„Fisch in der Teekanne“ von Elvira Baryakina, Zusammenfassung
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Bei diesem Buch handelt es sich um eine ironische Detektivgeschichte aus dem Jahr 1998, deren Besonderheit darin besteht, dass es Elvira Baryakinas erstes veröffentlichtes fiktionales Werk war, das sie zusammen mit Anna Kapranova verfasste.
Unternehmensgründung und ein plötzliches Treffen
Lilia Roshchina studiert Finanzwesen und versucht, ihre eigene Modelagentur „Lilia“ aufzubauen. Die finanzielle Lage des Unternehmens lässt sehr zu wünschen übrig. Die Soll- und Habensalden stimmen überhaupt nicht überein – die Ausgaben übersteigen die Einnahmen bei Weitem. Das Büro ist spärlich eingerichtet. Ein ausgestopfter Hirsch hängt achtlos an der Wand. Das einzige Faxgerät ist vorübergehend von einem Freund, Dmitry Pushkin, dem Leiter einer Werbeagentur, ausgeliehen.
Lilyas Assistent arbeitet täglich an ihrer Seite. Er ist Journalismusstudent und zeichnet sich durch sein phänomenales Gedächtnis, seine unkonventionelle Denkweise und seine unglaubliche Faulheit aus. Vanechka schockiert regelmäßig die Öffentlichkeit mit lauten Bekenntnissen zu seiner Sexualität und zollt damit der aktuellen Mode Tribut.
Die Modelbranche schreibt rote Zahlen. Geizige Werbekunden weigern sich, für Modenschauen und Präsentationen zu zahlen. Plötzlich betritt ein eleganter Ausländer namens Marko Brodich das Büro.
Er arbeitet als professioneller Scout für die große Agentur „World Best“ – jemand, der professionell nach neuen Gesichtern für die Modelbranche sucht. Marco hält Ausschau nach vielversprechenden Models für lukrative Verträge im Ausland. Er sah Lilys Gesicht auf einer riesigen Werbetafel und beschloss, sie persönlich aufzusuchen. Lily verliebt sich in den geheimnisvollen Ausländer. Sie vergisst ihre Arbeitsprobleme und ihre Prüfungen und träumt von einer romantischen Beziehung.
Studentenleben und die Suche nach Sponsoren
Lilys Leben ist hin- und hergerissen zwischen dem Modelbusiness und den hohen Anforderungen des Studiums. Während einer Vorlesung über Lebensrettungsmaßnahmen erwartet die Studierenden eine schwierige Prüfung. Der strenge Professor verlangt eine detaillierte Beschreibung einer Schutzgasmaske. Außerdem soll Lily ein exaktes Diagramm einer Hochspannungsleitung zeichnen. Lily versucht, die gierige Klassensprecherin Gorshkova auszutricksen, scheitert aber.
Der ehrgeizige Student Kolja Trubin hält sich ständig in Lilyas Nähe auf. Stolz nennt er sich Leutnant Rschewski. Kolja träumt davon, ein begnadeter Frauenheld zu sein. In Wirklichkeit ist er ein blasser, belesener junger Mann.
Der unternehmungslustige Vanechka verschickt derweil Pressemitteilungen – kurze Informationsschreiben an die Presse. Er sucht aktiv nach Sponsoren für das bevorstehende Casting – die Auswahl geeigneter Mädchen für Modenschauen. Lilya geht zum städtischen Fernseh- und Radiozentrum. Sie möchte die Aufmerksamkeit wohlhabender Investoren gewinnen. Sie beobachtet die gut genährten Geschäftsleute mit ihren teuren Handys.
Vanechka setzt seine außergewöhnlichen Kommunikationsfähigkeiten gekonnt ein. Er knüpft mühelos nützliche Kontakte in Geschäftskreisen. Auch Marco beteiligt sich mit großem Eifer am Alltag der Agentur. An einer öffentlichen Schule retten er und Vanechka ein kleines, obdachloses Kätzchen. Sie verstecken das Tier vor dem strengen Kontrollausschuss in einem Waschbecken.
Vorbereitung auf den Castingtermin
Lilya wohnt mit ihrer pragmatischen Freundin Galya in einem beengten Studentenwohnheim. Galya ist mit einem Artillerie-Kadetten namens Lesha zusammen. Ihre Freundin gibt Lilya ständig hilfreiche Lebensratschläge. Sie rät ihr, aktiv um Marcos Herz zu werben.
Die Mädchen diskutieren stundenlang über jeden flüchtigen Blick eines attraktiven Ausländers. Begeistert lesen sie mit Spielkarten die Zukunft voraus. Die Freundinnen schmieden gewagte Verführungspläne. Galya arbeitet bei der Harmony-Aktiengesellschaft, einem Großhändler für Haushaltswaren. Lilya versucht, von ihnen finanzielle Unterstützung für ihre Modenschau zu erhalten.
Die Wochenenden sind von intensiver, anstrengender Arbeit geprägt. Lilia dreht einen Werbespot für einen lokalen Fernsehsender. Sie hat Schwierigkeiten mit dem fröhlichen Sprechertext. Nach zehn erfolglosen Versuchen nimmt sie eine Sprachnachricht auf, in der sie in den „Graf“-Club einlädt. Galya bereitet sich ebenfalls auf ein abendliches Date mit ihrem Kadetten vor. Sie lockt ihre Haare und trägt leuchtend lila Lippenstift auf.
Auf einer lauten Studentenparty tritt Leutnant Rzhevsky aufdringlich auf. Marco bemerkt Lilys starke Angst und versucht, sie zu trösten.
Konflikte und Kuriositäten
Früh am Morgen erwacht Lilia mit beunruhigenden Gedanken an den vergangenen Abend. Leutnant Rzhevsky, der attraktive Student Boris und einige zufällige Mitreisende befinden sich auf der Ladefläche eines vereisten Lastwagens. Dies geschieht nach einer turbulenten, schlaflosen Nacht.
Vanechka leitet die Modelagentur souverän. Er ist sehr direkt und streitet offen mit seinem Chef. Lilya betrachtet aufmerksam ihre blauen Flecken von den jüngsten unglücklichen Erlebnissen. Nervös wirft sie einen Blick auf ihre Uhr. Sie wartet auf einen Anruf von Marco. Die Zeit drängt. Die akuten finanziellen Probleme der Agentur sind weiterhin ungelöst.
Galya weckt Lilya unsanft mit lauten Schreien. Sie droht, ihren kostbaren Nagellack über sie zu verschütten. Lilya weigert sich aufzustehen und genießt einen erholsamen Morgenschlaf.
Bald kommt ein unangenehmes Detail ans Licht. Leutnant Rschewski wurde wegen seines starken Alkoholkonsums zur Polizeiwache gebracht. Er fürchtet die rechtlichen Konsequenzen und bekommt heftigen Schluckauf. Lilya lacht herzlich über seine lächerlichen Eskapaden. Großzügig lädt sie ihre Klassenkameraden zu ihrer Kostümparty ein. Wanetschka amüsiert sich köstlich. Er lauscht den fantastischen, erfundenen Geschichten des Leutnants über seine angeblichen Liebesaffären.
Registrierung von Models
Die letzten Tage vor dem wichtigen Ereignis rücken näher. Lilia besteht drei reguläre Tests und eine schwierige differenzierte Prüfung. Sie wendet neue, clevere Methoden an, um unauffällige Spickzettel zu erstellen.
Lilias Beziehung zu Marco beschränkt sich auf gelegentliche Telefonate, die ausschließlich geschäftliche Angelegenheiten betreffen. Lilia ist ständig traurig und denkt nur an ihn. Galya vermutet aufgrund ihres seltsamen, abwesenden Lächelns, dass ihre Mitbewohnerin eine Lebensmittelvergiftung hat. Nachts plagen Lilia schreckliche Träume vom totalen Fiasko eines von ihr organisierten Modelcastings.
Früh am Morgen erwacht Tachanka, die Hausschildkröte, in einer Schreibtischschublade. Die Mädchen küssen freudig ihren harten Panzer. Sie sehen in diesem Erwachen ein sicheres Vorzeichen großen Glücks. Lilya und Vanechka eilen zur Modeboutique „Monika“, um schicke Outfits für die Models zu kaufen.
Im Club beginnt das offizielle, strenge Auswahlverfahren für die Teilnehmerinnen. Vanechka ergreift selbstsicher das Mikrofon. Mit monotoner Stimme, wie ein Fluglotse, verkündet er die Anmeldung der Models. Lilya ist zutiefst besorgt um den Erfolg der Veranstaltung. Die Spannung unter den Teilnehmerinnen steigt.
Abschluss der Auswahl und Marcos Abreise
Die Sponsoren stellen fünf sperrige, aufwendige Stehlampen für die Modenschau zur Verfügung. Die Teilnehmerinnen müssen mit diesen schweren Lampen in der Hand elegant die Bühne betreten. Die Veranstaltung erfordert höchste Einsatzbereitschaft und Konzentration aller Organisatoren.
Während eines angespannten Castings nähert sich Marco unerwartet eine schöne, große Blondine. Sie flüstert ihm etwas Vertrautes ins Ohr. Lilia verspürt sofort einen stechenden, schmerzhaften Stich der Eifersucht. Marco packt schweigend seine teure Ausrüstung zusammen und bereitet sich eilig auf seine bevorstehende Abreise vor.
Lilya verabschiedet sich kühl von Marco. Sie spürt eine tiefe, nagende Leere in sich. Der Geschmack seines letzten Kusses verblasst langsam auf ihren Lippen. Marcos Wagen rast davon. Lilya ist sich sicher, dass sich ihre Lebenswege für immer getrennt haben. Mit letzter Kraft kämpft sie darum, diesen vernichtenden Verlust zu verarbeiten.
Es ist ein kalter Silvesterabend. Lily wacht in einem stillen, leeren Studentenwohnheimzimmer auf. Die unglückselige, gesponserte Stehlampe, die sie am Vortag gewonnen hat, steht verlassen neben ihr.
Neujahrs-Ausklang
Lilya fühlt sich einsam und zutiefst unglücklich. Sie hat niemanden, mit dem sie feiern kann. Sie weiß nicht, wohin sie an diesem festlichen Abend gehen soll. Sie beschließt, auf die frostige Straße zu gehen, um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Langsam nähert sich Lilya einem Gemüsestand.
Sie bittet die Verkäuferin, zwei Kilogramm frische Gurken abzuwiegen. Die verärgerte, müde Frau reagiert unverschämt. Lilya sucht sich lange und sorgfältig fünf große, grüne, pickelige Gurken aus. Vorsichtig legt sie sie in eine Plastiktüte. Lilya bezahlt mit Kleingeld.
Nahe des benachbarten Tabakladens rutscht Lilia auf vereisten Unebenheiten aus. Sie stürzt in eine tiefe, kalte Schneewehe. Der Schnee war erst vor Kurzem von fleißigen Straßenreinigern weggeräumt worden. Die Tüte fliegt ihr aus den kraftlosen Händen. Die Gurken, die sie gekauft hatte, verteilen sich weit über den weißen Schnee.
Die weite Kapuze ihres Schaffellmantels rutscht ihr über die Nase und versperrt ihr zuverlässig die gesamte Sicht. Benommen von dem plötzlichen, heftigen Sturz sitzt Lilia hilflos im weichen Schnee. Sie kämpft gegen bittere Tränen an. Sie ist zutiefst verletzt.
Plötzlich wirft sie mit einer schnellen Bewegung die Kapuze zurück, die ihr im Weg war, und erstarrt vor Staunen. Jemand Vertrautes und Geliebtes steht schweigend direkt vor ihr. Vorsichtig reicht er ihr die heruntergefallene Einkaufstüte.
Marco kehrt zurück. Er nimmt Lilia sanft unter die Arme und setzt sie behutsam auf ihre eiskalten Füße. Vorsichtig bürstet er den nassen Schnee von ihrem warmen Schaffellmantel. Leise fragt er sie, wo sie das kommende Neujahr feiern möchte.
Lilya antwortet verwirrt, dass sie es noch nicht weiß. Marco erklärt entschieden und kategorisch, dass sie die Winterferien definitiv zusammen in seinem Haus verbringen werden.
Zärtlich fragt er sie, was genau er ihr zur Feier schenken möchte. Lilia blickt ihm eindringlich in seine tiefdunklen Augen mit den langen, dichten Wimpern. Aufrichtig bittet sie ihn, ihr nur sich selbst zu schenken.
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