Marina Surzhevskayas „Akademie“, eine Zusammenfassung
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„Akademie“ ist Marina Surzhevskayas Roman aus dem Jahr 2019 und der erste Band einer Reihe über Magie und soziale Ungleichheit. Die Handlung dreht sich um die plötzliche Entdeckung magischer Kräfte durch ein armes Mädchen, dessen innere Stärke nach einem klinischen Tod erwacht und das starre Kastensystem einer abgeschotteten Gesellschaft erschüttert.
Das Leben im Becken und eine schicksalhafte Begegnung
Tina Adderley wurde in Hollow, dem ärmsten und trostlosesten Viertel der Hauptstadt, geboren und wuchs dort auf. Täglich hilft sie ihrer Tante Margarita bei der Pflege ihres kranken Onkels und genießt jede freie Minute. Sie träumt von einfachen Dingen: neuen Schuhen, einem warmen Mantel und seltenen Süßigkeiten. Ihr Leben wird von den strengen Regeln des Überlebens ohne Magie bestimmt. Sie freundet sich mit Ian an, einem Jungen aus der Arbeiterklasse, und freut sich auf ein gemütliches Abendessen in der Eishalle. Sie hegt keine Hoffnung auf eine hohe Position.
Magie ist in dieser Gesellschaft streng reglementiert und unterliegt präziser maschineller Kontrolle. Das magische Können bestimmt den sozialen Status, den Beruf und die Zukunft jedes Bürgers. Die begabtesten Schüler werden in geschlossenen Akademien untergebracht, während jene ohne magische Fähigkeiten zu harter körperlicher Arbeit verurteilt werden. Tina akzeptiert dieses System als unveränderliche Realität. Sie begleitet Tante Margarit nur der Gesellschaft wegen zum Akademiegebäude. Das Mädchen ist es gewohnt, zu den majestätischen Türmen hinaufzuschauen und hegt keine Illusionen.
An einem kalten Oktobertag gerät alles aus den Fugen. Tina ist in der Stadt unterwegs, um Besorgungen zu machen, und begegnet dabei zufällig Ash Vanderfield, dem Erben einer Adelsfamilie. Der junge Mann nimmt an einem gefährlichen Wettlauf über eine Brücke teil. Es kommt zu einer Kollision, und Tina stürzt in den eisigen Fluss. Sie überlebt nur knapp. Dieses Ereignis verbindet die Schicksale der beiden Helden für immer. Ash verliert die Meisterschaft im wichtigsten Turnier, und Tina erlangt plötzlich eine hohe magische Kraft.
Hierarchie der Höheren Kapitalakademie
Ihr veränderter Status zwingt Tina, ihr Zuhause zu verlassen. Sie wird an die Akademie der Höheren Hauptstadt geschickt, eine Eliteeinrichtung für begabte Aristokraten, die für normale Bürger unzugänglich ist. Die Akademie ist überwältigend: ihre Größe, die Kälte ihrer Marmorhallen, ihre labyrinthischen Gänge und die Arroganz ihrer Bewohner. Ihre formale Einschreibung stellt Tina nicht auf eine Stufe mit den mächtigen Schülern. Ihre Umgebung erkennt sie sofort als Bewohnerin der Slums an ihrem abgetragenen Mantel, ihren unhöflichen Manieren und ihrer ungepflegten Erscheinung. Sie findet sich in einem aggressiven, vergifteten Umfeld wieder, in dem die adligen Erben Fremde offen verachten.
Da die Ausbildung kostenpflichtig ist, muss Tina für ihren Aufenthalt in der Anstalt arbeiten. Sie wird Ash Vanderfields persönliche Dienerin. Der Aristokrat gibt der Bürgerlichen die Schuld an seinem Verlust und macht ihr Leben systematisch zur Qual. Er zwingt Tina, stundenlang Böden zu schrubben, verschüttet Wein auf die sauberen Teppiche und quält sie mit demütigenden Vorwürfen. Das Mädchen wehrt sich mit Sticheleien und Trotz. Hinter ihrer scheinbaren Unterwürfigkeit verbirgt sich eine Wut, die sie vor dem völligen Zusammenbruch bewahrt.
Tinas und Ashs gegenseitiger Hass wird durch eine beängstigende physiologische Anomalie verkompliziert. Immer wenn sie sich nahe sind, verlieren beide die Kontrolle über ihren Körper. Tina erlebt Hitzewallungen und eine morbide Anziehung, die ihr wie ein Fluch erscheinen. Eines Tages leckt Ash ihr provokant Soße von den Fingern, was Tina zutiefst schockiert. Diese animalische körperliche Abhängigkeit ängstigt die Studentin mehr als offene Feindseligkeit. Auch Vanderfield leidet unter dieser Obsession. Er wechselt zwischen grausamem Spott und Momenten der Leidenschaft und unerwartetem Beschützerinstinkt.
Studium und Konfrontation mit Aristokraten
Der akademische Prozess bringt neue Herausforderungen mit sich. Die Lehrer, insbesondere Professor Aodhen, fordern absolute Disziplin. Tina erzielt ihre größten Erfolge in der Zerstörungsmagie, doch ihr Gesamtpotenzial ist alarmierend. Ihre S-Einheiten sind instabil und sinken stetig. Entsetzt beobachtet sie, wie ihre Noten abstürzen. Der Verlust ihrer Gabe würde den Schulverweis und die Rückkehr in die Armut des Beckens bedeuten. Die Angst, wieder in ihre frühere Leere zurückzufallen, treibt sie an, fleißig zu lernen und Müdigkeit und bösartigen Klatsch zu ignorieren.
Tinas soziale Isolation wird durch brutales Mobbing noch verschlimmert. Ihre Hauptquälerinnen sind die Schülerinnen Alicia und Magma. Die beiden nutzen die lokale Klatschkolumne, die „VSA-Chroniken“. Diese gelben Blätter fliegen durch die Gänge und genüsslich jeden Fehler des neuen Mädchens aus. Tina wird absichtlich in den Dreck gestoßen, im Unterricht bloßgestellt und vor der ganzen Klasse beleidigt. Doch sie lernt, sich zu wehren. Sie baut ein gutes Verhältnis zu ihrer Mitbewohnerin Diana auf, schweigt nicht länger und stellt sich ihren Peinigerinnen direkt entgegen.
Die Dynamik ihrer Beziehung zu Vanderfield verändert sich. Hinter Ashs arroganter Fassade wird die Erschöpfung durch familiäre Verpflichtungen deutlich. Die Studenten verbringen immer mehr Nächte zusammen. Ein weiterer Streit endet damit, dass Tina auf der Couch in Ashs Gemächern einschläft. Feindseligkeit weicht sexueller Anziehung. Sie teilen Momente absoluter Verletzlichkeit, in denen Kleidung und Status ihre Bedeutung verlieren. Tina bewundert Vanderfield. Sie fürchtet sich, an die Aufrichtigkeit der Gefühle des verwöhnten Aristokraten zu glauben, da sie ihre eigene Herkunft nicht vergisst.
Öffentliche Demütigung und Auflösung
Die Spannungen an der Akademie erreichen ihren Höhepunkt. Nach einer weiteren Konfrontation setzt Magma einen verbotenen mentalen Angriff gegen Tina ein. Das Mädchen aus dem Slum fordert ihre Angreiferin öffentlich zu einem Duell heraus. Dieser Akt schockiert die Schüler, die an die Straflosigkeit des Adels gewöhnt sind. Tinas Feinde schlagen dort zurück, wo es am meisten schmerzt. Sie veröffentlichen einen gefälschten Liebesbrief in den Chroniken. Dann locken sie Ian unter einem Vorwand ins Akademiegebäude, sehr zur Belustigung der Einheimischen.
Ein einfacher Arbeiter namens Ian betritt die luxuriöse Haupthalle. Er trägt eine grob gesteppte Weste, einen Pullover und abgewetzte Stiefel. Herbstliche Ahornblätter hält er in den Händen und freut sich sichtlich, Tina zu sehen. Die Studenten bilden einen engen Kreis um das Paar und verspotten die Ungeschicklichkeit ihres Gastes. Der aristokratische Reeves setzt diskret mentale Magie ein. Unter dem Druck verliert Ian die Fassung. Er zerrt grob an sich und verlangt einen Kuss. Sie empfindet tiefe Scham für einen guten Mann, der zu einer willensschwachen Marionette geworden ist.
Als Tina Ians verzweifelten Zustand, das Gelächter der Menge und Vanderfields kalten Blick sieht, hält sie es nicht mehr aus. Tief in ihr erwacht eine Wut. Ihr durchdringender Schrei zersplittert Hunderte von Glasscheiben und lässt Kristallleuchter erzittern. Ein ungewöhnliches gelbes Feuer bricht in der Halle aus. Die Flammen sind für Menschen harmlos, verzehren aber augenblicklich jede einzelne Seite der Chroniken und verwandeln sie in Asche. Die Schüler ziehen sich panisch zurück. Die Klatschbasen erbleichen vor Entsetzen und erkennen zum ersten Mal das wahre Ausmaß von Tinas Gabe.
Ians Benommenheit lichtet sich, und der verdutzte junge Mann stellt erneut die Frage nach seiner Hand. Ash Vanderfield beobachtet die Szene düster. Erschöpft von der öffentlichen Demütigung und der emotionalen Anspannung sagt Tina unerwartet Ja zu Ian. Diese spontane Entscheidung überrascht sogar sie selbst. Bevor die Menge die Neuigkeit verarbeiten kann, taucht Professor Aodhan hinter ihr auf. Der Lehrer befiehlt Tina eisig, ihm zu folgen. Sie geht, absolut sicher, dass sie für das von ihr verursachte Chaos für immer von der Schule fliegen wird.
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