Eine Zusammenfassung von Lew Brusilows „Die Spur des mechanischen Affen“
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„Die Spur des mechanischen Affen“ ist ein Kriminalroman von Lew Brusilow, der 2024 bei Eksmo erschien. Die Handlung spielt im Mai 1893 in der Provinzstadt Tatajar: Ein Provinzdetektiv untersucht mysteriöse nächtliche Vorkommnisse, die sich später auf ein mechanisches Aufziehspielzeug zurückführen lassen. Daraufhin ereignet sich eine Mordserie im Haus eines Kaufmanns. Das Buch steht in der Tradition klassischer russischer Kriminalliteratur und vereint Elemente der Mystik mit der Alltagssprache des späten 19. Jahrhunderts.
Das Aussehen des Affen
Der Industrielle Savva Afinogenovich Protasov besuchte persönlich den Leiter der Provinzkriminalpolizei, Baron Foma Fomich von Spinne. Das war an sich schon ungewöhnlich: Leute wie Protasov arbeiten normalerweise nicht für Kriminalbeamte. Der Unternehmer erklärte, er habe bei der Firma „Children’s Joys“ in Berlin einen teuren, lebensgroßen Aufziehaffen gekauft – ein Geschenk für seinen zehnjährigen Enkel Misha. Doch das Spielzeug hätte den Jungen beim ersten Aufziehen beinahe erwürgt, woraufhin es in einem Schrank eingesperrt wurde.
Dann begannen die seltsamen Dinge. Der Affe tauchte nachts in den Fluren und Zimmern des Hauses auf, obwohl der einzige Schlüssel für den Mechanismus unter Protasovs Kopfkissen lag. Eines Nachts betrat das Spielzeug sein Schlafzimmer und sagte: „Savva Protasov, hallo!“ – und wandte sich damit nicht mehr an seinen Enkel, wie es die deutsche Konstruktion vorsah, sondern an den Hersteller selbst. Am Morgen war das Schloss am Kleiderschrank kaputt, und der Affe erschreckte seinen Enkel Misha erneut.
Vierzehn Verdächtige
Von Spinne willigt ein, den Fall privat zu übernehmen: Tagsüber arbeitet er für die Detektei, nachts wohnt er als Gast im Haus von Protasow. Gleich beim ersten Abendessen verkündet der Oberst den Anwesenden, dass ein Telegramm an die Firma „Kinderfreuden“ in Berlin geschickt wurde. Die Antwort bestätigt, dass dem Spielzeug nicht nur ein, sondern drei Schlüssel beiliegen. Zwei davon – in einem blauen Leinenbeutel an der rechten Pfote des Affen – sind spurlos verschwunden. Das bedeutet, dass einer der vierzehn Hausbewohner einen Schlüssel besitzt und den Mechanismus absichtlich aufzieht.
Protasov beschreibt seine große Familie: seine Frau Arina Ignatjewna; vier Söhne – den praktischen, aber willensschwachen Nikolai und seine Frau Jekaterina; den eigensinnigen Nikita, der wegen einer gewissen Glasha Kirsanowa von St. Petersburg träumt; den Künstler Andros, der schon lange darum bittet, zur Schule gehen zu dürfen; und den stillen Schüler Sergei; zwei Töchter – die fromme Agrippina und die, ihrem Vater zufolge, schlichte Glafira; drei Mitläuferinnen – Maria Potapowna, Pelageja Semjonowna und die junge Rufina Jakowlewna; und schließlich den gebrechlichen Onkel Jewsei, einen Cousin von Protasovs verstorbener Mutter. Sie alle sind potenzielle Verdächtige.
Die ersten Gespräche und die Eskalation des Konflikts
Beim Abendessen wird deutlich, dass Arina Ignatjewna äußerst empfindlich auf die Anwesenheit eines Polizisten reagiert. Ihr ältester Sohn Nikolai gerät in Rage, als das Gespräch auf einen möglichen Zweitschlüssel kommt, und deutet direkt an, dass nur sein Vater den Affen behalten haben könne. Mitten im Festmahl mischt sich der alte Jewsej in den Streit ein und verkündet öffentlich, dass der Affe auch in seinem Zimmer gewesen sei und er überzeugt sei, dass Sawwa Afinogenowitsch selbst den Schlüssel besitze.
Von Spinne spricht separat mit Sergei, seinem jüngsten Sohn. Der Schuljunge ist sichtlich verängstigt, kann aber nichts Wesentliches beitragen – er erzählt lediglich die Geschichte seines Vaters Wort für Wort nach. Bei einer Inspektion des Spielzimmers entdeckt der Oberst, dass die Tür verschlossen ist, obwohl sie kein Schlüsselloch hat – sie wird also absichtlich von außen offengehalten. Als Sergei schließlich den Schlüssel hervorholt, steht der Affe selbst hinter der Tür, bereits aufgeregt und marschiert auf der Stelle.
Morde
Die Situation ändert sich dramatisch, als im Haus Leichen entdeckt werden. Onkel Jewsei stirbt als Erster – erdrosselt. Dann wird der Kriminalbeamte von Spinne, den er heimlich dem Haus zugeteilt hatte, getötet. Die Mordmethode ist in beiden Fällen dieselbe – ein Seil. Polizeiarzt Wikentjew kommt nach der Untersuchung der Leichen zu dem Schluss, dass beide Morde höchstwahrscheinlich von ein und demselben Täter begangen wurden. Doch Protasow Senior stirbt auf andere Weise: Laut dem Arzt deuten die Verletzungen an seinem Hals auf einen Affenmechanismus hin. Sawwa Afinogenowitsch wurde durch ein Spielzeug getötet.
Die komplizierte Geschichte um Rufina Jakowlewnas Anhängsel kommt ans Licht. Sie hatte gleichzeitig eine Affäre mit dem Bräutigam Leonti und mit Jewno Abramowitsch Nowoaronowski, einem Mann, den der ältere Protassow mit nach Europa genommen hatte. Als Leonti von der Affäre erfuhr, erdrosselte er Nowoaronowski im Stall. Nikolai und Nikita wussten beide davon, schwiegen aber: Der Bräutigam lebte schon lange im Haushalt.
Verhöre und Auflösung
Von Spinne verhört Protasows Söhne einzeln. Andros verhält sich unberechenbar – er ist zutiefst verängstigt. Nikolai und Nikita geben verwirrte, offensichtlich abgesprochene Aussagen ab. Als der Oberst sie auffordert, zu demonstrieren, wie der Stallknecht Nowoaronowski erwürgt hat, führen beide dieselben Bewegungen aus – ein eindeutiges Zeichen für Absprache.
Die Ermittlungen ergaben, dass die Schlüssel für den Mechanismus von einem Haushaltsmitglied absichtlich versteckt wurden. Dieses nutzte den Affen zunächst als Schreckgespenst und schließlich als Mordwaffe, indem es das Spielzeug auf den Hersteller selbst richtete. Der mechanische Affe, der in Berlin zur Freude eines Kindes gekauft worden war, wurde zum Werkzeug eines kalkulierten Verbrechens innerhalb der Familie, in der jeder noch eine Rechnung mit Savva Afinogenovich offen hatte.
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- Николай Протасов
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