Eine Zusammenfassung von Sergei Lukyanenkos „Konkurrenten“
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„Competitors“ ist ein 2008 erschienener Science-Fiction-Roman von Sergey Lukyanenko. Das Buch entstand in enger Verbindung mit dem realen Online-Browserspiel Starquake (starquake.ru): Das fiktive Universum und die Spielmechanik bilden nicht nur die Kulisse, sondern das System, in dem sich die Charaktere wiederfinden. Dadurch wird das Buch zu einem faszinierenden Genreexperiment – einem Science-Fiction-Roman, in dem Literatur und Spiel bewusst und bedeutungsvoll miteinander verwoben sind.
Eine seltsame Ankündigung und die "Sternenstunde"
Der 35-jährige Moskauer Journalist Valentin Safonov entdeckt einen handgeschriebenen Zettel an einer Laterne: „Piloten für Orbitalbomber, Raumjäger und technische Versorgungsschiffe gesucht“. Er ist sofort irritiert, als er inmitten der nassen Blätter an derselben Laterne ein völlig trockenes Stück Papier findet. Nachdem er sich vergewissert hat, dass das Papier weder brennt noch nass wird, reißt er es ab und ruft spät abends die angegebene Nummer an. Er meldet sich – Agentur „Sternenstunde“, Ogorodny Proezd, Gebäude 5 – und wird gebeten, sofort vorbeizukommen.
Im Büro trifft er auf ein Mädchen namens Inna – eine elegante Frau mit spöttischem Blick. Sie stellt Valentin die Starquake-Website vor, spricht vage von einer „Reise ins Weltall“ und empfiehlt ihm, durch die Tür am Ende des Flurs zu gehen: eine schwere Tür mit drei Schlössern und einem Netzhautscanner. Valentin tritt hindurch und findet sich in einem anderen Innenhof wieder als im Moskauer Büro.
Brötchen
Ein kleiner Metallraum, darüber eine flackernde Lampe, und hinter der Glaswand – schwarzer Weltraum und unbewegliche, vielfarbige Sterne. Das ist kein Trick, kein Scherz. Valentin befindet sich auf einer Orbitalplattform, die von ihren Bewohnern wegen ihrer markanten, an ein süßes Brötchen erinnernden Form „Plyushka“ genannt wird. Die Inna, die ihm in Moskau die Tür öffnete, ist noch auf der Erde: Ihr Ebenbild wurde vor einem Jahr rekrutiert und begrüßt nun die Neuankömmlinge.
Inna erklärt: Vor zwei Jahren ging sie durch diese Tür im Büro und landete hier. Die Plattform gehört einem unbekannten Schöpfer – möglicherweise dem Unternehmer Arkady Samoilov, der eine Agentur eröffnete und geschickt Menschen mit „Spielstellen“ lockte. Weder sie noch irgendjemand sonst auf der Plattform wusste, wohin die Tür führt. Valentin ist der 42.316. Rekrut – so viele Menschen sind insgesamt durch den Torbogen gegangen. Aktuell leben etwa 16.000 Menschen auf Plyushka.
Valentina trägt ein „Comm“ – ein Kommunikationsarmband, das als Telefon, Geldbörse und Ausweis dient. Ihr Startguthaben beträgt 1.500 Credits. Das Leben auf der Plattform ist möglich: Synthesizer produzieren Nahrung, Kleidung und Treibstoff; Luxusgüter wie CDs, Bücher, Zigaretten und sogar Katzen (die hier ein Vermögen wert sind) werden gelegentlich von der Erde abgeliefert.
Die ersten Tage: das Schiff und der Ausbilder
Valentin wird Lena, genannt „Die Fahrerin“, als Ausbilderin zugeteilt. Die ehemalige Moskauer Taxifahrerin mit breiten Schultern und einer messerscharfen Zunge beschreibt Valentins typischen Journalistenberuf in wenigen Sätzen, ohne ein einziges schmerzhaftes Detail auszulassen. Er ist wütend, muss aber zugeben, dass sie Recht hat. Vom ersten Moment an entwickelt sich zwischen ihnen jener seltene gegenseitige Respekt, der aus beiderseitiger Direktheit entsteht.
Gemeinsam steigen sie in den Haupthangar hinab – eine riesige Halle voller Schiffe in den bizarrsten Formen: Hufeisen, Scheiben, Zylinder, Kegel. Valentina erhält einen kleinen Jäger auf einem Sylvan-Rumpf – ein kleines, zigarrenförmiges Gefährt mit kurzen Flügeln, minimaler Bewaffnung und bescheidener Ausrüstung. Die Pilotin beginnt ihr Training: die Funktionsweise des Triebwerks, die Steuerung der Waffen, das Ablesen der analogen Anzeigen des Schiffs.
Das Leben auf Plushka ist ein ständiger Kreislauf aus Rohstoffgewinnung von Asteroiden und Planeten, Handel und Auseinandersetzungen mit Piraten. Es gibt eine Patrouille – eine Freiwilligengruppe, die für Ordnung sorgt, aber wie die Polizei auf der Erde nicht alles im Blick behalten kann. Geld wird für Schiffsverbesserungen, Treibstoff und Reparaturen ausgegeben. Manche werden reich, manche sterben – durch Unachtsamkeit oder durch die Hand anderer.
Suchende
Gleichzeitig erfährt Valentin von einer Gruppe namens „Die Sucher“ – einer Art philosophischem Club mit militanter Ausrichtung. Angeführt wird er von zwei Personen: Zinovy Pilyuchenko, genannt Zyama oder der Meister, einem charismatischen Organisator, und Roman, einem promovierten Wissenschaftler mit Spezialisierung auf künstliche Intelligenz. Die Sucher sind überzeugt, dass Plyushka eine virtuelle Realität ist, dass es keinen realen Raum gibt und dass sie alle hochgeladene Bewusstseinszustände sind, gefangen gehalten von den unbekannten Schöpfern dieses „Spiels“.
Auf einer Generalversammlung verkündet Zyama die Eroberung eines „Suppressors“ – einer Waffe, die Sterne auslöschen kann. Das Programm wurde im Backup-Speicher der Plattform entdeckt, wo es offenbar einst von den Schöpfern selbst geschrieben wurde. Roman skizziert einen Plan: Die Sterne sollen nacheinander ausgelöscht werden – zuerst der Stern, um den Plyushka kreist, dann die Sterne in der Nähe der größten Allianz- und Clanbasen. Ist die Welt virtuell, werden die Schöpfer gezwungen sein, einzugreifen und entweder alle zu vernichten, Verhandlungen über eine Rückkehr zur Erde anzubieten oder die ausgelöschten Sterne wieder zum Leuchten zu bringen und damit die Unwirklichkeit des Universums zu beweisen. Ist die Welt real, wird die Reaktion auf die Katastrophe die Schöpfer dennoch zum Erscheinen zwingen.
Roman gibt öffentlich zu, dass er nach zwei Jahren Forschung nicht mit Sicherheit sagen kann, ob diese Welt real ist oder nicht. Dieser Moment löst einen Wutausbruch in der Menge aus, doch Roman bleibt standhaft und beharrt: Genau deshalb sei das Experiment notwendig.
Expeditionen und Auswahl
Valentin fliegt mit dem Meister zu fernen Planeten, darunter einem, der von schwarzem Schnee bedeckt ist. Anfangs betrachtet er alles mit journalistischer Skepsis und versucht, Distanz zu wahren. Doch Plyushka lässt keinen Raum für Beobachter: Hier gilt: Handeln oder sterben. Unter den Piloten, Technikern und Händlern findet er allmählich seinen Platz.
Der Feuerlöscher wird aktiviert. Nach und nach erlöschen die Sterne. Panik bricht unter den Bewohnern der Plattform aus: Für viele ist dies kein abstraktes philosophisches Experiment, sondern eine Bedrohung für alles, was sie sich hier über die Jahre aufgebaut haben. Einige erheben sich bewaffnet gegen die Sucher, andere unterstützen sie – und all dies spielt sich vor dem Hintergrund der mittlerweile vertrauten Überfälle, Handelskonflikte und Scharmützel zwischen den Clans ab.
Die Antwort auf die große Frage – existiert Plyushka wirklich? – bleibt ausnahmslos im Dunkeln. Lukyanenko lässt den Leser bewusst in derselben Ungewissheit wie die Figuren: zwischen dem Glauben an die Realität der Welt und dem Misstrauen gegenüber ihrer illusorischen Natur. Valentin überlebt – und das ist keine Kleinigkeit, bedenkt man, dass von den über vierzigtausend Rekruten längst nicht alle das Finale erreichten.
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