„Boys“ von Dina Rubina, Zusammenfassung
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Dieses Buch ist der erste Teil von Dina Rubinas Roman, der 2024 erschien und die Geschichten zweier Kinder aus verschiedenen Epochen erzählt. Der Text verwebt das harte Leben im Nachkriegs-Astrachan mit den tragischen Ereignissen im Polen des Zweiten Weltkriegs. Das Werk schöpft aus dem tiefen Kontrast zwischen der unglücklichen Kindheit des einen und dem verlorenen Wohlstand des anderen. Die Jungen wachsen heran und überwinden die Widrigkeiten des Lebens, jeder unter seinen eigenen, einzigartigen Umständen. Die Autorin beschreibt detailliert den Alltag und die Atmosphäre zweier völlig unterschiedlicher Welten.
Zhoriks Leben im Hof
Das Buch beginnt mit der Vorstellung von Zhorik. Der Junge versteckt sich ständig vor seiner Mutter Tamara. Sie leidet unter Alkoholismus und gerät oft in blinde Wut. Zhorik hat sich in einem Holzstapel ein Versteck gebaut, in das er sich dank seiner schmalen Statur mühelos hineinzwängen kann. Von dort aus beobachtet er still seine wütende Mutter, deren laute Schreie sein Leben mit ständiger Angst erfüllen. Zhorik träumt verzweifelt von der baldigen Ankunft seines Freundes Agasha und stellt sich vor, wie sich der Mund seiner Mutter endlich schließt.
Kuhweide in der Region Astrachan
Zhorikas Mutter droht ihm oft, ihn aufs Land zu schicken. Doch der Junge scheut keine harte Arbeit. Früher half er dem erfahrenen Hirten Matveich beim Hüten der riesigen Kuhherde des Staatsguts. Das geschah im kleinen Dorf Solenoye Zaimishche im Bezirk Tschernojarsk, als der Junge erst acht Jahre alt war. Die rauen Bedingungen der Steppe haben ihm Ausdauer verliehen. Zhorika ist stolz auf seine Arbeitserfahrung und betrachtet sich als völlig selbstständig.
Zhorika in Agashas Wohnung retten
Zhoriks Schicksal nimmt eine schlagartige Wendung durch seine Freundschaft mit einem seltsamen Jungen namens Agasha. Dieser etwas unbeholfen wirkende Junge hat einen wilden, lockigen Haarschopf auf dem Kopf. Eines Tages verfängt sich sogar eine blaue Papiertaube darin. Eines Tages landet der verprügelte Zhorik in Agashas sauberer Wohnung, wo er vorsichtig auf ein weiches Sofa zwischen Geranientöpfen gebettet wird. Sein erschöpfter Kopf sinkt in ein weiches, lavendelfarbenes Kissen. Der Junge schläft sofort ein. In tiefem Schlaf sehnt er sich verzweifelt danach, sein früheres Leben mit seiner Mutter, den widerlichen Geruch von Alkohol, Küchenabfällen und die Insektenschwärme für immer zu vergessen. In Agashas Wohnung ist Zhorik nur von den wohltuenden Düften von Geranien, Zimt und süßen Keksen umgeben. In dieser sicheren Umgebung begegnet Zhorik den Verwandten seines Retters. Agashas Großvater, der Ichthyologe und Professor Mark Aronovich Mirkin, den alle im Hof respektvoll Makaronych nennen, entpuppt sich als legendärer Fischexperte. Er wird zu einem verlässlichen Ratgeber im späteren Leben des Straßenkindes.
Itzik und die Uhrensammlung der Familie
Der zweite Handlungsstrang entführt den Leser in eine völlig andere Zeit. Der Text stellt uns einen Jungen namens Itzik vor. In seiner Familie wird er liebevoll Izhyo genannt. Der erwachsene Held heißt eigentlich Cezary Adamovich Stachura, doch als Kind war er einfach ein kluger Junge aus Warschau. Itzik zeichnete sich durch ein phänomenales Gedächtnis und unglaublichen Einfallsreichtum aus. Die vielen Reiseuhren in seinem Zimmer erinnerten an das Lager eines erfahrenen Reisenden.
Der Vater des Jungen, Abraham Streichman, entstammte einer Warschauer Uhrmacherdynastie. Abraham war sich der Präzision der Zeitmessung zutiefst bewusst. Er bewahrte die einzigartige Uhrensammlung der Familie sorgsam und plante, das Handwerk an seinen Sohn weiterzugeben. Sein Vater betonte stets, dass das Erlernen der Grundlagen der Uhrmacherei jahrelanges, rigoroses Studium erfordere. Itzik erbte erfolgreich das ausgeprägte professionelle Auge seines Vaters, die Fähigkeit, kleinste Details zu erkennen und sich auf feine Mechanismen zu konzentrieren.
Die Jahre der Evakuierung in Buchara
Der Krieg bringt ihren gewohnten Lebensrhythmus durcheinander. Die Familie ist gezwungen, vor den vorrückenden deutschen Truppen zu fliehen. Die langen Jahre im Exil bezeichnen sie offiziell als „Evakuierung“. Itsiks Mutter Zelda findet Arbeit in einer Nähkooperative, die von polnischen Flüchtlingen gegründet wurde. Sie verbringt ihre Tage damit, Anzüge zu ändern und Unterwäsche für Soldaten an der Front zu nähen. Ihre harte Arbeit sichert das Überleben der ganzen Familie. Das Schicksal führt die Flüchtlinge weit in den Osten.
Buchara erscheint ihnen wie eine völlig fremde Welt. Es ist eine uralte Lehmstadt, gelblich-braun mit leuchtend türkisfarbenen Akzenten. Der hohe, rechteckige Peshtak der Medresse ist reich verziert mit filigranen Schnitzereien, die Aussprüche des Propheten darstellen. Die Minarette und Kuppeln der Miri-Arab-Medresse ragen über die Flachdächer hinaus und gleichen gigantischen blauen Luftschiffen. Die Familie bewohnt eine winzige Lehmhütte. Abraham arbeitet weiter, nachdem er seine Werkstatt mit einem schweren Vorhängeschloss gesichert hat. Er trägt sein Werkzeug nach Hause und setzt sich mitten in der Nacht an einen provisorischen Tisch aus einfachen Holzkisten, um kaputte Chronometer zu reparieren.
Rückkehr ins zerstörte Warschau
Im Spätherbst 1945 nutzte die Mutter der Familie ihre weitreichenden Kontakte. Zelda, die als Schneiderin für die Ehefrauen vieler lokaler Beamter gearbeitet hatte, konnte die notwendigen Ausreisepapiere beschaffen. Die Familie kehrte mit ihrer kleinen Schwester Zlatka-Zofia nach Polen zurück. Unterwegs ließ das Mädchen versehentlich ihr Lieblingskuscheltier unter die ratternden Räder des Zuges fallen und betrauerte dessen Verlust bitterlich, als wäre es ein lebender Mensch.
Warschau empfängt die Vertriebenen mit einem grauenhaften Bild totaler Zerstörung. Der elfjährige Itzik wandert unter grauem Himmel durch die geschwärzten Ruinen seiner Heimatstadt. Die Luft ist erfüllt von Rauch und dem unerträglichen Gestank verbrannter Leichen. Der Junge empfindet einen erdrückenden Hass auf diesen schrecklichen Ort, der sich in ein riesiges Massengrab verwandelt hat. Der ätherische Geruch des Todes dringt in sein Innerstes und fügt dem Kind ein schweres psychisches Trauma zu.
Spiegelbilder der westlichen Kultur
Der Text beschreibt das Nachkriegspolen auch als einzigartiges Kulturphänomen. Für die Sowjetbürger erschien das Land wie ein strahlendes Spiegelbild des unerreichbaren Westens. Die Figuren unterhalten sich über Andrzej Wajdas Filme „Asche und Diamanten“ und Stanisław Lems Science-Fiction-Film „Solaris“. Die Rhythmen des neuen Jazz und die Lieder des Ensembles „Rote Gitarren“ drangen durch den Eisernen Vorhang. Junge Leute träumten davon, spitze Lackschuhe, elegante grau gestreifte Anzüge und kirschrote Fliegen zu tragen. Das Polen jener Zeit wird in der Erzählung als die fröhlichste Baracke im sozialistischen Lager dargestellt.
Zhorikas Schuljahre
Unterdessen geht Zhoriks Geschichte im Nachkriegs-Astrachan weiter. In der vierten Klasse hört der Junge zum ersten Mal das seltsame Wort „Parbuchiy“. Es ist die Abkürzung der Einheimischen für den Parobitschew-Hügel, auf dem sich früher ein Leprosenheim befand. Dieser hölzerne Name wird von seiner Klassenlehrerin, Zoja Andrejewna, ausgesprochen. Hinter ihrem Rücken nennen die Schüler die hagere Lehrerin mit dem langen, sehnigen Hals „Zoika-Mopp“. Sie hat ein äußerst unangenehmes Temperament, nörgelt ständig an den Kindern herum und stichelt gnadenlos gegen jede Kleinigkeit.
Zhorika verbringt immer mehr Zeit mit seinem seltsamen Freund Agasha. Großvater Makaronych erzählt gern Geschichten aus seiner Heimat. Der Professor verbietet seinen Zuhörern strengstens, ihn zu unterbrechen. Wer sich nicht daran hält, wird von dem alten Mann mit dem urkomischen Ausruf „Sgogi, Kholega!“ (etwa: „Sag es ihnen, Kholega!“) gerühmt. Zhorika saugt begierig neues Wissen auf und entfernt sich so allmählich von der grausamen Welt seiner Mutter Tamara. Der Straßenjunge findet wahre Geborgenheit bei Fremden, aber gütigen Menschen.
Eine schicksalhafte Offenbarung
Das Buch beschreibt detailliert den Moment, in dem einer der erwachsenen Charaktere die Realität schmerzlich erkennt. Während einer angespannten Begegnung blickt er Zhorik an. Der Junge erstarrt und steht wie versteinert da. Der Erzähler sieht dem Kind eindringlich in die Augen und begreift plötzlich die bittere Wahrheit über das Schicksal dreier miteinander verbundener Menschen. Dieser Moment wird als plötzliche, fast schon selbstmörderische Offenbarung beschrieben.
Der Held versteht ganz klar, dass sie alle einen unglaublich hohen Preis für ihre Taten zahlen werden. Er verwebt drei Menschenleben mit dem grausamen Faden der Hoffnungslosigkeit zu seinem Schicksal. Zwei völlig unterschiedliche Geschichten laufen allmählich zusammen und verdeutlichen die Zerbrechlichkeit der menschlichen Psyche angesichts historischer und familiärer Katastrophen.
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