Andrzej Mularczyks „Countrymen“ (Zusammenfassung)
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„Landsleute“ (1967) ist eine humorvolle Novelle von Andrzej Mularczyk. Das Werk schildert das Leben zweier verfeindeter polnischer Bauernfamilien. Der Konflikt zwischen den Pawlaks und den Karguls überdauert den Zweiten Weltkrieg. Beim Umzug in neue westliche Gebiete bewohnen die Familien bewusst benachbarte Grundstücke. Die Pawlaks weigern sich kategorisch, neben Fremden zu leben und ziehen einen erprobten Feind vor.
Die Geschichte erlangte dank ihrer erfolgreichen Verfilmung weite Bekanntheit. Regisseur Sylwester Chęciński adaptierte sie für den Film „All Our Own“ (1967). Der Film war ein riesiger Kassenerfolg in Polen. Dieser überwältigende Erfolg inspirierte eine beliebte Komödien-Trilogie. Das Publikum lobte den lebhaften Humor des Werkes.
Die Rückkehr des Amerikaners
An einem heißen Sommertag passt Kazimierz Pawlaks Familie kaum in ihren schwarzen Chevrolet. Auf der Tür steht „Taxi Nr. 1“. Der Wagen steckt am Rand einer Wiese fest. Der Fahrer versucht vergeblich, den trägen Motor zu starten. Die Anspannung der Fahrgäste steigt. Kazimierz trifft eine drastische Entscheidung: Er bricht die Fahrt ab. „Zum Teufel mit dieser Fahrweise! Raus hier!“, ruft er. Er befiehlt seiner Frau Maryna, seinem ältesten Sohn Witold mit ihrer kleinen Enkelin Anya und seinem Studenten Pavlik, zu Fuß weiterzugehen. Die ganze Familie eilt durch das hohe Gras. Als sie das Pfeifen einer Lokomotive hören, beschleunigen sie ihre Schritte.
Auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Rudniki begegnet die Familie Pawlaki einem einsamen älteren Mann. Es ist Kazimierz’ älterer Bruder Jan. Er hat Polen vor fast vierzig Jahren verlassen. Er spricht mit starkem englischen Akzent und streut immer wieder Fremdwörter ein. Nach langer Trennung umarmen sich die Brüder herzlich. Eine gerührte Menschenmenge versammelt sich um sie. Ein korpulenter Einheimischer namens Kekeshko freut sich lautstark über den herzlichen Empfang seiner Landsleute.
Die Geschichte einer alten Fehde
Kazimierz führt seinen Gast in sein geräumiges Backsteinhaus. Das Gebäude ist mit robustem Asbestschiefer gedeckt, einem modernen, feuerfesten Dachmaterial. Der Gast betrachtet den polierten Kleiderschrank und das brandneue Radio ohne die geringste Begeisterung. Nur alte Postkarten wecken seine Aufmerksamkeit. Bilder von Detroit verbergen sich hinter einer verkohlten Haushaltsikone. Kazimierz erklärt feierlich, das Haus sei gemeinschaftliches Familieneigentum. Jan lehnt dieses großzügige Geschenk entschieden ab. Der Amerikaner erklärt seinen festen Entschluss, sich vor seinem bevorstehenden Tod von seiner Familie zu verabschieden. Der alte Mann bittet um einen Sack Erde aus seiner Heimatstadt Kruševniki. Er plant, diese Erde auf sein amerikanisches Grab zu schütten.
Jan erinnert sich bitter an den wahren Grund seiner längst vergangenen Auswanderung. Er verließ seine Heimat wegen ständiger blutiger Streitigkeiten mit seinem Nachbarn Kargul. Der alte Kargul hatte der Stute Pawlaki mit einer Sichel boshaft den Schwanz abgeschnitten und ihn dem alten Kacper ins Gesicht geworfen. Später hatte der Nachbar dreist mit einer Pflugschar ein paar Zentimeter Land eines anderen Mannes an sich gerissen. Der junge Jan schlug Kargul mit einer scharfen Sense und verletzte seinen Feind schwer an den Rippen. Aus Angst vor Gefängnis floh er überstürzt aus seinem Heimatdorf. Vor seiner langen Abreise schwor Jan seinem Vater einen schrecklichen Eid. Er versprach feierlich, die Familie Kargul für den Rest seines Lebens zu hassen.
Reise in neue Länder
Während Jan den Hof inspiziert, entdeckt er eine erschreckende Wahrheit. Kazimierz hat sich still und leise neben Wladek Kargul eingenistet. Die Nachbarn hatten sich längst versöhnt. Der Amerikaner traut seinen Augen nicht. Wladek Kargul taucht am niedrigen Zaun auf und begrüßt den Gast höflich. Wutentbrannt schlägt Jan Kazimierz ins Gesicht. Kazimierz verliert seinen Filzhut und kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Um den empörten Amerikaner zu beruhigen, stürzt sich Kazimierz mit geballten Fäusten auf Kargul. Wladek ist über diese plötzliche Aggression sichtlich verblüfft. Empört sagt er: „Du, Kazimierz, solltest dich lieber um deine Frau kümmern, anstatt andere Leute zu belästigen.“ Jan geht schweigend auf das offene Feld hinaus. Kazimierz trifft seinen Bruder am alten Steinbruch.
Kazimierz schildert die beschwerliche Reise der Familie Pawlaki detailliert. Im Frühjahr 1945 reisten die Pawlakis lange Zeit in einem überfüllten Güterwagen. Mit ihnen reisten eine magere Stute und die trächtige Marynia. Großmutter Leonia bewachte sorgsam den kostbaren Beutel mit der Klöppelerde. Sohn Vitya kletterte flink auf das Dach des langsam fahrenden Zuges. In der Ferne entdeckte er Kargulya, eine Kuh mit einem abgebrochenen Horn. Kazimierz hielt den Zug sofort an. Er bezog selbstsicher ein leeres weißes Haus neben einem alten Feind. Die ersten Tage nach dem verheerenden Krieg brachten den lang ersehnten Frieden. Nachbarn tranken in einer Holzscheune reinen Alkohol und schworen, die alten Grenzen zu vergessen.
Minenfeld und ein kurzer Waffenstillstand
Der brüchige Frieden zerbrach nach nur drei Tagen. Kazimierz inspizierte sorgfältig das neue Ackerland. Zwischen den verlassenen Panzern entdeckte er eine Kuh namens Muchka. Mit einem schweren Knüppel scheuchte Kazimierz das Tier fort. Schwerfällig huschte die Kuh in die Tiefen des Feldes und trat dabei auf eine versteckte deutsche Mine. Wladek beschuldigte seinen Nachbarn lautstark, sein wertvolles Vieh absichtlich getötet zu haben. Die Männer stritten sich erneut heftig über die Grundstücksgrenze. Furchtlos kämpften sie mitten im gefährlichen Minenfeld und riskierten dabei ihr Leben.
Spät am Abend fasste Kazimierz einen kühnen Plan, um das verseuchte Gebiet zu säubern. Er befahl seinem Sohn, schnell einen Benzinkanister zu holen. Großzügig übergoss er den trockenen Weizen und zündete den Feldrand an. Helle Flammen umhüllten die trockenen Halme. Dutzende gewaltige, ohrenbetäubende Explosionen hallten wider. Das Feuer brachte versteckte Panzerabwehrminen zur Detonation. Die verängstigten Familien Kargul und Pawlak flohen vor den umherfliegenden Lehmklumpen. Sie mussten mehrere lange Stunden gemeinsam in einem tiefen Steinkeller ausharren.
Aufteilung des Eigentums
Der neu etablierte Lebensstil schuf neue Konfliktpotenziale. Vitya zähmte einen wilden Prachthengst mit Bravour. Kargul verlangte im Tausch gegen das Vollblutpferd ein Fahrradrad und eine Katze. Die flauschige Katze war eigens aus Zentralpolen hergebracht worden, im Tausch gegen zwei Säcke besten Weizens. Das Tier fing mit erstaunlicher Geschwindigkeit alle Mäuse in der benachbarten Scheune. Vladek begann, die Katze an ein starkes Seil zu binden. Er fütterte sie regelmäßig mit frischer Kuhmilch auf seinem Privatgrundstück.
Kazimierz war über diese Unverschämtheit zutiefst empört. Entschlossen griff er nach seinem Gewehr. Wladek erwiderte das Feuer aus seinem Fenster. Die Nachbarn lieferten sich ein gefährliches Feuergefecht, bei dem die hölzernen Türrahmen zersplitterten. Der Bürgermeister, der Dorfvorsteher mit der tiefen Narbe auf der Stirn, musste den bewaffneten Konflikt schlichten. Er fällte ein strenges, aber kompromissbereites Urteil: Die Katze musste drei Tage lang treu in jedem Nachbarhaus Mäuse fangen. Das Haustier musste die Wochenenden und Feiertage beim Bürgermeister verbringen.
Liebe und ein unerwarteter Fund
Die ständige Fehde zwischen den Vätern störte das junge Paar überhaupt nicht. Vitya suchte nach jeder Gelegenheit, mit Yadka, der jungen Tochter seiner Nachbarn, den Kargulys, zu sprechen. Ständig half er dem hübschen Mädchen, einen festsitzenden Eimer aus einem tiefen Brunnen zu ziehen. Stundenlang bewunderte der junge Mann heimlich seine schöne Nachbarin. Kazimierz schalt seinen erwachsenen Sohn regelmäßig wegen dieser verstohlenen Blicke. Vitya verteidigte sich listig und gerissen vor seinem wütenden Vater. Selbstsicher behauptete er, sein Blick auf die Kargulys diene lediglich dazu, seinen tiefen Klassenhass zu schüren.
Ein kühler, regnerischer Herbsttag bricht an. Kazimierz und Vitya schwingen rhythmisch ihre Dreschflegel in der Scheune. Die Werkzeuge prallen hoch über dem goldenen Getreide. Fleißig dreschen die Männer die reiche Ernte von acht Hektar Land. Nachbar Wieczorek kommt vorbei und bittet darum, das Dreschgerät einmal ausprobieren zu dürfen. Er schwingt es ungeschickt und stößt versehentlich mit dem Holzdreschflegel gegen eine massive Ziegelwand. Das Werkzeug gibt ein seltsames, metallisches Klingeln von sich. Der alte Mann lauscht aufmerksam und trifft dieselbe Stelle erneut. Kazimierz befiehlt sofort, schnell eine eiserne Spitzhacke zu holen. Die Männer brechen begeistert die Scheunenwand ein und geben einen großen Metallgegenstand frei, der darin verborgen war.
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