Singer couple; Sängerpaar Marianne von Werefkin (1860-1938)
Diese Seite existiert aufgrund von Werbeeinnahmen.
Adblock bitte ausschalten!
Adblock bitte ausschalten!
Marianne von Werefkin – Singer couple; Sängerpaar
На эту операцию может потребоваться несколько секунд.
Информация появится в новом окне,
если открытие новых окон не запрещено в настройках вашего браузера.
Для работы с коллекциями – пожалуйста, войдите в аккаунт (in einem neuen fenster öffnen).
Поделиться ссылкой в соцсетях:
Sie können nicht kommentieren Warum?
Das Paar im Vordergrund dominiert die Szene. Der Mann, mit einem markant überzeichneten Gesichtsausdruck – breiter Mund, hervorstehende Wangen – trägt einen dunklen Anzug und scheint die Frau fest in seinen Arm zu halten. Ihre Haltung ist elegant, doch ihr Blick ist geschlossen, was eine gewisse Distanziertheit oder gar Melancholie suggeriert. Die Frau trägt ein helles Kleid mit einem roten Detail, das einen Farbakzent setzt. Ihr Gesicht wirkt blass und ihre Augen sind nicht erkennbar, was ihren Ausdruck zusätzlich verschleiert.
Bemerkenswert ist die Anordnung der weiteren Figuren im Hintergrund. Es scheinen mehrere Frauenköpfe in schattenhaften Umrissen dargestellt zu sein, die wie Geister oder Zuschauer über das Paar schweben. Diese Figuren tragen alle ähnliche Frisuren und wirken fast austauschbar, was eine Art von Uniformität oder gar Entindividualisierung andeutet. Eine weitere Figur, teilweise im Dunkeln liegend, scheint ebenfalls am Rande der Szene zu stehen, ihre Gesichtszüge sind kaum erkennbar.
Die Farbgebung ist reduziert und kontrastreich. Das dominante Gelb-Orange des Hintergrunds steht in starkem Kontrast zum dunklen Grün des Mannes und dem hellen Kleid der Frau. Die Linienführung ist grob und expressiv, was den Figuren eine gewisse Karikaturhaftigkeit verleiht. Der Pinselstrich ist sichtbar, was die Spontaneität und Unmittelbarkeit der Darstellung unterstreicht.
Subtextuell könnte das Werk als Kommentar zur Oberflächlichkeit des gesellschaftlichen Lebens interpretiert werden. Die überzeichneten Gesichtsausdrücke, die distanzierte Haltung des Paares und die uniformierten Figuren im Hintergrund lassen eine Kritik an Konventionen und Erwartungen erkennen. Es entsteht ein Eindruck von Entfremdung und Isolation, trotz der vermeintlichen Nähe zwischen den Tänzern. Der gelbliche Farbton könnte als Symbol für Künstlichkeit oder Verfall gedeutet werden, während die schattenhaften Figuren im Hintergrund die Vergänglichkeit des Moments betonen. Insgesamt erweckt das Bild einen ambivalenten Eindruck – eine Mischung aus Eleganz und Melancholie, Freude und Enttäuschung.