„Alyoshka und ich sind Freunde“ von Gennady Mamlin, Zusammenfassung
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Diese Geschichte ist das erste Prosawerk des Autors und erschien 1961. Erzählt wird sie vom zwölfjährigen Tolya Korzinkin. Der Junge schildert darin aufrichtig und humorvoll seine Ängste, Missverständnisse und seine unerwartete Reife in nur drei Tagen seines selbstständigen Lebens.
Der zwölfjährige Tolja Korzinkin wird in ein Pionierlager gebracht. Seine Eltern reisen gen Süden und lassen ihn allein zurück. Sein Vater lebt Tolja stets ein gutes Beispiel vor und präsentiert ihm unentwegt das Idealbild eines Kindes: Aljoscha Petuchow, den Sohn seines Vorgesetzten. Tolja hasst den Musterschüler, ohne es selbst zu merken. Auf dem Weg zum Bahnhof weht ihm der Wind seine geliebte Kippa vom Kopf. Sie fliegt über den Zaun eines öffentlichen Parks. Ein Junge in seinem Alter startet eine Rettungsaktion und klettert geschickt über den Zaun. Ein Polizist stellt ihm eine Anzeige wegen des Verstoßes aus, und die Jungen fliehen schnell.
Die Flüchtlinge landen im Garten eines anderen. Die Jungen stoßen versehentlich den Eimer von Veras rothaariger Tochter um, wodurch ein Honigglas zerbricht. Das Mädchen stößt einen durchdringenden Schrei aus.
Die Jungen versuchen heimlich zu fliehen, geraten aber direkt in die Hände eines Polizisten. Oberfeldwebel Berezaiko bringt sie zur Wache und protokolliert akribisch ihre Aussagen. Die Festgenommenen bleiben allein im Gerichtssaal zurück. Der Fremde schmiedet einen Plan für eine waghalsige Flucht. Sie stürmen auf die Straße. In ihrer Eile nimmt der Junge dem Fremden den Rucksack ab, sodass Tolja mit dem Gepäck seines Partners zurückbleibt. Draußen kommt es zu einer schockierenden Enthüllung: Der Fremde gesteht, dass er das Model Aljoscha Petuchow ist.
Leben außerhalb des Gesetzes
Im Zug verstecken sich die Flüchtlinge unter hölzernen Pritschen. Vera und ihre gesellige Nachbarin Marinka halten sich in ihrem Abteil auf. Unerwarteterweise stellt sich heraus, dass das Mädchen Aljoschas jüngere Schwester ist. Auch der große Musikstudent Weniamin Basow steigt ein. Er transportiert ein schweres deutsches Akkordeon. Ein Polizeihauptmann patrouilliert ebenfalls im Waggon.
Die Jungen entkommen nur knapp der Gefangennahme. Im Waldlager angekommen, greifen sie zu einer Überlebensstrategie: Sie bewegen sich außerhalb des Gesetzes. Die Flüchtlinge verschanzen sich auf der Terrasse eines kleinen Hauses und täuschen eine schwere Infektion vor. Aus Angst vernachlässigen sie ihre Ernährung. Ein akuter Kalorienmangel zwingt sie zur Nahrungssuche, doch der Rucksack gehört ihnen nicht. Unter Aljoschas Habseligkeiten finden sich Geld und ein Brief. Zehn Rubel hatte ihm seine gütige Großmutter gegeben. Der Brief ist an Stepan Penotschkin adressiert, einen Bewohner eines Nachbardorfes. Die Freunde behaupten fälschlicherweise, die Sachen gehörten ihrem Nachbarn Basow.
Sie schicken das Geld per Postanweisung an Basow. Aljoscha verfasst das Telegramm in einem bewusst hochtrabenden Stil. Sie übergeben den Brief Großvater Penotschkin. Der alte Mann wird als derselbe Mann identifiziert, der bei ihrer Flucht im Hof gelitten hat. Um ihre Identität zu verschleiern, verhüllen die Jungen ihre Gesichter mit Taschentüchern und täuschen starke Zahnschmerzen vor. Penotschkin öffnet den Umschlag. Sein Sohn, ein Professor, bittet Basow, ein Konzert im örtlichen Dorfklub zu geben.
Tolja ist ein begabter Akkordeonspieler. Der Junge gibt sich als Basow aus. Am Abend entwenden sie heimlich Toljas Instrument und fahren per Anhalter zu einem Holzfällerlager. Das Konzert wird ein Riesenerfolg. Tolja erntet tosenden Applaus vom Publikum. Der Leiter der Theatergruppe entpuppt sich als Held der Sowjetunion. Auch Aljoscha nimmt am Dorffest teil. Er springt als Zweitbesetzung für einen Ausreißer in einer Amateuraufführung von Schillers „Die Räuber“ ein. Er bekommt eine lächerliche rote Perücke, eine falsche Nase und einen breitkrempigen Hut.
Nachts bringen sie das Instrument wieder an seinen ursprünglichen Platz. Vera und Marinka entdecken die nächtlichen Besucher. Aljoscha, der eine Theaterrequisite trägt, versetzt die Mädchen in Panik, sodass sie ihn irrtümlich für einen echten Banditen halten.
Demontage von Ausrüstung und ländliche Arbeitskräfte
Am nächsten Tag entdecken die Jungen einheimische Wilderer. Der Nachtwächter des Lagers, Pantelei, bittet sie um Hilfe. Im Gegenzug verspricht er ihnen ein Paar alte Filzstiefel. Sein Freund Pafnuti Iljitsch zitiert ständig aus der Kirche. Die Erwachsenen spannen im stockdunklen Fluss ein Netz aus. Aljoscha schwimmt ans andere Ufer und befestigt die Leine. Später erkennen die Jungen, dass das Fischen illegal ist. Sie demontieren die Vorrichtung der Wilderer ohne deren Erlaubnis. Aljoscha taucht erneut ins Wasser und durchtrennt das Netz mit einem Taschenmesser.
Die Jungen hinterlassen eine schriftliche Warnung für die Wilderer. Der Text ist spöttisch mit „Gott“ unterzeichnet. Die neugierige Vera beobachtet sie. Kurz darauf erscheinen Penochkin und der Vorarbeiter Senya. Sie stellen Pantelei öffentlich bloß.
Am Morgen machen sich die Jungen auf den Weg zum Obstgarten der Kolchose. Sie wollen Großvater Penochkin für die verlorene Zeit entschädigen. Der Alte hatte eigentlich geplant, ein Boot für einen Gast abzudichten, wurde aber zum Apfelpflücken eingeteilt. Die Jungen bieten sich freiwillig an, ihn zu vertreten. Im Stallhof versucht Tolya, ein Pferd namens Serko anzuspannen.
Dem Helden fehlen die nötigen Fähigkeiten, und ein störrisches Pferd zieht den Wagen auf ein offenes Feld. Aljoscha beweist großes Geschick. Er überholt das Pferd und zähmt es geschickt. Tolja erkennt die Zuverlässigkeit seines Kameraden. Sie arbeiten den ganzen Tag im Gärtnerteam. Als Lohn erhalten die Jungen einen Sack voller erlesener Äpfel.
Sichtbarkeit und Suche
Am Abend kehren die müden Jungen ins Lager zurück. Betreuerin Valentina Stepanovna rügt sie scharf. Sie droht ihnen wegen wiederholter Disziplinarverstöße mit der Heimreise. Kurz darauf bringt Marinka die neueste Ausgabe der Wandzeitung mit einer beleidigenden Karikatur von Tolja und Aljoscha. Die Bildunterschrift lautet: „Die Räuberbrüder“.
Tolya gerät in Rage und will die Zeitung mit einer Schere zerschneiden. Plötzlich bemerken die Jungen, dass Vera verschwunden ist. Tolya hatte sie am Vortag, verkleidet als Theaterräuber, grausam erschreckt. Die Jungen vermuten, dass sie wegen des großen Stresses weggelaufen ist. Sie schnappen sich eine Taschenlampe und einen Kompass. In völliger Dunkelheit und strömendem Regen starten die Freunde eine Suchaktion.
Im Wald verlieren die Jungen völlig die Orientierung. Aljoscha diagnostiziert bei sich eine Verstauchung, doch Tolja weigert sich standhaft, seinen verletzten Kameraden im Stich zu lassen. Sie erreichen einen dunklen Fluss und folgen der Spur des Feuers. Feldwebel Berezaiko und der alte Mann Penotschkin sind in der Nähe des Feuers postiert. Die Jungen bereiten sich innerlich auf eine sofortige Verhaftung vor. Tolja bittet den Polizisten inständig, zuerst Veras Rettung zu organisieren.
Berezaiko lacht fröhlich. Er leuchtet mit einer Taschenlampe in das Zelt, in dem die Ausreißerin friedlich schläft. Der strenge Polizist entpuppt sich als ihr leiblicher Vater. Er ist im Urlaub im Ferienort. Berezaiko erklärt, warum der Fall abgeschlossen wurde. Der Polizist hatte festgestellt, dass die Jungen keine kriminelle Absicht hatten. Auch Penochkin hatte die Jungen identifiziert und ihnen vergeben.
Alle Missverständnisse werden glücklicherweise ausgeräumt. An diesem Morgen verliest die Lagerleitung bei der Versammlung ein Glückwunschtelegramm. Die Geschäftsleitung des Holzfällerunternehmens lobt Tolja und Aljoscha öffentlich für ihre hervorragende Leistung. Die Vorsitzende der Kolchose trifft im Lager ein. Sie mobilisiert die gesamte Pionier-Kerngruppe für eine große Ernte. Tolja gerät angesichts der Widrigkeiten des Lebens nicht mehr in Panik. In nur drei Tagen hat sich seine Psyche gewandelt. Er hat gelernt, die Interessen anderer zu verteidigen und mutige Initiativen umzusetzen. Nun ist sich Tolja Korzinkin absolut sicher, dass er und Aljoschka Petuchow eine tiefe Freundschaft geschlossen haben.
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