„Kalte Küsten“ von Sergei Lukyanenko, Zusammenfassung
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„Kalte Ufer“ ist der erste Roman der „Sucher des Himmels“-Dilogie, geschrieben 1997 und erstmals 1998 veröffentlicht. Die Handlung spielt in einer alternativen Welt, in der Gottes Stiefsohn – der Erlöser – vor zweitausend Jahren alles Eisen von der Welt nahm, es in einer besonderen Dimension namens „Die Kälte“ verbarg und der Menschheit das Wort hinterließ: eine seltene Gabe, die es ermöglicht, Gegenstände in die Kälte zu legen und sie wieder hervorzuholen. Diejenigen, die das Wort besitzen, werden unweigerlich von den Obrigkeiten und der Kirche gejagt.
Die Sky Seekers-Duologie wurde 2001 mit dem russischen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet.
Zwangsarbeit und Flucht
Ilmar der Schlauere, ein erfahrener Dieb, ist auf dem Weg zu seiner Zwangsarbeit auf den Trauerinseln. Auf dem Gefängnisschiff bemerkt er einen seltsamen Jungen: Dessen rechte Handfläche ist in der Dunkelheit merklich kälter als die linke – ein sicheres Zeichen dafür, dass er das Wort kennt. In der Nacht vereitelt Ilmar dessen Versuch, sich von den Fesseln zu befreien, und verhandelt mit ihm. Der Junge heißt Mark; er behauptet, er hätte hingerichtet und nicht in die Minen geschickt werden sollen. Auf sein Wort hin behält er ein Messer mit einer heraldischen Inschrift auf der Klinge, ein silbernes Feuerzeug und ein bestimmtes Buch, von dem er sich kategorisch weigert, sich zu trennen.
Als der Zug durch die Stadt der Traurigen Inseln zieht, knackt Ilmar mit Marks Messer das Schloss, das den gesamten Sträflingstransport an einem einzigen Seil fesselt. In dem entstehenden Chaos fliehen alle – einige in die Menge, andere in die Reihen der Wachen. Mark verstaucht sich den Knöchel und kann nicht weiter. Ilmar trägt ihn zu einem verlassenen Kaufmannshaus und entdeckt dort, in einem doppelten Versteck unter dem Fußboden des ersten Stocks, rostige Eisenziegel – zwei- bis dreihundert Kilogramm des seltensten Metalls der Welt. Sie verstecken sich bis zum Einbruch der Dunkelheit in dem Unterschlupf, während die Wachen das Haus systematisch durchsuchen – das Versteck hält.
Der Weg zum Festland
Auf dem Flugfeld der Trauerinseln entdecken die Flüchtlinge den Gleiter der Pilotin Helen, der Nachthexe. Helen ist mit einem offiziellen Befehl zur Festnahme von Mark gekommen, doch Ilmar und der Junge zwingen sie, sie zum Festland zu bringen. Die Landung verläuft holprig: Der Gleiter stürzt ab. Mark nutzt die Hilflosigkeit seiner Mitreisenden aus und verschwindet.
Ilmar wird von Geistlichen aufgenommen: Bruder Ruud, ein Paladin der Schutzpatronin, bringt ihn nach Rom. Im Wald zwischen Brüssel und Lyon wird der Konvoi von einem Paladin der Erlöserkirche und seinen Schergen angegriffen. Mehrere Priester fallen im Kampf, Ilmar tötet einen Diener der Erlöserkirche und erreicht Lyon in letzter Sekunde.
Das Geheimnis des Buches
In Lyon sucht Helena nach Ilmar. Dabei entdeckt sie die wahre Identität des Jungen: Prinz Marcus ist der uneheliche Sohn des Herrschers selbst. Dieser hatte nach einem Gespräch mit dem Paladin persönlich die Gefangennahme seines Sohnes angeordnet. Marcus bewahrt ein Buch in seinem Reich auf, dessen Inhalt dem Herrscher bekannt ist. Dieses Buch war es, das den Aufruhr am Hof auslöste.
Helen glaubt, dass es sich hierbei um die authentischen, unzensierten Aufzeichnungen der Jünger des Erlösers oder um sein persönliches Tagebuch handeln könnte. Die Kirche ist gespalten: Die Erlöserbrüder fordern die Auslöschung aller Beteiligten sowie des Manuskripts, während die Schwesternschaftsbrüder auf Verhören und einer Durchsuchung bestehen. Sollte eine Entscheidung zwischen diesen beiden Positionen unausweichlich werden, droht ein Religionskrieg im ganzen Staat, den das russische Khanat ausnutzen wird. Auch Helen selbst steht unter Verdacht – ein Haftbefehl gegen sie liegt auf dem Schreibtisch des Herrschers.
Kurz zuvor war Ilmar im Restaurant „David und Goliath“ bereits Hauptmann Arnold von der Garde begegnet und hatte die Flucht ergriffen, indem er auf das Dach einer Postkutsche geklettert war. In den Städten begannen Überfälle.
Vier Verbündete
Nach und nach schart sich eine unerwartete Gruppe um Marcus: Ilmar, Helena, die Nonne Schwester Louise und Hauptmann Arnold, zunächst ein Widersacher, dann ein widerwilliger Verbündeter. Sie versuchen, den Prinzen außer Landes zu schmuggeln. Doch selbst die Flucht ins russische Khanat oder nach China wird erfolglos bleiben: Sobald die Flüchtlinge die Grenze überqueren, werden alle Botschaften eine Belohnung aussetzen, und im Ausland gibt es zahlreiche Agenten.
Der Gipfel von Megiddo
Die Flüchtlinge sitzen auf dem Berg Megiddo fest. Die Grauwesten und das Semezki-Regiment stehen sich gegenüber und versuchen, den Prinzen und das Buch abzufangen. Ilmar bleibt zurück, um die Verfolger abzulenken und den anderen die Flucht zu ermöglichen – woraufhin er von den Kirchenbehörden gefasst wird.
Marcus steigt zum Gipfel von Megiddo hinauf und vollbringt dort, nachdem er die volle Macht des Wortes erlangt hat, ein Wunder, das jenes des Erlösers vor zweitausend Jahren umkehrt: Er entnimmt der Kälte alles, was dort seit Urzeiten gespeichert war. Eisen kehrt in die Welt zurück – all das Metall, das der Stiefsohn Gottes bei seinem Weggang mitgenommen hatte.
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