„Beitrag 2. Retten und Bewahren“ von Dmitry Glukhovsky, Zusammenfassung
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Dieses Buch ist die Fortsetzung des postapokalyptischen Romans über den Zerfall Russlands nach einem verheerenden Bürgerkrieg. Die 2021 erschienene Geschichte spielt in Moskau, einer von der Außenwelt abgeschnittenen Region, in der eine strenge Monarchie wieder an die Macht gekommen ist und jenseits der Wolga eine unbekannte, tödliche Bedrohung lauert. Der Roman schildert detailliert die Mechanismen des Massenwahnsinns, den verderblichen Einfluss staatlicher Propaganda auf das menschliche Bewusstsein und das Bestreben der Machthaber, die Wahrheit zu verschleiern, um ihre absolute Herrschaft zu erhalten.
Königliche Gunst und eine neue Ernennung
Die Hauptleute Juri Lisizyn und Alexander Krigow erhalten von Zar Arkadi Michailowitsch das goldene Georgskreuz. Die Zeremonie findet im prunkvollen Georgssaal des Großen Kremlpalastes statt. Krigow berichtet dem Zaren mutig von Ataman Polujarows Ungerechtigkeit gegenüber ihrem Kameraden Balasanjan, woraufhin der Zar den alten Kommandanten umgehend degradiert. Am Abend begeben sich die Kosaken zu den Patriarchenteichen, um die Verleihung zu feiern. Dort begegnet Lisizyn der zarten Ballerina Katja. Sie lädt ihn zu einem angesehenen Wohltätigkeitsball ein, wo der Offizier den unhöflichen Gönner niederschlägt.
Krigova und seine ausgewählte Mannschaft werden auf eine gefährliche Expedition jenseits der Wolga entsandt.
Einige Zeit vergeht. Oberst Surganov vom militärischen Nachrichtendienst erteilt Lisitsyn einen dringenden Auftrag. Der Zenturio soll unverzüglich zum Außenposten in Jaroslawl aufbrechen, die vermisste Expedition seines Freundes finden und eine vermutete Meuterei in der dortigen Garnison niederschlagen. Vor seiner Abreise wird Lisitsyn zum Podsaul befördert. Jura ruft Katja aus dem Offizierskasino an und macht ihr einen Heiratsantrag. Die Ballerina verspricht ihm nach seiner Rückkehr eine endgültige Antwort.
Das blutige Mysterium von Jaroslawl
Eine Kosakenkompanie unter Lisizyns Kommando erreicht mit der Bahn den Außenposten Jaroslawl. Die Soldaten stoßen auf ein grauenhaftes Bild.
Der gesamte Rangierbahnhof ist mit zerfetzten Leichen übersät. Ein langer Personenzug mit blinden, übermalten Fenstern steht auf den Gleisen. Rote Kreuze und Schutzgebete zieren die Seiten der Waggons. Dutzende Hingerichtete liegen darin. Entsetzt entdeckt Lisitsyn unter ihnen Krigovs ermordeten Freund.
Es gibt fast keine Überlebenden. Die Kosaken entdecken den ehemaligen Garnisonskommandanten Pirogow. Der Oberst sitzt im Delirium in einer Strafzelle und kann die Ursache des Massakers nicht verständlich erklären. Lisizyn befiehlt, die Leichen der gefallenen Soldaten auf einen Zug zu verladen und nach Hause zu transportieren. Die Soldaten scheuen sich, die Toten zu berühren, wegen der furchterregenden Symbole. Der Podsaul unterdrückt Ungehorsam brutal und lässt die Unzufriedenen auspeitschen.
Flug der Tauben
Der Teenager Jegor irrt mit seiner gehörlosen Freundin Michelle und drei kleinen Kindern entlang der Bahngleise in Richtung Rostow. Michelle war zuvor die Verlobte des ermordeten Kosaken Krigow.
Jegors Gedanken rasen zurück zu den blutigen Ereignissen im Außenposten. Er war es gewesen, der die Massenerschießung der zum Tode Verurteilten im verschlossenen Zug verübt hatte. Der junge Mann hatte mit aller Kraft versucht, die Ausbreitung eines gefährlichen verbalen Virus zu stoppen. Diese Infektion wurde ausschließlich über das Gehör übertragen und verwandelte die Opfer in rasende Monster. Um die Waisen, die er begleitete, vor dem Wahnsinn zu bewahren, durchbohrte Jegor ihnen gnadenlos die Trommelfelle mit Nägeln. Er selbst verlor sein Gehör durch den ständigen Beschuss in dem engen Raum. Auch Michel ist nach einer schweren Gehirnerschütterung taub.
Jegor ist heimlich in Michelle verliebt. Sie weist seine Gefühle kühl zurück und verkündet ihre Schwangerschaft mit dem Kosaken Krigov. Der junge Mann verliert vor Eifersucht völlig den Verstand. Noch in derselben Nacht vergewaltigt er Michelle brutal in einer verlassenen Hütte. Am nächsten Tag erreichen die Flüchtlinge Rostow. Jegor versucht, den örtlichen Kommandanten Richter schriftlich vor der drohenden Katastrophe zu warnen, doch dieser weigert sich, an die Existenz eines verbalen Virus zu glauben.
Verrat der Kommandeure
Lisizyn und seine bewaffnete Truppe treffen in Rostow ein. Michel begegnet Jura. Das Mädchen bittet ihn inständig, sie in die Hauptstadt zu bringen, da sie ein ungeborenes Kind von Krigov erwartet. Lisizyn verspricht ihr Hilfe.
Surganov befiehlt Jura telefonisch, alle Zeugen der Ereignisse in Jaroslawl kaltblütig zu beseitigen. Die Kosaken erschießen daraufhin Pirogow. Jegor versucht hinter den Garagen zu fliehen, wird aber von hinten tödlich getroffen. Lisizyn verschont heimlich Michelles Leben.
Unterdessen sind Lisizyns Kosaken von einem tödlichen dämonischen Gebet befallen. Die Soldaten werfen ihre Oberbekleidung ab und vollführen im Warteraum einen furchterregenden Kreistanz. Sie enthaupten sich gegenseitig mit Säbeln und tränken sich in frischem Blut.
Yura entgeht nur knapp einer Infektion. Er wird von einem heftigen Schlag mit dem Pistolenkolben getroffen und verliert für längere Zeit das Bewusstsein. Michel findet den bewusstlosen Polizisten, bringt ihn in Sicherheit und versteckt ihn im Fond eines Wagens.
Der Weg in die Hauptstadt
Lisitsyn erwacht aus einem langen Dämmerzustand. Michel erklärt ihm detailliert die Natur der tödlichen Infektion. Der einzige Ausweg besteht darin, sein Gehör für immer zu verlieren. Yura weigert sich kategorisch, sich die Ohren piercen zu lassen. Die Flüchtlinge starten einen verlassenen Lebensmittellaster und rasen Richtung Moskau. Unterwegs warnen sie unentwegt die Anwohner vor den herannahenden Horden der Besessenen. Die meisten, denen sie begegnen, halten sie für verrückte Panikmacher.
Unterwegs leidet Lisitsyn unter beängstigenden Symptomen verbaler Ansteckung. Michel sperrt ihn mit einer schweren Kette auf die leere Ladefläche eines Lastwagens.
Jura erholt sich schnell. Die Flüchtlinge erreichen befestigte Kontrollpunkte am Moskauer Autobahnring. Wachen eröffnen gnadenlos das Feuer auf alle sich nähernden Flüchtlinge. Lisitsyn eskortiert Michelle mithilfe seiner Offiziersuniform und seiner Kenntnisse der Armeepasswörter sicher durch die strengen Militärabsperrungen. Sie befindet sich nun in der Hauptstadt.
Moskauer Intrigen
Die Ballerina Katja probt eifrig für die Rolle der Marie im Ballett „Der Nussknacker“. Die begehrte Rolle erhält sie nach der plötzlichen Verhaftung der Primaballerina Antonina Rubleva. Katjas ehemaliger Gönner, der hochrangige Fürst Belonogov, wird vom Sicherheitsdepartement wegen Hochverratsverdachts inhaftiert. Die Ermittler verhören die junge Ballerina hart, lassen sie aber schließlich frei. Sie konzentriert sich nun voll und ganz auf die bevorstehende, vielbeachtete Premiere.
Michelle wohnt in der warmen Wohnung der Eltern des ermordeten Sascha Krigow. Sie versucht, ihnen die bittere Wahrheit über das Virus zu erzählen. Saschas Vater gesteht auf einem Zettel, dass der erste Monarch, Michail Gennadjewitsch, diese Schallwaffe selbst im Krieg kaltblütig gegen die Rebellen eingesetzt hat.
Der Sicherheitsdienst spürt Lisitsyn aufgrund eines Hinweises auf. Yura flieht durch die Innenhöfe aus der Wohnung. Sashas Eltern verbieten ihr strengstens, über das Virus zu sprechen, da sie Vergeltungsmaßnahmen fürchten.
Premiere im Bolschoi-Theater
Jura ist gezwungen, sich in verlassenen Gebäuden der Hauptstadt zu verstecken. Er beschafft sich gewaltsam einen Goldring, der ihm ungehinderten Zugang zum Stadtzentrum ermöglicht. Lisizyn sucht Katja kurz vor der Abendvorstellung auf und bittet sie inständig, ihm die Trommelfelle auszustechen. Die Ballerina ruft heimlich Oberst Surganow an und verrät Jura kaltblütig. Der Gegenspionagedienst verhaftet Lisizyn umgehend im Eingangsbereich.
Surganov bringt den geschlagenen Jura heimlich ins Bolschoi-Theater. Der Oberst will den eigensinnigen Kosaken benutzen, um dem Zaren die schreckliche Wahrheit über die drohende Gefahr zu enthüllen.
Lisizyn stürmt mitten im ersten Akt der Aufführung in die kaiserliche Loge. Lautstark schreit er von den herannahenden Horden Besessener und warnt verzweifelt: „Dort wurden Menschen in Bestien verwandelt!“ Zar Arkadi Michailowitsch gerät in unbeschreibliche Wut. Der Monarch verurteilt Lisizyns Worte öffentlich als dreiste Lüge und niederträchtige Verleumdung seines verstorbenen, heiligen Vaters.
In einem Anfall unkontrollierbarer Wut stößt der Kaiser schrille Schreie aus, die Worte eines dämonischen Gebets. Das Virus befällt den Monarchen sofort. Der Zar tötet seinen Sohn und seine Frau vor den Augen der schockierten Zuschauer. Die Infektion breitet sich rasend schnell in der riesigen Halle aus. Die Moskauer Elite verfällt dem Wahnsinn. Die Musiker werfen ihre Instrumente zu Boden, und das Ballett kommt abrupt zum Stillstand. Katja tanzt verzweifelt auf der Bühne, bis sie das Bewusstsein verliert. Die rasende Menge zerfleischt sich gegenseitig.
Erwachen
Michelle erwacht in einer dunklen, leeren Zelle der Sicherheitsabteilung. Sie war zuvor während einer religiösen Prozession auf dem Garden Ring festgenommen worden.
Die Gefängnistore stehen weit offen. Die Straßen Moskaus sind unheimlich still und völlig menschenleer. Gehörlose Überlebende entdecken zufällig die umherirrende Michelle. Diese wundersamen Überlebenden glauben aufrichtig, dass sie eine Prophetin und eine wahre Heilige ist.
Die geretteten Kinder bringen Michelle vorsichtig zur Kirche, zur alten Ikone des Erzengels Michael. Das Mädchen bekreuzigt sich gehorsam vor der Ikone. Sie spürt deutlich einen Tritt in ihrem Bauch und erkennt, dass sie tatsächlich schwanger ist. Ihr Gehör kehrt plötzlich und auf wundersame Weise zurück. Michelle hört deutlich das feierliche Läuten der Glocken. Mutig steht sie an der Spitze eines ungeordneten Zuges Gehörloser, die sich langsam durch die Boulevards des menschenleeren Moskaus bewegen.
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