„Auf der Friedensstraße“ von Asya Lavrinovich, Zusammenfassung
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Dieses berührende Jugendbuch erzählt die Geschichte des Erwachsenwerdens, der Selbstfindung und der ersten tiefen Gefühle. Es wurde 2020 geschrieben und später unter dem Titel „Where Love Lives“ veröffentlicht. Die Handlung dreht sich um Intrigen in der Schule und die komplexen Beziehungen zu den Eltern. Fehlende Zuwendung von Erwachsenen treibt Teenager zu verzweifelten und grausamen Taten.
Seltsame Bedrohungen und neue Bekanntschaften
Die Elftklässlerin Vera Azarova lebt mit ihrem Vater in einer geräumigen Wohnung. Vor zwei Jahren zog ihre Mutter in ein fernes Land, um bei ihrem neuen Freund zu sein. Vera ist eine hervorragende Schülerin, leitet die Schülervertretung und unterstützt oft die Schulleiterin Lidiya Andreyevna. Ihre besten Freundinnen, die impulsive Ira Tretyakova und ihr lebhafter Zwillingsbruder Danya, bereichern ihren Alltag. Früher gehörten auch Diana Rudneva und Nikita Yarovoy zu ihrer Clique. Diana hat ihre alten Freunde für die Schulschönheit Oksana Sobol im Stich gelassen. Vor zwei Jahren hatte Vera einen heftigen Streit mit Nikita. Seitdem ignorieren sich die ehemaligen Freundinnen demonstrativ.
Ein beliebter neuer Schüler, Mark Wassiljewski, schenkt Vera Aufmerksamkeit. Er hilft ihr beim Tragen ihrer schweren Schulbücher, lächelt charmant und lädt sie ein, mit ihm die Sommerschule zu besuchen. Kurz darauf erhält Vera ihre erste anonyme Drohnachricht. Weitere beunruhigende Vorkommnisse folgen. Jemand ruft Vera nachts an und spielt Chopins Trauermarsch. In ihrem Schulranzen findet man eine gehässige Nachricht. Ein abgetrennter Finger wird ihr in den Briefkasten geworfen. Während einer Probe für ein Schultheaterstück stürzt Lelja, eine ausgezeichnete Schülerin, von einer hohen Leiter. Jemand hat die Bolzen in der Nähe der Leiter absichtlich gelockert. Hätte Lelja sich nicht freiwillig gemeldet, um Vera zu ersetzen, wäre Asarowa selbst schwer verletzt worden.
Die Freunde verdächtigen die rachsüchtige Oksana Sobol. Die Schulschönheit ist schon lange eifersüchtig auf Mark. Auch die mürrische, zurückgezogene Mitschülerin Amelia Ziegler gehört zu den Verdächtigen. Der Direktor beauftragt Vera, eine Liste für die Sommerlagerfahrt zusammenzustellen. Alle Hauptbeteiligten des Konflikts stehen darauf: Mark, Oksana, Ira, Dania, Nikita, Diana, Amelia und die stille Dreier-Schülerin Lyusya Antonenko.
Veras Familienprobleme
Zuhause erwartet Vera der nächste Schock. Ihr Vater stellt ihr seine neue Freundin Katerina vor. Katya ist nur wenige Jahre älter als Vera. Sie trägt hohe Absätze, kurze Kleider und ein unnatürlich grelles Make-up. Vera ist ihrer Stiefmutter gegenüber feindselig gesinnt. Beim Abendessen im Restaurant liefern sich die beiden einen heftigen Wortwechsel. Vera findet den Gedanken, mit der neuen Flamme ihres Vaters zusammenzuleben, unerträglich.
Nach einem beängstigenden Vorfall am Abend verändert sich ihre Beziehung. Ihr Vater erkrankt, und Vera und Katerina gehen spät abends in die Apotheke, um Fiebermittel zu kaufen. Auf der Straße werden sie von einer Gruppe aggressiver, betrunkener Männer belästigt. Einer der Rowdys packt Vera am Gesicht. Katerina verteidigt ihre Stieftochter mutig. Vera tritt dem Angreifer gegen das Bein, und die Mädchen fliehen gemeinsam. Versteckt in einem dunklen Torbogen führen sie ein offenes Gespräch. Katerina gesteht: Sie arbeitet als einfache Packerin in einer Süßwarenfabrik. Sie träumt von einem kreativen Beruf, schämt sich aber für ihre Armut. Ihre neue Bekannte erzählt ihr von ihren alkoholkranken Eltern und ihren geplatzten Träumen, Ballerina zu werden. Vera empfindet tiefes Mitgefühl für ihre Stiefmutter.
Jemand postet eine demütigende Collage in der Schulgruppe „Mitgehört“. Der unbekannte Urheber kombiniert ein altes Kinderfoto von Vera, ein Foto eines halbnackten Jungen und ein freizügiges Foto von Katerina aus einem Nachtclub. Die Bildunterschrift verhöhnt die neuen Familien von Veras Eltern. Vera kämpft mit den Tränen. Sie beschließt, den Täter zu finden und nicht aufzugeben.
Geheimnisse des Sommerlagers
Die Spannungen zwischen den Teenagern eskalieren in der Sommerschule. Vera, Ira, Diana und Amelia landen im selben Zimmer. Die Mädchen streiten sich ständig. Ira kann Diana nicht ausstehen, weil diese sie vor langer Zeit verraten hat. Amelia ist unhöflich zu ihren Mitbewohnerinnen und legt Vera künstliche Spinnen ins Bett. Ira bemerkt Oksana Sobols seltsames Verhalten im Wald. Der Schulstar schimpft heftig mit Lyusya Antonenko. Ein schockierendes Detail kommt ans Licht: Oksana erpresst Lyusya. Sobol fordert eine gute Note in Russisch, damit Lyusya über das Geheimnis einer anderen schweigt.
Plötzlich verteidigt die düstere Amelia Diana. Oksana bringt Rudneva in der Cafeteria absichtlich zu Fall, woraufhin Ziegler sie scharf rügt. Die Mitschülerinnen beginnen, viel herzlicher miteinander umzugehen. Nachts teilen sie tiefgründige, persönliche Probleme. Diana erzählt von den ständigen Streitereien ihrer Eltern. Die Erwachsenen bezahlen ihre Tochter einfach mit Geld. Amelia gibt zu: Sie hat die schreckliche Geschichte mit der Jauchegrube nur erfunden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das Mädchen leidet unter der Überbehütung ihrer strengen Großmutter und ist völlig unfähig, Freundschaften zu schließen.
Die Teenager beschließen, nachts aus dem gesicherten Bereich zu schleichen. Sie wollen die Legende vom Geist eines erhängten Mädchens in einem nahegelegenen, verlassenen Camp überprüfen. Ira, Vera, Diana, Dania, Nikita und Amelia bahnen sich ihren Weg durch einen dunklen Wald. In einem düsteren Gebäude erschrecken sie vor dem Knarren der Dielen. Im ersten Stock treffen sie auf Mark. Vasilevsky hat gegen Oksanas Freund beim Kartenspiel verloren und ist gekommen, um ein Video zu drehen, das seinen Mut beweisen soll. Amelia spielt einen lustigen Streich. Sie wirft sich ein weißes Hemd über und erschreckt die übrigen Camper live im Fernsehen.
Versöhnung mit Nikita
Bei einem nächtlichen Ausflug steigen Vera und Nikita auf das Dach des alten Gebäudes. Sie führen ein langes, tiefgründiges Gespräch. Nikita gesteht, dass er sich vor zwei Jahren aus Eifersucht auf einen Jungen, den Vera mochte, zurückgezogen hat. Der junge Mann leidet unter der körperlichen Misshandlung durch seinen grausamen Stiefvater. Er fühlt sich in seiner eigenen Familie völlig fehl am Platz. Vera versteht, dass alte Grollgefühle längst vergessen sind.
Am nächsten Tag fliehen Vera und Nikita erneut vom Gelände der Sommerschule. Sie machen einen langen Spaziergang im Wald an einem malerischen See. Nikita nimmt Veras Hand, und sie empfindet unbeschreibliches Glück. Die beiden Jugendlichen teilen ihre verborgenen Gefühle, lachen viel und küssen sich zärtlich. Vera erkennt die bittere Wahrheit: Der scheinbar perfekte Mark war nur eine flüchtige Schwärmerei. Wassiljewski ist zu sehr von der Meinung seiner Eltern abhängig und hat panische Angst, sie zu enttäuschen. Veras wahre erste Liebe war immer ganz nah.
Die Lagerleitung erfährt von der Massenflucht. Der wütende Direktor droht allen sieben mit sofortigem Rauswurf. Lidija Andrejewna eilt aus der Stadt herbei. Der Direktor verteidigt die Schülerinnen. Sie umarmt Vera und nennt sie „mein Mädchen“. Dies löst weiteres Gerede unter den anderen aus.
Kreuzung auf dem Dach eines unfertigen Gebäudes
Vera erhält eine weitere Nachricht. Der anonyme Absender verspricht, die ganze Wahrheit zu enthüllen und lädt sie ein, noch am selben Abend zum Rohbau zu kommen. Ira überredet ihre Freundin, auf der Station zu bleiben. Sie vermutet, dass Oksana ihr eine weitere Falle stellt. Vera beschließt, das Treffen zu ignorieren. Nach dem abendlichen Konzert am Kamin bemerkt sie, dass Lucy Antonenko verschwunden ist. In Sorge um ihre stille Klassenkameradin eilt Vera zur Baustelle.
Sie findet Ljusja weinend am Rand eines hohen Daches. Eine schockierende Wahrheit kommt ans Licht: Ljusja ist die leibliche Tochter der Regisseurin Lidija Andrejewna. Das Mädchen trägt den Nachnamen ihres Vaters. Ljusja schämt sich für ihre unvollkommene Tochter, eine Schülerin mit durchschnittlichen Noten, für ihr Schielen und ihre Leidenschaft fürs Singen. Lidija Andrejewna hält Vera, eine hervorragende Schülerin, ständig als Vorbild hin. Ljusja war es, die das Mobbing angezettelt hatte. Sie hatte Oksana von der schwierigen Scheidung von Veras Eltern erzählt. Geschickt hatte Ljusja Sobol manipuliert. Antonenko hatte Drohungen ausgesprochen, einen Trauermarsch organisiert und die Treppe in der Aula beschädigt. Das Mädchen wollte Vera aus tiefem seelischem Schmerz und Eifersucht auf ihre Mutter zerstören.
Oksana erpresste Lucy. Sobol verlangte von ihr eine bessere Abschlussnote in Russisch. Verzweifelt versuchte Lucy, vom Dach zu springen. Sie wollte ihre Mutter und Vera mit ewiger Schuld bestrafen. Vera eilte ihr zu Hilfe und zog ihre Klassenkameradin vom Rand zurück. Im Gerangel stolperte Vera und stürzte selbst zu Boden. Lucy versuchte, sie an den Armen festzuhalten, doch ihre Kräfte ließen schnell nach. Vera fiel aus großer Höhe.
Zurück zur Mira-Straße
Vera überlebt wie durch ein Wunder. Sie erleidet eine schwere Gehirnerschütterung und einen geschlossenen Knöchelbruch. Ljusja gesteht alle ihre Verbrechen. Lidija Andrejewna entschuldigt sich unter Tränen bei Vera. Die Frau holt ihre Tochter aus dem Lager und stellt sie Spezialisten vor.
Veras Freunde besuchen sie oft im Krankenhaus. Mark akzeptiert Veras Zurückweisung gelassen. Er beginnt eine Beziehung mit einem anderen Mädchen. Oksanas Freund trennt sich von der Schulschönheit. Ira beendet endlich die Beziehung zu ihrem toxischen Freund Vadik. Sie öffnet sich dem netten Ferienbetreuer Boris. Danya umwirbt Amelia auf charmante Weise. Die Klassenkameraden wachsen enger zusammen und bilden eine starke Gemeinschaft. Diana versöhnt sich mit ihren Eltern.
Katerina holt Vera aus dem Krankenhaus ab. Auf der Heimfahrt führen sie ein offenes Gespräch im Auto. Katerina gesteht, dass sie in der Schule wegen ihrer alkoholkranken Mutter ständig gehänselt wurde. Katya hatte nie so treue Freundinnen. Die Mädchen finden Gemeinsamkeiten. Vera verbringt den Rest des Sommers mit ihrem Vater und Katya in Italien. Das Verhältnis in ihrer Familie bessert sich endlich. Der tiefe Groll über den Weggang ihrer Mutter lässt allmählich nach.
Nach ihrer Heimkehr plant Vera eine Überraschungsparty für ihre Freunde. Versehentlich lässt sie eine reife Wassermelone im Garten fallen. Der Lärm lockt Nikita aus dem Nachbarhaus herbei. Die beiden Verliebten umarmen sich glücklich im Nieselregen. Vera hört die Akkordeonmusik eines alten Nachbarn. Sie küsst Nikita. Ihr wird klar: Liebe und Glück haben schon immer Seite an Seite gelebt – in ihrer Heimatstraße Mira.
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