„Das Recht, die Erde zu bewohnen“ von Arkady und Georgy Vainer, Zusammenfassung
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Diese Geschichte wurde 1968 von den Schriftstellern Arkady und Georgy Vainer verfasst. Der Text führt den Leser in die ersten aufsehenerregenden Fälle von Inspektor Stanislav Tikhonov und seinem Vorgesetzten Vladimir Sharapov ein und schildert die schwierige Arbeit der Polizei ohne unnötige Ausschmückungen.
Mord im Ödland
An einem verschneiten Winterabend stirbt eine junge Frau im Moskauer Stadtteil Wladykino. Es handelt sich um Tatjana Aksenowa, Sonderkorrespondentin einer großen Moskauer Zeitung. Sie bricht tot auf einem schneebedeckten, unbebauten Grundstück zusammen, als sie auf dem Weg zu einer Bushaltestelle an der Susokolowskoje-Straße ist. Zwei Passantinnen, ältere Damen namens Jewstignejewa und Lapina, bemerken hinter ihr einen großen Mann mit Mütze und dunklem Mantel. Der Fremde trägt einen kleinen Koffer. Er geht an Tatjana vorbei, kurz bevor sie plötzlich zusammenbricht. Der Gerichtsmediziner Sorokin untersucht die Leiche. Er kommt zu dem Schluss, dass sie mit einer sehr langen, dicken Ahle in den Rücken gestochen wurde.
Die Ermittlungen werden dem 28-jährigen Kriminalhauptmann Stanislaw Tichonow anvertraut. Oberstleutnant Wladimir Scharapow leitet den Fall persönlich. In der schwarzen Ledertasche der toten Journalistin wird ein anonymer Brief gefunden, in dem der unbekannte Verfasser erklärt: „Du bist eine abscheuliche und verabscheuungswürdige Frau.“ Der Hauptmann begibt sich zur Redaktion, spricht mit den Journalisten Stepitschew und Beljakow und erfährt von Tatjanas kürzlicher Trennung von ihrem Verlobten. Aksenowas Ex-Freund ist der Theaterschauspieler Konstantin Stawizki.
Der Detektiv besucht den Schauspieler in seinem Haus. Es stellt sich heraus, dass dieser seine frühere, einvernehmliche Ehe lange vor Tatjana verheimlicht hatte. Der anonyme Brief könnte von Sinaida Pankowa stammen, einer Theaterfreundin seiner Ex-Frau Jelena Bukowa. Tichonow findet Pankowa und nimmt Schriftproben. Die Schauspielerin gesteht unter Tränen, den Brief verfasst zu haben, um den Journalisten einzuschüchtern und Stawizki zur Rückkehr zu seiner früheren Familie zu zwingen. Sie erwähnt auch Bukowas neuen, aufdringlichen Verehrer Nikita Kasanzew.
Tichonow und Kriminalkommissar Sascha Savelyev machen sich auf die Suche nach Kazantsev. Der Hauptmann berechnet den genauen Reiseplan des Verdächtigen anhand von Busfahrplänen und der Aussage seines Fahrers Demidov. Kazantsev arbeitet als Funktechniker im Baikal Hotel in der Nähe des Tatorts. Der große Verdächtige trägt einen dunklen Mantel und hat stets eine Aktentasche bei sich, in der der Kommissar einen langen, geschärften Schraubenzieher findet. Doch bei der Konfrontation erkennt die Schauspielerin Pankowa Kazantsev nicht, und die gut durchdachte Theorie bricht zusammen.
Expertenfehler
Der erschöpfte Hauptmann kehrt nach Hause zurück. Spät in der Nacht besucht ihn sein alter Freund, Dr. Lebedinsky. Die Kameraden trinken Cognac und sehen sich eine Theateraufführung im Fernsehen an. Ein Schauspieler wird auf dem Bildschirm tödlich mit einem Schwert verwundet und stirbt lange Zeit später. Tichonow bemerkt plötzlich einen eklatanten physiologischen Widerspruch. Das tote Mädchen war nach dem Herzstich noch etwa zwanzig Meter gegangen. Ein Hieb mit einer Stichwaffe hätte ihr eine so lange Strecke unmöglich gemacht.
Die gerichtsmedizinische Untersuchung bestätigt Tichonows Verdacht. Professor Pawlowski stellt fest, dass die Ränder des winzigen Lochs im warmen grauen Pullover des Opfers leicht angeschmolzen waren. Aksenowa wurde mit einem Kleinkalibergewehr erschossen. Der erste Arzt hatte sich geirrt und das Einschussloch an ihrer Rippe fälschlicherweise für die Spitze einer Ahle gehalten. Polizisten führen heimlich ein Ermittlungsexperiment direkt auf dem unbebauten Grundstück durch. Berechnungen zeigen die genaue Schussrichtung aus dem Fenster im dritten Stock des Baikal Hotels.
Die Gäste der Hotelzimmer 58 und 59 stehen unter Verdacht. Doktor Alexander Popov aus Kineshma war in die Hauptstadt gekommen, um seine medizinische Dissertation zu verteidigen. Ingenieur Lev Kozak aus Lemberg belügt den Ermittler ständig über seine Liebesaffären. Chefbuchhalter Dmitri Lagunow behauptet, den Abend des Verbrechens im Bolschoi-Theater verbracht zu haben. Der Hauptmann überprüft systematisch die Alibis jedes Verdächtigen. Kozak beteuert seine Unschuld.
Die beiden Jungen Murtaza und Seryozha finden in einer dichten Schneewehe ein Gewehr ohne Schaft. Die Waffe wird zur ballistischen Untersuchung eingeschickt. Experte Shifrin bestätigt die hundertprozentige Übereinstimmung zwischen dem Lauf und dem Projektil, das aus der Leiche des ermordeten Journalisten geborgen wurde. Der Kriminalbeamte telegrafiert an die Waffenbehörde in Tula. Die Herkunft des Gewehrs wird aufgedeckt: Es war vor einigen Jahren aus einem Sportverein in Brjansk gestohlen worden. Ein Kleinkrimineller hatte es auf dem Markt an einen unbekannten Erwachsenen verkauft.
Ein Schatten aus der Vergangenheit
Tichonow sichtet Aksenowas Arbeitshefte erneut. Sie war erst kürzlich von einer Geschäftsreise nach Riwne zurückgekehrt. In ihren Aufzeichnungen taucht immer wieder der Name Chischnjak auf. Der Kapitän beschließt, die Fahrkarten der Verstorbenen zu überprüfen. Auf dem Rückweg nach Moskau hatte Tatjana ungeplant einen Zwischenstopp mit Übernachtung in Brjansk eingelegt.
Der Detektiv fliegt umgehend nach Riwne, um Anna Chizhnyak persönlich zu treffen. Ein offenes Gespräch mit ihr enthüllt ein militärisches Geheimnis. Annas Ex-Mann diente als Strafkommando für die Nazis. Er trug den Namen Jerygin und exekutierte Zivilisten im besetzten Sdolbuniv. Viele Jahre lang galt der Henker offiziell als tot. Kurz vor der Ankunft des Moskauer Journalisten sah Anna ein altes Zeitungsfoto von hochrangigen Industriearbeitern. Sie erkannte ihren Mann auf einem der Gesichter. Der Journalist bot an, nach Brjansk zu reisen und Annas Verdacht nachzugehen.
Hauptmann Tichonow fliegt nach Brjansk. Jetzt versteht er die Logik des Mörders ganz klar.
Tatjana fand Jerijin, der unter dem falschen Namen Dmitri Lagunow lebte. Sie hinterließ ihm eine Nachricht mit der Bitte um ein Treffen. Jerijin reiste nach Moskau und checkte im Baikal-Hotel ein. Er lud Aksenowa auf sein Zimmer ein. Der Journalistin wurde klar, dass sie einem Nazi-Kriegsverbrecher gegenüberstand. Sie konnte ihre tiefe Abscheu vor dem Henker nicht verbergen.
Jerijin fürchtete den unvermeidlichen Prozess. Er hatte sich im Voraus auf dem Markt ein gestohlenes Gewehr besorgt und es heimlich in einem Koffer mitgebracht. Der Verbrecher wartete, bis der Journalist den Raum verlassen hatte. Er öffnete das Fenster, schaltete das Radio ein und zielte. Der Mörder erschoss den Journalisten auf einem unbebauten Grundstück, versteckte die Waffe im Schnee und fuhr zum Theater, um sich ein stichhaltiges Alibi zu verschaffen. Ein Kriminalbeamter verhaftete Lagunow-Jerijin direkt in seiner Wohnung.
Die Detektive bringen den Kriegsverbrecher in die Hauptstadt. Im Verhör gesteht Yerygin die Tat und äußert offen seinen Hass auf die Menschheit. Der Mörder wird unter Bewachung abgeführt. Der erschöpfte Hauptmann schleppt sich zu seinem Büro. Das kaputte Türschloss lässt sich wie immer nicht öffnen. Völlig erschöpft setzt sich der Detektiv auf eine Bank im Flur und schläft sofort ein.
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