Eine Zusammenfassung von Georgy Polonskys „Aschenputtels Flitterwochen“
Dieses 1995 verfasste Buch ist eine ironische, philosophische Erzählung. Es schildert die Ereignisse nach einer prunkvollen königlichen Hochzeit. Der Autor zerstört schonungslos die Illusion ungetrübten Palastglücks. Der Leser erblickt die Schattenseiten des königlichen Lebens, wo aufrichtige Gefühle mit kalter Berechnung kollidieren und Staatsinteressen die einfache menschliche Liebe leicht verdrängen.
Rückkehr nach Pukoperonien
Die Fee und ihr junger Lehrling Jean-Paul befinden sich in der Hauptstadt von Mukhlandia. Der Junge ist sehr besorgt um Aschenputtels Schicksal in Puuh-Peronia. Er glaubt, dass das Leben im Palast eine schwere Prüfung für sie sein wird. Das Mädchen und der Prinz kennen sich überhaupt nicht. Die Fee begegnet der Situation mit leichtem Spott. Sie glaubt an die heilende Kraft von Lariels Liebe. Doch die Angst des Pagen treibt sie zum Handeln. Die Fee weist den Jungen an, für die Flitterwochen allein in den Palast zurückzukehren. Er soll herausfinden, ob die Frischvermählten wirklich glücklich sind.
Im Palast erwacht die junge Prinzessin Anna-Veronica, ganz allein. Diesen schönen Namen hatte Cinderella ihre verstorbene Mutter gegeben. Das Mädchen wandert durch die weiten, leeren Hallen. Vor dem strengen Porträt der verstorbenen Königin ist sie schüchtern. Die harte Arbeit fordert ihren Tribut, und die Prinzessin beginnt, jahrhundertealten Staub abzuwischen. In ihrer Arbeitskleidung trifft sie auf die fröhliche Dienerin Lucy-Ich-gebe-nicht-auf. Die Mädchen unterhalten sich friedlich auf der Treppe. Bald erscheint Prinz Lariel. Der Herrscher befiehlt ihnen, die niederen Arbeiten sofort einzustellen. Er fordert sie auf, den alten, demütigenden Spitznamen für immer zu vergessen.
Lariel berichtet vom bitteren Neid neunzehntausender Mädchen im Königreich. Der berühmte Schuh passte ihnen nicht. Die ungeheure finanzielle Armut Poohperonias wird enthüllt. Die Staatskasse ist völlig leer. Der kränkliche Alcides II. der Nachgiebige, Lariels Vater, bringt eine seltsame, wunderschöne Schachtel. Es ist ein Paket von Baltasar, dem Herrscher des benachbarten Farmazonias. Der König hat einen Gipsabdruck des Fußes seiner Tochter Juliana geschickt. Der reiche Nachbar hofft dreist, sie mit dem Thronfolger Poohperonias zu verheiraten. Nach diesem unangenehmen Gespräch stürzt Alcides II. unglücklicherweise eine hohe Treppe hinunter. Der unglückselige Monarch bricht sich das Bein.
Diplomatische Krise
Das flauschige Featheronia steht kurz vor dem Ruin. Der größte Reichtum des Landes sind fette Gänse. Der Kronrat ist in heller Panik. Farmazonia verweigert die Lieferung von frischem Hüttenkäse und Sauermilch. Es handelt sich um eine harte Wirtschaftsblockade aufgrund einer alten Schuld aus der Pacht der Fermentierten Inseln. Die einzige friedliche Rettung des Landes ist eine politische Heirat zwischen Lariel und Juliana. Der Prinz versucht, den Kronrat im Alleingang zu führen. Der junge Mann will die brutale Todesstrafe abschaffen. Er preist die Reinheit der Seele seiner jungen Frau.
Die Minister, angeführt vom kleinwüchsigen Baron Prognussi, üben brutalen Druck auf den unerfahrenen Herrscher aus. Der Baron übernimmt den Posten des Chefs der Geheimpolizei. Nachrichtenminister Boom-Boumajo verliest einen Erpresserbrief. Eine unbekannte Stadtbewohnerin soll Blausäure getrunken haben, weil der Prinz eine Bürgerliche geheiratet hat. Die Stiefschwestern Colette und Agnes erscheinen mit ihrer unverschämten Stiefmutter im Saal. Sie jubeln über ihren plötzlich erworbenen Grafentitel. Der wütende Lariel weist die heuchlerischen Verwandten ab. Am Ende der Sitzung bringt der alte General Grobani schlechte Nachrichten: Freimaurer-Truppen haben die Küchen der Puhoperonier mit automatischen Waffen beschossen. Ein ausgewachsener Krieg droht.
Der gelähmte Alcides II. sitzt im Rollstuhl. Aschenputtel kümmert sich liebevoll um ihren kranken Schwiegervater, füttert ihn mit süßen Pflaumen und erzählt ihm fesselnde Geschichten. Der Monarch ist unaufhörlich launisch und verlangt, vor jeglichen schlechten Nachrichten abgeschirmt zu werden. Prinz Lariel galoppiert wild auf seinem geliebten Pferd Carma. Der junge Mann bereitet sich körperlich auf einen möglichen Kampf vor. Tante Hortense erscheint. Die Herzogin tadelt den willensschwachen Herrscher scharf. Sie fordert, dass Lariel gezwungen wird, sich von Anna-Veronica zu trennen. Dies werde das Land vor einer drohenden Hungersnot retten. Alcides II. weint bitterlich. Der Monarch beklagt sich, er bestehe aus vierzigtausend winzigen Teilen. Der alte Mann habe keine eigene Meinung.
Palastputsch und Flucht
Nachts schließt sich Lariel in sein kaltes Arbeitszimmer ein. Er ist hin- und hergerissen zwischen leidenschaftlicher Liebe und den strengen Anforderungen seiner Staatspflichten. Baron Prognussi bringt eine widerliche Liste von Aschenputtels unbedeutenden Vergehen. Das Mädchen habe während des Benimmunterrichts Kürbiskerne geknabbert und mit einem Dienstmädchen Tee getrunken. Der Zwerg schlägt vor, diese Disziplinarverstöße als formellen Vorwand für eine sofortige Scheidung zu nutzen. Plötzlich stürmt die verängstigte Prinzessin Anna-Veronica herein. Heimliche Angreifer haben ihr einen drohenden lila Brief zugesteckt. Ihre Feinde fordern, dass sie ihren Verlobungsring freiwillig zurückgibt. Lariel verliert schließlich die Beherrschung und fährt seine wehrlose Frau an.
In diesem Moment erscheint der unglückselige Boom-Boomajo. Seine rechte Hand hat sich in einen roten, mit Schwimmhäuten versehenen Gänsefuß verwandelt. Die entsetzten Minister melden die Gefangennahme des unverschämten jungen Zauberers. Jean-Paul begeht aus Rache für die Verfolgung seiner geliebten Prinzessin grausame Taten. Die empörte Anna-Veronica nimmt ihrem Mann den leuchtenden Zauberstab ab. Selbstsicher droht sie, alle anwesenden Männer in Vögel zu verwandeln. Das Mädchen erkennt Lariels politische Schwäche. Der Prinz hat sich als falscher und feiger Mann erwiesen. Die Prinzessin geht, tief enttäuscht von seinem unwürdigen Verhalten.
Jean-Paul sitzt in einem düsteren Palastverlies. Mit einem Stück Kohle skizziert er die komplexesten Formeln der hyperbolischen Geometrie. Der Junge versucht, sich an die mathematische Herleitung für die Rückkehr aus einer anderen Dimension zu erinnern. Aschenputtel schleicht sich heimlich an den Gefangenen heran. Das Mädchen bringt einen Korb mit herzhaften Speisen und gibt ihm das magische Perlmuttinstrument zurück. Dabei entdeckt sie etwas Erstaunliches: Die Freimaurerprinzessin Juliana ist längst mit dem armen Musiker Ramon ins Ausland geflohen. Es stellt sich heraus, dass König Balthasar lediglich diplomatische Erpressung betreibt.
Doch diese frohe Botschaft erfreut das Mädchen nicht mehr. Der Prinz hat ihre reinen, unbeschwerten Gefühle verraten. Lariel entpuppte sich als gewöhnlicher, berechnender Politiker, nicht als edler Märchenritter. Tränenüberströmt bittet Aschenputtel Jean-Paul, sie in den unsichtbaren Hyperraum zu entführen. Der Junge weigert sich kategorisch. Er erinnert sich zwar an die Formel für den Raumwechsel, hat aber den einundzwanzig Seiten langen Rückwegalgorithmus völlig vergessen. Die Prinzessin beharrt verzweifelt und küsst den jungen Mann leidenschaftlich. Schließlich gibt der unerfahrene Zauberer nach und schenkt ihr einen verzauberten Apfel. Die beiden beißen in die Frucht und verschwinden spurlos.
Unsichtbare Präsenz
Eine tiefe, bedrückende Melancholie legt sich über den Palast. Höflinge und einfache Bedienstete haben gleichermaßen unheilvolle Träume vom Tod. Ein hagerer Gast trinkt Eistee, spielt Solitär und erwartet gelassen den Tod des alten Königs. Der Zwerg Prognussi und der Minister für Ästhetik, Fouettel, versuchen vergeblich, den Thronfolger abzulenken. Lariel verbringt seine Tage im leeren Rollstuhl seines Vaters. Der junge Mann leidet unter einer schweren, lähmenden Melancholie. Er verlangt, dass der vermissten Anne-Veronica ein prächtiges Denkmal errichtet wird. Gleichzeitig erhält der Minister den Auftrag, hunderttausend Exemplare von Charles Perraults wahren Erzählungen zu veröffentlichen.
Madame Coluns Stiefmutter und ihre eigensinnigen Töchter erscheinen unverschämt im Palast. Die Frauen lügen heuchlerisch, sie hätten eine spirituelle Verbindung zu dem vermissten Mädchen entdeckt. Die Verwandten fordern von ihm, ihnen reiche, junge Generäle zu beschaffen. Der erzürnte Prinz verbannt die gierige Familie beschämt. Allein in der stillen Bibliothek hört der junge Mann plötzlich tiefe Seufzer. Lariel erkennt das Offensichtliche: Seine unsichtbare Frau ist direkt neben ihm. Inbrünstig fleht er sie an, zurückzukehren. Er verspricht ihr leidenschaftlich, alle Minister zu entlassen und die verhängnisvollen Fehler, die sie begangen haben, wiedergutzumachen.
Anna-Veronicas Stimme, sanft, aber bestimmt, weist ihren Mann zurück. Das Mädchen spricht direkt von ritterlicher Ehre und königlicher Pflicht. Liebe ist weder verhandelbar noch an Zeit gebunden. Man muss einfach ehrlich leben und seine Pflichten gewissenhaft erfüllen. Der unverschämte Pfeifer Jean-Paul drängt die Prinzessin. Sie sind weit zu spät zur Theaterpremiere eines Märchens im Nachbarstaat. Eine unerfahrene junge Schauspielerin benötigt dringend Regiehilfe für eine komplizierte Szene auf dem königlichen Ball. Lariel eilt verzweifelt dem leisen Rascheln eines unsichtbaren Kleides entgegen. Er versucht, seine geliebte Frau ein letztes Mal fest zu umarmen, doch seine Hände greifen nur in eine klingende Leere.
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