Alexander Ostrovskys „Der Sturm“, eine Zusammenfassung
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Dieses 1859 verfasste Drama in fünf Akten schildert eindrücklich die erdrückende Atmosphäre der Kaufmannschaft in der fiktiven Wolgastadt Kalinow, wo Angst, Heuchelei und blinder Gehorsam gegenüber Älteren herrschen. Der Text wurde mit dem renommierten Uwarow-Preis ausgezeichnet. Das Werk wurde mehrfach erfolgreich verfilmt: Die bekanntesten Adaptionen sind der Spielfilm von Wladimir Petrow aus dem Jahr 1933 und die Fernsehfassung von 1977.
Der Ausbruch des Konflikts in der Stadt Kalinov
Die Ereignisse spielen sich im Sommer am hohen Ufer der Wolga ab. Kuligin, ein Kaufmann und Autodidakt in der Uhrmacherei, bewundert aufrichtig die Schönheit der Natur. Schapkin, ebenfalls Kaufmann, und Iwan Kudrjasch, ein Angestellter, unterhalten sich über den ortsansässigen Kaufmann Savel Prokofjewitsch Dikij. Dieser schimpft lautstark mit seinem Neffen Boris Grigorjewitsch. Boris gesteht Kuligin: Er und seine Schwester sind Waisen. Ihre Großmutter hat ihnen ein Erbe hinterlassen, unter der Bedingung, dass sie ihren Onkel mit Respekt behandeln. Boris ist sich der Illusion, jemals Geld zu erhalten, vollkommen bewusst.
Doch er erträgt täglich Demütigungen, um seine Schwester vor der Tyrannei eines reichen Verwandten zu schützen. Kuligin beklagt die grausamen Sitten der Stadtbewohner: Die Reichen versklaven die Armen, und innerhalb der Familien werden hinter starken Burgen unentwegt Gräueltaten verübt. Der Wanderer Feklusha lobt heuchlerisch die Frömmigkeit der örtlichen Kaufleute.
Die reiche Kauffrau Marfa Ignatjewna Kabanowa, im Volksmund Kabanicha genannt, erscheint. Sie hält ihrem Sohn Tichon eine despotische Standpauke. Kabanicha wirft ihm vor, nicht streng genug mit seiner Frau Katerina umzugehen. Tichon stimmt seiner autoritären Mutter nur widerwillig zu. Katerina versucht vergeblich, sich zu verteidigen. Das Mädchen beteuert ihre absolute Aufrichtigkeit vor Gott und den Menschen. Tichons Schwester Warwara hat Mitleid mit ihrer armen Schwiegertochter.
Allein gelassen, erinnert sich Katerina an ihre glückliche, unbeschwerte Kindheit. Voller Freude pflegte sie Blumen, lauschte den Geschichten der Pilger und ging in die Kirche, wo sie Engel im Sonnenlicht sah. Nun erscheint ihr das Leben wie eine grausame Knechtschaft. Sie teilt beängstigende Gedanken mit Varvara: Sie wird von sündhaften Fantasien über einen anderen Mann überwältigt. Eine halb wahnsinnige, siebzigjährige Frau erscheint mit ihren Dienern. Die Alte prophezeit unheilvoll den unausweichlichen Tod der Mädchen in einem Strudel und in den Feuern der Hölle. Katerina gerät in Panik angesichts des herannahenden Sturms und sieht ihn als himmlische Strafe für ihre sündhaften Gedanken.
Vorbereitungen auf die Reise und Versuchungen
Im Haus der Kabanows unterhalten sich die Magd Glasha und der Wanderer Feklusha über allerlei fantastische Geschichten aus fernen Ländern. Feklusha erzählt voller Überzeugung von Leuten mit Hundeköpfen und ungerechten Sultanen. Tichon bereitet sich auf eine Geschäftsreise nach Moskau vor. Warwara vermutet, dass Katerina heimlich Gefühle für Boris hegt. Sie verspricht, ein Treffen zwischen den beiden zu arrangieren. Katerina lehnt entschieden ab, aus Angst, eine Sünde zu begehen.
Kabanikha zwingt ihren Sohn, seiner Frau vor ihrer bevorstehenden Abreise strenge und demütigende Anweisungen zu geben. Tichon befiehlt Katerina gehorsam, ihre Schwiegermutter zu ehren, nicht untätig zu sein und keine jungen Männer anzusehen. Das Mädchen leidet körperlich unter diesen verletzenden Worten.
Als Katerina allein mit ihrem Mann zurückbleibt, bittet sie ihn inständig, sie mitzunehmen. Tichon weigert sich entschieden, da er sich danach sehnt, der Unterdrückung durch seine Mutter zu entfliehen und eine Auszeit von den ständigen häuslichen Streitereien zu finden. Daraufhin bittet ihn seine aufgebrachte Frau, sie mit einem schrecklichen Treueeid zu binden. Tichon hält dies für blanken Wahnsinn und reist eilig ab.
Kabanikha tadelt ihre Schwiegertochter, weil diese nicht demonstrativ auf der Veranda weint, da sie dies als Verstoß gegen die alten Sitten ansieht. Kurz darauf gibt Varvara Katerina den Schlüssel zum Gartentor, damit sie nachts unbemerkt hinausschlüpfen kann. Katerina zögert lange und quälend. Sie will den Schlüssel schon tief in den Fluss werfen. Doch plötzlich übermannt sie der Gedanke an die lang ersehnte Freiheit und vertreibt ihre erdrückende Angst. Das Mädchen steckt den Schlüssel in die Tasche und beschließt schließlich, ihren Geliebten zu treffen.
Geheime nächtliche Verabredungen
Marfa Ignatjewna und Fekluscha unterhalten sich leise auf der Straße nahe dem Kabanow-Tor. Der Wanderer erzählt vom geschäftigen Treiben in anderen Städten, wo die „Feuerschlange“ vor Züge gespannt wird. Ein betrunkener Dikoi kommt hinzu. Er beklagt sich bei seiner Taufpatin über die unverschämten Leute, die ihn um Bezahlung bitten. Der Kaufmann gesteht: Er wird absichtlich wütend und flucht, um ehrlich verdiente Schulden nicht begleichen zu müssen. Kabanicha führt ihn freundlich zum Abendessen ins Haus.
Boris erscheint, in der Hoffnung, Katerina wenigstens aus der Ferne zu erblicken. Varvara bittet ihn diskret, am späten Abend zur Schlucht hinter dem Garten zu kommen. Kuligin lädt den jungen Mann zu einem Spaziergang über den leeren Boulevard ein. Bitter beklagt er die völlige Ignoranz der Einheimischen, die ihre Laster sorgsam hinter hohen Zäunen verbergen.
In jener Nacht wartet Kudryash in einer dicht bewachsenen Schlucht auf Warwara und singt ein Lied zur Gitarre. Boris trifft eilig ein. Der Schreiber warnt den jungen Mann streng vor den Gefahren, leichtfertig einer verheirateten Frau den Hof zu machen. Bald darauf kommen Warwara und Katerina aus einem unscheinbaren Tor. Warwara und Kudryash brechen vorsichtig zur Wolga auf.
Katerina weist Boris zunächst zurück und gibt ihm die Schuld an ihrem unausweichlichen Fall. Bitterlich weint sie und fleht ihn an zu gehen. Doch ihre tiefe Liebe siegt schnell über ihre religiöse Furcht. Impulsiv wirft sich Katerina an Boris’ Hals und erklärt, sie sei bereit, jede schwere Strafe für ihre Taten zu ertragen. Sie vereinbaren, sich bis zu Tichons Rückkehr jeden Abend zu sehen.
Furcht vor himmlischer Strafe
Ein heftiger Regenguss setzt ein. Verängstigte Bewohner suchen Schutz in einer schmalen, gewölbten Galerie eines alten, baufälligen Gebäudes. Gemälde, die die Verwüstung Litauens und den feurigen Abgrund der Hölle darstellen, sind an den bröckelnden Wänden kaum noch zu erkennen. Auch Dikoy sucht dort Zuflucht.
Kuligin überredet ihn höflich, zehn Rubel für die Installation eines zuverlässigen Blitzableiters zum Wohle aller zu spenden. Der empörte Kaufmann beschimpft den Erfinder als Tataren und weigert sich kategorisch, sich die wissenschaftlichen Fakten über Elektrizität anzuhören. Dikoi hält Gewitter für nichts anderes als göttliche Strafe, vor der man sich mit Stahlstangen absolut nicht schützen könne. Kuligin muss kleinlaut zurückweichen.
Warwara fängt Boris direkt unter den Gewölben der Galerie ab. Besorgt berichtet sie von Tichons plötzlicher Rückkehr. Katerina ist dem Wahnsinn nahe, weint unaufhörlich und hat panische Angst, ihren rechtmäßigen Ehemann anzusehen. Warwara ist zutiefst besorgt über das unerwartete öffentliche Geständnis ihrer Schwiegertochter.
Bald darauf erscheint Katerina selbst, dicht gefolgt von Tichon und ihrer grausamen Schwiegermutter. Das Mädchen zittert vor panischer Angst. Der Donner wird lauter. Die verängstigte Menge tuschelt leise über den unausweichlichen Tod eines Blitzschlags. Die alte, halb wahnsinnige Frau erscheint wieder und schreit lautstark furchtbare Drohungen mit der Hölle.
Katerinas Nerven brechen unter dem Druck zusammen. Schwer sinkt sie vor ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter auf die Knie. Lautstark gesteht sie vor allen Anwesenden die zehn Nächte, die sie heimlich mit Boris Grigorjewitsch verbracht hat. Kabanicha triumphiert offen, und der am Boden zerstörte Tichon versucht verzweifelt, seine Frau zum Schweigen zu bringen. Katerina fällt in Ohnmacht.
Ein tragisches Ende am Ufer der Wolga
Spät abends auf einem öffentlichen Boulevard teilt Tichon Kuligin seine tiefe Trauer mit. In Moskau hatte er sich dem Alkohol hingegeben und seine kurze Freiheit gierig genossen. Zurück in Moskau schlug Tichon auf direkten Befehl seiner Mutter seine Frau leicht, doch tief in seinem Herzen liebt er sie weiterhin aufrichtig. Er empfindet unerträgliches Mitleid mit Katerina, die die gnadenlose Kabanicha nun ständig demütigt und sie wie Wachs zerfließen lässt.
Tichon berichtet: Warwara hielt die häusliche Tyrannei nicht mehr aus und rannte mit Iwan Kudrjasch für immer fort. Boris’ wütender Onkel schickt ihn für drei Jahre ins ferne Kjachta, wo er bei den Chinesen leben soll. Die besorgte Magd Glasha kommt angerannt und berichtet von Katerinas plötzlichem Verschwinden. Die Männer eilen los, um nach ihr zu suchen, und befürchten das Schlimmste.
Katerina irrt langsam und ganz allein in der Nähe umher. Das Leben in dem verhassten Haus ist unerträglich geworden, und inbrünstige Gebete bringen keine Linderung mehr. Verzweifelt ruft sie nach Boris. Ihr Geliebter erscheint leise, um sich vor der langen, beschwerlichen Reise noch einmal kurz zu verabschieden. Unter Tränen bittet Katerina ihn inständig, sie mit nach Sibirien zu nehmen. Boris weigert sich und verweist kleinlaut auf den Willen seines Onkels.
Er verabschiedet sich für immer von dem Mädchen und wünscht ihr von Herzen einen schnellen Tod, um endlosen irdischen Qualen zu entfliehen. Ganz allein zurückgelassen, sinniert Katerina unter einem grünen Baum über ihr zukünftiges Grab. Es widerstrebt ihr körperlich, weiterzuleben. Nachdem sie sich aus der Ferne von ihrem Geliebten verabschiedet hat, stürzt sie sich von einer hohen Klippe in die Wolga.
Beunruhigte Menschen eilen mit hellen Taschenlampen herbei. Als Tichon Schreie über eine Frau im Wasser hört, eilt er ihr instinktiv hinterher. Marfa Ignatjewna hält die Hand ihres Sohnes fest und droht ihm mit einem mütterlichen Fluch. Kuligin zieht den ertrunkenen Körper des Mädchens im Alleingang aus dem dunklen Tümpel. Nur eine winzige Wunde und ein einzelner Blutstropfen sind an ihrer Schläfe zu sehen.
Kuligin ermahnt die Anwesenden streng: Katerinas Körper gehöre ihnen, doch ihre reine Seele stehe nun vor einem weit barmherzigeren Richter. Tränenüberströmt sinkt Tichon schwer auf den Leichnam seiner Frau. Offen vor allen macht er seine herrische Mutter für Katerinas Tod verantwortlich, beneidet bitterlich den friedlichen Schlaf seiner toten Frau und verflucht sein eigenes leeres Leben.
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