„Lebe nicht so, wie du willst“ von Alexander Ostrovsky, Zusammenfassung
Dieses Buch ist ein volkstümliches Drama in drei Akten, verfasst im Jahr 1854. Es basiert auf mündlichen Überlieferungen und schildert Leidenschaft, Eifersucht und Familienkonflikte im Moskau der Masleniza-Zeit im späten 18. Jahrhundert. 1871 wurde Alexander Serows Oper „Feindliche Macht“ uraufgeführt, deren Libretto auf diesem dramatischen Werk beruht.
Familienstreitigkeiten
Die Handlung beginnt im geräumigen Haus des wohlhabenden Kaufmanns Ilja Iwanowitsch. Das Zimmer ist nach alten russischen Sitten eingerichtet. Dessen Sohn Pjotr, dessen Frau Dascha, klagt ihrer Tante Afimja ihr Leid. Traurig erinnert sie sich an ihre unbeschwerte Jugend im Elternhaus. Unverblümt sagt sie zu ihrer Tante: „Das Glück eines Mädchens ist schöner als das einer Frau“, denn nach der Heirat beginnen nur noch Sorgen und Tränen.
Ihr Mann Pjotr hat das Interesse an ihr völlig verloren. Er ist tagelang fort, kümmert sich nicht um seine Geschäfte und verschwindet ständig im Gasthaus. Afimja versucht, ihre Nichte zu beruhigen, während sie ihren üblichen Hausarbeiten nachgeht. Dascha schickt ihren Haushälter Iwan auf eine lange Suche nach ihrem verschollenen Mann; er durchsucht jede Taverne.
Bald darauf betritt Ilja Iwanowitsch selbst den Raum. Der alte Kaufmann verlangt streng von seiner Schwiegertochter eine Antwort auf das Verhalten seines nachlässigen Sohnes. Dascha verteidigt ihren Mann mit aller Kraft und erfindet dabei die haarsträubendsten Ausreden. Ihr Schwiegervater durchschaut die Wahrheit; er glaubt ihren zaghaften Worten nicht und schwört, Pjotr zu bestrafen.
Plötzlich erscheint Peter selbst in der Tür. Er verlangt sofort ein sauberes Hemd für eine weitere durchzechte Nacht. Ilja Iwanowitsch ermahnt ihn streng wegen seines ständigen Trinkens und seiner öffentlichen Ausschweifungen. Sein Vater spricht eindringliche Worte darüber, nach Gottes Geboten zu leben und den eigenen sündhaften Begierden nicht nachzugeben.
Pjotr antwortet seinem älteren Bruder unverblümt. Selbstsicher behauptet er, böse Leute hätten ihn mit einem Liebestrank betäubt. Er gesteht seinem Vater, dass er sich und seine Leidenschaften völlig nicht mehr beherrschen kann. Ilja Iwanowitsch gerät in Wut und droht, seinem Sohn sein gesamtes rechtmäßiges Erbe und Vermögen zu entziehen. Pjotr lässt sich von diesen schrecklichen Drohungen nicht im Geringsten einschüchtern. Er lacht seinen Vater dreist aus und stürzt hinaus auf die kalte Straße, um sich seinen betrunkenen Kameraden anzuschließen.
Nachdem der wütende alte Mann gegangen ist, fleht Dasha ihren Mann unter Tränen an, wenigstens eine Nacht zu Hause zu bleiben. Laut weint sie und erinnert ihn eindringlich an die glücklichen Tage ihrer jungen Ehe, als sie in Frieden und Harmonie lebten. Pjotr bleibt jedoch völlig unempfänglich für ihre inständigen Bitten. Grob stößt er seine Frau von sich und eilt zu seiner Geliebten Gruscha.
Afimya rät der unglücklichen Dasha, ihre Sachen zu packen und für immer zu ihrem Vater zurückzukehren. Dasha weigert sich entschieden, ihren Ehemann in dieser Notlage im Stich zu lassen. Sie bleibt allein in dem leeren, dunklen Zimmer zurück, völlig verzweifelt, und vergießt bittere Tränen.
Veranstaltungen im Gasthof
Der zweite Akt spielt in einer geräumigen Hütte in einem geschäftigen Gasthaus. Die Wirtin Spiridonowna und der junge Kutscher Jakow unterhalten sich angeregt über Alltägliches und den Haferpreis. Das Gasthaus füllt sich rasch mit fröhlichen Gästen. Die Stadt befindet sich mitten in der ausgelassenen Masleniza-Woche mit Pfannkuchen und Gesang. Spiridonowna freut sich über die ansehnlichen Einnahmen durch die zahlreichen feiernden Gäste.
Gruscha, die Tochter der Wirtin, sitzt am zugefrorenen Fenster und blickt auf die Straße hinaus. Sie ist elegant in kostbare Seide gekleidet. Sehnsüchtig erwartet sie reiche und großzügige Gäste und träumt von unbändiger Freude. Ihre Mutter ermahnt sie streng, sich vor betrunkenen Besuchern in Acht zu nehmen und ihre Jungfräulichkeit zu bewahren.
Bald darauf treffen Agathon und seine Frau Stepanida mit dem Schlitten ein. Die beiden Kaufleute sind aus einer abgelegenen Provinzstadt fünfzig Kilometer gereist, um Moskau zu genießen. Das Paar betritt die Hütte und gerät sofort in einen lauten Streit. Agathon ist furchtbar eifersüchtig auf Stepanidas Beziehungen zu jedem jungen Mann, dem er begegnet, und verdächtigt seine Frau allerlei Verfehlungen.
Stepanida fürchtet ihren Mann überhaupt nicht und nennt ihn unverhohlen einen Narren. Dreist besteht sie auf ihrem Recht, während der Feierlichkeiten jeden jungen Mann anzusehen. Ihr lautes Gezänk löst bei allen in der Hütte Gelächter aus. Agathon fuchtelt unentwegt mit den Armen und droht seiner Frau mit schwerer körperlicher Bestrafung. Stepanida verspottet seine leeren Drohungen gekonnt vor den erstaunten Anwesenden.
Plötzlich taucht der örtliche Schmied Eremka auf. Er trägt eine schmutzige Arbeitsschürze und verlangt dreist einen kostenlosen Wodka. Eremka verführt alle Willensschwachen auf teuflische Weise. Geschickt und mit Bedacht verleitet er seine Mitmenschen zu den abscheulichsten Taten.
Bald darauf trifft Wasja, der Sohn eines jungen Kaufmanns, in der Hütte ein. Der junge Mann ist sichtlich angetan von der schönen Gruscha. Wasja bietet ihr süße Honigkuchen und Nüsse an und beginnt, virtuos fröhliche Tanzmelodien auf der Gitarre zu spielen. In diesem Moment platzt der betrunkene Peter ins Zimmer. Lautstark verlangt er Musik, süßen Wein und endlosen Tanz für alle Gäste, die mitmachen wollen.
Peter verschwendet gedankenlos große Summen Geld und schenkt der gierigen Spiridonowna eine ganze Handvoll Goldmünzen. Er beginnt, Grusha vor aller Augen hartnäckig den Hof zu machen. Das Mädchen nimmt die teuren Geschenke des Kaufmanns bereitwillig an. Dennoch wahrt sie eine gewisse Distanz und lässt Peter nicht zu nah an sich heran.
Grusha weist ihren Verehrer entschieden zurück: „Ich brauche einen freien Mann.“ Sie braucht keinen verheirateten Kaufmann mit einer lebenden Frau für eine ernsthafte Beziehung. Pjotr setzt sich mit Jeremka an den Eichentisch und trinkt starken Wodka. Der Schmied singt lautstark wilde Banditenlieder über Raub und Mord.
Unter Tränen klagt Pjotr ihm sein unerträgliches Leid und seine Liebe zu Gruscha an. Jeremka deutet seinem betrunkenen Trinkkumpanen unheilvoll an, dass er seine verhasste Ehefrau ganz einfach für immer loswerden könnte. Der Schmied erzählt ihm schaurige, blutrünstige Geschichten von dunklen, mondlosen Nächten und Unfällen mit Todesfolge.
Diese Worte dringen tief in Pjotrs aufgebrachten, vom Alkohol benebelten Geist ein. Er beginnt, wirr von der bevorstehenden Vernichtung der unglückseligen Dasha zu schwadronieren. Auch Agathon und Stepanida werden unfreiwillig in den Tumult hineingezogen. Pjotr verspottet den eifersüchtigen, ungeschickten Agathon boshaft und grausam. Dann stürmt er, in völliger Raserei, auf die frostige Straße. Laut brüllt er: „Dunkle Nacht, tiefer Schnee!“, und erschreckt damit alle um ihn herum.
Dunkle Nacht
Der dritte Akt spielt auf einer verschneiten, frostigen Straße vor Peters großem Haus. Es ist später Abend am letzten Tag von Masleniza. Die Menschen feiern ausgelassen und lautstark, fahren auf schnellen Schlitten mit Glöckchen und singen im Chor feierliche Lieder. Die Exposition mündet allmählich in den Höhepunkt des Werkes.
Pjotr irrt ziellos und völlig allein in stockfinsterer Nacht umher. Er hat den Verstand verloren, gequält von nagender Eifersucht und dem vielen Wein, den er getrunken hat. Leise murmelt er schaurige, furchterregende Worte vor sich hin, von einem scharfen Stahlmesser und heißem Menschenblut.
Dasha, von tiefer, unerträglicher Trauer erfüllt, verlässt ebenfalls das leere, kalte Haus. Langsam watet sie durch die Schneewehen zum zugefrorenen Moskwa-Fluss. Ernsthaft erwägt sie, sich in dem eisigen, schwarzen Wasser das Leben zu nehmen, um ihrer seelischen Qual ein Ende zu setzen.
Zur selben Zeit erscheint der alte Ilja Iwanowitsch mit einer schwach leuchtenden Laterne auf der Straße. Der grauhaarige Kaufmann sucht verzweifelt in der Stadt nach seinem verschollenen Sohn. Vorbeikommende berichten dem besorgten Alten von beunruhigenden Neuigkeiten über den trunksüchtigen und gewalttätigen Pjotr. Ilja Iwanowitsch ist verzweifelt darauf bedacht, ihn zu finden, bevor ihm ein unabwendbares, schreckliches Unglück widerfährt.
Pjotr erblickt zufällig die elegant gekleidete Gruscha auf einer dunklen Straße. Er stürzt auf sie zu und fordert unverschämt sofortige Gegenliebe. Gruscha stößt ihn angewidert und energisch von sich. Dreist nennt sie den reichen Kaufmann einen jämmerlichen, wertlosen Trunkenbold. Unbarmherzig gesteht sie ihm, dass sie es immer nur auf sein Geld und seine teuren Geschenke abgesehen hatte.
Sie dreht sich abrupt um und geht schnell davon, Arm in Arm mit einem anderen fröhlichen und nüchternen Verehrer. Pjotr wird augenblicklich von unbeschreiblicher, wilder Wut über diese unglaubliche öffentliche Demütigung erfasst. Er rennt so schnell er kann zum Fluss.
In der Dunkelheit am gefrorenen, glatten Ufer begegnet Pjotr plötzlich Dascha. Wegen der Dunkelheit erkennt er seine rechtmäßige Ehefrau nicht sofort. Als Pjotr schließlich die Identität der zitternden Frau vor ihm erkennt, lodert in ihm ein blinder, animalischer Hass wie eine helle Flamme auf. Blitzschnell zieht er ein langes, scharfes Messer aus seiner Brust und schwingt es hoch auf seine wehrlose Frau zu. Dascha schreit laut und durchdringend auf und sinkt dann bewusstlos zu Boden, überwältigt von einer eisigen Todesangst.
In diesem äußerst angespannten Moment hallt ein ohrenbetäubender Glockenschlag über die schlafende Stadt. Es ist das feierliche Abendgeläut vor Beginn des strengen Fastens. Dieser reine, heilige Klang lässt Peter, der von Trauer und Wodka benommen ist, augenblicklich wieder nüchtern werden. In panischer Angst wirft er sein Messer in den kalten, weißen Schnee.
Dem weinenden Mann wird plötzlich die ganze Schwere und Sündhaftigkeit des blutigen Verbrechens bewusst, das er geplant hatte. Die dramatische Auflösung beginnt. Pjotr sinkt weinend vor Dashas reglosem Körper auf die Knie. Er schluchzt laut auf und gerät in Panik, als er über den plötzlichen Tod seiner Frau aus gebrochenem Herzen nachdenkt. Dasha kommt langsam stöhnend zu sich. Pjotr fleht sie inständig um Vergebung für all das unerträgliche Leid, das sie ihm zugefügt hat.
Atemlos eilt Ilja Iwanowitsch durch den tiefen Schnee zum Schauplatz dieser dramatischen Ereignisse. Pjotr wirft sich, laut schluchzend, seinem geliebten, betagten Vater zu Füßen. Laut und aufrichtig bereut er vor Himmel und Menschen seine schweren, Todsünden.
Der Sohn bekennt offen all seine schweren Fehler der Vergangenheit und schwört unter Tränen, seine Trunkenheit und seine rücksichtslose Auszeit für immer zu vergessen. Dascha vergibt ihrem aufrichtig reumütigen Mann mit echten Tränen in den Augen. Ilja Iwanowitsch segnet die wiedervereinigte junge Familie voller Freude. Pjotr ist durch seine eigenen schmerzhaften Lebenserfahrungen schließlich von der Wahrheit der weisen Worte seines Vaters überzeugt, dass man rechtschaffen und nach den Gesetzen der Güte leben muss.
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