Eine Zusammenfassung von „Das heilige Buch des Werwolfs“ von Victor Pelevin
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Dieses Buch ist ein philosophischer und satirischer Roman aus dem Jahr 2004. Die Handlung dreht sich um die Liebesgeschichte zwischen einem uralten Werfuchs namens A Hu-li und einem General der Staatssicherheit namens Alexander. Der Text verbindet auf ungewöhnliche Weise östliche Mystik mit einer ätzenden Ironie über Russlands rohstoffbasierte Wirtschaft. Die Autorin verwebt alte asiatische Mythen mit dem Alltag der postsowjetischen Bourgeoisie. Die Protagonistin verdient ihren Lebensunterhalt im ältesten Gewerbe der Welt, während ihr Begleiter die Ölversorgung des Staates kontrolliert.
Das Leben eines uralten Fuchses
Der Text beginnt mit einem nüchternen Polizeibericht. Im Moskauer Bitsevsky-Park wurden ein verkohlter Erdstern, ein ausgebranntes Canondale-Fahrrad und ein Rucksack gefunden. Darin befindet sich ein Laptop mit einer Textdatei namens „A Huli“. Diese Datei enthält das Geständnis einer uralten Werfuchs-Frau. A Huli sieht aus wie fünfzehn Jahre alt, obwohl sie über zweitausend Jahre alt ist. Ihr Name bedeutet übersetzt aus dem Chinesischen „Fuchs A“, was ihr in Russland aufgrund seines obszönen Klangs erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Das Mädchen arbeitet als Edelprostituierte.
Sie hypnotisiert ihre Klienten mit ihrem buschigen roten Schwanz. Die Männer erleben angenehme Illusionen, während der Fuchs ruhig Bücher des Astrophysikers Stephen Hawking liest. Wenn sie den Männern ihre Lebenskraft entzieht, gibt A Huli stets einen kleinen Teil der Energie zurück, um die Geister nicht zu erzürnen. Diese Methode wird „Die Braut gibt den Ohrring zurück“ genannt.
Ein weiterer Arbeitsabend in der Bar des National Hotels endet in einer Katastrophe. Ein indischer Portfolioinvestor mit blauem Turban erwacht plötzlich aus seiner Hypnose. Als er die wahre Gestalt des Fuchses erkennt, gerät er in Panik und stürzt sich aus dem Fenster. Huli entkommt derweil nur knapp dem Sicherheitspersonal des Hotels, indem sie zwei Wachen verzaubert. Ohne festes Einkommen veröffentlicht sie ein Profil auf einer Erotik-Website.
Ein älterer Geisteswissenschaftler namens Pawel Iwanowitsch wird ihr neuer Klient. Er leidet unter Schuldgefühlen gegenüber seiner Heimat und bittet darum, mit einer hypnotischen Peitsche ausgepeitscht zu werden. Während der Sitzungen diskutiert er ausführlich über Politik. Eines Tages beleidigt er auf grobe Weise das Andenken an den Schriftsteller Wladimir Nabokow. Der Fuchs gerät in Wut und fügt seinem Klienten blutige Wunden zu, eine Tat, die dieser später zutiefst bereut.
Kurz darauf wird die Heldin von FSB-Oberst Mikhalych vorgeladen. Khuli erscheint mit einer Metallstange in der mysteriösen Wohnung. Der Offizier injiziert sich Ketamin. Sein Bewusstsein gleitet in orangefarbene, halluzinatorische Tunnel und entfesselt ein dämonisches Wesen. Das Mädchen schlägt Mikhalych mit einer schweren Champagnerflasche heftig auf den Kopf.
Mikhalychs Vorgesetzter, Generalleutnant Alexander, in grauer Uniform, betritt den Raum. Er tadelt seinen Untergebenen und entschuldigt sich bei A Hu-li. Der Mann fährt das Mädchen mit einem Regierungsausweis in einem luxuriösen Maybach nach Hause. Unterwegs kauft Alexander ihr bei Tiffany zwei Platinringe mit Diamanten. Die Füchsin ist von dem einflussreichen Herrn tief beeindruckt.
Geheimnisse enthüllen
A. Hu-li korrespondiert per E-Mail mit ihren Schwestern. Ye Hu-li beklagt sich über die harte Arbeit in Massagesalons in Thailand. Yi Hu-li hat sich mit Lord Cricket in London niedergelassen. Die Schwestern unterhalten sich über eine alte Prophezeiung über einen mystischen Super-Werwolf. Er soll dort erscheinen, wo ein bis auf die Grundmauern zerstörter Tempel wieder aufgebaut wurde. Und Yi Hu-li vermutet, dass damit die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau gemeint ist.
Lord Cricket ist fasziniert von zeitgenössischer Kunst und dem Okkulten. Er plant ein geheimes magisches Ritual, um sich in einen Superwerwolf zu verwandeln. Und Hooli beabsichtigt, dieses Ritual zu nutzen, um ihren eigenen Ehemann zu jagen.
Alexander lädt Ah Huli in sein gläsernes Penthouse ein. Das Mädchen entblößt ihren Schwanz zur Hypnose, in der Hoffnung, ihm Vergnügen zu bereiten. Doch die Magie versagt unerklärlicherweise. Alexander selbst entpuppt sich als mächtiger Werwolf. Vor den Augen des erschrockenen Fuchses verwandelt er sich in einen riesigen grauen Wolf. Das Biest stürzt sich auf das Mädchen. Ah Huli spürt urtümlichen Schrecken, körperlichen Schmerz und gleichzeitig intensive Lust.
Zwischen den Helden entbrennt eine stürmische Romanze. Khuli beschließt, Alexander ihre Kunst beizubringen. Sie nimmt den General mit auf eine „Hühnerjagd“ im Bitsevsky-Wald. Die Füchsin trägt ein unbequemes Abendkleid und Stöckelschuhe. Vor den Augen des Försters stiehlt sie ein Huhn aus einer Scheune. Eine absurde Verfolgungsjagd beginnt. Vor lauter Angst und Aufregung verwandelt sich das Mädchen teilweise in ein wildes Tier.
Plötzlich tauchen zwei berittene Polizisten auf. Khuli stolpert und fällt auf einen Waldweg. Alexander taucht gerade noch rechtzeitig aus dem Dickicht auf, in Militäruniform. Mit geheimen Gesten des Geheimdienstes hypnotisiert er die berittenen Beamten und bewahrt seinen Freund so vor einer brutalen Vergeltung.
Nördliches Ritual
Am nächsten Tag fährt Alexander mit A Khuli nach Norden ins schneebedeckte Nefteperegonyevsk. Die Stadt ist gesäumt von seltsamen Pfahlbauten, die Hühnerbeinen ähneln. Die örtlichen Ölquellen sind vollständig versiegt. FSB-Werwölfe führen regelmäßig schamanische Rituale durch, um die Staatsreserven wieder aufzufüllen.
Der fette Wolf Michalitsch heult lange einen alten Kuhschädel an, der auf einer Eisenstange aufgespießt ist. Das Ritual schlägt fehl, trotz starker Medikamente. Da verwandelt sich Alexander selbst in einen wunderschönen grauen Wolf. Er stößt ein trauriges, herzzerreißendes Heulen über das bittere Schicksal seiner Heimat aus. Der Wolf appelliert an die uralte Seele des Volkes, die in russischen Märchen die Gefleckte Kuh genannt wird. Echte Tränen tropfen aus den leeren Augenhöhlen des Kuhschädels. Öl sprudelt wieder aus dem Boden. Der General erhält den Verdienstorden für das Vaterland.
Illusionen und Philosophie
A. Hu-li und ihr Mann treffen in Moskau ein. Lord Cricket hält Alexander und A. Hu-li in ihrem Hotelzimmer einen Vortrag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Er erklärt ihnen die Mechanismen der Tierverwandlungen durch die Bewegung der Kundalini-Energie entlang der Wirbelsäule und des Schwanzes. Der Brite teilt außerdem esoterische Theorien über den mächtigen Super-Werwolf mit.
Später entdecken A Hu-li und Alexander eine neue, raffinierte Art der Intimität. Beim Filme schauen verschränken sie ihre Zöpfe eng umeinander. So erleben sie die Handlungen asiatischer Actionfilme und Hollywood-Produktionen als Realität. Alexander weigert sich, Filme mit homosexuellen Anspielungen anzusehen und bevorzugt Samurai-Filme.
Und Huli spricht viel über die Philosophie von Bischof Berkeley. Sie versteht den wahren Unterschied zwischen Wölfen und Füchsen. Füchse beeinflussen die Wahrnehmung anderer und lassen sie überzeugende Illusionen sehen. Wölfe hypnotisieren sich selbst und glauben aufrichtig an ihre Transformation. Diese innere alchemistische Reaktion erfordert enorme Energie.
Eines Tages küsst A Huli Alexander direkt auf die Lippen. Diese verbotene menschliche Geste löst eine unumkehrbare Mutation aus. Alexander verliert die Kontrolle über seine Gestalt und verwandelt sich in einen furchterregenden schwarzen Hund. Dieser fünfbeinige Hund ist in der nordischen Mythologie als Garm bekannt und trägt in der russischen Folklore einen abscheulichen Beinamen. Alexander erlangt die Fähigkeit, Menschen aus großer Entfernung zu vernichten, indem er sie gedanklich mit seiner mystischen fünften Pfote zertritt. Der Hund behält seine menschliche Intelligenz, verliert aber für immer seine frühere Wolfsgestalt.
Erkenntnis und Auflösung
Der verzweifelte General versteckt sich in A. Khulis unterirdischem Betonbunker im Bitsevsky-Park. Der Fuchs heilt seine Wunden und entfernt die Silberkugeln aus seinem Körper. Alexander leidet unter seinem neuen Aussehen. Er beschließt, sich an dem politischen Strategen Tatarsky zu rächen und belegt ihn aus der Ferne erfolgreich mit einem tödlichen Fluch.
Der Fuchs meditiert lange in der Stille eines feuchten Bunkers. Plötzlich begreift er eine höchste philosophische Wahrheit. Sein roter Schwanz erschafft sekündlich die gesamte sichtbare Welt um ihn herum. Die Reststrahlung des Schwanzes formt buchstäblich die materielle Realität. Der einzige Schlüssel, um dieser endlosen Halluzination zu entkommen, ist reine, selbstlose Liebe.
Alexander findet keinen Frieden mit dem zurückgezogenen Leben im Kerker. Er hinterlässt dem Fuchs eine kurze Abschiedsnachricht auf einer Holzkiste. Der General kehrt in den Staatsdienst zurück, um seine neu erworbenen, tödlichen Fähigkeiten zum Schutz des Landes vor Feinden einzusetzen. Und Huli bleibt allein zurück.
Während einer Fahrradtour trifft Ah Khuli erneut auf Mikhalych. Der Offizier macht ihm einen Heiratsantrag und schlägt vor, mit ihm auf eine tropische Insel zu ziehen. Der Fuchs lehnt ab und verspottet sein Andy-Warhol-T-Shirt. Zurück zu Hause verbrennt der Fuchs alte Gedichte und verfasst eine geheime Lehre über den Regenbogenstrom für andere Werwölfe. Laut dieser Lehre muss ein Werwolf vergangene Verbrechen bereuen, sein Herz mit Liebe reinigen und diese Energie direkt in seinen Schwanz lenken.
Die Geschichte endet an einem kühlen Morgen. Huli fährt mit ihrem Fahrrad zu einem unbebauten Grundstück am Waldrand. Sie gibt Gas und springt von einer hohen Erdrampe. Als die Räder abheben, möchte sie ihren Namen schreien. Sie glaubt fest daran, dass dieser Sprung die Entstehung der Scheinwelt für immer beenden und ihr die wahre Freiheit schenken wird, nach der sie sich so sehr sehnt.
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