Metro 2034 von Dmitry Glukhovsky, Zusammenfassung
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Dieser postapokalyptische Science-Fiction-Roman schildert das Überleben der letzten Menschen in der Moskauer Metro. Das 2009 entstandene Buch ist eine düstere Chronik des aussichtslosen Kampfes der Station Sewastopolskaja gegen eine unbekannte Bedrohung und zugleich eine Geschichte über die Suche nach der verlorenen Menschlichkeit. Der Autor entwickelt das Universum, vertieft die Psychologie der Charaktere und konfrontiert sie angesichts ihrer völligen Isolation mit moralischen Dilemmata.
Bedrohung aus dem Norden
Die Sewastopolskaja-Station wurde von ihren Bewohnern in eine uneinnehmbare Festung verwandelt. Sie wehrt ständig Angriffe von Mutanten der Tschertanowskaja-Station ab. Ihre einzige Überlebensgrundlage ist der Stromhandel mit der mächtigen Hansa-Stationsallianz. Grundwasser, das die Schaufelräder unterirdischer Wasserkraftwerke antreibt, erzeugt die Energie. Konvois mit Munition und Lebensmitteln werden zur Serpuchowskaja-Station geschickt, doch eines Tages bricht der Kontakt ab. Ein weiterer Konvoi verschwindet spurlos. Auch ein Aufklärungsteam kehrt nicht zurück. Stationsdirektor Istomin und der Oberst beschließen, eine neue Expedition zu organisieren.
Der geheimnisvolle Jäger wird gerufen – ein vernarbter Einzelkämpfer mit übermenschlichen Reflexen und tierischen Instinkten. Er nimmt Homer, einen sechzigjährigen ehemaligen Ingenieurassistenten, als Partner. Der alte Mann ist besessen davon, Wissen für die Nachwelt zu bewahren. Er träumt davon, ein großes Epos über moderne Helden zu schreiben, um die Überlebenden vor dem kollektiven Vergessen zu retten. Der dritte Teilnehmer dieser gefährlichen Expedition ist der Ausguck Achmed. Das Trio dringt in die Dunkelheit der nördlichen Tunnel ein und macht sich auf den Weg nach Tulskaya.
Der Fluch der Schlange
Am Nachimowski-Prospekt passiert die Gruppe Leichenberge und Horden von Nekromanten. Homer findet einen Soldatenhelm und ein blutbeflecktes Notizbuch. Die Aufzeichnungen sind bruchstückhaft. Bald erreicht die Gruppe Nagornaja. Dichter, weißer Nebel hüllt den Bahnhof ein. Die Luft wird schwer. Geisterhafte Riesen erscheinen im weißlichen Dunst. Die Mutanten ziehen Achmed in die Leere. Hunter stellt sich den Dämonen entgegen, doch die Monster lassen ihn in Ruhe. Sie verachten ihn, da sie ihn als ein noch furchterregenderes Raubtier erkennen. Homer und Hunter fliehen.
Ein alter Mann liest heimlich in einem gefundenen Notizbuch. Es ist das Tagebuch eines Signalmanns einer verschollenen Karawane. In Tulskaja ist eine ungeheure Epidemie einer unbekannten Krankheit ausgebrochen. Das Virus ist luftübertragbar und tötet innerhalb weniger Wochen. Die Infizierten verrotten bei lebendigem Leib und verfallen dem Wahnsinn. Die Verteidiger des Bahnhofs haben die massiven, hermetischen Tore von innen abgeriegelt und sich damit selbst dem Tode geweiht, um den Rest der Metro zu retten. Die Einträge enden mit einer Warnung: Stürmt nicht den Bahnhof!
Verbannte
Saschas Geschichte entfaltet sich parallel. Sie lebt mit ihrem kranken Vater, dem ehemaligen Kommandanten des verlassenen Bahnhofs Kolomenskaja, in diesem. Ihr Vater geht auf die Jagd, wird dabei von wilden Hunden tödlich verwundet und stirbt kurz darauf. Allein gelassen, gerät Sascha in die Gefangenschaft eines Räubers, der einst ihren Vater gehasst hat. Der Bandit verschleppt das gefesselte Mädchen mit einer Draisine in Richtung Awtosawodskaja.
Hunter und Homer erreichen die versiegelten Tore des Bahnhofs Tulskaja. Von der anderen Seite sind Schüsse zu hören. Die Verteidiger lassen sie nicht durch. Hunter berichtet Homer, dass der Bahnhof von Banditen eingenommen wurde, die eine vollständige Säuberung mit Flammenwerfern fordern. Sie kehren zum Bahnhof Kaschirskaja zurück, um den gefährlichen Abschnitt entlang der verstrahlten Depotstrecke zu umgehen. In einem der Tunnel treffen sie auf Sascha und ihren Entführer. Hunter tötet den Banditen kaltblütig. Das gerettete Mädchen schließt sich der Gruppe an.
Treffen in Paveletskaya
Das Trio erreicht den Bahnhof Paweletskaja. Sascha ist von dessen Pracht und Helligkeit tief beeindruckt. Dort begegnen sie dem jungen Flötisten Leonid. Seine Musik hat die bemerkenswerte Fähigkeit, Menschen zu beruhigen und ihnen Hoffnung zu schenken. Sascha ist von den Klängen der Flöte verzaubert. Hunter hingegen, der sein Spiegelbild in dem von Homer geschenkten Spiegel sieht, zerschlägt ihn wutentbrannt. Der Vorarbeiter erkennt, dass er sich in ein gnadenloses Monster verwandelt, doch er kann nicht aufhören.
Nachts spielt sich auf dem Bahnhof Paweletskaja ein blutiges Drama ab. Tödliche, blinde Chimären dringen von der Oberfläche in den wehrlosen Bahnhof ein. Die Monster vernichten die Wachen im Nu. Eines der Monster treibt Sascha in die Enge. Homer versucht vergeblich, das Wesen mit seinem Maschinengewehr zu treffen. Plötzlich taucht Hunter auf. Im ungleichen Nahkampf tötet der Vorarbeiter die Chimäre mit einem Hieb seines Hackmessers, wird dabei aber selbst schwer verwundet. Homer gibt dem zweiten Monster mit einem gezielten Schuss den Rest. Gerettet, ist Sascha dem verwundeten Vorarbeiter unendlich dankbar.
Oberfläche und Enthüllungen
Während Hunter im Delirium liegt, findet Sasha einen Weg an die Oberfläche. Sie fährt mit der Rolltreppe nach draußen und sieht die Überreste eines zerstörten Moskaus. Die Stadt wirkt verwüstet und feindselig. Riesige Mutanten durchstreifen das Ödland. Sie wird von einer gewaltigen fliegenden Echse angegriffen. Im letzten Moment wird sie von einem unbekannten Kämpfer in einem Schutzanzug gerettet. Zu ihrem Erstaunen erkennt sie ihren Retter als den genesenen Hunter. Der Vorarbeiter führt Sasha zurück in die Sicherheit der Tunnel.
Leonid gesteht Sascha, dass er von dem Fieber weiß. Der Musiker behauptet, die Krankheit sei heilbar: Das Virus werde durch intensive Strahlung abgetötet. Er verspricht, das Mädchen in die Smaragdstadt zu bringen, einen sagenumwobenen Zufluchtsort für Wissenschaftler unterhalb des Universitätsgebäudes, wo das nötige Wissen mit Sicherheit zu finden sei. Geschickt manipuliert der junge Mann die Gefühle der Flüchtenden und lässt sie an ein Wunder glauben. Homer bleibt allein zurück und geht zur Dobryninskaja, wo er sich Sorgen um das Schicksal seiner verlorenen Schützling macht.
Die Straße ins Nirgendwo
Der Musiker geleitet Sascha mit einem Diplomatenpass durch die Kontrollpunkte der Roten Linie. Leonid gibt sich als Sohn des kommunistischen Führers Moskwin zu erkennen. Der junge Mann gesteht, die Smaragdstadt erfunden zu haben. In Wahrheit wollte er Sascha nur von Hunter wegbringen. Sascha ist verzweifelt: Die Zeit drängt, und Hunderte unschuldige Menschen sollen in Tulskaja getötet werden. Sie fordert ihre sofortige Rückkehr. Leonid stiehlt eine alte Draisine. Auf der Flucht vor einer Kampflokomotive gelingt ihnen der Durchbruch zur Ringlinie.
Homer erreicht unterdessen Polis. Dort trifft er auf Melnik, einen Mann im Rollstuhl und Anführer des mysteriösen Ordens. Melnik glaubte, Hunter sei im Kampf gegen Mutanten bei der WDNCh gefallen. Homer erfährt jedoch, dass Hunter nach dieser Schlacht zusammenbrach und sich in eine seelenlose Tötungsmaschine verwandelte. Der Vorarbeiter nimmt Melniks Metallmarke an sich – einen Pass, der ihm unbegrenzte Macht und das Recht verleiht, die Säuberer des Ordens einzusetzen. Homer erkennt, dass Hunter plant, die Tulskaya samt all ihren Bewohnern niederzubrennen.
Wasser und Feuer
In Tulskaja brechen die Verteidigungsanlagen zusammen. Verzweifelte Patienten brechen aus ihren isolierten Waggons aus und greifen die Wachen an. Der junge Soldat Artjom und der verwundete Kommandant verschanzen sich im Funkraum. Der Kommandant verkündet, er habe die Grundwasserleitungen gesprengt. Er plant, den Bahnhof zu fluten, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. In Dobryninskaja angekommen, warnt Artjom vor der Gefahr und führt dann den Befehl aus: Er versiegelt die nördlichen Tore.
Hunter, an der Spitze eines schwer bewaffneten Strafkommandos, erreicht die Grenzen der Station. Soldaten in Schutzanzügen bereiten Flammenwerfer vor. Eine Menge Infizierter drängt die Überreste der Garnison zurück. In diesem Moment erscheinen Sasha und Leonid. Der Musiker beginnt Flöte zu spielen. Die Klänge des Instruments bringen die randalierende Menge auf geheimnisvolle Weise zum Schweigen. Die Infizierten erstarren, gebannt von der wundersamen Melodie.
Sasha tritt furchtlos vor die schwarze Reihe der Reinigungskräfte. Sie wendet sich an Hunter und ruft, die Krankheit sei mit Strahlung heilbar. Sie fleht ihn an, innezuhalten und sein Mitgefühl zu bewahren. Die Idole des Ordens schweigen. Der Vorarbeiter bleibt unnachgiebig. Plötzlich tötet einer der Mutanten den Musiker und reißt die Menge aus ihrer Starre. Wie von einem einzigen Impuls stürmen die Kranken auf die strenge Reihe der Reinigungskräfte zu.
Plötzlich ertönt ein ohrenbetäubendes Dröhnen. Die Rohre explodieren und setzen Tausende Tonnen Grundwasser frei. Ein eisiger Strom stürzt auf die Steinplattform. Die Soldaten des Ordens ziehen sich hastig hinter die wasserdichten Tore zurück. Sasha lacht freudig, da sie das herabströmende Wasser für den reinigenden Sommerregen hält, von dem Homer ihr erzählt hatte. Sie verschwindet in dem wirbelnden Strom. Im letzten Moment stürzt sich Hunter auf das sich schließende Tor, um Sasha herauszuziehen, doch es ist zu spät. Das Tor schlägt zu.
Das Ende der Reise
Homer hat Wache am Bahnhof Sewastopolskaja. Der alte Mann blättert in einem vollgekritzelten Notizbuch und erinnert sich an die Worte des Ingenieurs Serow: „Unser Leben hat kein Endergebnis, und der Richter hat uns zusätzliche Zeit gegeben.“ Die Epidemie wurde unblutig gestoppt: Die überlebenden Infizierten wurden in die verstrahlten Tunnel der Kachowka-Linie gebracht, und die Krankheit klang ab. Saschas Leiche wurde nie gefunden.
Hunter hat überlebt. Er sitzt daneben und starrt in den stockfinsteren Tunnel. Plötzlich entfährt ihm ein heiseres, unmenschliches Stöhnen, das sich allmählich zu einer rhythmischen Melodie steigert. Der strenge Vorarbeiter pfeift leise die sanfte Melodie des namenlosen Liedes des ermordeten Musikers. Homer erkennt, dass Hunters Menschlichkeit noch nicht ganz erloschen ist. Der alte Mann will den letzten Punkt unter sein Buch setzen.
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