„Die bewohnte Insel“ von Marina und Sergey Dyachenko, Zusammenfassung
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Das Drehbuch zum Film „Die bewohnte Insel“, der 2008/2009 erschien, ist die finale Fassung, die die Grundlage für den Film bildete. Die Autoren übertrugen die Ereignisse des Romans bewusst und mit minimalen Abweichungen auf die Leinwand, wie Boris Strugatzki im Vorwort anmerkt. Strugatzki bezeichnete den Film als eine der besten Adaptionen seiner und der Werke seines Bruders.
Katastrophe und erste Kontakte
Der zwanzigjährige Maxim Kammerer verlässt während einer Erkundungsmission einen Raumschiffsprung nahe eines unbekannten Planeten mit vier Satelliten. Über Funk gerät er in Streit mit seiner Großmutter, die ihn wegen seiner Unreife, seiner Sitzung und der Sorgen seiner Familie tadelt. Fast unmittelbar darauf wird das Raumschiff getroffen, tritt in die Atmosphäre ein und muss notlanden. Geschockt von dem Geschehenen entdeckt Maxim Haushaltsgegenstände im Kontrollraum – Dokumente, Ausdrucke, Familienfotos. Die automatischen Systeme versprechen zunächst eine schnelle Reparatur, doch nach einem kurzen Ausflug an die Oberfläche hört Maxim eine weitere Explosion und sieht zu, wie das Schiff vollständig ausbrennt und einen Trümmerhaufen zurücklässt, der nicht mehr zu reparieren ist.
Von außen wirkt der Planet wunderschön und sanft beleuchtet, schattenlos. Doch das Wasser ist trüb, die Vegetation zerfällt zwischen den Händen, die Luft riecht faulig, und der Pfad durch Wald und Sumpf ist voller Insekten, Verwesung und beunruhigender Geräusche. Auf einer alten Betonstraße angekommen, versucht Maxim, friedliche Absichten vorzutäuschen, doch er wird von seltsamen Stimmen und einer merkwürdigen „Pseudo-Übersetzung“ konfrontiert – ein Wesen antwortet, spricht seinen Namen und verschwindet dann plötzlich im Dickicht. Nachts geht Maxim zum Lagerfeuer und sieht zum ersten Mal einen Menschen – einen rothaarigen Mann mit einer Pfeife, der auf sein Erscheinen reagiert und den lokalen Fluch „Massaraksh“ ausstößt.
Am nächsten Morgen wird Maxim dem Militär vorgeführt: Er wird einem Eingriff mit Elektroden unterzogen, und der Arzt nutzt ein Gerät, um seine Sprache verständlich zu machen, während er ihn nach seinem Namen, seiner Mission und seiner Herkunft befragt. Maxim stellt sich als „Maxim Kammerer … von der Erde“ vor, erklärt, es sei ein Unfall gewesen, und zeigt einen „Videobericht“ des Absturzes, was den Offizier und den Arzt überrascht. Schon jetzt wird das Hauptmotiv deutlich: Maxim möchte mit den Wissenschaftlern in Kontakt treten und kommunizieren, während das lokale System ihn als gefährliche Anomalie betrachtet und versucht, ihn zu kontrollieren.
Mak Sim und die Südgrenze
Der bürokratische Apparat verwendet „Mak Sim“ – eine für lokale Dokumente geeignete Version von Maxims Namen – und so beginnt er seine Akten. Korporal Guy Gaal erhält den Auftrag, den „eskortierten Max-sim“ nach seiner Ankunft in der Hauptstadt an eine bestimmte Adresse zu bringen. Dieser Austausch verdeutlicht, dass militärische Disziplin und bürokratische Routine Vorrang vor menschlichen Schicksalen haben. Unterdessen stellt der Staatsanwalt bei der Durchsicht der Akten fest, dass Mak Sim „in beiden Sinnen keinerlei Reaktion auf A-Strahlung zeigt“. Beunruhigt erteilt er umgehend geheime Befehle – für einen Kurier, Sicherheitskräfte und einen separaten Transport in den Süden – und schreibt außerdem einen privaten Brief an den Wanderer.
Maxim findet sich an der Südgrenze inmitten von Sträflingen und Strafgefangenen wieder, wo das Leben von harter Arbeit und ständigen Fallen geprägt ist – Minen, automatische Feuermodule und getarnte Systeme, die wie ein Baum mit Stamm oder ein Sumpf mit Flammenwerfer aussehen können. Seine engsten Gefährten sind Zef und der einarmige Vepr: Sie beschreiben ihm zynisch die „natürliche Auslese“ der Zwangsarbeit und lehren ihn einfache Überlebensregeln. Maxim beweist trotz seiner Unerfahrenheit körperliche Stärke und Reflexe, indem er einem angreifenden Modul buchstäblich den Kopf abreißt. In diesem Gebiet entdeckt er unerwartet die Überreste seines Schiffs in einem bereits überwucherten Krater und verbindet so seine persönliche Katastrophe mit dem seit Langem andauernden industriellen Krieg der Maschinen auf dem Planeten.
Eine Flucht oder Versetzung verlagert die Handlung aus den Fängen der Zwangsarbeit in den militärischen Fleischwolf: Im zweiten Teil findet sich Maxim, nun in Soldatenuniform, in einer Kaserne voller Wehrpflichtiger und Strafbataillone wieder und erkennt freudig Vepr und Zef in der Nähe, als sei ihre frühere Kameradschaft das Einzige, was ihm noch vertraut war. Hinter den Kulissen geht die administrative Jagd weiter – der Staatsanwalt reagiert wütend auf Misserfolge und Verluste, denn das von Mak Sim repräsentierte „Material“ ist für die Vorgesetzten zu wertvoll. Der Held wird allmählich in die Geschichte eines anderen hineingezogen, nicht durch Parolen, sondern durch Zwang, Angst, Hunger und die ständige Konfrontation mit Gewalt, die hier als Gesetz und Technik formalisiert ist.
Die Hauptstadt, die Rada und der Konflikt mit dem Wanderer
Maxims Geschichte ist eng mit Guy Gaal und Rada verknüpft: Die Akten der Staatsanwaltschaft enthalten Fotos von Rada, Guy, Captain Chachu und anderen Mitgliedern der Sicherheits- und Untergrundnetzwerke sowie weiterer Schlüsselfiguren. In einer dramatischen Szene führt Chachu Rada aufs Dach, richtet eine Pistole auf ihr Gesicht und beginnt ein Feilschen um Guys Dienstausweis. Anschließend eskaliert die Situation zu offener Gewalt. In dieser Szene agiert Maxim bereits „unkontrollierbar“, unaufhaltsam. Er geht auf Chachu zu, der das Feuer eröffnet, und als eine Konfrontation fast unausweichlich scheint, ereignet sich eine nukleare Explosion, die das private Drama in massiver Zerstörung beendet.
Der letzte Knotenpunkt verbindet Maxim mit dem Wanderer und dem „Zentrum“: Der Wanderer fordert ihn direkt auf, sich den „Gesetzen der Geschichte“ zu unterwerfen und fortzufliegen, doch Maxim weigert sich und nennt diesen Ort seine Heimat. Er formuliert seine Position äußerst pragmatisch: Er ist bereit, die Drecksarbeit zu verrichten (sei es „U-Boote versenken“ oder „die Inflation bekämpfen“), aber er wird den Bau eines weiteren Zentrums nicht zulassen. Diese Aussage eskaliert den Streit zu einem Kampf „bis zum letzten Mann“. Maxim stößt den Wanderer beiseite, packt Rada und führt sie fort, während der Wanderer aufsteht und mit blutigen Lippen unerwartet lächelt. Ihr Konflikt bleibt moralisch offen, ist aber faktisch beendet.
Die letzten Einstellungen des Drehbuchs bieten einen Panoramablick: Maksym trägt Rada in seinen Armen aus dem Gebäude, umgeben von Menschenmengen auf den Straßen und der Stadt mit den brennenden Überresten des Zentrums. Dann entfaltet sich das Gesamtbild der Welt – sie befindet sich auf der Innenseite einer Kugel und wird vom Weltenlicht erleuchtet, einer riesigen Wolke aus überhitztem Gas. Dieser Schluss verdeutlicht das Ergebnis der Heldenreise: vom leichtsinnigen „Weltraumwolf“ in Shorts zum Mann, der einen fremden Planeten als seine Verantwortung annimmt und persönliche Liebe mit der Zerstörung des wichtigsten Instruments staatlicher Kontrolle verbindet. Das Drehbuch endet nicht mit einem „Happy End“, sondern mit einem klaren Bild der Welt nach der Zerstörung des Zentrums, in der Maksym mit Rada davongeht.
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