Phänomene. Zeitgenössische Moskauer Malerei und die Rekonstruktion des Realen
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с 24 Апреля
по 19 ИюляMMOMA
ул. Петровка, 25
Москва
Das Moskauer Museum für Moderne Kunst präsentiert die Ausstellung „Phänomene“, die der Rückkehr der klassischen Malerei in die Gegenwart gewidmet ist und die Bildsprache und den Geist der Moderne überzeugend verkörpert. Anders als bis vor Kurzem leugnet diese Malerei nicht ihre eigene Vergangenheit und erkennt den Eigenwert des Gemäldes und seiner Oberfläche an. Sie verharrt nicht in jahrhundertealter Tradition, sondern reagiert sensibel auf die technologischen und existenziellen Herausforderungen unserer Zeit. Im Zeitalter fortschreitender künstlicher Intelligenz und inmitten eines unaufhörlichen Stroms digitaler Inhalte erweist sie sich als wirkungsvolles Mittel für einen einzigartigen, authentischen und bedeutungsvollen visuellen Ausdruck, der die Erfahrungen und Emotionen jedes Betrachters unmittelbar anspricht. Die Ausstellung zeichnet die Konturen dieses Phänomens in einem Gruppenporträt führender Moskauer Maler der 2020er Jahre nach.
Die elf eingeladenen Künstler gehören jener kreativen Generation an, die ihre professionelle Ausbildung zu Beginn des Jahrhunderts an zwei der führenden Moskauer Universitäten, dem Surikow-Institut und der Stroganow-Universität, absolvierte. Sie alle sind anerkannte und gefragte Künstler auf dem Höhepunkt ihres Könnens – wahre Stars der zeitgenössischen Kunstszene mit einem unverwechselbaren Stil und einer beeindruckenden Ausstrahlung. Einige von ihnen lehren bereits und bilden zukünftige Generationen von Studierenden aus. In ihren Werken brechen sie auf jeweils einzigartige Weise die akademische Methode und transformieren sie frei und bewusst in einem breiten Spektrum von Hyperrealismus und Neoexpressionismus bis hin zur Abstraktion. Anstatt formal zu dekonstruieren, finden sie eine angemessene Sprache, um ihre übergeordneten künstlerischen Ziele auszudrücken – eine Sprache, die frei von Zynismus ist und stets in der großen Kunstgeschichte verwurzelt ist.
Jeder Künstler wird in einem eigenen Raum hautnah präsentiert, mit Gemälden und Grafiken aus größeren thematischen Serien und Projekten der letzten Jahre. Viele der Werke werden zum ersten Mal gezeigt oder waren zuvor nur in anderen Städten zu sehen. Einige ikonische Arbeiten wurden eigens für die Ausstellung geschaffen. Die als in sich abgeschlossene Installationen konzipierten Gemälderäume werden mitunter durch Skulpturen und Objekte erweitert – wodurch die Figuren und Bilder der Gemälde an Tiefe gewinnen, in den physischen Raum eindringen und den Betrachter leiten.
Ein Besuch der Ausstellung entführt Sie in einzigartige künstlerische Welten an der Schnittstelle von Realität und Fantasie, die um die Erinnerungen, Interessen, Obsessionen, Ängste und Träume ihrer Schöpfer kreisen. Durch die Projektion ihrer Persönlichkeit, ihres individuellen Selbst, wird das traditionelle System der Malereigattungen transformiert und das Private mit dem Öffentlichen, das Historische mit dem Intimen, das Mythologische mit dem Alltäglichen verschmilzt. Im Zentrum steht jedoch stets das Individuum mit seinen Reflexionen, seiner Sehnsucht nach Sinn. Mithilfe neuer realistischer Malerei (als eine Art „hauntologischer“ Selbsttherapie) streben die Künstler danach, individuelle Fragmente ihrer Weltanschauung, die geisterhaften Phänomene sinnlicher Erfahrung, neu zusammenzusetzen, um ein Verständnis von Menschlichkeit zu bewahren und in die Zukunft zu tragen.
Kuratoren: Anna Arutyunyan, Andrey Egorov
Teilnehmer der Ausstellung: Egor Plotnikov, Egor Koshelev, Evgenia Buravleva, Anastasia Kuznetsova-Ruf, Evgenia Voinar, Ivan Korshunov, Ivan Novikov, Maria Safronova, Anton Kuznetsov, Sayan Baygaliev, Alexander Kupalyan
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