„Unser Keller, unser Rhythmus“ – 5 Jahre Girlband auf UnderTheGround
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Als wir das erste Mal zu UnderTheGround kamen, war es Sommer 2020. Es war brütend heiß, aber unter der Erde war es kühl und friedlich. Wir waren vier Mädchen mit Gitarren, Synthesizern und jeder Menge Ideen, die noch in unseren Köpfen existierten. Am Eingang wurden wir vom Admin begrüßt – lächelnd, gelassen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Er sagte: „Wenn etwas schiefgeht, kommt einfach rüber, ich helfe euch.“ Wir nickten, bedankten uns … und waren natürlich zu verlegen, um nachzufragen, als wir nach einer halben Stunde den Bass nicht zum Laufen brachten. Später stellte sich heraus, dass einfach nur der Stummschalter gedrückt worden war.
Fünf Jahre sind seitdem vergangen, und dieser Keller ist nun unser Zufluchtsort. Wir sind hier als Band und als Menschen gewachsen.
2020–2021: Erste Akkorde und Nerven
Wir begannen im kompletten Chaos. Wir hatten nur ein einziges Cover, der Schlagzeuger kam ständig zu spät und der Bassist verwechselte ständig die Keyboards. Aber wir waren unheimlich motiviert. Wir probten im Red – es war eng und heiß, aber der Sound war unglaublich. Wir nahmen alles mit dem Handy auf, weil das Mischpult mit all seinen Reglern uns total eingeschüchtert hat. Und jeden Abend gingen wir mit einem breiten Grinsen nach Hause.
„Wenn man nicht schwitzt, ist es keine Probe“, pflegte unsere Sängerin zu sagen, und genau darum ging es in dieser Zeit.
2022–2023: Ein Schritt in Richtung Klang
Dann zogen wir ins Grey um. Es wurde unser fester Auftrittsort. Dort war mehr Platz, und der Gesang klang kraftvoller. Wir fingen an, eigene Songs zu schreiben, und zum ersten Mal hatten wir das Gefühl, „erwachsen“ zu klingen. Wenn man mit anderen Bands zusammen spielt und merkt, dass hier alle vom Sound leben, verliert man die Angst vor Fehlern.
In jenen Jahren wurde UnderTheGround für uns nicht nur zu einer Plattform zum Rappen, sondern auch zum Austausch, zur gegenseitigen Unterstützung und Inspiration. Benachbarte Bands halfen uns beim Transport des Leihequipments, die Organisatoren gaben uns Tipps zum Aufnehmen von Gesang, wir bestellten ihnen einmal sogar eine Pizza als Geschenk und veranstalteten oft kleine Konzerte in einem der größeren Räume zum Geburtstag von jemandem.
2024–2025: Dein eigener Sound
Wir spielen gerade im Black Room. Die Beleuchtung ist sanft, die Wände matt und der Sound satt. Wir wissen schon genau, wie wir den EQ einstellen müssen, damit der Bass nicht dröhnt und der Gesang bei welcher Lautstärke perfekt klingt. Wir sind das geworden, wovon wir immer geträumt haben: eine richtige Band, in der jeder seinen Platz kennt und wir gemeinsam wie ein einziger Organismus atmen. Wenn der Rap gut ist, spürt man die Luft vibrieren und es fühlt sich an, als würde der ganze Keller mitsingen.
„Wir geben uns hier nicht als jemand anderes aus. Wir meinen es ernst.“
Über die Jahre ist UnderTheGround für uns mehr als nur ein Basisraum geworden. Es ist ein Ort, an dem man laut, müde und glücklich sein kann, wo man bis Mitternacht spielen kann und weiß, dass man verstanden wird. Wo niemand fragt: „Was macht ihr denn hier?“ – denn hier sind Mädchen mit Gitarren und Schlagzeug längst keine Ausnahme mehr. Und jedes Mal, wenn ich die Treppe hinuntergehe, atme ich tief ein – und spüre: Hier ist es, unser Keller, unser Rhythmus.
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