Eine Zusammenfassung von „Ein Kater bei einem Festmahl anderer Leute“ von Alexander Ostrovsky
„Ein Kater bei fremdem Festmahl“ ist eine Komödie von Alexander Ostrowski, die 1856 entstand und im selben Jahr im Maly-Theater uraufgeführt wurde. Das Stück spielt in Moskau, wo das verarmte Elternhaus eines pensionierten Lehrers und die wohlhabende Kaufmannschaft mit ihrer brutalen Macht des Geldes einander gegenübergestellt werden. Bereits im ersten Satz stellt Ostrowski Bildung ohne Mittel und Reichtum ohne Kultur einander gegenüber, und der gesamte weitere Verlauf der Handlung basiert auf diesem krassen Gegensatz.
Erster Akt
Zu Beginn des Stücks lebt der pensionierte Lehrer Iwan Ksenofontytsch Iwanow mit seiner Tochter Lisaweta Iwanowna in einem ärmlichen Zimmer, das der Witwe Agrafena Platonowna gehört. Seine Vermieterin drängt ihn, über die Heirat seiner Tochter nachzudenken und nennt unverblümt den wohlhabenden Kaufmannssohn Andrei Titytsch Bruskow, der sie schon lange besucht, als geeigneten Kandidaten. Iwanow ist empört: Andrei ist für ihn ein ungebildeter, fast Analphabet, und die bloße Vorstellung, dass Lisa einen Kaufmann heiraten könnte, empfindet er als Beleidigung. Agrafena Platonowna hingegen argumentiert schlicht und hart: Ohne Mitgift ist es schwer, ein Mädchen zu verheiraten, Armut ist gefährlich, und Ehrlichkeit ohne Geld schützt nicht vor Armut.
Nachdem die Wirtin gegangen ist, spricht Iwanow mit Lischa und fragt sie vorsichtig, ob sie Gefühle für Andrei Titytsch hegt. Lischa antwortet ruhig und bestimmt: Da ist keine Liebe, und der junge Kaufmann wirkt auf sie ungebildet und unbeholfen. Ihre Antwort zeugt jedoch nicht von Spott, sondern von einer nüchternen Einschätzung. Iwanow, beschämt über seinen Verdacht, eilt zu seinen Unterrichtsstunden. In der kurzen Szene zwischen ihnen wird deutlich, dass Vater und Tochter in ärmlichen Verhältnissen leben, aber dennoch durch gegenseitige Zuneigung und Respekt verbunden sind.
Allein gelassen, sinniert Liza über ihr Leben und das Schicksal ihres Vaters. Nicht die Armut an sich quält sie, sondern die Tatsache, dass ehrliche Arbeit weder Reichtum noch Ehre bringt und ihr alter Lehrer wegen seiner schäbigen Kleidung und seines ungepflegten Äußeren verspottet wird. Diese Klagen zeugen von einer tiefen Erschöpfung durch die ständige Demütigung: Sie versteht, dass in ihrem Umfeld ein Mensch nicht nach Intelligenz oder Nützlichkeit, sondern nach Geldbeutel und Aussehen beurteilt wird.
Dann erscheint Andrei Titych, und diese Szene verändert die Stimmung des Stücks dramatisch. Hinter den derben Worten und den kaufmännischen Redewendungen offenbart sich ein unglücklicher und deprimierter Mann: Sein Vater zwingt ihn, eine reiche, aber ungeliebte Frau zu heiraten, und ihm wird die Freiheit genommen, seine Braut, sein Studium und seine Gewohnheiten selbst zu wählen. Andrei erklärt, dass er gern studieren möchte, die Violine liebt, heimlich musiziert, von einem freieren Leben träumt und sich durch seine Erziehung gelähmt fühlt. Liza reagiert zunächst zurückhaltend auf seine Geständnisse, empfindet dann aber echtes Mitleid und rät ihm, offen mit seinem Vater zu sprechen, in der Hoffnung, dass ein vernünftiges Gespräch etwas ändern kann.
Das Gespräch zwischen ihnen wird immer intimer. Andrei gesteht ihr seine Liebe unbeholfen, stockend, fast kindlich, und gerade diese Unbeholfenheit verleiht seinen Worten Glaubwürdigkeit. Er bittet Lisa unter Tränen um Erlaubnis, ihre Hand zu küssen, und Lisa, die seine Gefühle zwar nicht erwidert, weist ihn nicht barsch zurück. Sie sieht in ihm keinen leeren Angeber, sondern einen Mann, der zu Hause gebrochen und beschämt wurde.
Nach Andreis Abreise ist die Vermieterin noch entschlossener, über Heirat zu sprechen. Sie ist überzeugt, dass der Reichtum der Bruskows Liza vor der Armut bewahren könnte, und rät ihr, Demütigungen zu ertragen, um später ein Leben in Wohlstand führen zu können. Liza lehnt diesen Plan ohne zu zögern ab: Sie verabscheut die Vorstellung, in einer Familie zu leben, in der der Sohn ungebildet und der Vater grob und herrschsüchtig ist, und sie zieht Armut der Abhängigkeit vom Geld anderer Leute vor.
Unmittelbar danach stürmt Tit Titych Bruskow ins Haus und sucht seinen Sohn. Er spricht unverblümt mit Liza, deutet ihren Wunsch an, Andrei zu heiraten, und benimmt sich wie ein Mann, der es gewohnt ist, den Willen anderer zu brechen. Nachdem Liza gegangen ist, ändert Agrafena Platonowna unerwartet die Szene und zeigt Bruskow eine von Andrei unterschriebene Quittung: Darin verspricht er angeblich, Lizaveta Ivanovna zu heiraten. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie selbst, nachdem sie seine Verliebtheit ausgenutzt und ihn betrunken gemacht hatte, das Dokument aufgesetzt hat und nun mit Tit Titych verhandelt und ihm die Quittung für tausend Rubel verkauft.
Nach seiner Heimkehr erkennt Iwanow die Folgen dieses Geschäfts und kann sie zunächst nicht begreifen. Agrafena Platonowna, fast stolz auf ihre Klugheit, erklärt, sie habe in seinem und Lisas Interesse gehandelt und den Kaufmann um Geld betrogen, indem sie sich auf ein von Andrei unterzeichnetes Dokument stützte. Dies ist ein schwerer Schlag für Lisa: Sie empfindet den Vorfall als Schande, während Iwanow die Geschichte als weiteren Beweis dafür sieht, dass ein armer und ehrlicher Mann jederzeit in den Schmutz anderer hineingezogen werden kann. Er nimmt das Geld, beschließt, es sofort an Bruskow zurückzugeben und die Quittung um jeden Preis einzulösen, um die Spuren dieser Schmach zu tilgen.
Zweiter Akt
Im zweiten Akt verlagert sich die Handlung in den Haushalt der Bruskows, und hier schildert Ostrowski denselben Konflikt aus der Perspektive der Kaufmannswelt. Zunächst tritt der jüngste Sohn, Kapiton, auf, ein einfältiger Junge, der in der Küche gehalten und mit absurden Theatereinlagen unterhalten wird. Dann, in einem Gespräch zwischen Nastasja Pankratjewna, Tit Titytschs Frau, und Nenila Sidorowna, wird der Haushalt der Bruskows enthüllt: Die Mutter beklagt sich über ihre Söhne, fürchtet deren Gelehrsamkeit, glaubt an Liebeszauber und träumt davon, Andrei ungeachtet seiner Gefühle mit einer reichen Braut zu verheiraten. So deutet das komische Alltagsgeplauder darauf hin, dass Unwissenheit in dieser Familie zur Lebensregel geworden ist.
Andrei, der vor seiner Mutter und dem Gast erscheint, versucht erneut zu erklären, dass Lisa in Erziehung und Mentalität über ihrem üblichen Umfeld steht. Er findet nicht die richtigen Worte, spürt aber deutlich den Unterschied zwischen diesem gebildeten Mädchen und dem Umfeld, in dem er aufgewachsen ist. Seine Rede bricht erneut frustriert ab: Er weiß, dass er sich fügen muss und bittet daher wenigstens darum, ihm das quälende Warten zu ersparen.
Als Tit Titych nach Hause zurückkehrt, verdüstert sich die Stimmung. Der Kaufmann kocht vor Wut über den Vorfall mit der Quittung und beauftragt den Anwalt Sachar Sacharych, eine Denunziation gegen Iwanow, Lisa und Agrafena Platonowna zu erfinden und sie sogar nach Sibirien zu verbannen. Diese Episode verdeutlicht besonders deutlich, wie leicht ein Tyrann Geld, persönliche Rachegelüste und die Gewissheit der Straflosigkeit miteinander verknüpft. Für ihn ist das Gesetz kein Maßstab der Gerechtigkeit, sondern eine Keule, mit der er jeden Schwachen niedermetzelt.
Da ruft Tit Titych seinen Sohn zu sich und erzählt ihm seine Version der Ereignisse. Er versichert Andrei, dass ihn alle im Hause Ivanov absichtlich betrogen, Quittungen genommen und seinem Vater Geld abgepresst hätten und dass die schöne Liza nicht besser sei als die anderen. Andrei ist schockiert: Er glaubt diese dreiste Lüge leichtfertig, weil er zu wenig Lebenserfahrung hat und sich selbst immer nur als Opfer fremder List sieht. In diesem Moment verschwinden seine Gefühle für Liza nicht, sondern bittere Demütigung und Selbstzweifel treten in ihm auf.
Die entscheidende Szene beginnt mit Ivanovs Ankunft. Der alte Lehrer bringt das Geld zurück, erklärt demütig, dass weder er noch seine Tochter von dem Trick der Geliebten wussten, und bittet nur um eines: die Rückgabe der Quittung. Tit Titych und Zakhar Zakharych verspotten ihn zunächst, da sie einen neuen Plan vermuten, zögern absichtlich und lachen sogar, als er sie verzweifelt anfleht, seine Tochter zu verschonen. Ivanov fällt auf die Knie, bereit, alles, was er verdient, aufzugeben, nur um die Quittung zu vernichten, denn für ihn geht es nicht um Geld, sondern um Lisas Ehre.
Die Bitten seiner Mutter und Andreis stilles Mitgefühl mildern die Lage allmählich, doch die endgültige Entscheidung fällt dennoch ein Despot. Tit Titych ordnet unerwartet die Rückgabe der Quittung an, nicht aus Großzügigkeit, sondern weil er sich den zusätzlichen Aufwand und die Kosten eines Rechtsstreits ersparen will. Als Ivanov das Papier erhält, zerreißt er es sofort, tritt wütend darauf herum, verflucht das Haus Bruskow und flieht. Für ihn ist dies kein Sieg, sondern nur eine kurze Erlösung nach einer schweren Demütigung.
Das Finale des Stücks hängt von Tit Titychs neuem Einfall ab. Allein gelassen, ändert er plötzlich seine Meinung: Er trennt Andrei von ihm, verspricht ihm 150.000 Silberrubel und befiehlt ihm, zum Hauslehrer zu gehen und um Lizas Hand anzuhalten, da sie ihm nun als würdige Ehefrau für seinen Sohn erscheint. In dieser Wendung liegt keine spirituelle Wandlung: Der Kaufmann denkt weiterhin in Kategorien von Befehlen, hält seinen Willen für rechtmäßig und versucht, selbst das Gute so grob durchzusetzen, wie er einst das Böse durchgesetzt hat. Andrei versteht, dass es nach all dem Geschehenen keine Einigung geben wird, doch er geht trotzdem mit seiner Mutter zu Iwanow, und das Stück endet mit seinen bitteren Worten über ein Leben, in dem ihn nichts als Qualen erwartet.
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