/san. Informationen über die Route helfen ihnen, Kay und Arthur aufzuspüren. Die Verfolger brechen in das Haus der pensionierten ISS-Oberst Henrietta Fiscalocchi ein, wo sich die beiden versteckt hielten. Die erfahrene alte Dame versucht vergeblich, die Exterritorialität des Anwesens geltend zu machen.
Arthur versteckt sich unter der Decke und lässt eine zusammengerollte Jacke und Äpfel zurück. Kadar entwaffnet den „Jungen“ und entdeckt ein Stillleben. Während er vor Scham wie erstarrt ist, kriecht Arthur unter dem Bett hervor, schnappt sich den Dovod-36-Multicharger und schaltet ihn auf Plasma um. Doch T/san bricht durchs Fenster, packt den Jungen und fixiert ihn mit einem Kraftimpuls. Kadar schlägt Arthur ins Gesicht, woraufhin Isabella ihn scharf zurechtweist: Van Curtis’ Sohn wird lebend gebraucht.
Der Weg zum Gral
Kay befreit Arthur, und sie setzen ihre Reise fort. Unterwegs entwickelt sich eine seltsame Verbundenheit zwischen ihnen – einem Erwachsenen, der nie ein Kind war, und einem Kind, das daran gehindert wird, erwachsen zu werden. Arthur enthüllt die Wahrheit: Gott wohnt auf dem Gral, und auch die Traumlinie befindet sich dort. Sie ist keine Waffe oder Technologie im herkömmlichen Sinne – sie ist eine Flucht aus der realen Welt, die Fähigkeit, die eigene Realität zu erschaffen. Arthur starb dreiundsiebzig Mal bei dem Versuch, den Planeten zu erreichen; achtunddreißig Mal folgten ihm Führer, bevor Kay scheiterte.
Kay handelt mit Arthur folgende Bedingung aus: Wenn er, nachdem er sich mit der Traumlinie vertraut gemacht hat, zu dem Schluss kommt, dass sie der Menschheit schaden wird, hat er das Recht, Arthur zu töten.
Gral
Die finale Konfrontation findet auf dem Gral statt. Curtis Van Curtis erscheint trotz all seiner Befürchtungen persönlich: Er will die Traumlinie erlangen und sie jedem anbieten, der dafür zahlt, in der Überzeugung, dass die Besten der Menschheit in die Welten ihrer Träume aufbrechen werden. Kay sieht darin eine Bedrohung: Eine Zivilisation, die die Realität massenhaft verlässt, wird sich selbst ausbluten.
Er versucht, Van Curtis zu töten, doch dieser ist auf dem Gral unverwundbar. Curtis reist mit Arthur in die Traumlinie. Kay bleibt mit Tommy auf dem Planeten zurück, und die beiden verlassen den Gral. Die Traumlinie steht allen offen, die eintreten wollen. Die Welt hat sich verändert, und Kay lebt – das Einzige, was er als so etwas wie einen Sieg empfindet.
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