Eine Zusammenfassung von „Atomtraum“ von Sergei Lukyanenko
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Dieses Buch ist eine Sammlung von Novellen, Kurzgeschichten und journalistischen Artikeln. Die Texte entstanden zwischen 1992 und 2001. Die Sammlung veranschaulicht eindrucksvoll die Entwicklung des Stils des Autors, der harte Antikriegsprosa mit ironischer Großstadtfantasie verbindet. Frühe Geschichten werden Zeitungsartikeln und einem Entwurf für ein Fernsehskript gegenübergestellt.
Die Erzählung „Abendgespräch mit dem Sonderbotschafter“ wurde 2001 mit dem Strannik-Preis ausgezeichnet. Das Drehbuch zu „Nachtwache“ diente als solide Grundlage für den gefeierten russischen Film von 2004. Die Regisseure adaptierten den ersten Teil des bekannten Romans für die Leinwand.
Transparente Buntglasfenster
Inspektorin Karina trifft in Deeptown ein, einer Stadt, die vollständig in virtueller Realität existiert. Karina wird mit der Inspektion des örtlichen Gefängnisses beauftragt. Gefängnisdirektor Arkady Tomilin zeigt ihr die Einzelhaftzellen. Die Gefangenen durchlaufen eine spezielle Elektroschocktherapie. Der Hacker Anton Stekov verbüßt seine Haftstrafe. Karina bemerkt verdächtige Details und trennt sich vorübergehend vom Computernetzwerk. Zuhause bittet sie ihren Vater um Lebensratschläge.
Nach ihrer Rückkehr spürt Karina den entflohenen Hacker in den Straßen von Deeptown auf. Stekov trifft auf einen Taucher namens Chingiz. Dieser schlägt Karina vor, ihn zu verhaften. Chingiz hofft, einen Skandal auszulösen. Sein Ziel ist es, ein geheimes Projekt des Innenministeriums zu sabotieren. Die Regierung versucht, durch extremen emotionalen Stress künstlich Taucher zu erschaffen. Karina weigert sich kategorisch, Chingiz zu helfen.
Tomilin unternimmt ein letztes Experiment an den Gefangenen. Das Experiment schlägt völlig fehl. Karina erkennt das wahre Wesen der Taucher. Diese Menschen brauchen absolute innere Freiheit. Die Geschichte hat zwei Enden. Im ersten streitet Karina heftig mit Chingiz über einen alten Witz mit einem Mosaik. Im zweiten verzeiht sie dem unverschämten Taucher und geht mit ihm in ein Restaurant.
Atomtraum
Ein Atomkrieg hat die Zivilisation, wie wir sie kannten, zerstört. Der Himmel ist von grauen Wolken verhangen. Die Erde ist von einer dicken Schicht radioaktiver Asche bedeckt. Die verbliebenen Menschen sind mutiert oder verwildert. Drago ist ein Mutant, der sich selbst einen Drachen nennt. Er ist grausam und gnadenlos. Die ersten Drachen wurden von Robert Eldhouse aufgezogen. Dieser Mann rettete Teenager aus einem verunglückten Zug. Eldhouse lehrte sie, um jeden Preis zu überleben. Später erschoss Drago seinen Retter eigenhändig.
Drago trifft im Wald auf einen Jungen namens Mike. Der Junge macht sich auf den Weg in die fernen Berge, und Drago wird sein Führer. Sie bahnen sich ihren Weg durch gefährliches, dichtes Dickicht. Sie werden von aggressiven Kultisten des Ordens der Brüder Gottes angegriffen. Drago tötet seine Gegner und demonstriert Mike so seine bestialische Wildheit.
Mike entpuppt sich als geheimer Kurier einer unterirdischen Militärbasis. Der junge Mann soll die Kommandozentrale erreichen und dort den Hauptcomputer deaktivieren. Die Maschine ist für einen verzögerten Atomangriff programmiert. Mike stirbt in dem verseuchten Bunker an der Strahlenkrankheit. Drago trägt seinen Körper nach draußen. Der Mutant erhält eine tödliche Strahlendosis und leidet unter Albträumen. Am Morgen finden und versorgen Anwohner Drago. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren klärt sich der Himmel über den Hügeln auf.
Sheckleyan-Geschichten
Der Text „Abendgespräch mit dem Sonderbotschafter“ beschreibt ein Treffen zwischen dem Erddiplomaten Anatoli Belov und einem Vertreter der Grag-Rasse. Außerirdische haben die Erde besetzt. Der Diplomat verhandelt über die Kapitulationsbedingungen. Der Außerirdische verkündet eine Planänderung: Die Grags übergeben den Planeten an die Menschen. Anatoli erkennt den wahren Grund.
Die Menschheit besteht aus Männern und Frauen. Die Psychologie der Geschlechter unterscheidet sich grundlegend. Seit Jahrtausenden lernen die Menschen, innerhalb ihrer eigenen Art zu verhandeln. Diese lange Übung hat die Erdlinge zu idealen Diplomaten gemacht. Die Außerirdischen fürchteten die Fähigkeit der Erdlinge, interstellare Verhandlungen zu führen.
In der Kurzgeschichte „Vom Schicksal“ entdeckt der Geschäftsmann Sors eine unscheinbare Firma. Diese Organisation verändert das Schicksal der Menschen. Sors tauscht seine panische Flugangst gegen die eines Ingenieurs. Im Gegenzug erhält er das geringe Risiko, durch eine Wurst vergiftet zu werden. Der Geschäftsmann fliegt ins Ausland. Später tauscht er die mögliche Zurückweisung seiner Geliebten gegen das Risiko einer Gefängnisstrafe. Sors’ Firma geht bankrott. Er entgeht dem Gefängnis. Seine Geliebte willigt in die Heirat ein.
Das Werk „Schritte hinter sich“ zeigt einen einsamen Reisenden. Der Mann flieht vor der unaufhaltsamen Zeit. Er spürt das Ticken der Uhr am eigenen Leib. Der Held verbringt eine wilde Nacht mit einem unbekannten Mädchen. Am Morgen bricht er auf. Der Flüchtling kann die Schritte der Zeit hinter sich deutlich hören.
„Die Unterhändler“ beschreibt eine Begegnung zwischen dem Piloten David und einem Außerirdischen. Die Außerirdischen verlangen von Botschaftern, sich während diplomatischer Verhandlungen auszuziehen. David und der Außerirdische unterhalten sich friedlich. Der Außerirdische verdächtigt die Menschheit, andere Weltraumrassen heimlich auszurotten. David erwähnt beiläufig Geschlechterunterschiede. Der Außerirdische beruhigt sich. Erdlinge interagieren routinemäßig innerhalb ihrer eigenen Spezies.
In der Geschichte „Ahaulya Lalyapta“ schlendern der Tourist Pavel und sein Reiseführer Andrey über einen chilenischen Markt. Ein alter Indigener verkauft ihnen eine getrocknete Pfote. Pavel erkennt die Gliedmaße des Außerirdischen. Der Indigene zeichnet eine grobe Skizze eines Raumschiffabsturzes. Die Touristen spüren den gerissenen alten Mann auf, der in einer Sackgasse verschwindet.
Die bittere Wahrheit kommt ans Licht. Der Außerirdische hatte einen heftigen Absturz überlebt. Er hatte seine toten Kameraden ausgeweidet und ihre Leichen verkauft, um sich zu verkleiden. Mit dem Erlös konnte er die nötigen Ersatzteile für die Reparatur der Untertasse kaufen.
Frühe Miniaturen
Die Kurzgeschichte „Manngespräch“ beschreibt ein Duell um eine schöne Frau. Die Helden kämpfen erbittert mit schweren Schwertern. Einem Kämpfer zerbricht seine Klinge. Der Kampf verlagert sich daraufhin in den Weltraum. Dort liefern sich die Helden in leichten Abfangjägern und mit gleißenden Blastern ein Gefecht. Im Finale nehmen beide ihre virtuellen Helme ab. Der Sieger entführt die Frau in eine Stadt des 21. Jahrhunderts.
Die Erzählung „Spirale der Zeit“ ist einem Rentner namens Semjon Iwanowitsch gewidmet. Er bastelt aus blauem Nebel eine Vorrichtung. Der Protagonist wird in seine ferne Jugend zurückversetzt. Er gibt seinem boshaften Nachbarn in der Wohngemeinschaft eine Handvoll Nägel in die Suppe.
„Der Profi“ zeigt eine ideale Waldwelt. Kameramann Richard dreht einen beliebten Fantasyfilm. Mit eiserner Willenskraft erschafft er das Bild eines wilden Waldes. Dann verlässt der junge Mann das Studio. Draußen herrscht giftiger Säuresmog. Die Menschen tragen ständig Atemschutzmasken. Richard erlegt eine fette Ratte mit einer Armbrust. Die Familie freut sich auf ein köstliches Fleischessen am Abend.
Der Text „Zufall“ erzählt die Geschichte eines Piloten. Dieser zerstört versehentlich ein außerirdisches Raumschiff, das aus dem Subraum auftaucht. Jahrelang kehrt er zum Ort des Geschehens zurück. Eines Tages erscheint ein weiteres Schiff in der Nähe. Dem Piloten wird die Wahrheit klar: Das außerirdische Raumschiff wurde von einem reinen Gewissen an den Ort seines Todes geführt.
„Sehr wichtige Fracht“ beschreibt die Heldentat des Fallschirmjägers Timur. Er klettert eine steile Felswand hinauf und birgt geheime Speicherblöcke aus einer abgestürzten Rakete. Im Kampf mit einem Monster wird er tödlich verwundet. Später erwacht er in einem Krankenhaus auf der Erde. Timurs Rucksack hat seinen Lebenswillen übertragen. Die magische Aufnahme wird in der Klinik verwendet. Seine Emotionen retten anderen Patienten das Leben.
Artikel über die Zukunft und Spiele
In seinem Essay „Das Zeitalter des bewegten Bildes“ entwirft der Autor eine Gesellschaftsprognose für das neue Jahrhundert. Die menschliche Gesellschaft wird sich unwiderruflich verändern. Vollständige virtuelle Realität wird entstehen. Die Medizin wird viele gefährliche Krankheiten besiegen. Der Mensch wird lernen, seinen Körper zu verändern. Schreckliche Kriege und lokaler Terrorismus sind zu erwarten. Die Welt wird unter der strengen Kontrolle globaler Polizei- und Geheimdienste vereint sein. Bürgerliche Freiheiten werden eingeschränkt werden.
Der Artikel „Fallstudie“ widmet sich der Computerunterhaltung. Der Autor beschreibt seine persönliche Sucht nach elektronischen Strategiespielen. Spiele ersetzen für viele Menschen erfolgreich die Realität. Science-Fiction bedient sich vorgefertigter Handlungsstränge aus virtuellen Welten. Dieser Sucht zu widerstehen, ist äußerst schwierig. Spieler erschaffen eine neue virtuelle Kultur.
Vampir Moskau
Das Drehbuch erzählt die Ereignisse des ersten Bandes der Night Watch-Reihe nach. Der Lichtmagier Anton Gorodetsky fängt blutrünstige Vampire, die den Vertrag gebrochen haben. Dunkle Magier benutzen den Jungen Yegor als Köder. Der Anführer der Tagwache, Zavulon, träumt davon, Svetlana zu vernichten. Das Mädchen hat das Potenzial, eine Große Zauberin zu werden.
Swetlanas Mutter ist schwer krank. Ihre eigene Mutter verflucht unwissentlich ihre Tochter. Der wachsende Strudel des Fluchs droht, ganz Moskau zu zerstören. Anton beginnt ein tiefgründiges Gespräch mit Swetlana. Der schwarze Strudel beginnt zu schmelzen. Sawalon inszeniert eine raffinierte, mehrstufige Provokation.
Der Lichtinquisitor Maxim übt grausame Gerechtigkeit. Er tötet Dunkle Andere mit einem Holzdolch. Zavulon beschuldigt Anton offiziell dieser Morde. Der Anführer der Nachtwache, Gesar, versteckt seinen Untergebenen. Anton fährt in den Körper der Zauberin Olga. Anton und Svetlana essen in einem Restaurant zu Abend. Dort entdecken sie einen weiteren ermordeten Dunklen Magier. Zavulon fordert einen sofortigen Prozess.
Der Held entkommt dem Restaurant und findet schnell Maxim. Der Lichtmagier und der wahnsinnige Inquisitor liefern sich im Zwielicht einen erbitterten Kampf. Maxim verwundet Anton mit einem Dolch. Dunkle Magie ist gegen den Lichtmagier wirkungslos. Der weise Gesar erscheint. Die Geheimoperation der Nachtwache ist ein voller Erfolg. Svetlana wird vor der Dunkelheit gerettet. Maxim wechselt zur Inquisition. Zavulon verliert das Spiel in Schande.
Der letzte Witz
Das Buch endet mit einem kurzen, ironischen Text. Der Autor beschreibt die Handlung eines Science-Fiction-Romans. Papst Karl I. sucht ein Schlachtschiff. Das Schiff trägt den Namen „Blitz“. Der Biokunststoff Juze verleiht Karl aktives Protoplasma. Karl erschafft einen lebenden Jungen namens Okki. Okki begegnet dem Bösewicht Baru Karas. Die Hacker Baz und Ala versuchen, den naiven Helden auszurauben. Die Handlung ähnelt frappierend dem Märchen vom hölzernen Pinocchio. Der Autor regt die Leser subtil dazu an, über die mögliche Banalität dieser kosmischen Geschichte nachzudenken.
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