„Die weißeste Nacht“ von Asya Lavrinovich, Zusammenfassung
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Dieser Jugendroman aus dem Jahr 2022 erzählt die Geschichte zweier Mädchen, deren Wege sich unerwartet in derselben Wohnung in St. Petersburg kreuzen. Das Buch ist die direkte Fortsetzung von Agnia Lehmanns Geschichte aus „Liebe nicht nach Drehbuch“. Die Handlung spielt sich vor dem Hintergrund einer sommerlichen Stadt ab, in der die Protagonistinnen versuchen, sich mit ihrer komplexen Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Agnias Umzug und ihr Leben mit ihrem Vater
Agniya Lehmann flieht aus ihrer Heimatstadt, um ihren Traum vom Studium an der Kunstakademie zu verwirklichen. Zunächst lebt sie bei ihrem leiblichen Vater. Dieser plagt das schlechte Gewissen, und er entschuldigt sich mehrmals täglich. Agniya lebt mit seiner neuen Familie zusammen, zu der auch ihre Stiefmutter Tatjana und ihr vierzehnjähriger Halbbruder Albert gehören. Die Beziehungen im Haushalt sind angespannt.
Agniya durchschaut Tatjanas Verhalten, die nur vorgibt, sich über den Besuch zu freuen. Tatjana lobt ihren Sohn Alik überschwänglich und behauptet, er habe ein Universitätsstipendium erhalten. In Wirklichkeit ist Alik oft unhöflich zu seinen Eltern und schwänzt die Schule. Agniya fühlt sich bei dieser Familie unwohl und beschließt daher, sich eine eigene Wohnung zu mieten. Gleichzeitig bleibt sie ihrem jüngeren Bruder gegenüber freundlich, der echtes Interesse an ihrem Leben zeigt.
Begegnung mit Varya und ein Konflikt mit einem Nachbarn
Ein Mädchen findet ein Zimmer in einer Dachgeschosswohnung im Zentrum von St. Petersburg. Ihre neue Nachbarin ist die aufgeweckte und etwas exzentrische Studentin Warja Metschetina. Warja ist sehr aktiv, liebt Partys und verbringt viel Zeit mit ihren Freunden. Eine ihrer engsten Freundinnen ist die modebewusste Karolina, die unglaublich farbenfrohe Kleider und Sommerkleider näht. Warja hat einen Hund – einen fröhlichen West Highland White Terrier namens Harvey.
Varya und der Nachbar von gegenüber, Nazar Kushner, sind verfeindet. Ständig schmieden sie Intrigen gegeneinander. Nazar, den Varya spöttisch „Barbar“ nennt, nervt sie oft. Eines Tages leuchtet er Varya mit einem Laserpointer direkt auf die Stirn. Der rote Punkt erregt die Aufmerksamkeit des Hundes, der daraufhin wild durchs Zimmer rennt. Varya hasst ihren Nachbarn abgrundtief, muss ihm aber trotzdem immer wieder begegnen.
Eine unerwartete Begegnung mit Fedya
Das Leben der Mädchen ändert sich schlagartig, als Varya ein Date mit einem neuen Bekannten namens Fedya hat. Varya beschließt, den jungen Mann einzuladen und bestellt thailändisches Essen. Als Agnia die Wohnungstür öffnet, folgt eine lange, stille Szene. Fedya steht mit einem Pfingstrosenstrauß in der Tür, und die beiden jungen Leute starren sich schweigend an.
Es stellt sich heraus, dass sie sich schon lange kennen. Bald darauf vertraut Agnia Varya ein lang gehütetes Geheimnis an. In ihrer Heimatstadt hatte sie sich unsterblich in Fedya verliebt. Ihre Bekanntschaft begann mit zufälligen Begegnungen im Bus, woraufhin die beiden sich überallhin verfolgten. Später stellte eine gemeinsame Freundin, Nadya, sie einander offiziell vor. Agnia versuchte, sich nicht zu sehr an den jungen Mann zu binden, da sie plante, nach St. Petersburg zu ziehen. Fedya hingegen konnte seine kranke Großmutter nicht zurücklassen und seiner Geliebten in eine andere Stadt folgen.
Agnias Vergangenheit
Agnia erzählt Varya ausführlich die Gründe für ihre Flucht und ihre komplizierte Beziehung zu Fedya. Agnias Stiefvater hatte aus finanziellen Gründen versucht, seine Stieftochter mit dem Sohn seines Geschäftspartners zu verkuppeln. Das Mädchen beschloss, ihrem aufdringlichen Stiefvater eins auszuwischen. Sie nahm Fedya bei sich auf und stellte ihn vor der Familie bewusst in einem äußerst ungünstigen Licht dar. Agnia gab sich absichtlich kalt und gleichgültig.
Fedja fühlte sich zutiefst gedemütigt. Agnija hatte sich als ganz anders erwiesen als das freundliche und aufrichtige Mädchen, das er sich vorgestellt hatte. Fedja empfand sie als boshaft, rachsüchtig und niederträchtig, bereit, alles zu tun, um den Familienstreit zu gewinnen. Nach diesem schrecklichen Vorfall reiste Agnija überstürzt nach St. Petersburg und ließ Fedja mit gebrochenem Herzen zurück. Und nun tauchte der Mann unerwartet in ihrer neuen Mietwohnung auf – als Verehrer ihrer Nachbarin Warja.
Entwicklung der Beziehungen zwischen den Hauptfiguren
Fedjas Ankunft zwingt Agnija, ihr egoistisches Verhalten zu überdenken. Die beiden jungen Leute verbringen fortan viel Zeit miteinander. Im Juni hüllen helle, weiße Nächte St. Petersburg in ein Meer aus Licht. Agnija und Fedja schlendern bis in die frühen Morgenstunden durch die Stadt und warten auf den Sonnenaufgang über der Peter-und-Paul-Festung. Langsam klären sie ihre Beziehung und vergeben einander alte, tiefsitzende Grollgefühle.
Währenddessen verändert sich die Beziehung zwischen Varya und Nazar allmählich. Varya beginnt zu erkennen, dass Nazar Kushner nicht ihr schlimmster Feind ist. Er hilft oft Mädchen und nimmt sie in seinem Auto mit. Nazar versteht sich gut mit seinem kleinen Hund Harvey. Der Hund leckt Nazar freudig ab, wenn sie sich begegnen, was Varya anfangs sehr ärgert. Varya lernt ihren Nachbarn von einer ganz anderen, besseren Seite kennen. Ihre gegenseitigen Beleidigungen und die langjährige Fehde wandeln sich allmählich in romantische Gefühle. Nazar stellt Varya sogar seiner Schwester Milana vor.
Teambildung und Prüfungsvorbereitung
Agnia bereitet sich fleißig auf die Aufnahmeprüfungen an der Kunstakademie vor. Sie stellt gerade ihr Portfolio fertig. Endlich fühlt sie sich wirklich glücklich und zufrieden. Fedya findet erfolgreich eine neue Stelle und meistert die anspruchsvolle Probezeit. Das junge Paar freut sich aufrichtig über seine kleinen, aber wertvollen Erfolge.
Varya verbringt oft Zeit mit ihren lebhaften Freundinnen im Food-Court eines riesigen Einkaufszentrums. Sie diskutieren angeregt über Sonderangebote, trinken Milchshakes und liefern sich witzige Wortgefechte. Varyas Leben wird durch einen schweren Konflikt mit ihren Eltern erschwert. Ihre Mutter und ihr Vater ziehen in die USA und lassen ihre junge Tochter allein in St. Petersburg zurück. Varya weigert sich, mit ihren Eltern zu sprechen und hält den Kontakt zu ihrer Familie ausschließlich über ihre Großmutter Valya aufrecht. Sie wird wieder an der Universität zugelassen und kehrt ins Studentenleben zurück.
Auflösung von Handlungssträngen
Gegen Ende des Buches lösen sich alle offenen Konflikte auf logische Weise auf. Agniya besteht erfolgreich alle ihre Prüfungen und erfüllt sich ihren größten Traum – sie wird an der Kunstakademie aufgenommen. Fedya findet eine neue, anspruchsvolle Stelle. Seine Firma stellt ihm eine schöne Wohnung in der Nähe der Metrostation Tschernyschewskaja zur Verfügung. Agniya packt ihre wenigen Habseligkeiten und zieht zu Fedya. Nun treffen sie und Warja sich oft an den Wochenenden und veranstalten lustige Brettspielturniere.
Varya wohnt weiterhin in ihrer geräumigen Wohnung im Stadtzentrum. Sie sucht keinen neuen Mitbewohner mehr, da Nazar dauerhaft einzieht. Varya lernt fleißig, selbst zu kochen. Harvey, der Hund, darf regelmäßig die Leckerlis bekommen, die Nazar ihm bringt.
Das Ende der Geschichte
Die Nachbarn verbringen oft lange, regnerische Abende in der Küche und lauschen den sanften Melodien einer Akustikgitarre. Diese wunderschönen Stücke spielt ihr stiller Nachbar Zhorik. Anhand der Stimmung seiner Musik können die Nachbarn genau erkennen, ob Zhorik sich wieder mit seiner Freundin gestritten hat. Erklingt traurige Musik, bedeutet das, dass Zhorik erneut Probleme in seinem Privatleben hat.
An warmen Tagen genießen Warja und Nazar ein romantisches Abendessen auf dem Dach ihres alten Hauses. Das Leben des jungen Paares verläuft wie gewohnt. Eines Herbsttages findet sich im Treppenhaus ein neuer Zettel, geschrieben in Nazars bekannter, ungleichmäßiger Handschrift. Zuvor hatte er dort ein riesiges Sternbild des Großen Bären gezeichnet. Nazar hinterlässt Warja einen sehr berührenden Liebesbrief. Er schreibt, dass er ihr seine Liebe gestanden habe, indem er den Großen Bären in den Eingangsbereich gezeichnet habe. Er behauptet, alle gewöhnlichen Menschen bestünden aus Knochen, Fleisch, Gewicht und Größe, nur seine geliebte Warja sei aus Sternbildern geschaffen. Alle Figuren finden ihr stilles und friedliches Glück in der Großstadt.
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