„Jedes Zehntel“ von Yuliy Dunsky, Zusammenfassung
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Das literarische Drehbuch „Jeder Zehnte“ wurde Anfang der 1980er Jahre von Yuli Dunsky und Valery Frid verfasst. Das Werk schildert eindringlich die grausamen Ereignisse des sibirischen Bürgerkriegs im Herbst 1919. Das wichtigste Merkmal des Textes ist seine dynamische, speziell für die filmische Umsetzung konzipierte Struktur, in der rasante Schießereien mit tiefgreifenden psychologischen Konflikten abwechseln.
1984 drehte Regisseur Michail Ordowski im Lenfilm-Studio einen gleichnamigen Spielfilm nach diesem Drehbuch. Der Film gab die Ereignisse der Originalvorlage getreu wieder, konnte aber damals beim Publikum keine breite Popularität erlangen.
Todesurteil
In einer Siedlung im sibirischen Wald besiegen Weiße Kosaken eine Abteilung der Roten Armee. Ein schnurrbärtiger Hauptmann bietet fünfzig Gefangenen die Möglichkeit, freiwillig zu Admiral Koltschak überzulaufen, und verspricht ihnen Pferde für die Kosaken und Gewehre für die Infanterie. Kein einziger Soldat geht zustimmend zum Brunnen zurück. Der wütende Offizier lässt die Roten Soldaten in einer langen Reihe aufstellen und befiehlt, jeden zehnten zu hängen.
Das Los fällt auf einen sehr jungen Soldaten, der sich vor Angst nicht traut, einen Schritt vorzutreten, doch der ihn begleitende Kosak ist bereit, ihn mit dem Bajonett zu erstechen. Nummer Neun, ein blasser Stadtmechaniker in Lederjacke, meldet sich mutig freiwillig, an seiner Stelle in den Tod zu gehen. Als Nächstes werden ein großer, dreister junger Mann mit schmalem Gesicht und ein Fünfzigjähriger in Steppjacke verurteilt. Der Alte fällt auf die Knie und fleht laut um Gnade, doch der Hauptmann stößt ihn angewidert weg. Zuletzt steht wieder derselbe ängstliche junge Mann am Ende der Gefangenenreihe.
Flucht aus der Scheune
Die zum Tode Verurteilten sind in einem gesicherten Raum eines Ladens mit vergitterten Fenstern eingesperrt. Ein großer junger Mann, ein sibirischer Kosak namens Jelka Koromyslow, genannt Kleinfinger, schimpft heftig mit dem alten Aljocha Tschikin, weil dieser auf Knien gekrochen ist. Bald stellt sich heraus, dass die jüngste und feigste Kämpferin in Wirklichkeit ein Mädchen namens Sanja ist, das sich verkleidet hat. Der Ukrainer Stepan Baida und der Kfz-Mechaniker Swjatopolk Andrejew beruhigen ihre Kameraden, woraufhin die Gefangenen den Plan, das Haus in Brand zu setzen, verwerfen und beschließen, über das Dach zu fliehen.
Stepan zieht die eiserne Ofenklappe heraus und demontiert geschickt das Mauerwerk. Jelka und Swjatopolk klettern durch den Schornstein, werden aber von einem rotbärtigen Wächter entdeckt. Dieser schließt die Tür auf und flüstert allen zu, herauszukommen. Es stellt sich heraus, dass es sich um Jelkas Bruder handelt, der ausdrücklich um Wache gebeten hatte. Kleinfinger reagiert, indem er seinem Bruder brutal in die Magengrube tritt und ihm die Waffe abnimmt. Die fünf Flüchtlinge verschwinden sicher im dunklen Wald, während die Nachtpatrouille feuert.
Rückkehr ins Dorf
Am Morgen übernimmt Kleinfinger das Kommando und zwingt die Einheit, ins Dorf zurückzukehren, um die verbliebenen Rotarmisten zu befreien. Großvater Aljocha und Stepan sind gegen dieses riskante Unterfangen, doch bei ihrer Ankunft entdecken sie nur ein frisches Massengrab. Die Kosaken haben die übrigen Gefangenen zur Eisenbahnlinie getrieben, sodass Sanja lediglich Abschiedsworte für die Gefallenen auf eine kleine Tafel schreibt.
Kleinfinger droht, das Haus eines Bauern niederzubrennen und nimmt ihm gewaltsam die versteckten Dragonergewehre ab. Nun sind drei der Soldaten bewaffnet, und Aljocha trägt stolz einen Kosakensäbel über der Schulter. Die Abteilung marschiert westwärts in Richtung Front. Unterwegs kocht Aljochas Großvater einen herzhaften Brei aus Mehl und Schmalz und erzählt von seiner Vergangenheit als Sträfling, erfahrener Goldsucher und Schmuggler.
Pferdediebstahl und -umherirren
In jener Nacht entdecken die Flüchtlinge im Wald ein schlafendes Zigeunerlager mit einer Herde wohlgenährter Pferde. Großvater Aljocha bietet an, die Pferde zu stehlen, doch der ehrliche Stepan weigert sich, daran teilzunehmen. Aljocha, Swjatopolk und Kleinfinger wickeln die Hufe der Tiere in Lumpen und führen sie vorsichtig in die Dunkelheit.
Auf einem Waldweg erwartet ein Zigeunerwagen mit einem Maxim-Maschinengewehr die Pferdediebe. Der Lagerführer, dessen Nase gebrochen ist, schlägt dem kleinen Chik schmerzhaft mit einer langen Peitsche auf die Hände und nimmt ihm die Gewehre ab. Die Rotarmisten überleben wie durch ein Wunder, verlieren aber ihre Waffen, woraufhin der wütende Kommandant Großvater Aljocha aus der Einheit wirft.
Bald verirrt sich die Gruppe in der Taiga. Sanja und Stepan verirren sich. Stepan lädt sie ein, nach dem Krieg in seinem Heimatdorf bei Winnyzja zu leben, doch sie lehnt höflich ab. Unterdessen folgt der verbannte Aljocha seinen Kameraden. Er fängt zwei Hasen mit Schlingen, entzündet ein Feuer und gibt der hungernden Gruppe etwas warmes Fleisch zu essen. Daraufhin verzeiht Kleinfinger dem alten Mann.
Autodiebstahl
Sanja und Swjatopolk machten sich auf den Weg zu einer Lichtung, um Wasser zu holen. Der ehemalige Student gestand, dass sein Vater ein grausamer Gendarmerie-Oberst gewesen war, und küsste das Mädchen unerwartet. Sanja riss sich los und erklärte, dass sie ihn niemals lieben könne. An einem kleinen See angekommen, entdeckten sie weiße Offiziere beim Schwimmen und einen graugrünen Panzerwagen der Russo-Balt.
Swjatopolk schleicht sich an den Fahrer heran, schlägt ihn mit der schweren Panzertür bewusstlos und setzt sich ans Steuer. Die erstarrten Offiziere eröffnen das Feuer mit Revolvern, doch Sanja kann sich unter Beschuss in die Fahrerkabine retten. Die Rotarmisten fahren davon und finden im Wagen Zitronengranaten, eine Parabellum-Pistole und britische Konserven. Ein gefangener Offizier, an einen Baum gefesselt, meldet die baldige Ankunft eines Flussdampfers mit Artilleriemunition für die Weißen. Kleinfinger beschließt entschlossen, das Schiff anzugreifen.
Flussschlacht
Die Soldaten geben den Bauern einen gepanzerten Wagen im Tausch gegen einen guten Stapel Holz. Stepan bindet ein breites Floß mit einem großen Holzruder am Heck zusammen. In abgetragener Bauernkleidung fahren die Rotarmisten den Tobol hinab. Bald schon nähert sich ihnen das alte, schmutzige Dampfschiff „Ermak Timofeevich“.
Als Birkenholzhändler verkleidet, nähern sich die Flüchtlinge dem Schiff. Sie nehmen die Matrosen ins Visier, kapern den Dampfer und befestigen ein rotes Hemd anstelle der Schiffsflagge am Mast. Plötzlich taucht hinter einer Flussbiegung ein schwerer Lastkahn mit 152-mm-Geschützen auf. Der weiße Panzerdampfer beginnt, die Brücke zu beschießen, zerstört das Deck und hindert die vorrückenden roten Einheiten am Überqueren.
Rammen eines gepanzerten Dampfschiffs
Sanja und Alecha besteigen das Floß und beobachten die Schlacht aus der Ferne. Mischnitschik, Swjatopolk und Stepan bleiben auf der „Jermak Timofejewitsch“ und verstauen eine Kiste mit Zündern und Dynamitkisten im Laderaum. Swjatopolk sichert das Steuerrad mit einem Gurt. Die Soldaten legen Schwimmwesten an und springen in das eisige Herbstwasser.
Ein schmutziges Dampfschiff rammt mit voller Wucht einen gepanzerten Lastkahn. Eine ohrenbetäubende Explosion erschüttert die Szene und lässt eine gigantische Feuer- und Wasserwand entstehen, woraufhin das gewaltige feindliche Schiff augenblicklich sinkt. Swjatopolk und Stepan tauchen lebend auf der Oberfläche des brodelnden Flusses auf. In der Nähe treibt der leere rot-weiße Ring des Kleinfingers, der spurlos verschwunden ist, einsam auf den Wellen.
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