Eine Zusammenfassung von „Ein Spiel der Fantasie“ von Emil Braginsky
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Das 1979 entstandene Stück ist eine lyrische Komödie über die Absurdität familiärer Krisen und den Versuch, Glück in der Fantasie zu finden. Der Text zeichnet sich durch einen Reichtum an subtilen Dialogen und eine feine Ironie über das sowjetische Leben aus. Pavel Antoschin erfährt plötzlich, dass seine Frau ihn für einen jüngeren Liebhaber verlassen hat. Dem verlassenen Ehemann wird umgehend ein Ersatz angeboten: die einsame Freundin seiner Frau.
Das Werk wurde 1995 von Regisseur Michail Ptaschuk für die Leinwand adaptiert. Die Hauptrollen in dem gleichnamigen Film spielten Igor Kostolevsky, Lyubov Polishchuk und Irina Selezneva.
Antoshins Rückkehr
Pavel Antoshin kehrt von einer langen Geschäftsreise in seine Moskauer Wohnung zurück. Dort wird er von seiner zwanzigjährigen Tochter Zhenya empfangen. Sie und ihr Freund Yuri stehen in einer ungewöhnlichen Position – auf einem Bein. Yuri erklärt, es sei eine Methode, körperliche Beschwerden zu lindern. Der Student geht kurz darauf.
Zhenya überbringt ihrem Vater eine erschütternde Nachricht. Rita Sergejewna, Pavels Frau, hat die Familie vor fünf Tagen verlassen. Der neue Mann heißt Lampasow. Er ist 34 Jahre alt und fährt einen orangefarbenen Schiguli. Antoshin kann das Gehörte kaum fassen.
Rita Sergejewna stürmt in die Wohnung. Sie redet ununterbrochen, lädt das mitgebrachte Essen aus und versucht, sich zu rechtfertigen. Rita Sergejewna erzählt, wie sie Lampasow kennengelernt hat. Sie trafen sich auf der Rolltreppe der Metrostation Dynamo. Seine Ex-Frau hat ihre dreißigjährige Freundin Larisa mitgebracht. Rita Sergejewna zwingt Larisa förmlich auf Pawel, um ihn vor der erdrückenden Einsamkeit zu retten. Rita zwingt ihre Freundin, ihren Rock und ihr ungeschminktes Gesicht zu zeigen.
Antoschin schreit die Frauen an und nennt das Geschehen grausam und wahnhaft. Pavel fordert spöttisch von Larisa, einen ausführlichen Fragebogen auszufüllen und ein ärztliches Attest vorzulegen. Beleidigt rennt Larisa davon. Auch Rita Sergejewna geht.
Zweites Treffen
Ein paar Wochen vergehen. Antoshin kommt von der Arbeit nach Hause. Larisa sitzt in dem dunklen Zimmer auf einem Stuhl und hält einen Aktenkoffer mit einem gefälschten ärztlichen Attest in der Hand. Sie will sich für ihre peinliche Verkupplungsaktion entschuldigen. Aus Verzweiflung gibt sie zu, sich so blamiert zu haben. Ihre beste Freundin Yulia hat geheiratet. Larisa fühlt sich zutiefst verlassen.
Pavel arbeitet als Spezialist in der Tabakindustrie. Larisa und Pavel unterhalten sich ungezwungen. Antoshin erwähnt eine bevorstehende Geschäftsreise in die alte Stadt Wladimir. Larisa verspricht, am Dienstag dort zu sein. Sie beschreibt ihr Outfit detailliert: einen blauen Mantel, eine blaue Baskenmütze und einen bunten Schal. Larisa plant, Pavel in der Nähe des Goldenen Tors zu erwarten. Antoshin lehnt die Teilnahme an dem Treffen entschieden ab.
An diesem Abend taucht Lampasov unangekündigt in der Wohnung auf. Er bringt einen großen Wäschekorb voller frischem Gemüse mit. Lampasov lehrt am Lehrstuhl für Moralische und Ethische Beziehungen. Er möchte ein zivilisiertes und herzliches Verhältnis zum Ex-Mann seiner Freundin aufbauen. Antoshin schickt den Eindringling fort.
Ein verpatztes Date und ein leeres Aquarium
Eine weitere Woche vergeht. Yuri bringt Zhenya und Pavel bei, wie man abschaltet. Sie sitzen auf dem Boden und hören Musik. Yuri arbeitet an einem Forschungsinstitut, wird aber ständig auf staatliche Betriebe geschickt, um dort Kuhställe zu bauen.
Antoschin erzählt seiner Tochter offen von seiner Reise nach Wladimir. Er gibt zu, dass er der Versuchung nicht widerstehen konnte, das Goldene Tor zu besuchen. Pawel fror lange im Wind, doch der versprochene bunte Schal blieb aus.
Kurz darauf taucht Rita Sergejewna auf. Wie immer bittet sie Pawel, ihre Rede zu schreiben. Rita Sergejewna behauptet, Larisa sei mit Pawel nach Wladimir gereist und habe sogar mit ihm ein Hotelzimmer geteilt. Rita ist über dieses Verhalten empört. Da ruft Lampasow scharf, und Rita Sergejewna eilt davon.
Larisa erscheint mit einer blauen Baskenmütze. Sie sieht Antoshin am Boden liegen. Selbstsicher behauptet Larisa, sie habe lange in Wladimir auf ihn gewartet. Sie beschreibt das Museum und die Hochzeitsautos. Antoshin ertappt sie bei einer dreisten Lüge. Larisa gibt zu, nirgendwo gewesen zu sein. Die Details habe sie von einer Freundin, einer Reiseführerin, erfahren. Die Frau entschuldigt sich für die Täuschung. Larisa hatte wegen eines fehlerhaften Zeitschriftenartikels einen großen Skandal auf der Arbeit verursacht und konnte deshalb nicht kündigen.
Antoshin schenkt Larisa einige in Rostow hergestellte „Nasha Marka“-Zigaretten. Sie rauchen mit geschlossenen Augen. Ein Funke der Anziehung sprüht zwischen ihnen.
Einen Monat später. Zhenya überredet seinen Vater, Larisa anzurufen. Pavel wählt die Nummer. Larisa meldet sich – sie ist gerade von einer Reise nach Finnland zurückgekehrt.
Yuri bringt ein leeres Aquarium mit Beleuchtung in die Wohnung. Er schlägt vor, es für fantasievolles Spielen zu nutzen. Yuri sieht eine räuberische Muräne in der Leere, Zhenya sieht Dosensprossen für 92 Kopeken und Antoshin sieht einen köstlichen Räucherlachs.
Termin im Wohnungsamt
Larisa trifft ein. Zhenya und Yuri gehen taktvoll ins Kino. Pavel legt eine Schubert-Schallplatte auf. Er lädt Larisa zu einem alten Bauerntanz, dem Ländler, ein. Antoshin schwenkt einen imaginären Hut mit Feder und klappert laut mit den Absätzen.
Larisa schaltet die Musik abrupt ab. Sie erzählt die Geschichte einer Kollegin aus der Redaktion, die ihr Kind allein erzieht. Larisa ist empört über den Begriff „alleinerziehende Mutter“. Pavel beginnt, die tiefere Bedeutung ihrer emotionalen Geschichte zu verstehen. Sie sitzen zusammen am leuchtenden Aquarium. Larisa zitiert Bloks Gedicht über das verzauberte Ufer.
Die Idylle wird von Rita Sergejewna und dann von Lampasow zerstört. Erneut bringt Lampasow einen riesigen Korb, diesmal mit einer Flasche Champagner. Er besteht auf der offiziellen Scheidung von Rita und Pawel. Lampasow war eigens nach Schweden gereist, um die Unsittlichkeit anderer zu studieren. Antoschin und Larisa fliehen aus der überfüllten Wohnung.
Sie schlendern lange durch die belebten Straßen. Dann steigt das Paar ins Untergeschoss eines mehrstöckigen Gebäudes hinab. Dort befindet sich die Hausverwaltung. Larisas Freundin versteckt den Schlüssel im Parkautomaten, sodass sie problemlos hineinkommen. Antoshin bringt getrocknete Lebkuchen, ein Stück Feta und eine Flasche Listopad aus einem schließenden Supermarkt mit. Pavel holt unter seiner Jacke einen Blumenstrauß hervor, den er an der Straßenecke gekauft hat.
Larisa gesteht, dass sie ihren Sohn Sascha allein erzieht. Der Vater des Jungen hatte ihr zum Geburtstag 25 Rubel geschenkt und fünf Rubel Wechselgeld verlangt. Larisa hat den Kontakt zu ihm endgültig abgebrochen. Pavel umarmt und küsst Larisa. Die romantische Szene wird jäh durch lautes Klopfen an der Tür unterbrochen – die Bewohner des Hauses streiten sich über das kochende Wasser im Wasserhahn.
Rita Sergejewna betritt den Keller. Sie verkündet, dass Zhenja beschlossen hat, offen mit Juri zusammenzuleben. Antoschin ist wütend auf seine Tochter und eilt davon. Larisa weint allein. Sie fühlt sich unerwünscht und sagt: „Ich bin ein wildes kleines Schwein.“
Rückfahrt und Tickets
Zwanzig Tage vergehen. Zhenya zwingt ihren Vater, auf einem Bein zu stehen und das andere über die Stuhllehne zu legen. Das Mädchen verkündet, dass sie mit Yuri in ein neues Viertel zieht. Zhenya betrachtet eine Ehe ohne Probezeit als legalisiertes Zusammenleben. Antoshin billigt dieses gewagte Experiment.
Als er allein ist, eilt Pavel zum Telefon. Er ruft Larisa an und gesteht ihr seine Liebe. Larisa glaubt ihm nicht. Sie denkt, Pavel ruft aus Langeweile an und legt auf. Antoshin schaltet die Musik an und tanzt ausgelassen zu Rock ’n’ Roll.
Rita Sergejewna schlurft mit riesigen Koffern und Bündeln in die Wohnung. Sie trägt das Trägerkleid, das Pawel ihr geschenkt hat. Lampasow hat Rita für eine junge Studentin verlassen. Unter Tränen entschuldigt sich Rita Sergejewna bei Antoschin. Sie ist bereit, wieder seine treue Ehefrau zu sein.
Bald darauf erscheint ein gut gelaunter Lampasow mit einem weiteren Korb. Er schüttet lebende, bunte Fische in das leere Aquarium. Lampasow möchte weiterhin ein gutes Verhältnis zu allen pflegen. Antoschin weist ihn barsch und für immer zurück.
Larisa erscheint in der Tür, mit einer blauen Baskenmütze. Rita Sergejewna protestiert lautstark gegen ihren Blickwechsel, doch Pawel und Larisa ignorieren ihre Ex-Frau. Larisa gibt zu, zwei echte Fahrkarten gekauft zu haben. Sie schlägt Pawel vor, sofort nach Wladimir zu fahren. Der Zug fährt in einer Stunde ab. Der Vorhang fällt.
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