Gennady Mamlins „Reise in den Süden“, eine Zusammenfassung
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Der Band des Dramatikers Gennady Mamlin vereint Stücke, die zwischen 1966 und 1982 entstanden sind. Die Texte beleuchten die moralische Entwicklung der Figuren, ihre moralischen Entscheidungen und das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Lebensanschauungen. Die Charaktere geraten in ungewöhnliche Situationen, die Selbstreflexion erfordern.
Das Theaterstück „Hey, You, Hello!“ erfreute sich immenser Beliebtheit. Es wurde hunderte Male aufgeführt. 1970 drehte Antonina Zinovieva einen gleichnamigen Fernsehfilm, der auf dem Stück basierte. Auch andere Texte aus der Sammlung wurden von Jugendtheatern vielfach gespielt.
Hey du, hallo.
Der fünfzehnjährige Waleri Dorokow lebt in einer Küstenstadt. Der ältere Zauberer Semjon Semjonowitsch Leschtschinski wohnt vorübergehend in seinem Garten. Waleri erlaubt seinen Gästen, kostenlos zu übernachten. Mascha, ein Mädchen in seinem Alter, beobachtet ihn durch ein Loch im Zaun. Sie ist aus dem Dorf zu ihrer strengen Großmutter Taisija gekommen. Mascha verkauft Blumen auf dem Markt, spart fleißig und wirkt erstaunlich reif.
Valery findet das Mädchen zu materialistisch. Er selbst ist ein Idealist durch und durch. Er verschweigt die Krankheit seines Vaters. Der Mann liegt nach einer schweren Verletzung im Krankenhaus. Die Jugendlichen streiten sich oft. In einem Wutanfall beschimpft Valery seinen Nachbarn als Schlange. Mascha ignoriert die Unhöflichkeit, da sie aufrichtig Gesellschaft sucht. Als das Mädchen aus Trotz seine Kinokarten isst, stößt der Junge sie ins Meer.
Mascha erfährt bald ein unangenehmes Geheimnis: Valeris Cousin Goliath kassiert heimlich Miete von den Mietern. Valeri ist außer sich vor Wut. Er packt die Sachen seines Cousins und wirft ihn aus dem Hof. Unterdessen verkündet das Krankenhaus die bevorstehende große Operation seines Vaters. Valeri verfällt in tiefe Verzweiflung. Er flieht in die Berge und betrinkt sich mit Wein. Mascha findet ihn, beruhigt ihn und bringt ihn wieder zur Besinnung. Zwischen den beiden Jugendlichen entwickelt sich eine tiefe Zuneigung. Nach einem Streit mit ihrer Großmutter fährt Mascha nach Hause. Die beiden verabschieden sich und versprechen, sich wiederzusehen.
Antonina
Die Handlung spielt im Frühling in der sibirischen Taiga. Die sechzehnjährige Tonya wartet in der Hütte auf den Förster Fjodor Kusmitsch. Der hinkende Archäologe Stepan Barmin betritt die Hütte. Er ist fünfzig Jahre alt. Sein Student Alexei ist in den Bergen von einer Klippe gestürzt. Barmin muss dringend ein Telefon erreichen und einen Hubschrauber rufen. Der Fluss ist von schmelzendem Eis bedeckt.
Barmin riskiert sein Leben, als er über das Eis geht. Er stürzt ins Wasser. Tonya zieht ihn mit einer langen Stange heraus. Während eines Gesprächs im Haus kommt die Wahrheit ans Licht: Barmin ist Tonyas leiblicher Vater. Er hatte sich vor dreizehn Jahren in eine andere Frau verliebt und die Familie verlassen. Tonya äußert offen ihren Hass auf ihren Vater.
In jener Nacht schleicht sich Tonya heimlich durch den Wald zum Militär. Sie gibt die Koordinaten des verletzten Studenten durch. Am Morgen trifft Sofia Petrovna, Tonyas Mutter, mit einem vorbeifliegenden Hubschrauber an der Hütte ein. Das Wiedersehen der Ex-Eheleute verläuft äußerst frostig. Sofia Petrovna zeigt gekränkten Stolz und weist Barmins Versöhnungsversuche zurück. Tonya erkennt diese Sturheit. Das Mädchen verurteilt ihre Mutter scharf für ihren Egoismus. Die Tochter vergibt ihrem Vater. Schließlich schießt Tonya mit einer Schrotflinte durch das offene Fenster und feiert so die neu gefundene Familie.
Lasst uns über die Seltsamkeit der Liebe sprechen.
Der erste Teil des Stücks zeigt einen steckengebliebenen Außenaufzug. Sascha Tantalow ist in Moskau angekommen und sitzt in der Kabine fest. Wie sich herausstellt, wurde der Aufzug von der Moskauerin Tanja absichtlich sabotiert. Im Sommer hatte Tanja Saschas Verwandte in einem sibirischen Dorf besucht. Dort gerieten die beiden Jugendlichen in einen heftigen Streit wegen Eifersucht auf eine Einheimische namens Lena. Tanja will Sascha zwingen, ihr ihre Liebe zu gestehen. Spöttisch reicht sie ihm belegte Brote durch die Gitterstäbe.
Sasha verkündet eine wichtige Neuigkeit: Er wurde an einer Universität angenommen und wechselt zum Fernstudium. Er wird die Baikal-Amur-Hauptstrecke bauen und lädt Tanya ein, ihn zu begleiten. Zuerst lehnt sie entschieden ab und hält Sasha für verrückt. Dann ändert sie plötzlich ihre Meinung und willigt ein, mit ihm in die Taiga zu fahren.
Der zweite Teil entführt den Zuschauer in ein sommerliches Café. Kellner Tolja Agafonow unterhält sich mit der schönen Nadja. Tolja ist ein talentierter Musiker und Dichter. Er hat die Stelle als Kellner angenommen, um seinem Großvater Faddeitsch eine Auszeit zu ermöglichen. Nadja will das nicht hinnehmen. Sie bietet Tolja ein Sparkonto mit zweitausend Rubeln an. Sie fordert ihn auf, das Tablett stehen zu lassen und sich auf seine Karriere zu konzentrieren. Tolja weigert sich entschieden, seine Prinzipien zu verraten. Nadja geht zu dem vielversprechenden Diplomaten Alik Schmakow. Tanja taucht auf, küsst Tolja und unterstützt seine ehrliche Entscheidung.
Reise in den Süden
Der siebzehnjährige Misha Strunnikov stiehlt den grünen Wagen seines Vaters. Dabei entdeckt er zufällig eine bittere Wahrheit: Sein Vater verlässt ihn für eine andere Frau. An einer Tankstelle lernt Misha den neunzehnjährigen Automechaniker Roman Meshkov und die siebenundzwanzigjährige Natalya Pavlovna kennen. Später stößt ein Mädchen aus dem Dorf, Alena, zu ihnen.
Die Gruppe reist gen Süden. Eines Nachts fährt Mischa auf der Landstraße ein Wildschwein an. In der Dunkelheit glaubt er, einen Mann getötet zu haben. Er gerät in Panik. Natalja Pawlowna nimmt sofort die Schuld auf sich. Mischa erfährt bald ein schockierendes Detail: Natalja Pawlowna ist die Frau, die seine Familie zerstört hat. Sie war ihm gefolgt, um ihn zu beschützen.
Die Frau lädt Misha zu einem offenen Gespräch ein. Sie überzeugt den jungen Mann, seinen blinden Maximalismus aufzugeben. Natalja Pawlowna kauft ihm ein Flugticket. Misha fliegt nach Moskau, um die Aufnahmeprüfung für Chemie abzulegen. Roman bleibt bei Alena. Der zynische Großstadtjunge entwickelt tiefen Respekt für die Direktheit des Mädchens vom Land.
Hoch lebe der Dinosaurier!
Die siebzigjährige Anna Andrejewna besucht den sechzehnjährigen Moskauer Wasja. Sie sieht sich als Schwester seiner verstorbenen Großmutter. Wasja spielt Schlagzeug in einer Jugendband. Die Proben finden direkt in ihrer Wohnung statt. Die alte Frau versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen und den Teenager großzuziehen. Sie plant die Proben so, dass die Nachbarn nicht durch Lärm gestört werden.
Wassja erfährt die Wahrheit von seinen Eltern. Die Auskunft hatte Anna Andrejewna die falsche Adresse gegeben. So landete sie bei völlig Fremden. Wassja beschließt, den Fehler zu vertuschen. Der junge Mann hat aufrichtig Mitleid mit der einsamen Frau.
Anna Andrejewna kauft Wasja teure Jeans und ein richtiges Klavier. Wasja streitet sich mit seinem Söldnerfreund Korschikow, der heimlich Karten für ihr Gratis-Konzert verkauft hat. Die alte Frau entdeckt zufällig ihre leibliche Schwester in Ismailowo. Diese Verwandte entpuppt sich als gierige, bösartige Händlerin. Anna Andrejewna flieht entsetzt. Wasja kümmert sich weiterhin um seine Adoptivgroßmutter und bewahrt ihre schönen Träume. Heimlich schickt er ihr einen Brief an ihre Freundin Olja am Jenissei.
Glocken
Die 35-jährige Vera Petrovna begegnet dem Filmregisseur Sergei Khmarov. Der 40-jährige Regisseur ist unhöflich, zynisch und selbstsicher. Er entdeckt das lang gehütete Geheimnis der Frau: Vera Petrovna war einst Ballettsolistin. Nach einem Autounfall musste sie die Bühne endgültig verlassen. Gerettet wurde sie von dem Chirurgen Ivan Semenovich, der später ihr Ehemann wurde.
Khmarov zwingt Vera Petrovna, in seinem neuen Film mitzuspielen. Sie verkörpert die Assistentin eines Professors und beweist dabei außergewöhnliches schauspielerisches Talent. Während der Dreharbeiten täuscht Khmarov einen Herzinfarkt vor, um die Verzweiflung der Schauspielerin zu provozieren. Der Regisseur verliebt sich in Vera Petrovna und macht ihr einen Heiratsantrag.
Vera Petrovna weist Khmarov zurück. Sie erfährt von ihrer tödlichen Diagnose. Die Schauspielerin verbirgt ihre Krankheit sorgsam vor allen, um die anstrengenden Dreharbeiten zu beenden. Der Film gewinnt den Hauptpreis auf einem internationalen Festival. Vera Petrovna stirbt. Khmarov bleibt allein zurück, erschüttert vom Selbstopfer der Frau, die er liebt. In der letzten Szene führt er einen inneren Dialog mit ihrem Geist, untermalt von den Klängen einer Spielzeugballerina.
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