„Die Wunschmaschine (Drehbuch). Option 2“ von Arkadi und Boris Strugatzki, Zusammenfassung
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Das Drehbuch der Strugatzki-Brüder aus dem Jahr 1979 ist eine Variation der Handlung, die Andrei Tarkowskis Kultfilm „Stalker“ inspirierte. Das Hauptmerkmal dieses Textes liegt in seinem Unterschied zur Novelle „ Picknick am Wegesrand “: Hier ist Stalker kein zynischer Antiquitätenhändler, sondern eine Art heiliger Narr, der an Wunder glaubt, und die Zone wird weniger als Ort der Extraktion als vielmehr als spiritueller Prüfstein dargestellt, der das innerste Wesen eines Menschen auf die Probe stellt.
Auf der Grundlage dieser Entwicklungen wurde anschließend der Film „Stalker“ gedreht, der bei den Filmfestspielen von Cannes 1980 den Preis der Ökumenischen Jury erhielt und zu einem anerkannten Klassiker des Weltkinos wurde.
Ausgangspunkt
Die Handlung beginnt früh an einem Wintermorgen in einer ärmlichen, vollgestellten Wohnung. Ein Stalker versucht, sich aus dem Haus zu schleichen, wird aber von seiner Frau daran gehindert. Ein heftiger Streit entbrennt: Die Frau fleht ihren Mann an, nicht zu seinem gefährlichen Beruf zurückzukehren, und erinnert ihn an seine Gefängnisstrafen und seine kranke Tochter. Sie bietet ihm das Geld an, das er für die Behandlung ihres Kindes gespart hat, unter der Bedingung, dass er sich nicht selbst in Gefahr bringt. Der Stalker, erschöpft von Armut und Verzweiflung, weist ihre Bitten zurück und erklärt: „Das Gefängnis ist besser als dieses Leben.“ Er stößt seine Frau von sich und verlässt das Haus, begleitet von ihren Flüchen und den Schreien ihrer erwachten Tochter.
Am vereinbarten Treffpunkt, einem rund um die Uhr geöffneten Diner, trifft Stalker den Professor, den Wissenschaftler, der ihn für die Expedition angeheuert hat. Kurz darauf holen sie mit dem Auto das dritte Mitglied der Expedition ab, den Schriftsteller. Dieser befindet sich auf einer Party in einer luxuriösen Villa und philosophiert mit den Gästen über die Langeweile einer Welt, die von den unumstößlichen Gesetzen der Physik beherrscht wird. Der Schriftsteller ist betrunken und sieht die bevorstehende Reise als Unterhaltung oder als Möglichkeit, seine kreative Blockade zu lösen.
Durchbruch in die Zone
Die Gruppe nähert sich dem bewachten Gelände. Stalker nutzt den Nebel und rast durch die UN-Absperrung, das Maschinengewehrfeuer der Wachen ignorierend. Nachdem sie ihre Verfolger abgehängt haben, versteckt das Trio den Wagen im Wald. Den Rest des Weges legen sie zu Fuß und mit einer Draisine auf verlassenen Bahngleisen zurück.
Während der Reise entspinnt sich ein Dialog zwischen den Begleitern. Der Schriftsteller erörtert, wie langweilig objektive Wahrheit sei und wie Kunst und Wissenschaft lediglich Versuche darstellten, Sinn zu finden, wo keiner existiere. Er gibt zu, sich selbst erschöpft zu haben, und seine Kreativität sei zur Qual geworden, den konsumorientierten Geschmäckern der Massen zu entsprechen. Der Professor hingegen bewahrt eine distanzierte Haltung und deutet damit seine wissenschaftlichen Ziele an.
Am Rande der Sicherheitszone angekommen, schlagen die Reisenden ihr Lager auf. Der Verfolger weist sie streng an: In der Zone ist kein Platz für Sorglosigkeit; sie müssen dem Führer bedingungslos gehorchen. Er nimmt dem Schriftsteller die Pistole ab und erklärt, Waffen seien hier nutzlos und gefährlich. Dabei entdeckt er eine in den Kragen des Professors eingenähte Giftampulle, was den Führer verwirrt.
Pfad durch Anomalien
Als eine unnatürlich grüne Sonne aufgeht, bewegt sich die Gruppe in Richtung Zentrum der Zone. Die Umgebung wirkt trügerisch ruhig: grüne Hügel, verrostete Ausrüstung, Überbleibsel einer gescheiterten Militäroperation. Stalker benutzt Nüsse mit daran befestigten Verbänden, um die Straße nach Schwerkraftfallen – „Moskitoherden“ – und anderen Anomalien abzusuchen.
Die Disziplin in der Gruppe ist mangelhaft. Der Schriftsteller, der die Gefahr nicht erkennt, versucht, vom Weg abzuweichen und kassiert dafür einen Schlag des Stalkers auf den Hinterkopf. Kurz darauf stoßen sie auf ein unerklärliches Phänomen: Der Schriftsteller wird plötzlich ohne Regen nass, Wasser rinnt ihm über den Körper. Der Stalker befiehlt allen, sich hinzulegen. Panik weicht Erleichterung, als die Anomalie ihr Opfer freigibt.
Vorbei an einer Mülldeponie und alten Militäranlagen halten die Reisenden unter einem Tarnnetz. Hier erzählt der Stalker die Geschichte von Stachelschwein, einem legendären Stalker, der den Wunschraum erreichte, Reichtümer erlangte, sich aber eine Woche später erhängte. Diese Geschichte wird zum Leitmotiv der gesamten Reise: Warum begeht ein Mensch, der sein Ziel erreicht hat, Selbstmord?
Der Sumpf und der Anruf
Das nächste Hindernis ist ein Sumpf mit giftigem Nebel. Der Führer versucht, eine sichere Furt zu finden, doch der Professor, beladen mit einem schweren Rucksack, stürzt in den Schlamm. Stalker und Writer können ihn mühsam herausziehen. Der Führer fordert sie auf, den Rucksack abzulegen, doch der Wissenschaftler weigert sich vehement und will sich nicht von seiner Last trennen. Nachdem sie entkommen sind, setzt die Gruppe ihren Weg fort, begleitet von gegenseitigen Anschuldigungen und wachsender Spannung. Stalker gibt zu, dass er in die Zone geht, um seine verkrüppelte Tochter Monkey zu heilen, die an Mutationen leidet. Writer hingegen bezweifelt die Aufrichtigkeit menschlichen Verlangens.
Nachdem sie eine tödliche Röhre durchquert haben, in der alles Leben erlischt (doch diesmal ist es nur „schlafend“), finden sich die Helden in einem seltsamen Raum wieder, der an einen Bunker oder eine Kommandozentrale erinnert. Chaos herrscht, aber die Telefone funktionieren. Der Professor ruft seinen Kollegen im Institut an. Im Laufe des Gesprächs wird das wahre Ziel des Wissenschaftlers enthüllt: Er will die Zone zerstören, um zu verhindern, dass sie in die Hände von Schurken oder des Militärs fällt. Sein Kollege nennt ihn einen Hoffnungskiller und prophezeit ihm Gefängnis, doch der Professor bleibt unnachgiebig.
An der Schwelle des Zimmers
Die Gruppe befindet sich am letzten Abstieg zu dem Ort, an dem Wünsche in Erfüllung gehen. Der Stalker verkündet freudig, dass die furchterregendste Falle – der „Fleischwolf“ – entschärft („tot“) sei und der Weg frei sei. Doch keiner der Klienten hat es eilig, weiterzugehen.
Nachdem der Autor die Geschichte des Stachelschweins analysiert hat, gelangt er zu einer erschreckenden Schlussfolgerung: Der Raum erfüllt nicht die Wünsche, die ein Mensch laut ausspricht oder in Gedanken formuliert, sondern jene, die sein wahres, oft dunkles Wesen ausmachen. Das Stachelschwein betete um die Rückkehr seines Bruders, den es selbst in „Der Fleischwolf“ getötet hatte, erhielt aber Reichtum, weil es im Grunde seines Herzens nach Geld gierte. Als es seine eigene verdorbene Natur erkannte, konnte es die Wahrheit nicht ertragen und erhängte sich. Der Autor weigert sich, den Raum zu betreten, aus Angst, seine eigene Verdorbenheit preiszugeben. Er beschuldigt den Verfolger, ein „Bandit“ zu sein, und die Folgen seiner Bitte um seine Tochter könnten monströs sein.
In diesem Moment zieht der Professor eine tragbare 20-Kilotonnen-Atommine aus seinem Rucksack. Er und seine Kollegen hatten sie zusammengebaut, um die Quelle der Wunder physisch zu zerstören, da sie diese für die Menschheit als zu gefährlich einstuften.
Auflösung
Der Stalker verfällt in Verzweiflung. Er stürmt auf den Professor zu und versucht, ihm die Bombe abzunehmen. Für ihn ist die Zone der einzige Ort der Hoffnung, wo die Verzweifelten eine Chance haben. Er schreit, dass er nichts anderes hat, dass die Menschen außerhalb der Zone nur essen und trinken und dies der einzige Zufluchtsort für den Glauben ist. Der Stalker fleht ihn an, das Wunder nicht zu zerstören, selbst wenn er selbst des Eintritts unwürdig ist.
Die Konfrontation endet unerwartet. Von den Worten des Stalkers und seinem eigenen inneren Zusammenbruch getrieben, beginnt der Professor, die Bombe zu zerlegen. Er reißt die Drähte heraus und verstreut die Teile, seinen Plan, sie zu zerstören, gibt er auf. Die Sonne geht unter, und die Helden verharren in der Dunkelheit vor dem Eingang, unfähig, ihn zu betreten oder zu zerstören.
Epilog
Die Schlussszene führt uns zurück in dieselbe Spelunke, wo alles begann. Die Figuren sitzen schmutzig und verzweifelt am Tisch. Der Schriftsteller beginnt einen weiteren Monolog, diesmal über den einzigen Sinn der Menschheit: die Erschaffung von Kunstwerken, selbstloser Abbilder der Wahrheit. Der Stalker zählt sein Wechselgeld für das Bier.
Die Frau des Stalkers betritt das Café. Als sie ihren erschöpften Mann sieht, macht sie keine Szene, sondern lädt ihn liebevoll nach Hause ein. Sie setzt sich an den Tisch und erzählt den Begleitern ihres Mannes von ihrem Leben. Sie gibt zu, dass sie wusste, worauf sie sich einließ, und vergleicht ihr Schicksal mit dem eines „ewigen Gefangenen“ und eines Todeskandidaten. Trotz Trauer und Angst hat sie ihre Entscheidung nie bereut, denn ihr Leben war voller Liebe und Hoffnung, ohne die das Dasein eintönig und sinnlos gewesen wäre.
Der Stalker, seine Frau und seine kranke Tochter gehen gemeinsam. Der Schriftsteller und der Professor sehen ihnen schweigend nach, allein mit ihren unbeantworteten Fragen und unerfüllten, aber vielleicht zum Besseren, Wünschen.
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