„The West’s Double“ von Leah Arden, Zusammenfassung
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Im Jahr 2022 erschien der erste Teil einer Fantasy-Dilogie, die auf koreanischer Mythologie basiert. Das Buch erzählt von Identitätsverlust und Selbstfindung in der rauen Realität einer fiktiven Welt. Die Protagonistin verbrachte neun Jahre in einem falschen Körper und gab ihren eigenen Namen auf, um als menschlicher Schutzschild für den Thronfolger zu dienen.
Leben im Schatten eines anderen und die Rückkehr des Wächters
Im Tempel des Westlichen Drachen im Khorin-Reich lebt ein Mädchen namens Asha. Sie fungiert als Doppelgängerin von Nayon, der Tochter des Vizekönigs des Westens. Dieser Identitätstausch ist eine gängige Sicherheitsmaßnahme zum Schutz hochrangiger Beamter. Ein altes kaiserliches Gesetz hat Asha zu einem gesichtslosen Schatten gemacht. Es ist ihr verboten, echte Gefühle zu zeigen. Bei Empfängen sitzt sie stundenlang auf speziellen Kissen auf dem Boden, leidet unter Krämpfen in ihren tauben Beinen und starrt durch mit dünnem Reispapier bespannte Holzpaneele.
Die leibliche Tochter des Pfarrers ist in Sicherheit. Asha geht in der Öffentlichkeit aus, empfängt Gäste und ist ständig Gefahren ausgesetzt. Eines Tages wird sie sogar angegriffen und muss sich anschließend hinter dem Küchenpavillon das Blut aus dem Gesicht waschen. Asha hat nur noch sechs Monate Dienstzeit vor sich. Danach plant sie, in ihr normales Leben zurückzukehren. Im Tempel hat sie Kontakt zu ihrem Großvater sowie zur echten Na-yeon und ihrem Bruder Jun. Die Beziehung zwischen den Mädchen bleibt kompliziert: Sie sind durch ein gemeinsames Geheimnis und eine ständige Bedrohung verbunden.
Asha verbringt ihre Freizeit oft mit Arbeit. Sie kann drei Stunden lang ihrem Großvater im Garten helfen und die Beete jäten. Auch den heiligen Ahorn pflegen sie. Dieser Baum ist dank der Magie des Drachen des Westens zu einer beispiellosen Größe herangewachsen. Das Leben im Tempel scheint ruhig, bis Ryan zurückkehrt. Er war drei Jahre lang abwesend und kehrt nun mit einem völlig veränderten Status zurück. Ryan ist zum Hüter der Seele des Westlichen Drachen geworden.
Asha hegt tiefe Gefühle für ihn, verbirgt sie aber sorgsam. Ryans Status als Avatar einer Gottheit erschwert eine mögliche Annäherung. Ryan fordert Asha auf, ihr Schwert wieder aufzunehmen und das Training fortzusetzen. Nach langer Trennung prüft er ihre Kampffertigkeiten. Glücklicherweise trägt Asha unter ihrem Kleid eine dicke Hose, die ihr im Kampf große Schritte ermöglicht. Nach dem Sparring steckt Asha ihr Schwert in die Scheide und übergibt es Ryan mit einer korrekten Verbeugung. Ihr innerer Konflikt wächst. Ihre Dienstzeit neigt sich dem Ende zu, und sie fürchtet, ihre Verbindung zum Tempel für immer zu verlieren.
Gemini-Festival und ein gefährlicher Gast
Das Zwillingsfest beginnt in der Provinz. Die Vorbereitungen laufen schon früh am Morgen. Asha wird in duftendem Wasser gebadet, mit pflegenden Ölen eingerieben und aufwendig geschminkt und frisiert. Zahlreiche Gäste treffen im Tempel ein. Unter ihnen sticht Aiden, der König des benachbarten Staates Vereinigtes Evir, besonders hervor. Er ist gutaussehend, charmant und zieht viel Aufmerksamkeit auf sich. Asha ist gezwungen, seine Annäherungsversuche zu erwidern, während sie ihre Verkleidung als Nayeon aufrechterhält. Aiden scheint ein aufrichtiger Herrscher zu sein, doch sein Verhalten weckt Misstrauen.
König Evira knüpft aktiv Kontakte zu Ryan und den anderen Tempeldienern. Die Spannung ist spürbar. Asha wird sogar gebeten, sie dem zukünftigen Wächter des Südens vorzustellen. Das Mädchen versucht, ihre wahre Identität zu verbergen, was ihr große Mühe kostet. Aiden provoziert sie ständig. In einem Gespräch sagt Asha ihm unverblümt, dass der Wein, den er ihr angeboten hat, nicht vergiftet war. Sie wirft ihm Lügen vor und nennt ihn offen eine „verlogene Schlange“.
Der Verrat an König Evir und die Gefangenschaft
Nach dem Ende der Feierlichkeiten ändert sich die Lage dramatisch. Der Tempel wird plötzlich angegriffen. Ein Feuer bricht aus und tötet die Verteidiger. Asha und Nayeon werden als Geiseln genommen. Die wahre Identität der Angreifer wird enthüllt: Ihr Anführer ist Aiden selbst. Er hat alle getäuscht und die Gastfreundschaft des Westlichen Drachen ausgenutzt. Aiden verschleppt die Mädchen an einen unbekannten Ort und wirft sie in dunkle Verliese tief unter der Erde.
Asha erwacht in einer Zelle, als sie ein kühles Tuch auf ihrem Gesicht spürt. Ihr Körper schmerzt. Sie erfährt, dass Aiden dem Fünften Drachen dient – einer vergessenen und verbannten Gottheit. Die alte Legende der vier Drachen verschleierte die Wahrheit über den fünften. Der Fünfte Drache dürstet nach Rache für Jahrhunderte des Vergessens. Aiden ist sein wichtigstes Werkzeug. Aiden selbst verhält sich grausam, fordert bedingungslosen Gehorsam und schwelgt in seiner Macht über seine Gefangenen.
Eine Bedrohung für die Wächter und verzweifelte Entscheidungen
In Gefangenschaft trifft Asha auf andere Gefangene. Wichtige Geiseln werden in den Nachbarzellen festgehalten. Unter ihnen begegnet sie Khalid. Es stellt sich heraus, dass Khalid der Wächter des Südens ist. Sie tauschen die wenigen Informationen aus, die sie haben, und erkennen das wahre Ausmaß von Aidens Verschwörung. König Evirs Ziel ist es, alle Drachenwächter und ihre Seelen zu fangen. Er plant, diese immense Macht auf den Fünften Drachen zu übertragen, um die bestehende Weltordnung zu zerstören.
Asha erkennt die schreckliche Wahrheit: Auch Ryan könnte diesem Plan zum Opfer fallen. Sie belauscht die Wachen, die ihre Absicht bekunden, den Wächter des Westens in eine Falle zu locken. Asha beschließt, Ryan um jeden Preis zu warnen. Sie teilt ihre Gedanken Khalid mit. Gemeinsam suchen sie nach Schwachstellen in den Verteidigungsanlagen des Gefängnisses. Khalid enthüllt verborgene Pfade durch die Höhlen, die mehrere Kilometer entfernt zurück ins Qhorin-Imperium führen.
Doch die ständigen Verhöre zehren an ihren Kräften. Aiden foltert Asha regelmäßig mit dunkler Magie, um ihr unerträgliche Schmerzen zuzufügen und ihren Willen zu brechen. Eines Tages versucht Asha, sich das Leben zu nehmen. Sie will ihre Seele befreien und Aidens Pläne durchkreuzen. Das Mädchen erkennt, dass ihr Körper nur ein menschlicher Schutzschild für Nayeon ist. Doch Aiden hält sie im letzten Moment auf. Er wendet grausame Magie an ihr an und trifft direkt ihre Augen. Das Mädchen schreit vor Schmerz und erinnert sich an ihre früheren Verletzungen. König Evira jubelt über seinen Sieg über ihren Körper und erklärt, dass er nicht die Absicht hat, seine wertvolle Gefangene freizulassen.
Zerstörung des Verlieses und Hoffnung auf Erlösung
Die Ereignisse überschlagen sich, als gewaltige Explosionen im Verlies widerhallen. Der Boden bebt unter ihren Füßen, und Steingewölbe stürzen ein. Die Anhänger des Tempels haben einen Großangriff auf Aidens geheimes Hauptquartier gestartet. Inmitten von Chaos und Rauch bahnen sich Retter ihren Weg zu Ashas Zelle. Risha, Shin und Kalid finden das erschöpfte Mädchen an die Wand gefesselt. Asha windet sich im Delirium. Sie versteht nicht, was um sie herum geschieht, und ist entsetzt über ihre plötzliche Blindheit.
Aiden hatte sie mit einem Zauber geblendet. Khalid legte seine breite Handfläche über ihre Augen, um den Schaden zu beheben. Er zwang ihr eine bittere Heiltinktur in den Hals. Khalid handelte schnell und entschlossen, denn er wusste, dass die Zeit für ihre Rettung knapp wurde.
Risha umarmt Asha und versucht, ihren zitternden Körper zu beruhigen. Die Ältere wiegt das Mädchen wie ein Baby. Shin und Khalid reißen hastig die schweren Ketten vom Ring an der Wand. Unter der Wirkung des starken Medikaments entspannt sich das Mädchen allmählich. Ihre Zähne klappern nicht mehr vor Kälte. Risha flüstert ihr tröstende Worte zu: „Alles wird gut, kleine Asha. Wir bringen dich von hier weg.“
Während die Explosionen andauern, fällt Asha in einen tiefen Schlaf. Sie verliert das Bewusstsein und kann ihren Rettern nicht mehr sagen, dass nichts Gutes geschehen wird, wenn die Explosionen anhalten. Ihr Einsatz als Doppelgängerin endete in einer Katastrophe. Mit diesem spannungsgeladenen Moment schließt das Buch.
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