„Heat“ von Lucy Taylor, Zusammenfassung
Automatische übersetzen
Diese 1995 in der wegweisenden Sammlung „Safety of Unknown Cities“ veröffentlichte Kurzgeschichte ist ein Meisterwerk des extremen Horrors und der Grenzüberschreitung in der Prosa. Sie erforscht den Zusammenhang zwischen Pyromanie und masochistischem sexuellen Verlangen. Das zentrale Merkmal des Werkes ist die detaillierte Beschreibung der Psyche der Heldin, für die körperlicher Schmerz und Lebensgefahr die einzigen Mittel sind, ihre innere emotionale Betäubung zu überwinden.
Die Sammlung, zu der auch dieses Werk gehörte, gewann den renommierten Bram Stoker Award und festigte damit den Ruf des Autors als Meister des psychologischen Horrors.
Der Flamme nachjagen
Die Geschichte wird aus der Perspektive einer namenlosen Frau erzählt. Sie beginnt in einem billigen Motel in der Naiwot Street. Die Protagonistin hat Sex mit einem Mann, dessen Namen sie nicht mehr weiß – vielleicht Tommy oder Jimmy. In diesem Moment rasen Feuerwehrautos mit Blaulicht am Gebäude vorbei. Das Heulen der Sirenen löst bei der Erzählerin eine viel stärkere körperliche Reaktion aus als die Handlungen ihres Partners. Sie verspürt eine seltsame Erregung, die an Schmerz grenzt, kann aber keinen Orgasmus erreichen. Sobald der Mann mit dem Geschlechtsverkehr fertig ist, zieht sie sich hastig an, entschuldigt sich bei ihrem Liebhaber und rennt zu ihrem Volvo.
Die Heldin wird von der Feuerwehr verfolgt, was sie zu einer verlassenen Buchhandlung in East Colfax führt. Als sie sieht, wie das Feuer das Gebäude zerstört, gerät sie in einen Zustand nahe der Ekstase. Für sie ist das Feuer eine majestätische Vernichtung, ein Akt der Gewalt gegen die Materie. Sie flüstert das Wort „Hitze“ und verleiht ihm die Bedeutung von Gebet und Flehen. Dieses Konzept wird zur zentralen Metapher ihrer Existenz.
In ihren Memoiren erzählt die Protagonistin von einem Gespräch mit ihrer Freundin Shauna. Während sie sich die Haare färbte, versuchte sie, das Wesen der „Hitze“ zu erklären – eine alles verzehrende Leidenschaft, die einen Menschen von innen heraus verbrennt. In ihrem ganzen Leben hatte die Erzählerin nur drei Männer getroffen, die dieses Gefühl in ihr auslösen konnten. Shauna gab nach Shaunas Schilderung zu, dass sie so etwas noch nie erlebt hatte. Für die Protagonistin klang dieses Eingeständnis wie die Diagnose Farbenblindheit. Ohne dieses extreme Gefühl fühlt sie sich wie gelähmt, in tiefer Unterkühlung. Ein Spaziergang entlang der Pearl Street Mall und die Beobachtung der Männer dort rufen nichts als Langeweile und Abscheu vor deren Teilnahmslosigkeit in ihr hervor.
Kalt in der Wohnung in der Pascalstraße
Die Protagonistin lebt mit Colin, dem dritten Mann in ihrem Leben, in einer Wohnung in der Pascal Street. Colin schenkte ihr einst „Heat“. Er hält sich für einen Schriftsteller, obwohl sein Talent noch nicht erkannt wurde. Eines der Zimmer hat er in eine Art Arbeitszimmer umfunktioniert, vollgestopft mit alten Zeitungen, Zeitschriften und Manuskripten. In diesem Papiernest schläft er auf einer schmalen Pritsche, von seiner Partnerin abgeschnitten.
Ihre Beziehung erfuhr eine katastrophale Veränderung. Zuvor waren sie leidenschaftliche Liebende gewesen, die BDSM praktizierten. Ihre Spiele beinhalteten Peitschen, Ketten und Strangulation. Der Wendepunkt kam, als Colin seine Partnerin während des Sex zu würgen begann und die Kontrolle verlor. Er kam erst wieder zu sich, als sie sich bereits nicht mehr bewegte. Als ihm bewusst wurde, dass er sie im Moment des Orgasmus tatsächlich hatte töten wollen, erschrak Colin vor seiner eigenen Natur. Er beschloss, dass Schreiben und animalische Leidenschaft unvereinbar seien, und wählte die Keuschheit, indem er vollständig auf körperliche Intimität verzichtete.
Colin verarbeitet seine Energie nun in Liedtexten und tippt die ganze Nacht hindurch. Seine Heldin versucht ihn zu provozieren, indem sie ihm von ihren Seitensprüngen erzählt, darunter eine kürzliche Begegnung in einem Motel. Sie beschreibt, wie sie sich weigerte, das Sperma eines flüchtigen Liebhabers abzuwaschen, um seinen Duft mit nach Hause zu nehmen. Colin reagiert mit eiskalter Ruhe, nennt ihr Verhalten pathologisch und fordert sie auf, ihn in Ruhe zu lassen. Er behauptet, ihre Geschichten würden ihn nur anekeln, doch seine Heldin ist sich sicher, dass hinter seiner Kälte ein unterdrückter Wunsch steckt, sie zu töten, ihr Herz zu verschlingen.
Feurige Besessenheit
Um ihren inneren Kern zu erwärmen, sucht die Frau weiterhin nach flüchtigen Bekanntschaften und besucht Brandstätten. In ihren Träumen sieht sie einen Mann aus Feuer, der sie mit seiner Berührung verbrennt. Sie erinnert sich an ihre zwei anderen „echten“ Liebhaber. Der erste war der Boxer Zeke, dessen Beziehung mit zwei Schönheitsoperationen an ihrem Gesicht endete. Der zweite war das Model Neil, den sie wegen seiner Drogensucht und seiner Unvereinbarkeit mit ihm verließ. Colin war der Einzige, der sie zurückwies, aber dennoch weiterhin mit ihr unter einem Dach lebte.
Eine Woche nach dem Brand der Buchhandlung bricht die Heldin in ein verlassenes Haus ein, das sie schon länger im Auge hat. Sie übergießt die Trümmer und Wände mit Kerosin und zündet das Gebäude an. Während sie zusieht, wie das Haus in Flammen aufgeht, spürt sie eine Kälte in sich aufsteigen, wie die eines toten Kindes im Mutterleib. Die Brandstiftung bringt keine Erleichterung, sondern verstärkt nur das Gefühl der inneren Leere.
Als sie nach Hause kommt, findet sie Colin betrunken vor. Er verkündet, dass er sie am nächsten Tag verlassen will. Als Grund gibt er seine Arbeitsunfähigkeit an: Ihre Geständnisse seiner Untreue und ihre bloße Anwesenheit seien zu einer Obsession geworden und hinderten ihn am Schreiben. Sie versucht, ihn zurückzuhalten, provoziert ihn zur Gewalt und fleht ihn an, sie zu schlagen, damit er überhaupt etwas spürt. Colin stößt sie von sich und schläft in seinem Büro ein, das mit Papieren übersät ist.
Der letzte Funke
Allein gelassen, spürt die Heldin eine unerträgliche Erkältung. Sie nimmt einen Benzinkanister und besprüht damit die Zeitungsstapel und Manuskripte in Colins Zimmer. Sie schüttet das Benzin in der Nähe des Ausgangs aus, tritt zurück und wirft ein brennendes Streichholz hinein.
Die Flammen lodern ohrenbetäubend auf. Colins Kleidung fängt Feuer. Er springt auf, versucht die Flammen zu löschen und sieht, wie die Frau ihm die Tür vor der Nase zuschlägt. Sie hält den Türknauf nur wenige Sekunden fest, während drinnen ein Feuersturm tobt. Der mit trockenem Papier vollgestopfte Raum verwandelt sich in einen Backofen. Colins Schreie verstummen, abgelöst vom Tosen der Flammen.
Die Heldin reißt die Tür auf. Mitten im Raum erblickt sie eine Gestalt aus Feuerwirbeln. Colin ist zu einer lebenden Fackel geworden, die sich in einem qualvollen Tanz windet und zuckt. Beim Anblick dieses Schauspiels erkennt die Frau, dass das Eis in ihr nicht geschmolzen ist. Ihr Herz ist gebrochen, und die Scherben verursachen mit jedem Atemzug unerträglichen Schmerz. Sie versteht, dass nichts auf der Welt sie mehr wärmen kann außer dieser lebenden Flamme vor ihr. Unfähig, die Kälte länger zu ertragen, stürzt sie sich in den brennenden Raum, direkt in die Arme ihres Geliebten, der in den Flammen stirbt.
Adblock bitte ausschalten!
Sie können nicht kommentieren Warum?