Charlotte Von Hagn Joseph Karl Stieler (1781-1858)
Diese Seite existiert aufgrund von Werbeeinnahmen.
Adblock bitte ausschalten!
Adblock bitte ausschalten!
Joseph Karl Stieler – Charlotte Von Hagn
На эту операцию может потребоваться несколько секунд.
Информация появится в новом окне,
если открытие новых окон не запрещено в настройках вашего браузера.
Для работы с коллекциями – пожалуйста, войдите в аккаунт (in einem neuen fenster öffnen).
Поделиться ссылкой в соцсетях:
Sie können nicht kommentieren Warum?
Die dargestellte Person blickt direkt dem Betrachter entgegen, ihre Haltung ist aufrecht und würdehaft. Ihr Blick ist ernst, fast melancholisch, was einen Eindruck von Nachdenklichkeit oder sogar Trauer vermittelt. Die Gesichtszüge sind fein modelliert, die Haut wirkt blass und makellos, was typisch für Porträts dieser Zeit ist, in denen ein Idealbild der Schönheit dargestellt werden sollte.
Besondere Aufmerksamkeit erregen die zahlreichen Schmuckstücke, die die Frau trägt: Eine Perlenhaarkette mit einem kleinen Anhänger auf der Stirn, lange, tropfenförmige Ohrringe und eine üppige Perlenkette, die über das Dekolleté fällt. Im Zentrum dieser Kette befindet sich ein Kreuzanhänger, dessen Gestaltung auf einen religiösen Hintergrund hindeutet. Der Reichtum, den diese Schmuckstücke symbolisieren, unterstreicht den sozialen Status der Dargestellten. Die Kleidung – ein helles Kleid mit Puffärmeln und einer Pelzkragen-ähnlichen Dekoration – ist ebenfalls repräsentativ für die Mode des frühen 19. Jahrhunderts.
Der dunkle Hintergrund lässt die Figur noch stärker hervortreten, erzeugt aber auch eine gewisse Distanz zwischen der Dargestellten und dem Betrachter. Es entsteht ein Eindruck von Formalität und Würde, gleichzeitig aber auch von Isolation. Die Farbgebung ist gedämpft, dominiert von Grau-, Weiß- und Rottönen, was zur melancholischen Stimmung des Porträts beiträgt.
Subtextuell könnte das Bild als Darstellung eines Idealbildes der Weiblichkeit interpretiert werden: Schönheit, Anmut, Religiosität und sozialer Status vereinen sich in einer einzigen Figur. Gleichzeitig deutet die ernste Miene auf eine gewisse innere Zerrissenheit oder Belastung hin, was dem Porträt eine zusätzliche Tiefe verleiht. Es ist möglich, dass das Bild nicht nur ein Abbild der äußeren Erscheinung sein soll, sondern auch einen Einblick in den Charakter und die Lebensumstände der Dargestellten geben will. Die sorgfältige Darstellung des Schmucks könnte als Hinweis auf gesellschaftliche Erwartungen und Konventionen gelesen werden, denen sich die Frau unterwerfen musste.